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Subtitle: Ursachen, Diagnostik und Förderung
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 26 Pages
Author: Johanna Klugkist
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Hannover
Tags: Lese-, Rechtschreibschwierigkeiten, Leseförderung
Year: 2005
Pages: 26
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43295-5
ISBN (Book): 978-3-638-65840-9
File size: 201 KB
Diese Arbeit gibt einen fundierten Überblick über Ursachen, Diagnose und Förderung von LRS, welches von mir bewusst als LeserechtschreibSCHWIERIGKEITEN und nicht SCHWÄCHE benannt wird.
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Abstract
Eine der wichtigsten Kulturtechniken, die Kinder erlernen müssen, ist die Sprache in Schrift und Wort. Die Schule ist dafür verantwortlich, dies zu vermitteln und zu festigen. Einige Kinder haben jedoch große Schwierigkeiten, diese Kulturtechnik zu erlernen. Der Grund ist oft eine Leserechtschreibschwäche (LRS). Seit vielen Jahren beschäftigt man sich mit den Symptomen, Ursachen und Fördermaßnahmen von LRS, und trotzdem kommt man immer wieder zu neuen Erkenntnissen; die Forschungsarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen. „Konzentrier dich doch mal!“, „Pass doch mal auf!“, „Streng dich an!“ – diese Forderungen bekommen Kinder mit einer Leserechtschreibschwäche oft zu hören. Doch ist es richtig, dass diese Kinder sich nicht konzentrieren, nicht anstrengen oder gar nicht aufpassen? Dieser Fragestellung möchte ich in diesem Buch unter anderem auf den Grund gehen. In dieser Ausarbeitung werde ich anfangs die Begriffe und die Ursachen der „Legasthenie und Leserechtschreibschwäche“ definieren und den möglichen Unterschied herausarbeiten. Um die LRS genauer zu illustrieren, werde ich auf die Ursachen, Symptomatik und Erscheinungsbilder einer LRS eingehen sowie mögliche Diagnoseverfahren aufzeigen. Anschließend daran werde ich unterschiedliche Fördermöglichkeiten für Schüler mit einer Leserechtschreibschwäche sowie allgemeine Lesefördermöglichkeiten vorstellen. In dem abschließenden Resümee die Ausarbeitung reflektieren und einen Ausblick in die Praxis und in die Durchführbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse zu dieser Thematik wagen. In dieser Ausarbeitung wird nicht auf den Teilaspekt der Rechtschreibung eingegangen, sondern Probleme, Förderung etc. des Lesens isoliert betrachtet.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hannover, FE, Institut für Germanistik
Seminar: Leseförderung
6. Semester
Leserechtschreibschwierigkeiten LRS
von: Johanna Klugkist
1. Einleitung 1
2. Was ist Leserechtschreibschwäche / Legasthenie? 2
2.1 Symptome 3
2.2 Ursachen der LRS aus Sicht der Pädagogik 3
2.2.1 Phonologische Bewusstheit – Was ist das? 4
2.2.2 Störungen in der Entwicklung der phonologischen Bewusstheit 6
3. Lesediagnostik 7
3.1 Das Bielefelder Screening-Verfahren 8
3.2 Knuspels Leseaufgaben 12
4. Leseförderung 15
4.1 Förderung der phonologischen Bewusstheit 16
4.2 Frühe Prävention – Warum 17
4.3 Das Würzburger Trainingsprogramm Hören, lauschen, lernen 18
4.2.1 Die praktische Durchführung 18
4.4 Allgemeine Leseförderung 20
5. Fazit und Ausblick auf den eigenen Unterricht 21
1. Einleitung
Eine der wichtigsten Kulturtechniken, die Kinder erlernen müssen, ist die Sprache in Schrift und Wort. Die Schule ist dafür verantwortlich, dies zu vermitteln und zu festigen. Einige Kinder haben jedoch große Schwierigkeiten, diese Kulturtechnik zu erlernen. Der Grund ist oft eine Leserechtschreibschwäche (LRS). Seit vielen Jahren beschäftigt man sich mit den Symptomen, Ursachen und Fördermaßnahmen von LRS und trotzdem kommt man immer wieder zu neuen Erkenntnissen; die Forschungsarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen. „Konzentrier dich doch mal!“, „Pass doch mal auf!“, „Streng dich an!“ – diese Forderungen bekommen Kinder mit einer Leserechtschreibschwäche oft zu hören. Doch ist es richtig, dass diese Kinder sich nicht konzentrieren, nicht anstrengen oder gar nicht aufpassen? Dieser Fragestellung möchte ich in meiner Ausarbeitung unter anderem auf den Grund gehen.
In dieser Ausarbeitung werde ich anfangs die Begriffe und die Ursachen der „Legasthenie und Leserechtschreibschwäche“ definieren und den möglichen Unterschied herausarbeiten. Um die LRS genauer zu illustrieren werde ich auf die Ursachen, Symptomatik und Erscheinungsbilder einer LRS eingehen sowie mögliche Diagnoseverfahren aufzeigen. Anschließend daran werde ich unterschiedliche Fördermöglichkeiten für Schüler mit einer Leserechtschreibschwäche sowie allgemeine Lesefördermöglichkeiten vorstellen. In dem abschließenden Resümee die Ausarbeitung reflektieren und einen Ausblick in die Praxis und in die Durchführbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse zu dieser Thematik wagen. Die Ausarbeitung wird im Rahmen eines Seminars mit dem Thema „Leseförderung“ geschrieben, woraufhin ich nicht auf den Teilaspekt der Rechtschreibung eingehe, sondern Probleme, Förderung etc. des Lesens isoliert betrachten werde. Ich habe mich aus einem sehr starken persönlichen Interesse an dem Gegenstand Leserechtschreibschwäche für dieses Thema entschieden und werde versuchen dies mit dem Thema Leseförderung zu verbinden. Aufgrund des gegebenen Rahmens dieser Ausarbeitung werde ich jedoch auf viele Details nicht eingehen können und somit versuchen, einen überschaubaren Überblick und Einblick in die Thematik zu geben.
