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Essay, 2004, 14 Pages
Author: Christoph Da-Cruz
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Tags: Produktion, Deutschland, Verlagerung, Ausland, Unternehmen, Spannungsfeld, Ansprüchen, Anforderungen
Year: 2004
Pages: 14
Grade: angenommen
Bibliography: ~ 40 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43186-6
ISBN (Book): 978-3-638-77290-7
File size: 211 KB
Aufsatz wurde für eine Bewerbung an einer Business School gefertigt.
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Abstract
Bedingt durch den Verlust internationaler Netzwerke in Folge des Zweiten Weltkrieges sowie die starke Unterbewertung der DM während der ersten zwei Nachkriegsjahrzente verfolgten deutsche Unternehmen lange Zeit eine überwiegend exportorientierte Strategie bezüglich des Auslandsabsatzes ihrer Produkte. So avancierte Westdeutschland bestärkt durch beachtliche Produktivitätsfortschritte im Inland und anhaltende Exporterfolge unter dem Gütesiegel „Made in Germany“ während der 80er Jahre sogar mehrmals zum weltweit exportintensivsten Land. Aufgrund des „schwächelnden“ Wirtschaftsstandortes Deutschland und der fortschreitenden Globalisierung stellt sich nun aber für viele Unternehmen die Frage, ausländische Märkte nicht wie bislang durch Export, sondern mittels Produktion vor Ort zu versorgen. Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelkammertages (DIHK) plant diesen Schritt der Produktionsverlagerung ins Ausland fast jedes vierte deutsche Industrieunternehmen in den nächsten drei Jahren. In dem vorliegenden Aufsatz werden die wirtschaftlichen Motive für oder gegen eine Produktionsverlagerung ins Ausland ebenso wie gesellschaftliche Gesichtspunkte, z.B. Fragestellungen zur Auswirkung auf die Inlandsarbeitslosigkeit, analysiert und Implikationen für den Standort Deutschland gefolgert.
Excerpt (computer-generated)
Produktion in Deutschland oder Verlagerung ins Ausland;
Unternehmen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen
Ansprüchen und wirtschaftlichen Anforderungen
von: Christoph Da-Cruz
1 Einleitung 2
2 Gründe für eine Produktionsverlagerung 2
3 Hemmnisse einer Produktionsverlagerung 5
3.1 Ökonomisch-organisatorische Hemmnisse 5
3.2 Psychisch-soziale Barrieren 6
4 Gesellschaftliche Ansprüche 7
5 Fazit 11
Literaturverzeichnis 12
1 Einleitung
Bedingt durch den Verlust internationaler Netzwerke in Folge des Zweiten Weltkrieges sowie die starke Unterbewertung der DM während der ersten zwei Nachkriegsjahrzente verfolgten deutsche Unternehmen lange Zeit eine überwiegend exportorientierte Strategie bezüglich des Auslandsabsatzes ihrer Produkte. So avancierte Westdeutschland bestärkt durch beachtliche Produktivitätsfortschritte im Inland und anhaltende Exporterfolge unter dem Gütesiegel „Made in Germany“1 während der 80er Jahre sogar mehrmals zum weltweit exportintensivsten Land.2
Aufgrund des „schwächelnden“ Wirtschaftsstandortes Deutschland und der fortschreitenden Globalisierung stellt sich nun aber für viele Unternehmen die Frage, ausländische Märkte nicht wie bislang durch Export, sondern mittels Produktion vor Ort zu versorgen. Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelkammertages (DIHK) plant diesen Schritt der Produktionsverlagerung ins Ausland fast jedes vierte deutsche Industrieunternehmen in den nächsten drei Jahren. 3 In dem vorliegenden Aufsatz werden die wirtschaftlichen Motive für oder gegen eine Produktionsverlagerung ins Ausland ebenso wie gesellschaftliche Gesichtspunkte, z.B. Fragestellungen zur Auswirkung auf die Inlandsarbeitslosigkeit, analysiert und Implikationen für den Standort Deutschland gefolgert.
