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Acts of Identity

Hausarbeit, 2002, 22 Seiten
Autor: Corinna Schücke
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)

Details

Veranstaltung: Sprache und Kultur
Institution/Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Tags: Acts, Identity, Sprache, Kultur
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V45714
ISBN (E-Book): 978-3-638-43067-8

Dateigröße: 251 KB


Textauszug (computergeneriert)

Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Seminar: „Sprache und Kultur “

Acts of Identity

von: Corinna Schücke

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

1 Identität - Begriffserläuterung 2

2 Kollektive Identität/Gruppenzugehörigkeit 4

· Allgemeines 4
· Gruppenidentität 4
· Soziale Vergleiche 5
o Allgemeines 5
o Kategorisierung 6
o Stereotypisierung 6

3 Ethnizität 8

· Begriffserklärung 8
· ethnische Identität 9
· Mehrheiten versus Minderheiten 11
· Ethnizität als Konfliktpotential 11

4 Sprache und Identität 13

· Allgemeines 13
· Ethnizität und Sprache - Nationalität und Sprache 13
· Sprache als Konfliktpotential 16

Abstract 18

Literaturverzeichnis 19



 

Einleitung

Was ist Identität? Was macht meine Identität aus? Womit identifiziere ich mich? Der Begriff Identität agiert in einer Doppelfunktion: zum einen drückt er aus, was die Individualität des einzelnen Menschen ausmacht, sprich: wie sich der Einzelne von anderen unterscheidet. Zum anderen aber hat der Begriff eine vergleichende Funktion, nämlich dann, wenn man davon spricht, dass Dinge "identisch sind". Der Begriff Identität vereint in sich zwei Gegensätze. Neben dem Streben nach Individualität und dem Auf- und Ausbau der eigenen Identität, strebt der Mensch nach Identifikation mit anderen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und daher vergleicht er sich, seine Art zu leben, seine Weltanschauung, seinen Kleidungsstil etc. mit dem anderer Menschen - teils, ums sich abzugrenzen, teils, um sich verbunden zu fühlen. Er ist auf der Suche nach Gleichgesinnten, nach Gemeinschaft, nach einer Gruppe, der er sich zugehörig fühlen kann.

Von der Wahl der Zugehörigkeit zu einem Angelverein oder Kegelclub hängt der Weltfrieden sicherlich nicht ab. Auf der politischen oder kultureller Ebene bietet sich hingegen ein anderes Bild. Gruppenzugehörigkeiten, die von Aspekten wie Sprache, Religion/Weltanschauung oder Ethnizität abhängen, bergen großes Konfliktpotential und waren seit jeher Anlass für Ausgrenzung und Diskriminierung. Diese Ausarbeitung soll einen kleine Einblick in die Zusammenhänge zwischen individueller bzw. kollektiver Identität, Ethnizität und Sprache gewähren. Wenn sie auch wahrscheinlich nicht viel zum Weltfrieden betragen kann, so hat sie doch immerhin zur Erweiterung m e i n e s Horizontes beigetragen.

1 Identität - Begriffserläuterung

"Der Begriff Identität besitzt eine Doppelbedeutung: Zum Einen bezeichnet er die Individualität des Einzelnen, zum Anderen können aber Dinge und Menschen identisch sein. Im einen Falle liegt die Individualität darin, dass sie sich unterscheiden, im zwe iten Falle liegt sie darin, dass sie sich gerade nicht unterscheiden." (Schneider 2001). Nach Krappmann ist Identität im philosophischen Kontext das Prädikat, das dem Einzelnen zukommt und erlaubt, es von anderen gleicher Art zu unterscheiden. In sozialpsychologischer Hinsicht ist die ungesicherte Qualität des Teilnehmers an sozialen Handlungsprozessen gemeint, die erworben und mit anderen ausgehandelt wird, die man erstrebt oder die gegenseitig abverlangt wird, die erfolgreich behauptet oder zerstört werden. Haarmanns Definition des Begriffs Identität hingegen besagt, dass es sich um die Gleichheit zweier Entscheidungen oder wenigstens das, was bei beiden gleich ist, handelt. Im engeren Sinne ist die tägliche persönliche Erkenntnis gemeint, durch Lebensabschnitte hindurch der Gleiche zu sein. Voraussetzung ist, dass der Mensch eine Vorstellung von sich selbst und seinen Lebensbezügen in Vergangenheit und Zukunft hat.

Es ist nach persönlicher und sozialer Identität zu unterscheiden, wobei mit sozialer Identität das durch die soziale Umwelt (Eltern, Kinder, Ehegatte, Nachbar, Kollegen etc.) erwartete Verhalten eines Menschen gemeint ist. Sie bezeichnet das gesamte Wissen um die individuelle Mitgliedschaft in sozialen Gruppen und um die damit verbundenen Werte und emotionalen Bedeutungen, mit denen die Mitgliedschaft besetzt ist. Persönliche Identität ist demnach all das, was das den Einzelnen als Individuum ausmacht, wie z.B. Name und Hautfarbe. Viele Aspekte der sozialen Identität werden im Laufe des Lebens verinnerlicht und damit zum Bestandteil der persönlichen Identität. Beide "Ausläufer" der Identität stehen nicht getrennt voneinander gegenüber, sondern sind vielmehr wechselseitig miteinander verbunden (vgl. Rosemann, Erscheinungsjahr unbekannt). Identität ist nicht Kultur oder Sprache nebenzuordnen, sondern eine übergreifende Größe, zu der die beiden anderen in Abhängigkeit stehen. Die Kultur- und Sprachfähigkeit des Individuums ist ohne Identität als Voraussetzung nicht denkbar. Identität wird als umfassende Kontrollinstanz für jegliches menschliches Verhalten betrachtet, ob non-verbal oder verbal. Störungen bei der Identitätsfindung haben unweigerlich Verhaltensstörungen zur Folge, sowohl beim Individuum als auch in der Gruppe. Vom anthropozentrischer Standpunkt aus betrachtet besagt der Mechanismus der Identifikation, dass der Mensch seine Welt prinzipiell binär kategorisiert:

1. in das, was er selbst ist oder sein möchte
2. in das, was er nicht selbst ist o. nicht sein möchte (vgl. Krappmann 1987).

Der Identifizierungsprozess des Individuums ist somit durch ein Wechselspiel aus Abgrenzungsstrategien einerseits und der Solidaritätssuche andererseits geprägt. Haarmann sieht Identität als Notwendigkeit für das Individuum sein Verhalten (Ideenwelt, Fühlen, interaktives Handeln) auf die Bedingungen seiner Umwelt abzustimmen. Sie dient zur Einbindung in eine Gruppenformation sowie deren Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen. Positive Elemente dienen dem Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, negative Elemente dienen der Abgrenzung von einer anderen Gruppe. Dadurch wird dem Menschen seine Individualität, seine soziale Gruppenbindung, seine weltanschauliche Orientierung sowie seine Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft bewusst. Neben der Unterscheidbarkeit birgt Identität also auch die Möglichkeit der (Wieder-) Erkennbarkeit. Identität gliedert sich auf in eine veränderliche und eine unveränderlichen Komponente. Mit der unveränderlichen Komponente ist die Abstammung im Sinne einer durch Vorfahren geprägten Genstruktur (Aussehen, Geschlecht, rassische Merkmale) gemeint. Die veränderliche Komponente macht demnach das Wesen des Individuums aus, welches zeitlebens durch sein Umfeld geprägt wird.

2 Kollektive Identität/Gruppenzugehörigkeit

2.1 Allgemeines

[...]


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