Unternehmensnetzwerke als Reaktion auf die Umwelt: Potentiale und Risiken

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Details

Titel: Unternehmensnetzwerke als Reaktion auf die Umwelt: Potentiale und Risiken
Autor: Karina Boldyreva
Fach: Wirtschaft - Personal und Organisation
Veranstaltung: Organisation
Institution/Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 15
Note: 1,75
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 238 KB
Archivnummer: V45468
ISBN (E-Book): 978-3-638-42867-5

Zusammenfassung / Abstract

Der in den neunziger Jahren ausgebrochene Prozess des Wandels in der Organisation wirtschaftlicher Leistungserstellung führte zur Entstehung neuer und Anpassungen bestehender Organisationsformen. Das traditionelle Leitbild des eigenständig am Markt auftretenden Unternehmens lässt sich zunehmend überflüssig erscheinen aufgrund der wachsenden globalen Arbeitsteilung, verbunden mit steigender Differenzierung, Spezialisierung und Flexibilisierung. In diesem Zusammenhang sprechen die Wissenschaftler von der Verschiebung der Unternehmensgrenzen und sogar von dessen „Verschwimmen“. Es entstehen Unternehemensnetzwerke. Ziel dieser Arbeit ist es, die besondere Rolle der Unternehmensnetzwerke im Verhältnis von Unternehmen und Umwelt festzustellen. Das erste Kapitel ist der begrifflichen Erklärung des Phänomens der Unternehmensnetzwerke gewidmet. Es werden unterschiedliche Definitionen dargestellt, die sich aus verschiedener Sichtweise der Problematik ergeben und dennoch die gemeinsamen Züge aufweisen. Im Kapitel zwei wird auf die Motive eingegangen, die die einzelnen Unternehmen auf geplantem oder emergentem Wege zu einer interorganisationaler Kooperation verleiten. Die Entstehungsgründe der Unternehmensnetzwerke werden erläutert. Kapitel drei und vier diskutieren die Vorteile und Problemfelder der Unternehmensnetzwerke, die sich aus einer teilweise marktlichen, teilweise hierarchischen Natur der Netzwerke ergeben.

Textauszug (computergeneriert)

Unternehmensnetzwerke als Reaktion
auf die Umwelt: Potentiale und Risiken

von: Karina Boldyreva

6. Fachsemester

 


Einleitung  3

1. Begriffserklärung und Klassifizierung der Unternehmensnetzwerke  4

2. Entstehungsgründe der Unternehmensnetzwerke  5

3. Potentiale von Unternehmensnetzwerken  5

3.1 Innovationsbeschleunigung  5
3.2 Überlegenheit im Zeitwettbewerb  6
3.3 Ökonomische Anreize  6
3.4 Verknüpfung von Stabilität und Flexibilität  7
3.5 Wissenstransfer  7

4. Problemgebiete von Unternehmensnetzwerken  8

4.1 Steuerung und Koordination   8
4.2 Vertrauen und Macht  9
4.3 Risiken der Netzwerkorganisationen  10

Zusammenfassung  10

Literaturverzeichnis  12



 

Einleitung

Der in den neunziger Jahren ausgebrochene Prozess des Wandels in der Organisation wirtschaftlicher Leistungserstellung1 führte zur Entstehung neuer und Anpassungen bestehender Organisationsformen. Das traditionelle Leitbild des eigenständig am Markt auftretenden Unternehmens lässt sich zunehmend überflüssig erscheinen aufgrund der wachsenden globalen Arbeitsteilung, verbunden mit steigender Differenzierung, Spezialisierung und Flexibilisierung. In diesem Zusammenhang sprechen die Wissenschaftler von der Verschiebung der Unternehmensgrenzen und sogar von dessen „Verschwimmen“.2 Es entstehen Unternehemensnetzwerke. Ziel dieser Arbeit ist es, die besondere Rolle der Unternehmensnetzwerke im Verhältnis von Unternehmen und Umwelt festzustellen. Das erste Kapitel ist der begrifflichen Erklärung des Phänomens der Unternehmensnetzwerke gewidmet. Es werden unterschiedliche Definitionen dargestellt, die sich aus verschiedener Sichtweise der Problematik ergeben und dennoch die gemeinsamen Züge aufweisen. Im Kapitel zwei wird auf die Motive eingegangen, die die einzelnen Unternehmen auf geplantem oder emergentem Wege zu einer interorganisationaler Kooperation verleiten. Die Entstehungsgründe der Unternehmensnetzwerke werden erläutert. Kapitel drei und vier diskutieren die Vorteile und Problemfelder der Unternehmensnetzwerke, die sich aus einer teilweise marktlichen, teilweise hierarchischen Natur der Netzwerke ergeben.