2 Gründe für eine Produktionsverlagerung
Die Gründe für eine Produktionsverlagerung beruhen häufig auf4
· kostenorientierten Argumenten,
· absatzorientierten Argumenten,
· beschaffungsorientierten Argumenten sowie
· wettbewerbsorientierten Argumenten.
Bei den Kostenargumenten sind zuallererst die hohen Arbeitskosten (insbesondere die Lohnnebenkosten) sowie die beträchtlichen Steuerausgaben in Deutschland zu nennen. Laut DIHK benennen 83% der befragten Unternehmen einen dieser beiden Punkte als Hauptmotiv für eine Produktionsverlagerung. 5 Bei der Betrachtung geringerer Arbeitskosten in anderen Ländern ist aber ebenfalls die dortige möglicherweise niedrigere Arbeitsproduktivität (z.B. durch fehlende Qualifikation der dortigen Mitarbeiter) zu beachten.6 So standen in den 90er Jahren fast ausschließlich lohnintensive Unternehmensteile mit vorwiegend einfachen Tätigkeiten im Mittelpunkt von Verlagerungen, wobei inzwischen zunehmend auch andere, kapital- und wissensintensive Unternehmensbereiche wie die Verwaltung, Forschung, Entwicklung und sogar die Unternehmensführung auf dem Prüfstand stehen. 7 Ein Beispiel für Lohnkostendifferenzen als Ursache für Produktionsverlagerung sind die fast 4000 „Maquiladoras“, Produktionsstätten im nördlichen Mexiko, in denen mehr als eine Million Mexikaner Teile oder Komponenten für die weitere Verarbeitung in den USA produzieren. In den meisten Fällen werden die Vorprodukte aus den USA nach Mexiko transportiert und dann nach der Bewältigung von lohnkostenintensiven Produktionsstufen zurück in die USA gebracht. Den Auftraggebern kommen neben den niedrigeren Lohnkosten in Mexiko Begünstigungen bei Zöllen und Steuern entgegen. 8
Neben den Arbeitskosten und Steueraufwendungen können zudem durch lokale Produktion Transportkosten erheblich gesenkt werden, indem man jene Fertigungsstätten, die große Stückzahlen produzieren, nahe beim Kunden ansiedelt. Bei transportkostenempfindlichen Massengütern (z.B. Waschmitteln, Zement) können die Transportkosten die Wettbewerbsfähigkeit des Anbieters so beeinträchtigen, dass ein Export praktisch vereitelt und der Aufbau einer Auslandsproduktion im Zielmarkt notwendig wird. Auch Sicherheitsaspekte beim Transport (z.B. von Chemikalien) können hier eine Rolle spielen. Änderungen im Wechselkurs können die Entscheidung zu Gunsten einer Auslandsproduktion ebenfalls beeinflussen. Die aktuelle Aufwertung des Euro hat i.d.R. einen höheren Absatzpreis der Exportgüter im Auslandsmarkt zur Folge, was zu Einnahmenseinbußen führen kann. 9 So musste z.B. Porsche Ende der 80er Jahre durch die starke Abwertung des US-$ gegenüber der DM einen dramatischen Umsatzeinbruch auf dem für sie überaus wichtigen US-Markt hinnehmen und geriet somit in eine ernste Unternehmenskrise.10
[...]
1 Vgl. Büchtemann/Kuhlmann (1996), S. 58
2 Vgl. Lane (1994)
3 Vgl. DIHK (2003), S. 1
4 Vgl. Hardock (2000), S. 27
5 Vgl. DIHK (2003), S. 6
6 Vgl. Zentes/Swoboda/Morschett (2004), S. 392
7 Vgl. DIHK (2003), o.S.
8 Vgl. Environmental Health Coalition; http://www.coalitionforjustice.net
9 Vgl. Zentes/Swoboda/Morschett (2004), S. 393
10 Vgl. Pausenberger (1992), S. 204
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