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Hausarbeit, 2005, 14 Seiten
Autor: Michaela Jantz
Fach: Pädagogik - Heil- und Sonderpädagogik
Details
Tags: Ursachen, Sprachentwicklungsstörungen, Dyslalien, Hauptsprachstörungen, Kindesalter
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43431-7
Dateigröße: 304 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit zum Thema:
Ursachen von Sprachentwicklungsstörungen
- Dyslalie als eine der Hauptsprachstörungen im Kindesalter
von
Michaela Jantz
Rostock, 06.09.2005
Universität Rostock
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition/ Klassifikation von Sprachentwicklungsstörungen
3. Ursachen, Erscheinungsformen
3.1 Organisch verursachte Sprachentwicklungsstörungen
3.2 Konstitutionelle Sprachentwicklungsstörungen
3.3 Psychosoziale Sprachentwicklungsstörungen
4. Dyslalie
4.1 Quantitative Einteilung
4.2 Qualitative Einteilung
4.3 Ursachen von Dyslalien
5. Fallbeispiel- motorische Dyslalie
6. Kriterien für Schweregrad und Komplexität von Stammelfehlern in Anlehnung an van Riper/ Irwin (1976)
7. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die Zahl der Kinder mit entwicklungsbedingten Schwierigkeiten in den Vorschulen und im Anfangsunterricht der Grundschule wächst zusehends. Experten schätzen dabei den Anteil der sprachauffälligen Kinder auf drei bis fünf Prozent. Der Statistik nach sind bei 20% der eingeschulten Jungen und bei 13% der eingeschulten Mädchen Sprachauffälligkeiten festgestellt worden.
(vgl. Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und soziales 1995, S.2)
Die am häufigsten vorzufindenden Aussprachestörungen im Vor- und Grundschulalter sind Dyslalien ( auch Stammeln). Aus diesem Grund beschäftigt sich die nachfolgende Arbeit hauptsächlich mit dem Störungsbild der Dyslalie und ihren Ursachen.
2. Definition/ Klassifikation
Der geschichtliche Wandel der theoretischen Konzepte und der oft widersprüchlichen Auffassungen von Sprachentwicklungsstörungen brachte gleichzeitig einen Wandel der Markierung des Grundbegriffes der Sprachstörung mit sich.
In älteren Terminologien werden Sprachstörungen häufig als krankhafte Sprachanomalien, als Sprachgebrechen oder auch als Sprachkrankheit bezeichnet. Dabei wird jedoch jeweils keine genauere Begriffsbestimmung vorgenommen. Synonym verwendete Ausdrücke werden mehr oder weniger als Sammelbegriffe verschiedener Sprachstörungen gebraucht, wobei hauptsächlich Stammeln, Näseln, Stottern, Poltern, Aphasie und Dysarthrie gemeint sind.
(Otto Braun, Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Verlag W. Kohlhammer, 2002, S. 32-34)
Erst in den 60er Jahren, also im Zuge der Eigenständigkeitsbestrebung der Sprachheilpädagogik wurde eine genauere pädagogische Wesensbestimmung der Sprachstörung notwendig. Grundsätzlich wird nun aber weniger die Sprachstörung an sich, als die Folgen für auszulösende pädagogische Maßnahmen betrachtet.
Allgemeine Beachtung findet der Definitionsversuch von Ch. Van Riper. Er erweiterte seine ursprüngliche Definition von 1939. Zusätzlich betrachtet er nun die Aufmerksamkeitszuwendung auf das Sprechen, die Unterbrechung der Kommunikation und die Fehlanpassung des Sprechers sowie die Stresswirkung auf Sprecher und Hörer für die Störungsdefinition. Damit überschreitet van Ripers Definition die symptom-spezifische Sichtweise und geht auch auf die Folgen für den kommunikativen Umgang ein.
(Ch. Van Riper, Artikulationsstörungen, Berlin, 1989)
Das bis dahin umfassendste Begriffsverständnis entwickelte G. Knura. Sie unterscheidet klar zwischen Sprachstörungen und Sprachbehinderung. Sprachstörungen sind ihrer Meinung nach als "individuell unterschiedlich verursachte und ausgeprägte Unfähigkeit zum regelhaften, alters- und entwicklungsgerechten Gebrauch der Muttersprache" definiert, "die sich auf eine, mehrere oder alle Strukturebenen und Teilfunktionen des Sprachsystems erstrecken und vorübergehend, langandauernd oder bleibend sein kann". Sprachbehinderung sieht sie als "die durch die Sprachstörung bewirkte Gefährdung oder Beeinträchtigung der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung sowie der seelisch- geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit."
(G. Knura, Pädagogik der Sprachbehinderten, Berlin, 1980, S.3- 11)
Pädagogisch relevant wird die Sprachbehinderung, die primär eher ein medizinisch/ psychologischer Sachverhalt ist, wenn sie Erziehung und Bildung gefährdet. Als sprachbehindert gilt, wer in Folge einer Sprachstörung in der sprachlichen Kommunikation, im Sozialverhalten und insbesondere in seinem Lernen soweit beeinträchtigt ist, dass seine Teilhabe am Leben der Gesellschaft wesentlich erschwert ist und besondere pädagogische Förderung notwendig wird.
Aktuell sind die Bemühungen dahin gehend ausgerichtet, von den jeweiligen pädagogischen und therapeutischen Förderbedürfnissen auszugehen. Sprachstörung wird demnach als spezifisch sprachkommunikativer Förderbedarf beschrieben.
In der modernen Sprachheilpädagogik wird nun nicht mehr nur die Korrektur von Sprachstörungen bzw. die Kompensation von Sprachschädigungen betrachtet, sondern es wird zusätzlich auf Prävention und Bewältigung eingegangen.
(Otto Braun, Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Verlag W. Kohlhammer, 2002, S. 34-36)
Da eine begriffliche Abgrenzung von Sprachstörungen nur im Zusammenhang mit der Betrachtung von Sprachschädigung und Sprachbehinderung sinnvoll ist, erweist sich der Klassifikationsvorschlag der Weltgesundheitsorganisation WHO für Behinderung im allgemeinen als nützlich.
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