1. Begriffserklärung und Klassifizierung der Unternehmensnetzwerke

Die wohl meist bekannte und universelle Definition des Begriffs Unternehmensnetzwerk stammt von Sydow: „Ein Unternehmensnetzwerk stellt eine auf die Realisierung von Wettbewerbs-vorteilen zielende Organisationsform ökonomischer Aktivitäten dar, die sich durch komplex-reziproke, eher kooperative, denn kompetitive und relativ stabile Beziehungen zwischen rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist unabhängigen Unternehmungen auszeichnet. Ein derartiges Netzwerk, das entweder in einer oder in mehreren miteinander verflochtenen Branchen agiert, ist das Ergebnis einer Unternehmungsgrenzen übergreifenden Differenzierung und Integration ökonomischer Aktivitäten“.3 Siebert beschreibt Unternehmensnetzwerke als eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen mehreren rechtlich selbständigen und formal unabhängigen Unternehmen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und ihre Individualziele dem Kollektivziel des Netzwerks zumindest teilweise unterordnen.4 Unter Unternehmensnetzwerken versteht Klein „kooperative Koordinationsformen zwischen autonomen, aber interdependenten Unternehmungen. Netzwerkförmige Austauschbeziehungen sind durch Reziprozität gekennzeichnet und basieren im wesentlichen auf sozial abgestützten Mechanismen der Koordination und Integration, insbesondere Vertrauen“.5 Dabei unterscheidet er zwischen vier Grundtypen der Netzwerke:

- Tausch-Netzwerke: Barter-Netzwerke, Informations-Partnerschaften, Koalitionen unabhängiger Partner, Informationsverarbeitungsverbünde, Arbeitsgemeinschaften, Genossenschaften;
- Fokale Netzwerke: Lieferantennetzwerke, zentral geführte strategische Allianzen, Konsortien, Verlagsunternehmungen; ′
- Clubs: horizontale Vertriebsnetzwerke, Clans;
- Lern-Netzwerke: Forschungs-Netzwerke.6

Einige Wissenschaftler betonen dabei, dass die Netzwerke eine organisatorische Koordinationsform, ja eine Art „Hybridform“7 zwischen Markt und Hierarchie repräsentieren, und durch ein breites Spektrum an Ausgestaltungsmöglichkeiten gekennzeichnet sind. So können sie beispielsweise solche Formen wie Abnahmegarantie, Just-In-Time-Zulieferung, Forschungsgemeinschaft, Vertragskooperation, Lizenzvertrag, Kapitalbeteiligung, Joint-Venture und andere annehmen.8

[...]


1 Vgl. Klein, S. (1996): Interorganisationssysteme und Unternehmensnetzwerke: Wechselwirkungen zwischen organisatorischer und informationstechnischer Entwicklung. Wiesbaden: DUV, Dt. Univ.- Verlag, S. 1.

2 Vgl. a.a.O.; Enders, E; Wehner, Th. (2001): Störungen zwischenbetrieblicher Kooperation – Eine Fallstudie zum Grenzstellenmanagement in der Automobilindustrie. In: Sydow, J. (Hrsg.): Management von Netzwerkorganisationen. Wiesbaden: Gabler, S. 217; Simon, F. B.; Stahl, H. K. (2001): Außenorientierung heißt immer auch Komplexitätsbewältigung. In: Hinterhuber, H. H., Stahl, H. K (Hrsg.): Fallen die Unternehmensgrenzen?: Beiträge zur Außenorientierung der Unternehmensführung. Renningen-Malmsheim: expert-Verlag, S. 325.

3 Sydow, J. (1992): Strategische Netzwerke: Evolution und Organisation. Wiesbaden: Gabler, S. 79.

4 Vgl. Siebert, H. (2001): Ökonomische Analyse von Unternehmensnetzwerken. In: Sydow, J. (Hrsg.): Management von Netzwerkorganisationen. Wiesbaden: Gabler, S. 9.

5 Klein, S. (1996), a.a.O., S. 100.

6 Vgl. Klein, S. (1996), a.a.O. S. 127.

7 Klein, S. (1996), a.a.O., S. 89.

8 Vgl. Siebert, H. (2001), a.a.O., S. 9.

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