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Termpaper, 2003, 19 Pages
Author: Denise Sajdl
Subject: American Studies - Literature
Details
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Englisches Seminar Anglistik/Amerikanistik)
Tags: Weiblichkeitsbild, Frauenfiguren, Ecotopia, Ernest, Callenbach, Green, Utopias, Gender, Frauen
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43052-4
File size: 236 KB
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Abstract
Die Diskrepanz zwischen der Darstellung der Frau in der Literatur und ihrer tatsächlichen Rolle in der Wirklichkeit ist ein häufig beobachtetes Phänomen. Entwirft Ernest Callenbach in Ecotopia ein Weiblichkeitsideal, welches (noch) weit von der Realität entfernt ist? Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem Weiblichkeitsbild und den einzelnen Frauenfiguren in Ernest Callenbach´s „Ecotopia- The Notebooks and Reports of William Weston“. Die verschiedenen Aspekte der feministischen Grundidee in dem vorliegenden Werk werden hierzu genauer analysiert und herausgearbeitet. Dies bildet den Schwerpunkt dieser Analyse. Zunächst soll jedoch eine literarische Einordnung vorgenommen werden, um den Rahmen für ein tieferes Textverständnis zu schaffen. Dabei soll vor allem geklärt werden, was explizit eine ökologische Utopie auszeichnet und von anderen Utopien unterscheidet. Zum Vergleich und um das vorliegende Werk von anderen bekannten Utopien abzugrenzen, sowie um Parallelen anzudeuten, wird das ebenfalls der Gattung „ökologische Utopie“ zugehörige Werk „News from Nowhere“ von William Morris angesprochen. Anschließend wende ich mich dem Kernthema dieser Arbeit zu, dem Begriff von Weiblichkeit in der Gesellschaft von Ecotopia. Dabei wird versucht, insbesondere die verschiedenen sozialen Bereiche, den Bereich Ehe und Familie, das ökotopianische Verständnis von Sexualität sowie die Stellung der Ökotopianerin in der Politik und Wirtschaft genauer zu beschreiben und zu analysieren. Der 2. Hauptteil dieser Arbeit ist der expliziten Beschreibung und Charakterisierung der wichtigsten Frauenfiguren in dem Werk gewidmet. Auch werden diese Figuren mit den Frauen, die die männliche Hauptperson William Weston aus seiner früheren Welt kennt, in Ansätzen verglichen, um so die Unterschiede herauszuarbeiten. Es gilt in diesem Zusammenhang auch zu klären, ob Westons Verständnis der Frau auf dem von Männern entworfenen Bild der Frau als Dienerin des Mannes bzw. als passiv, nicht aggressiv, emotional und gering durchsetzungsfähig basiert, oder genauer ob dies zumindest der Fall ist, bevor er die Frauen Ecotopias kennen und lieben lernt.
Excerpt (computer-generated)
Das Weiblichkeitsbild und die Frauenfiguren in
„Ecotopia“ von Ernest Callenbach
von: Denise Sajdl
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Literarische Einordnung von “Ecotopia” 3
3 Weiblichkeit in der Gesellschaft von "Ecotopia" 4
3.1 Ehe und Familie 7
3.2 Das Verständnis von Sexualität. 9
3.3 Die Stellung der Ökotopianerin in Politik und Wirtschaft 10
4 Darstellung der Frauenfiguren 12
4.1 Marissa Brightcloud - Führerin in eine neue Welt? 13
4.2 Vera Allwen – personifizierte Macht Ecotopias? 15
5 Schlussbetrachtungen und Ausblick 16
6 Literaturverzeichnis 18
1 Einleitung
Die Diskrepanz zwischen der Darstellung der Frau in der Literatur und ihrer tatsächlichen Rolle in der Wirklichkeit ist ein häufig beobachtetes Phänomen. Entwirft Ernest Callenbach in Ecotopia ein Weiblichkeitsideal, welches (noch) weit von der Realität entfernt ist? Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem Weiblichkeitsbild und den einzelnen Frauenfiguren in Ernest Callenbach´s „Ecotopia- The Notebooks and Reports of William Weston“. Die verschiedenen Aspekte der feministischen Grundidee in dem vorliegenden Werk werden hierzu genauer analysiert und herausgearbeitet. Dies bildet den Schwerpunkt dieser Analyse. Zunächst soll jedoch eine literarische Einordnung vorgenommen werden, um den Rahmen für ein tieferes Textverständnis zu schaffen. Dabei soll vor allem geklärt werden, was explizit eine ökologische Utopie auszeichnet und von anderen Utopien unterscheidet. Zum Vergleich und um das vorliegende Werk von anderen bekannten Utopien abzugrenzen, sowie um Parallelen anzudeuten, wird das ebenfalls der Gattung „ökologische Utopie“ zugehörige Werk „News from Nowhere“ von William Morris angesprochen.
