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Termpaper, 2005, 19 Pages
Author: Markus Korn
Subject: Book Science
Details
Tags: Distributionsweg, Barsortiment
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43605-2
File size: 196 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig
Institut für Kommunikation- und Medienwissenschaft
Seminar: Marketing von Buchverlagen SoSe 05
7. Fachsemester
Distributionsweg Barsortiment
von: Markus Korn
Gliederung
1.Vorwort
2. Distributionspolitik
3.1 Barsortimente
3.2 Anfänge
3.3 heutige Situation
3.4 KNV- Unternehmensgruppe
4.1 Eigen- kontra Fremdauslieferung
4.2 Vor- und Nachteile
5.1 Bezugsquelle Barsortimente
5.2 Vorteile für den Verlag
5.3 Vorteile für den Sortimenter
5.4 Kritikpunkt Barsortiment
6. Funktionsverschiebung
7. Fazit
8. Literaturliste
1. Vorwort
In dieser Hausarbeit geht es um Unternehmen, die dem Zwischenbuchhandel zugerechnet werden, den Barsortimenten. Als Vermittler zwischen Verlag und Sortiment nehmen sie im deutschen Buchhandel eine wichtige Position ein. Anfänglich befasst sich diese Arbeit mit der Entstehung solcher Großbuchhändler sowie der heutigen Situation, in der sich die Branche der Barsortimente befindet. Es wird näher darauf eingegangen, welche Vorteile und Nachteile sich ergeben, wenn die Distribution über diese Form des Zwischenbuchhandels getätigt wird. Es soll gezeigt werden, welchen Stellenwert die Barsortimente im heutigen System des deutschen Buchhandels einnimmt.
2. Distributionspolitik
Mit dem Begriff Distribution sind alle Entscheidungen gemeint, die sich mit dem Weg eines Buches vom Verlag zu den Lesern befasst. Es müssen Entscheidungen getroffen werden über die Wahl des optimalen Vertriebsweges zu den gewünschten Verkaufspunkten (Point of Sales). Distribution betrifft also die Wahl der Auslieferungsform, der Absatzkanäle, der Absatzmittler, der Versandwege und der Absatzhelfer. Und eine Möglichkeit der Distribution ist eben das Barsortiment.
3.1 Barsortimente
Die Barsortimente werden dem Zwischenbuchhandel zugeordnet, und besitzen daher eine vermittelnde Funktion zwischen Verlag und Sortiment. Sie übernehmen die Beschaffung und Logistik für Buchhandlungen, damit diese problemlos die Kundenwünsche erfüllen können. Friedrich Schulze definiert 1925 das Barsortiment wie folgt: “Das Barsortiment ist ein großhändlerischer Betrieb mit Büchern und gehört, wirtschaftlich gesehen, zu dem Zwischenbuchhandel. Es kauft und verkauft auf eigene Rechnung und bietet dem Sortiment den Vorteil, die Bücher verschiedener Verlage aus einer Hand zu beziehen.“ 1 Es muss unterschieden werden zwischen allgemeinen Barsortimenten und Spezialbarsortimenten. Allgemeine Barsortimente führen ein breites Angebot an Buchtiteln mit bis zu 400000 Titeln. Spezialbarsortimente haben ihre Auswahl auf ausgewählte Gebiete und Fachliteratur beschränkt, solche Gebiete sind etwa Landkarten, Theologie, Schulbücher oder Fremdsprachen. Die Angebotskataloge der Spezialbarsortimente sind oft ein wichtiges bibliografisches Hilfsmittel, da sie einen nahezu kompletten Überblick über die vorhandene Fachliteratur geben.
