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Lernfelder: Veranstaltungskaufmann/-kauffrau

Scholary Paper (Seminar), 2005, 17 Pages
Author: Martin Kronawitter
Subject: Economics / Business: Didactics, Economic Pedagogy

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V46047
ISBN (E-book): 978-3-638-43330-3
ISBN (Book): 978-3-638-77913-5
File size: 227 KB

Abstract

Das Hessische Schulgesetz fordert in § 2 Absatz 3 die Schulen und die Schüler auf, sich die „Fähigkeit zur Zusammenarbeit“ anzueignen, „Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen“ und die „Wahrnehmungs- .. und Ausdrucksfähigkeiten zu entfalten“. Daneben soll der Schüler befähigt werden, sich selbst Informationen zu verschaffen, diese auszuwerten und dabei Eigeninitiative und Kreativität zu entwickeln. Mit diesen Bildungsaufträgen der Schulen in Hessen wurde die Bedeutung der Sozialkompetenzen und der Methodenkompetenz vom Gesetzgeber ausdrücklich hervorgehoben. Beide Kompetenzen sind Voraussetzung für die Handlungskompetenz, also die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation ein bestimmtes Ziel adäquat und erfolgreich zu erreichen. In vorliegender Arbeit wird der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf „Veranstaltungskaufmann/Veranstaltungskauffrau“ vor dem Hintergrund dieser beiden Schlüsselqualifikationen analysiert. Wie sich herausstellen sollte, weisen der Gesetzgeber in Hessen sowie die Kultusministerkonferenz im Schulgesetz bzw. in den Rahmenlehrplänen zurecht auf die Bedeutung der Sozial- und Methodenkompetenzen hin. Der große Umfang am geforderten Inhaltswissen der heutigen Arbeitswelt ist kaum mehr bei einer einzelnen Person ad-hoc abrufbereit. Daher ist es notwendig, zu wissen, wie sich Probleme lösen lassen und welche Methoden dafür anzuwenden sind. Der Berufsschulunterricht kann den Schülern hierbei nur dazu dienen, dass sie verschiedene Methoden kennen lernen, die ihnen dann zur Lösung eines Problems zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz sind die Sozialkompetenzen in der Zeit der Globalisierung und der Neuen Medien ebenfalls unabdingbar. Die schnelle Kommunikation mit in- und ausländischen Partnern ist mittlerweile ebenso Tagesgeschäft wie die Zusammenarbeit im Team. Von besonderer zukünftiger Bedeutung ist die Artikulationsfähigkeit. Insgesamt bleibt aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Sozial- und Methodenkompetenzen zu hoffen, dass die Berufsschulen den Unterricht nach dem Motto „Inhalte folgen Kompetenzen“ ausrichten und nicht umgekehrt.


Excerpt (computer-generated)

Lernfelder: Veranstaltungskaufmann/-kauffrau

von: Martin Kronawitter

 


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Definitionen  1

2 Analyse der Lernfelder des Ausbildungsberufs Veranstaltungskaufmann  2

2.1 Zielformulierungen im Bereich der Sozialkompetenzen  2
2.2 Zielformulierungen im Bereich des Problemlösens  3

3 Konkretisierung von zwei ausgewählten Zielformulierungen 5

3.1 Fähigkeit zur Artikulation der Bedürfnisse als Sozialkompetenz 5

3.1.1 Bestimmung der Bedürfnisse sowie der Rechte und Pflichten 5
3.1.2 Kommunikation der Bedürfnisse  6
3.1.3 Angemessenheit der Äußerung  7

3.2 Dialektisches Problemlösen anhand von Marketingmaßnahmen als Problemlöseverfahren 9

3.2.1 Problemidentifikation und Ermittlung der Unternehmensziele  9
3.2.2 Entwicklung von Marketingkonzepten  10
3.2.3 Laufende Überprüfung und Anpassung von Marketingkonzepten 11

4 Zusammenfassung 12

 

 

1 Problemstellung und Definitionen

Das Hessische Schulgesetz fordert in § 2 Absatz 3 die Schulen und die Schüler1 auf, sich die „Fähigkeit zur Zusammenarbeit“ anzueignen, „Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen“ und die „Wahrnehmungs- .. und Ausdrucksfähigkeiten zu entfalten“. Daneben soll der Schüler befähigt werden, sich selbst Informationen zu verschaffen, diese auszuwerten und dabei Eigeninitiative und Kreativität zu entwickeln. Mit diesen Bildungsaufträgen der Schulen in Hessen wurde die Bedeutung der Sozialkompetenzen und der Methodenkompetenz vom Gesetzgeber ausdrücklich hervorgehoben. Beide Kompetenzen sind Voraussetzung für die Handlungskompetenz, also die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation ein bestimmtes Ziel adäquat und erfolgreich zu erreichen. 2

Unter Sozialkompetenz wird nachfolgend die Bereitschaft und die Fähigkeit des Schülers bezeichnet, soziale Beziehungen zu leben und Krisen souverän zu bewältigen. Ein verantwortungsvoller Umgang sowie eine offene Verständigung mit anderen Menschen einschließlich sozialer Verantwortung und Solidarität gehört ebenso zu den Tugenden einer vorbildlichen Sozialkompetenz. 3 Mit der Qualifikation Probleme lösen zu können, ist nachfolgend gemeint, dass der Schüler in der Lage ist, ein Problem eigenständig zu erkennen und es mit Hilfe von vertrauten, aber auch neuartigen Methoden alleine, zielorientiert und sachgerecht zu bewältigen (Methodenkompetenz).4 Voraussetzung zur eigenständigen Problemlösung ist dabei die Fachkompetenz, weshalb diese beiden Kompetenzen nicht strikt voneinander zu trennen sind.