Anschließend wende ich mich dem Kernthema dieser Arbeit zu, dem Begriff von Weiblichkeit in der Gesellschaft von Ecotopia. Dabei wird versucht, insbesondere die verschiedenen sozialen Bereiche, den Bereich Ehe und Familie, das ökotopianische Verständnis von Sexualität sowie die Stellung der Ökotopianerin in der Politik und Wirtschaft genauer zu beschreiben und zu analysieren. Der 2. Hauptteil dieser Arbeit ist der expliziten Beschreibung und Charakterisierung der wichtigsten Frauenfiguren in dem Werk gewidmet. Auch werden diese Figuren mit den Frauen, die die männliche Hauptperson William Weston aus seiner früheren Welt kennt, in Ansätzen verglichen, um so die Unterschiede herauszuarbeiten. Es gilt in diesem Zusammenhang auch zu klären, ob Westons Verständnis der Frau auf dem von Männern entworfenen Bild der Frau als Dienerin des Mannes bzw. als passiv, nicht aggressiv, emotional und gering durchsetzungsfähig basiert, oder genauer ob dies zumindest der Fall ist, bevor er die Frauen Ecotopias kennen und lieben lernt.
2 Literarische Einordnung von “Ecotopia”
Wie bereits schon der mehrdeutige Titel vermuten lässt, handelt es sich bei “Ecotopia” um eine ökologische Utopie: „Eco“ von dem griechischen Wort oikos ´Behausung´, ´Haushalt´, ´Heimat´ abgeleitet, deutet jedoch von vornherein an, dass hier nicht nur die Ökologie primär Begriff ist, sondern durchaus auch die Ökonomie (eco-nomy), also das Haushalten, sowie im wirtschaftlichen Bereich als auch im Bereich der Natur, und schließlich auch die Vorstellung einer Heimat eine wichtige Rolle spielen. Der zweite Teil des Titels „-topia“ ist abzuleiten von griech. topos und bedeutet ursprünglich Ort, knüpft also hiermit wieder an die Vorstellung einer bestimmten Heimat an. Er bezieht sich jedoch auch auf den verwandten Begriff „Utopie“ (u-topia), womit deutlich wird, dass Callenbach an die Tradition dieser literarischen Gattung anknüpft.
Ecotopia ist eine positive Utopie, da sich der Ort für den männlichen Helden Weston schließlich zu einem guten Ort entwickelt. In Dystopien bzw. Anti-Utopien dagegen werden meist Schreckensvisionen beschrieben, die dem Leser vor Augen führen sollen, dass die momentane Staatsform oder Gesellschaft ins Unglück führen wird (z. B. George Orwells „1984“ oder Aldous Huxley´s „Brave New World“). Dies ist bei Callenbach ebenso wie in der ebenfalls positiven Utopie „News from Nowhere“ von William Morris (aus dem Jahre 1890) nicht der Fall. Obwohl beide Utopien als wichtigste Gemeinsamkeit die Ökologie als Zentralthema aufzeigen, sieht Morris als Ziel eine Rückkehr zur Natur im Sinne der englischen Romantik, geht jedoch in seinem Werk davon aus, dass die Menschheit auf die meisten Errungenschaften der modernen Technik verzichten kann und will. Die Industrialisierung wird als hässlich empfunden (daher eher eine Kritik an den tatsächlichen damaligen Gesellschaftszuständen) und ein vor-industrielller Zustand wird herbeigesehnt. Callenbach dagegen integriert die seit den 60er Jahren in den USA immer akuter werdenden Themen ökologisches Denken und Feminismus in sein Werk und liefert somit die Ideen für eine zukünftige Verwirklichung. Wo William Morris 1890 noch für ein vor-industrielles Konzept war, setzt Callenbach auch auf umweltverträgliche, innovative Technologien. Eine weitere literarische Besonderheit ist die Tatsache, dass die Hauptperson William Weston zwar im zeitlichen Raum verbleibt und lediglich in das neue Gebiet reist, das Werk jedoch für den Leser trotzdem eine Raum- und Zeitutopie darstellt, da die beschriebenen Ereignisse bzw. Errungenschaften in einer erheblich von 1975 entfernten Zukunft angesiedelt sind. Obwohl im Untertitel der Erstausgabe („ a novel about ecology, people and politics“) vermutlich deutlich werden soll, dass das Thema Ökologie an erster Stelle steht - es wird auch zuerst genannt - sind die in Ecotopia beschriebenen gesellschaftlichen Beziehungen besonders im Hinblick auf die Bedeutung der Frau in der Gesellschaft nicht weniger wichtig. Sie bildet daher den Hauptteil meiner Arbeit.
3 Weiblichkeit in der Gesellschaft von „Ecotopia“
[...]
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