2. Was ist Leserechtschreibschwäche / Legasthenie?
Legasthenie bedeutet wörtlich übersetzt Leseschwäche (Legere = lesen; Asthenie = Schwäche). Legastheniker haben also beim Erlernen des Lesens und/ oder der Schriftsprache überdurchschnittliche Schwierigkeiten, die nicht auf eine niedrige Intelligenz, Beschulung oder fehlende Lernbereitschaft zurückzuführen ist. Legasthenie ist eine resistente Störung, welche einer präzisen Diagnostik, einer klaren Lernstrategie und eines einfühlsamen Unterrichtsstils bedarf. Das Störungsbild der Legasthenie beeinflusst wesentlich die persönliche, emotionale und soziale Entwicklung des Betroffenen, wodurch teilweise die persönliche Entwicklung bis ins Erwachsenenalter maßgeblich geprägt wird.
Der Begriff „Legasthenie“ wurde 1916 von Paul Ranschburg als Synonym für Leseschwäche eingeführt. Die Bedeutung dieses Begriffs hat sich seitdem stark gewandelt und wird von der Medizin, der Psychologie und der Pädagogik unterschiedlich betrachtet. Pädagogen verweisen auf zahlreiche Untersuchungen, in deren Rahmen sich herausstellte, dass eine kausale Verwendung des Begriffes Legasthenie, dies also als Eigenschaft des Kindes anzusehen, weder sinnvoll noch brauchbar ist. Die Kultusministerkonferenz empfahl sogar im Jahr 1978, den Begriff „Legasthenie“ ganz aufzugeben und ihn durch die Bezeichnung Leserechtschreibschwierigkeiten (LRS) zu ersetzen (vgl. Naegele/ Valtin 2001. S.16). „Die Bezeichnung „Schwierigkeiten“ anstelle von „Schwäche“ vermeidet eine Ursachenzuweisung an Defekte im Kind und deutet auf das dynamische Wechselspiel von individuellen, häuslichen und schulischen Faktoren bei der Entstehung von Leserechtschreibschwierigkeiten.“ (vgl. Naegele/Valtin 2001. S.11). Trotz der Befunde und des Beschlusses geistert der Begriff „Legasthenie“ immer noch in der Literatur herum. Jene Anhänger dieses Konzepts, nicht zuletzt der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. gehen davon aus, dass Legasthenie eine spezielle Leserechtschreibstörung bei intelligenten Kindern ist und das Ergebnis von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, Motorik und/oder der sensorischen Integration ist, bei denen es sich um anlagebedingte und/oder durch äußere schädigende Einwirkungen entstandene Entwicklungsstörungen von Teilfunktionen des zentralen Nervensystems handelt (vgl. Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. 2005). Die Pädagogin Ingrid Naegele schreibt jedoch auf der Internetseite der DGLS, dass das Denken, Teilleistungsschwächen tragen wesentlich zur Legasthenie bei, empirisch widerlegt sei. So gebe es zum Beispiel unter den Legasthenikern nur einen geringen Pro- zentsatz, die derartige Defizite aufweisen. Weiter geht sie davon aus, dass es beim Lesen weniger um Wahrnehmungsleistungen als um eine Denkentwicklung und den Erwerb von Einsichten in den Zusammenhang von gesprochener und geschriebener Sprache geht (vgl. www.dgls.de/naegele02.html 2005). Renate Valtin geht davon aus, dass das Konstrukt der Legasthenie aus dem Grunde so großen Zuspruch bekommt, da es eine entlastende Funktion Lehrer hat, indem sie sich nicht schuldig und verantwortlich fühlen, wenn dem Kind ein Defekt nachgesagt wird. Zudem zahlen Krankenkassen bereitwilliger für eine Therapie bei einem Kind mit scheinbar diagnostizierten Wahrnehmungsstörungen als für eine Leserechtschreib- Therapie (vgl. Naegele/Valtin 2001. S.34f.). Im Folgenden werde ich den Begriff Leserechtschreibschwierigkeiten anstatt des Begriffes Legasthenie verwenden.
2.1 Symptome
„Lesenlernen wird als Ausbilden von Strategien zur Ausnutzung von Redundanz, das heißt Informationsvielfalt, auf Wort-, Satz- und Textebene gesehen. Der kompetente Leser verarbeitet in selektiver und flexibler Weise Informationen auf unterschiedlichen Ebenen: Einzelgrapheme, Konsonantengruppen, Silben, Signalgruppen, Morpheme, wobei er gleichzeitig Hypothesen bildet aufgrund der sprachlich-inhaltlichen Satzzusammenhänge sowie der grammatisch-syntaktischen Zusammenhänge.“ (Naegele/ Valtin 2001. S.33) Ist es für ein Kind aus irgendeinem Grund schwierig zu lesen, treten oft charakteristische Probleme beim Lesen auf. Diese äußern sich zum Bespiel im häufigen Stocken, einer niedrigen Lesegeschwindigkeit, dem Verlieren der Zeile im Text und im Auslassen, Vertauschen oder Hinzufügen von Wörtern, Silben oder einzelnen Buchstaben. Zudem haben Betroffene große Schwierigkeiten mit dem sinnentnehmenden Lesen und können das Gelesene nur unzureichend wiedergeben und interpretieren.
2.2 Ursachen der LRS aus Sicht der Pädagogik
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