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Das Porträt des Euripides Typus Rieti im Archäologischen Museum Zürich, Inv. 4821

Referat (Ausarbeitung), 2000, 22 Seiten
Autor: Roger Minikus
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Griechische Porträts
Institution/Hochschule: Universität Zürich (Archäologisches Institut)
Tags: Porträt, Euripides, Typus, Rieti, Archäologischen, Museum, Zürich, Griechische, Porträts
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2000
Seiten: 22
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V46059
ISBN (E-Book): 978-3-638-43340-2

Dateigröße: 195 KB
Anmerkungen :
Analyse eines griechischen Porträt`s, des berühmten Tragikers Euripides. Ausführliche Beschreibung mit historischer Situierung dieses Artefaktes.



Textauszug (computergeneriert)

Universität Zürich 
Proseminar 
SS 2000
Archäologisches Institut Griechische Porträts

Das Porträt des Euripides Typus Rieti im 
Archäologischen Museum Zürich, Inv. 4821

von

Roger Minikus

15. Juni 2000

 

 

Vortragsablauf:

1. Einleitung

2. Biographie

3. Beschreibung des Zürcher Euripides-Porträts, Typus Rieti

4. Replikenvergleich
a) mit dem Londoner Euripidesporträt
b) mit dem Römer Euripidesporträt
c) Gemeinsamkeiten der Repliken

5. Der Farnese-Typus

6. Vergleich der beiden Typen

7. Zuweisung des Typus Rieti

8. Deutungs- und Datierungsversuch der Originale

9. Zusammenfassung

10. Bibliographie

 

 

1. Einleitung

Ich möchte Euch zum Vortrag über das Euripides-Porträt Typus Rieti, welches heute im Archäologischen Museum in Zürich mit der Inventarnummer 4821 zu bewundern ist, begrüssen.

Der folgende Vortrag gliedert sich in die Einleitung, dann wird übergegangen in eine kurze Biographie von Euripides, sodann folgt ein Gang ins nebengelegene Museum, wo das Euripides-Porträt beschrieben werden soll. Die Reise geht dann weiter in die Abgusssammlung. Dort wird der 2. bekannte Euripides-Typus vorgestellt, nämlich der Typus Farnese. Übersichtshalber wird wärmstens empfohlen das Handout mitzunehmen.
Wenn wir uns wieder hier oben versammelt haben, werden einige Interpretations- und Deutungsansätze vorgestellt.
Wenn dann alle konfus geworden sind, wird vielleicht die Zusammenfassung wieder zur allgemeinen Aufhellung beitragen.

2. Biographie

Euripides ist nach einer Überlieferung sehr wahrscheinlich 485/84 v. Chr. auf der Insel Salamis geboren. Sein Vater, Mnesarchos, war Kaufmann, seine Mutter hiess Kleito. In seiner Jugend soll Euripides ein erfolgreicher Athlet, dann soll er noch als Maler tätig gewesen sein. Schliesslich wurde er zum Tragiker. Nebst Aischylos und Sophokles war er der wichtigste attische Tragiker überhaupt, wobei seine Stücke erst postmortem mehrheitlich gewürdigt wurden. So gewann er einen ersten Preis für die Aufführung eines seiner Stücke erstmals 428 mit dem Theaterstück "Hippolytos". Insgesamt soll Euripides 92 Stücke geschrieben haben, wovon uns aber nur 18 erhalten geblieben sind. Bei den Athener war er nicht sonderlich beliebt, so dass er um 408 freiwillig ins Exil nach Makedonien ging, und dort auch verstarb. Pausanias berichtet uns in seinem ersten Buch der Beschreibungen Griechenlands über die Todesursache von Euripides folgendes: " ..., die Art seines Todes, sie ist nämlich von vielen erzählt worden, mag so sein, wie man sagt ..."

Weiters hat uns Pausanias noch überliefert, dass die Athener für Euripides ein Kenotaph errichtet haben. Das wird später noch von Relevanz sein.
Über seinen Charakter ist uns durch antike Autoren erhalten geblieben, dass er ein Einzelgänger war, die Menschenmasse mied, nie zu Scherzen, nicht einmal beim Weingenuss, aufgelegt war und die Frauen hasste. Trotzdem hatte er das Glück, zweimal verheiratet gewesen zu sein. Aus diesen beiden Ehen sind drei Söhne entsprossen. Der jüngste dieser Söhne, welcher auch Euripides hiess, führte die noch nicht dargebotenen Stücke seines Vaters auf.

3. Beschreibung des Zürcher Euripides-Porträts, Typus Rieti

Dieses 30,4 cm hohe marmorne Porträt eines bärtigen Mannes gesetzteren Alters weist folgende Beschädigungen auf:

Nebst der einst restaurierten und nun wieder entfernten Nase, ist auch der Halsansatz modern überarbeitet worden, um den Kopf auf eine moderne Büste stellen zu können. Daher ist es auch nicht mehr möglich zu beurteilen, ob das Porträt von einer Herme stammt oder von einer Statue. Beide, die Büste und die Nase, wurden also entfernt. Bei der Nase wurde noch ein Dübelloch, das zwecks Einpassung für die moderne Nase angebracht wurde, nun wieder zugefüllt.
Grössere Beschädigungen weisen auch noch das linke Ohrläppchen auf, ebenso ist eine Locke am Hinterkopf malträtiert. Gleich ist es dem Schnurrbart auf der linken Seite ergangen.

Kleinere Beschädigungen sind wohl die über den ganzen Kopf verteilten Verwitterungsspuren, gut zu sehen auf der linken Wange, auf der rechten Stirnseite und am Oberkopf (Richtung Stirn laufend). Kleinere Bestossungen erkennt man gut an der linken Augenbraue, wie auch am Bartrand links unten.

Wenn man das Porträt von vorne betrachtet ist besonders prägnant, dass ungefähr auf Höhe der Ohren bzw. leicht oberhalb von diesen, sich das Haar wie staut, sich eine Haarmasse bildet. Auch fällt der wuchtige Bart auf, der fast einen Drittel der gesamten Vorderansicht in Anspruch nimmt. Insgesamt scheint die Haaranordnung wild und ungepflegt. Der Schnurrbart ist asymmetrisch, links läuft er fast in einer Horizontalen in den Bart über, rechts hingegen kann man eine Rundung erkennen.
Vom Mund lässt sich praktisch nur die Unterlippe ausmachen, die Oberlippe ist abgesehen von einem kleinen Mittelteil verdeckt. Er kommt tief zu liegen, was man besonders von der Seitenansicht gut sehen kann.
Der Bart wölbt sich nach vorne, läuft in einer Rundung zum Mund hin. Von der Seite sieht man die Unterlippe nur ganz leicht angedeutet. Der wiederum hervortretende Schnurrbart unterstreicht dann diese "S"-Form.

[....]


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