Termpaper, 2005, 15 Pages
Author: Martin Kronawitter
Subject: Economics / Business: Didactics, Economic Pedagogy
Details
Tags: Sozialkompetenzen
Year: 2005
Pages: 15
Grade: bestanden
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43328-0
ISBN (Book): 978-3-638-92678-2
File size: 184 KB
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Abstract
Das Hessische Schulgesetz fordert in § 2 Absatz 3 die Schulen und die Schüler bzw. Schülerinnen auf, sich die „Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum sozialen Handeln“ anzueignen, „Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen“ und die „Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeiten zu entfalten“. Mit diesen Bildungsaufträgen der Schulen wurde die Bedeutung der Sozialkompetenzen vom Gesetzgeber ausdrücklich hervorgehoben. Auch in einer sich ständig wandelnden Berufswelt sind die Sozialkompetenzen bzw. „Softskills“ unerlässlich. Eine Stellenangebotsanalyse im Jahr 2000 ergab, dass die untersuchten Arbeitgeber insgesamt 106 verschiedene Schlüsselqualifikationen von den zukünftigen Mitarbeitern erwarteten. Pro Stellenangebot wurden dabei im Durchschnitt fast drei Sozialkompetenzen von den potentiellen Arbeitnehmern gefordert. Die große Bedeutung der Sozialkompetenzen im Berufsleben rechtfertigt eine genauere Betrachtung. Da die Literatur mit der Definition von Schlüsselqualifikationen wie der Sozialkompetenz häufig Schwierigkeiten hat, versucht sie diese Kompetenzen umfassend zu beschreiben: Zur Sozialkompetenz gehört etwa die Kooperationsfähigkeit, die sich auf das Zusammenwirken von mehreren Personen bezieht und sich zum einen in die Team- und zum anderen in die Sozialverantwortungsfähigkeit unterteilt. Die Koordinationsfähigkeit als weiteres Teilgebiet der Sozialkompetenz steht für die Begabung, die eigene Meinung gegen eine andere Vorstellungen vertreten und mit Dritten zusammenarbeiten zu können. Damit lassen sich die Konflikt- sowie die Konsensfähigkeit zur Koordinationsfähigkeit zusammenfassen. Die Dialogfähigkeit bezieht sich auf den wechselseitigen Austausch von Artikulationen und Interpretationen von verbalen und non-verbalen Äußerungen zwischen Gesprächspartnern, weshalb sie auch als Kommunikationsfähigkeit bezeichnet werden kann. Die Fähigkeit zum Dialog lässt sich unterteilen in die Artikulations- und in die Interpretationsfähigkeit. Die Vermittlung von Sozialkompetenzen stellt im Unterricht nicht ein eigenständiges Ziel dar. Vielmehr beschreibt die Kultusministerkonferenz den Bildungsauftrag der Berufsschule so, dass neben der Sozialkompetenz noch besonderer Wert auf die Fach-, Personal- und Methoden- beziehungsweise Lernkompetenz gelegt werden soll. Diese Teilkompetenzen beschreiben die Handlungskompetenz, also die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation ein bestimmtes Ziel adäquat und erfolgreich zu erreichen.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit
im Rahmen der Praktisch-Pädagogischen Übungen II
im Sommersemester 2005
THEMA:
Sozialkompetenzen
eingereicht von
Martin Kronawitter
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung ... 1
2 Beschreibung und Abgrenzung der Sozialkompetenzen ... 1
2.1 Definition „Sozialkompetenzen“ ... 1
2.2 Teildisziplinen der Sozialkompetenzen ... 1
2.2.1 Kooperationsfähigkeit ... 2
2.2.2 Koordinationsfähigkeit ... 3
2.2.3 Dialogfähigkeit ... 3
2.3 Abgrenzung gegenüber den anderen Zielsetzungen der Handlungskompetenz ... 5
2.3.1 Fachkompetenz ... 5
2.3.2 Personalkompetenz ... 5
2.3.3 Methodenkompetenz ... 6
3 Praktische Vermittlung von Sozialkompetenzen während des Unterrichts ... 6
3.1 Teamfähigkeit ... 7
3.2 Sozialverantwortungsfähigkeit ... 8
3.3 Konfliktfähigkeit, Konsensfähigkeit ... 8
3.4 Artikulationsfähigkeit ... 9
3.5 Interpretationsfähigkeit ... 10
4 Zusammenfassung ... 10
Literaturverzeichnis ... 11
1 Problemstellung
Das Hessische Schulgesetz fordert in § 2 Absatz 3 die Schulen und die Schüler bzw. Schülerinnen1 auf, sich die „Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum sozialen Handeln“ anzueignen, „Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen“ und die „Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeiten zu entfalten“. Mit diesen Bildungsaufträgen der Schulen wurde die Bedeutung der Sozialkompetenzen vom Gesetzgeber ausdrücklich hervorgehoben. Auch in einer sich ständig wandelnden Berufswelt sind die Sozialkompetenzen bzw. „Softskills“ unerlässlich. Eine Stellenangebotsanalyse im Jahr 2000 ergab, dass die untersuchten Arbeitgeber insgesamt 106 verschiedene Schlüsselqualifikationen von den zukünftigen Mitarbeitern erwarteten. Pro Stellenangebot wurden dabei im Durchschnitt fast drei Sozialkompetenzen von den potentiellen Arbeitnehmern gefordert.2 Die große Bedeutung der Sozialkompetenzen im Berufsleben rechtfertigt eine genauere Betrachtung.