Da Barsortimente bis zu 40 % aller deutschsprachigen Buchproduktionen führen, und somit bis zu 95 % des Bedarfs einer mittleren Sortimentsbuchhandlung abdecken, werden sie auch als Hintergrundlager bzw. als Fachgroßhandel des Buchhandels bezeichnet. 2 Die Funktion kann man als ein Lager von gängigen Buchtiteln für die sofortige Lieferung an das Sortiment bezeichnen, und zwar nicht nur Titel eines oder weniger Verlage, sondern „sortiert“ durch alle bzw. mehrere Verlage. Als Entgelt für seine Mittlerfunktion erhält das Barsortiment den so genannten Funktionsrabatt. Verlage benötigen etwa 55 % des Ladenpreises von Büchern zur Deckung ihrer eigenen Unkosten und Erwirtschaftung eines Gewinns. Mit einem Rabatt von ca. 45 % werden die Großhändler, also die Barsortimente beliefert. Diese gibt die vom Sortimenter bestellten Bücher mit einem Rabatt von ca. 30 % (? Grundrabatt) weiter. Dem Barsortiment verbleiben somit rund 15 % vom Ladenpreis (? Funktionsrabatt). Sie helfen dem Buchhandel ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen und entlasten die Verlage bzw. deren Auslieferung, besonders in Spitzenzeiten wie Schulanfang, Semesterbeginn oder dem Weihnachtsgeschäft.
3.2 Anfänge
Der Anstoß zur Gründung der Barsortimente gab die Tatsache, dass im 19. Jahrhundert die Verlage in der Regel nur broschierte, also ungebundene, Ausgaben ihrer Bücher an das Sortiment lieferten. Die Sortimenter bzw. die Buchkäufern mussten selber für den Bucheinband sorgen. So lag die Idee nahe, von Verlagen kleinere Teilauflagen in Rohbögen zu beziehen, sie in maschinell betriebenen Buchbindereien preiswert einbinden zu lassen und an das Sortiment weiterzuverkaufen. Im Jahre 1847 begann F. Volckmar auf eigene Rechnung mit solchen gebundenen Büchern zu handeln. Es war zu der Zeit allerdings nur ein kleiner Teilbereich seines Kommissionsgeschäftes. Das erste selbstständige Barsortiment eröffnete Luis Zander 1852 in Leipzig. Zander bezog von den Verlegern beliebte, gängige Bücher, dabei unter Ausnutzung der Partieexemplare den größtmöglichen Rabatt zu erzielen und so ein eigenes Sortiment dieser oft verlangten Titel zusammenzustellen. Die Idee dahinter war folgende: Durch den Einkauf großer Mengen wurde das einzelne Exemplar im Schnitt billiger als es durch irgendwelche gewährten Rabatte möglich war. Dies galt auch für die Materialien, die zum Einbinden der Bücher nötig war. Hinzu kam, dass sein Unternehmen direkt mit einer Großbuchbinderei verbunden war, welche die von ihm erworbenen Rohbögen in seinem Auftrag einband. So konnte Zander die Gewinne am Einband sowie der Rabatte allein auf seinem Konto verbuchen. Zander hatte mit seiner Idee eine Marktlücke im deutschen Buchhandel entdeckt. „Indem er die neuen Möglichkeiten der maschinellen Buchbinderei ausnutzte, gelang es ihm, einen für den Verlag wie Sortiment hilfreichen Zwischenbuchhandel mit gebundenen Büchern aufzubauen.“ 3 Der Begriff „Barsortiment“ lässt sich darauf zurückführen, dass die Bücher an den Sortimenter oder Buchkäufer zu den Barpreisen des Verlegers abgegeben wurden, zu dem der Verlag seine Titel normalerweise im Einzelbezug an die Buchhändler verkauft, wenn diese „bar“ bezahlten.
3.3 heutige Situation
[...]
1 Schulze, F. (Hrsg.): Der Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. Leipzig, 1925
2 Bez, T. ( Hrsg.): ABC des Zwischenbuchhandels. 2002, S. 6
3 Dohle, V.: Das Barsortiment zwischen 1852-1945. 1991
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