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Referat (Ausarbeitung), 2001, 22 Seiten
Autor: Roger Minikus
Fach: Archäologie
Details
Institution/Hochschule: Universität Zürich (Archäologisches Institut)
Tags: Pariser, Census-Relief, Fundgeschichte, Interpretationsansätze, Datierungsvorschläge, Römische, Staatsreliefs
Jahr: 2001
Seiten: 22
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 23 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43342-6
ISBN (Buch): 978-3-638-70768-8
Dateigröße: 202 KB
Ein römisches Staatsrelief - das sog. Pariser Census-Relief - wird näher vorgestellt und in den historischen Kontext verortet.
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Zusammenfassung / Abstract
Der Aufbau des Referates ist folgendermassen: Nach der Einleitung wird die Fundgeschichte des Reliefs kurz zusammengefasst, sodann folgt eine Beschreibung zuerst des Münchner See-Thiasos, darauf die Beschreibung des Pariser Census-Reliefs, das nun der Einfachheit halber kurz als "Census-Relief" bezeichnet werden soll. Verschiedene Deutungsansätze des Census-Reliefs sollen dann vorgestellt, die einzelnen Szenen erklärt werden. Abhängig hiervon ist natürlich die Datierung des Stückes. Es soll aber versucht werden, die Darstellung möglichst objektiv zu beschreiben, erst dann werden die Argumente für die Interpretationsansätze und Datierungsvorschläge ins Feld geführt. Der Abschluss des Vortrages schliesslich bildet die obligate Zusammenfassung.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Zürich
Proseminar
WS 00/01
Archäologisches Institut Römische Staatsreliefs
Das Pariser Census-Relief im Louvre, Inv. 975
von
Roger Minikus
2. November 2000
Vortragsablauf:
1. Einleitung
2. Fundgeschichte
3. Beschreibung
a) des Münchner Seethiasos, Inv. 239
b) des Pariser Census-Reliefs
4. Interpretation des Pariser Census-Reliefs
5. Datierungsvorschläge
6. Zusammenfassung
7. Bibliographie
1. Einleitung
Ich möchte Euch zum Vortrag über das Pariser Census-Relief, das, wie der Name schon sagt, in Paris, genauer im Louvre, mit der Inventarnummer 975 steht, begrüssen.
Der Aufbau des Referates ist folgendermassen: Nach der Einleitung wird die Fundgeschichte des Reliefs kurz zusammengefasst, sodann folgt eine Beschreibung zuerst des Münchner See-Thiasos, darauf die Beschreibung des Pariser Census-Reliefs, das nun der Einfachheit halber kurz als "Census-Relief" bezeichnet werden soll. Verschiedene Deutungsansätze des Census-Reliefs sollen dann vorgestellt, die einzelnen Szenen erklärt werden. Abhängig hiervon ist natürlich die Datierung des Stückes. Es soll aber versucht werden, die Darstellung möglichst objektiv zu beschreiben, erst dann werden die Argumente für die Interpretationsansätze und Datierungsvorschläge ins Feld geführt. Der Abschluss des Vortrages schliesslich bildet die obligate Zusammenfassung.
Nun, verlieren wir nicht zuviel Zeit mit der Einleitung sondern gehen wir gleich in medias res - zu den Fundumständen.
2. Fundgeschichte
Es scheint mir etwas problematisch im Zusammenhang mit dem Census-Relief von einer Fundgeschichte zu sprechen, denn es wurde nicht auf einer archäologischen Ausgrabung gefunden, sondern erfuhr zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nämlich 1824, eine mehr oder minder grössere Popularität, als es nämlich auf einer Auktion veräussert wurde. Insofern ist es wohl besser, von Auffindungsumständen zu sprechen.
Wie dem auch sei. 1824 gelangte also das Census-Relief in den Louvre, zuvor befand es sich zusammen mit dem sog. Seethiasos, der mit dem Census-Relief ein einheitliches Monument bildete, in den privaten Händen eines gewissen Kardinals Fesch. Dieser konnte sich am Relief nicht lange laben, erwarb er nämlich seinerseits beide Reliefs 1811 von der Familie Santa Croce, die in Rom beheimatet ist und dort auch diese Reliefs eine lange Zeit ihr Eigentum nennen durfte. Welche Zeitspanne diese "lange Zeit" genau umfasste, vermag ich nicht zu benennen. Genau in dieser Frage scheiden sich nämlich auch die Geister. Einen Anhaltspunkt gibt uns lediglich eine Zeichnung, die 1685 angefertigt wurde. Darauf sind, vermischt mit anderen Reliefs, einzelne Szenen des Census-Reliefs zu erkennen.
Adolf Furtwängler, welcher der erste war, der die Herkunft des Census-Reliefs für seine Zeit relativ gründlich erforscht hat, war der Meinung, dass das Relief im 17. Jahrhundert gefunden worden ist. Er stellte die Hypothese auf, dass das Relief in Rom im Zusammenhang mit Aushubarbeiten für eine Kirche namens San Salvatore ,unweit des Palazzos der Santa Croce, in den Überresten eines antiken Tempels gefunden wurde, und, weil die antiken Denkmäler in jener Zeit nicht weit von ihrem Fundort wegtransportiert worden seien, in den Palazzo Santa Croce gebracht wurde und da bis 1811 blieben. Diese Hypothese wurde dann von den meisten späteren Archäologen übernommen, sogar als Faktum dahingestellt.
Eine andere Hypothese, besonders durch Hugo Meyer in jüngster Zeit vertreten, besagt, dass das Münchner Relief mindestens schon im 16. Jhd. bekannt gewesen sein muss, da sich gewisse Motive bei verschiedenen Malern wiederfinden, so z.B. bei Raffael oder Agostino Veneziano. Und da das Münchner Relief mit dem Census-Relief erst durch die Auktion im 19. Jhd. getrennt wurde, sei also auch unser Relief im 16. Jahrhundert bekannt gewesen und könne nicht während den Aushubarbeiten für die genannte Kirche aufgefunden worden sein.
Letztendlich spielt aber diese ganze Diskussion für unser Stück keine wichtige Rolle, der Fundkontext ist ja nicht mehr gegeben und gibt daher keine Lösungsmöglichkeiten für eine allfällige Datierung mehr her. Für uns im Moment wichtig ist zu wissen, dass das Census-Relief mit Bestimmtheit aus Rom stammt und auch für eine Aufstellung in Rom in antiker Zeit gedacht gewesen war.
3. Beschreibung
3. a) Der Münchner Seethiasos
Ich sprach von einem anderen Relief, das eine Einheit mit dem Census-Relief bildet. Dieses Relief ist der sog. Seethiasos, der sich in der Münchner Glyptothek mit der Inventarnummer 239 befindet. Das Wort Thiasos bezeichnet einen Festumzug, in welchem eine Gottheit eine zentrale Rolle spielt. Geläufig ist insbesondere ein Thiasos mit Dionysos. Bei unserem Beispiel können wir nun einen Thiasos mit Poseidon oder Neptun sehen. Wollen wir uns dieses Relief etwas genauer betrachten, womit wir bei der Beschreibung wären. Hierfür begeben wir uns in die Abgusssammlung:
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