In vorliegender Arbeit wird der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf „Veranstaltungskaufmann/Veranstaltungskauffrau“5 vor dem Hintergrund dieser beiden Schlüsselqualifikationen analysiert. Es wird im Abschnitt 2 quantifiziert, wie oft im Rahmenlehrplan die Sozialkompetenzen sowie die Problemlösekompetenzen angesprochen werden. Im konstruktiven Teil (Abschnitt 3) wird eine Zielformulierung des Lernfeldes 2 „Die Berufsausbildung selbstverantwortlich mitgestalten“ ausgewählt, um an diesem Beispiel die Artikulationsfähigkeit als eine der wichtigsten Sozialkompetenzen aufzuzeigen, die die Berufsschule ihren Schülern vermitteln soll. Zur Verdeutlichung der Problemlösekompetenz wird aus dem Lernfeld 4 „Märkte analysieren und Marketing-Instrumente anwenden“ ein Ziel präzisiert. Dabei ist dialektisches Problemlösen gefordert, wo – wie häufig in der Praxis – der Zielzustand nur ungenau festzulegen ist.

2 Analyse der Lernfelder des Ausbildungsberufs Veranstaltungskaufmann

2.1 Zielformulierungen im Bereich der Sozialkompetenzen

In diesem Unterabschnitt wird untersucht, welche Ziele auf dem Gebiet der Sozialkompetenz in den Lernfeldern des Ausbildungsberufs Veranstaltungskaufmann erreicht werden sollen. Das Lernfeld 1 sieht „Erkundungsaufträge als Teamaufgabe“ und verlangt von den Schülern daher die Bereitschaft zur Arbeit in der Gruppe. Daneben ist es Ziel der Ausbildung, dass mit Hilfe „angemessene[r] Präsentationsmedien, -techniken und -softwarelösungen“ anschauliche und zielgruppenbezogene Unternehmenspräsentationen trainiert werden. Lernfeld 2 dient dazu, die Bewältigung von Konfliktsituationen zu unterstützen, indem betriebliche Regelungen in das eigene Verhaltensmuster einfließen sollen. Damit wird das Leben in sozialen Beziehungen erleichtert. Daneben wird wiederum Teamfähigkeit verlangt, indem „gemeinsam mit .. Kolleginnen und Kollegen“ der Arbeitsplatz gestaltet werden soll. Außerdem soll der Schüler lernen, seine Bedürfnisse angemessen artikulieren zu können. In den Ausbildungsinhalten des Lernfeldes 3 wird die Sozialkompetenz des Schülers nicht gefördert. Im Lernfeld 4 wird lediglich die Kommunikationsfähigkeit angesprochen, welche mit „moderner Kommunikations- und Informationstechnik“ vorangetrieben werden soll. Lernfeld 5 weist ebenfalls darauf hin, dass es für einen Veranstaltungskaufmann notwendig ist, sich selbständig unter Nutzung dieser aktuellen Medien Informationen beschaffen zu können. Die Korrespondenz kann dabei genauso in einer Fremdsprache erfolgen. Das Lernfeld 6 weist keinen Bezug zur Erweiterung der Sozialkompetenz auf. Lernfeld 7 hingegen hebt die Bedeutung der teamorientierten Zusammenarbeit gleich dreimal hervor. Außerdem muss sich demnach – und nach dem achten Lernfeld – der Schüler wiederum der modernen Kommunikations- und Informationstechnik bedienen können. Das Lernfeld 9 ist zum Großteil den Kundengesprächen gewidmet, indem diese der Schüler situations- und fachgerecht planen und „unter Beachtung kommunikationspsychologischer Aspekte und unter Anwendung von Kommunikationstechniken auch in einer Fremdsprache“ führen sollte. Dabei muss der Schüler auf Konfliktsituationen vorbereitet werden, welche er dann bei angemessener Freundlichkeit kundengerecht lösen kann. Nach Beschwerden und Reklamationen muss der Auszubildende in der Lage sein, verlorenes Vertrauen des Kunden wieder herzustellen. Die restlichen Lernfelder 10 und 11 lassen die notwendigen Sozialkompetenzen in der Arbeitswelt außer Acht.

[...]


1 Zur besseren Lesbarkeit wird künftig nur die maskuline Form verwendet.

2 Vgl. Bendel (2004), S. 70.

3 Vgl. Kultusministerkonferenz (2001), S. 4.

4 Vgl. Euler/Hahn (2004), S. 343-344.

5 Vgl. den Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf „Veranstaltungskaufmann/Veranstaltungskauffrau“ der Kultusministerkonferenz in der Fassung vom 11.05.2001.


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