2 Beschreibung und Abgrenzung der Sozialkompetenzen
2.1 Definition „Sozialkompetenzen“
Generell ist es schwierig, „weiche“ Eigenschaften und Fähigkeiten wie die Sozialkompetenzen exakt zu definieren. Der Begriff „Sozialkompetenz“ wird nichtsdestotrotz nachfolgend so gedeutet, wie ihn die Kultusministerkonferenz in den Rahmenlehrplänen zu Beginn unter dem Bildungsauftrag der Berufsschulen erläutert hat. Die Sozialkompetenzen sind dabei eine Teildisziplin der Handlungskompetenz, welche die Bereitschaft und die Fähigkeit des Schülers bezeichnet, soziale Beziehungen zu leben und Krisen souverän zu bewältigen. Ein verantwortungsvoller Umgang sowie eine offene Verständigung mit anderen Menschen einschließlich sozialer Verantwortung und Solidarität gehört ebenso zu den Tugenden einer vorbildlichen Sozialkompetenz.3 Anders umschrieben, umfasst die Sozialkompetenz die Fähigkeiten zur Kooperation, Koordination und Kommunikation.
2.2 Teildisziplinen der Sozialkompetenzen
Da die Literatur mit der Definition von Schlüsselqualifikationen wie der Sozialkompetenz häufig Schwierigkeiten hat, versucht sie diese Kompetenzen umfassend zu beschreiben. Eine meines Erachtens schön strukturierte Beschreibung und Abgrenzung liefert die Darstellung von Euler,4 dem diese Arbeit hier folgt:
2.2.1 Kooperationsfähigkeit
Die Kooperationsfähigkeit bezieht sich auf das Zusammenwirken von mehreren Personen und unterteilt sich zum einen in die Team- und zum anderen in die Sozialverantwortungsfähigkeit.5
Der Begriff „Teamfähigkeit“ bedeutet im Grunde, dass Personen in der Lage sind, zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels zusammenzuarbeiten.6 Das Zusammenwirken soll auf offener, sachlicher und gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern respektvoller Ebene stattfinden. Durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Ideen im Team fällt es oft nicht so schwer, komplexe Probleme zu analysieren und dementsprechende innovative und unkonventionelle Wege zur Problemlösung zu finden. Während der Zusammenarbeit im Team sollen die Mitglieder das Gruppengeschehen und die sozialen Prozesse beobachten und als eine Einheit agieren. Jede Person bringt dabei bestenfalls alle seine fachlichen und persönlichen Fähigkeiten im Team ein. Die unterschiedlichen Meinungen sollen zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels gleichberechtigt verarbeitet werden. Eine Dominanz einzelner Gruppenmitglieder ist dagegen unerwünscht.7
Unter der „Sozialverantwortungsfähigkeit“ kann die Bereitschaft einer Person verstanden werden, Dritte in die Sozialstruktur einer Gruppe oder Gesellschaft integrieren zu helfen. Die Anerkennung und Erhaltung gemeinsamer Normen, Ziele und Regeln zur Bewältigung und Lösung von Konflikten muss dabei stets von der Gruppe und der neu eintretenden Person gewährleistet bleiben. Auf geschlossener, respektvoller und toleranter Umgang muss auch dem neuen Gruppenmitglied entgegengebracht werden. Dadurch wird die ohnehin schwierige Eingliederung in eine existierende Gruppe unterstützt. Autoritäres Verhalten Einzelner ist dabei im Hinblick auf die Bedürfnisse der restlichen Personen wiederum unangebracht.8
[....]
1 Obwohl stets beide Geschlechter gemeint sind, wird wegen der besseren Lesbarkeit künftig nur die maskuline Form verwendet.
2 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 3.
3 Vgl. stellvertretend hierzu Kultusministerkonferenz (2002), S. 4.
4 Vgl. Euler (1997), S. 118.
5 Vgl. Euler (1997), S. 118.
6 Vgl. OECD (Eds.) (2002), S. 14.
7 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 9.
8 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 10.
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