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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 31 Pages
Author: Magistra Artium Denise Demnitz
Subject: Sociology - Law, Delinquency, Abnormal Behavior
Details
Institution/College: Martin Luther University (Institut für Soziologie)
Tags: Fördert, Fernsehen, Neigung, Gewaltanwendung, Medienangebot, Ansätze, Befunde, Gesellschaftsstruktur, Kriminalität
Year: 2005
Pages: 31
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43684-7
ISBN (Book): 978-3-638-68765-2
File size: 204 KB
Nach einem Überblick über die Lage der Gewaltdarstellung im Fernsehen beschreibe ich einzelne Thesen zur Medienwirkung. Anschließend stelle ich kurz Banduras sozial-kognitive Lerntheorie vor. Empirische Wirkannahmen gehen von einer Beeinflussung durch das Fernsehen aus. Eine aktuelle Feldstudie aus dem Jahr 2002 weist nach, dass Fernsehkonsum zu aggressivem Verhalten führen kann.
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Abstract
In dieser Arbeit möchte ich zunächst einen Überblick über die Lage der Gewaltdarstellung im Fernsehen geben. Danach beschreibe ich einzelne Thesen zur Medienwirkung. Anschließend stelle ich kurz Banduras sozial-kognitive Lerntheorie vor. Ein weiterer Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem empirischen Nachweis der Wirkung von Gewaltdarstellungen auf Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei werden zunächst die Wirkannahmen in Bezug auf reale und fiktionale Darstellungen untersucht. Es wird deutlich, dass der Fernsehen Gewalt stimulieren oder hemmen kann. Im letzten Kapitel stelle ich eine aktuelle Feldstudie aus dem Jahr 2002 vor, die nachweist, dass Fernsehkonsum zu aggressivem Verhalten führen kann.
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Soziologie
Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
Fachsemester: 10 Gesellschaftsstruktur und Kriminalität
Hausarbeit „Spezielle Soziologie”
Fördert Fernsehen die Neigung zu Gewaltanwendung?
Medienangebot, theoretische Ansätze und empirische Befunde
eingereicht von:
Denise Demnitz
Sommersemester 2005
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 3
2 Gewaltangebot im Fernsehen und in anderen Massenmedien ... 4
2.1 Gewaltdarstellungen im fiktionalen Bereich ... 5
2.2 Gewaltdarstellungen im realen Bereich ... 7
3 Wirkannahmen von Massenmedien ... 9
3.1 Thesen der Medienwirkungen ... 9
3.2 Die sozial-kognitive Lerntheorie Banduras ... 11
4 Empirische Untersuchungen zu Medienwirkungen ... 13
4.1 Wirkungen realer Medienangebote ... 14
4.2 Wirkungen fiktionaler Medienangebote ... 15
4.3 Zusammenfassung Medienwirkungen ... 18
5 Studie von Johnson et al. (2002): Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und aggressivem Verhalten ... 19
5.1 Vorgehensweise ... 19
5.2 Ergebnisse ... 22
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse von Johnson et al. (2002) ... 24
5.4 Einordnung der Ergebnisse in Medienwirkungsthesen und -ergebnisse ... 25
6 Zusammenfassung ... 27
7 Literaturverzeichnis ... 29
8 Anhang ... 31
1 Einleitung
Der Zusammenhang von Gewalt und Medien wird in der Medienwirkungsforschung oft thematisiert. Studien diskutieren unter anderem die im Fernsehen dargestellte Gewalt und ihren Einfluss auf aggressives Verhalten. Es wird davon ausgegangen, dass das Fernsehen als Massenmedium besonders stark von Kindern und Jugendlichen genutzt wird. Diese wiederum befinden sich im Sozialisationsprozess und sind damit sehr aufnahmefähig und leicht zu beeindrucken. Man vermutet, dass gerade Kinder und Jugendliche dazu verleitet werden können, im Fernsehen rezipierte Gewalt in reale umzusetzen. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, dass extrem gewalthaltige Medienangebote oft von Jugendlichen konsumiert werden und dass Jugendliche eine hohe Delinquenz aufweisen.
Die Brisanz des Themas Medien und Gewalt zeigt sich darin, dass diesbezüglich etwa 5.000 Untersuchungen vorliegen. Diese Studien beleuchten jeweils einen der vielen möglichen Teilaspekte des komplexen Themas. Erkennbar ist das Hauptaugenmerk der Forschung auf Jugendliche und ihre Mediennutzung sowie gewalthaltige Fernsehangebote.
In dieser Arbeit möchte ich zunächst einen Überblick über die Lage der Gewaltdarstellung im Fernsehen geben. Danach beschreibe ich einzelne Thesen zur Medienwirkung. Anschließend stelle ich kurz Banduras sozial-kognitive Lerntheorie vor. Ein weiterer Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem empirischen Nachweis der Wirkung von Gewaltdarstellungen auf Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei werden zunächst die Wirkannahmen in Bezug auf reale und fiktionale Darstellungen untersucht. Es wird deutlich, dass der Fernsehen Gewalt stimulieren oder hemmen kann. Im letzten Kapitel stelle ich eine aktuelle Feldstudie aus dem Jahr 2002 vor, die nachweist, dass Fernsehkonsum zu aggressivem Verhalten führen kann.
2 Gewaltangebot im Fernsehen und in anderen Massenmedien
Gewaltdarstellungen1 im Fernsehen lassen sich nach quantitativen und qualitativen Merkmalen beschreiben. Auf der quantitativen Ebene kann der Anteil gewalthaltiger Darstellungen an einer bestimmten Sendung, z.B. an einer Folge einer Fernsehserie, festgestellt werden. Ebenso ist es möglich, zu überprüfen, wie viele Gewalttaten in einem bestimmten Zeitraum im Fernsehen verübt werden. Im qualitativen Bereich wird der Inhalt und der Anspruch der Sendung untersucht. Fernsehsender können nach Vollprogrammen oder Spartensendern unterschieden werden. Vollprogramme, wie sie von Sendern wie ARD, ZDF, RTL oder SAT.1 geboten werden, sind heterogen strukturiert und beinhalten nach Krüger (1994) folgende Programmbestandteile:
- Informations- und Bildungsangebote,
- Reality TV,
- fiktionale und nicht fiktionale Unterhaltungsangebote,
- Musik- und Sportangebote,
- Programmwerbung und
- kommerzielle Werbung. (vgl. Krüger 1994, 72)
Für die Klassifizierung der Darstellung von Gewalt im Fernsehen geht Lukesch (2002) von einer grundlegenden Unterscheidung in reale und fiktionale Gewalt aus. Diese wiederum unterteilt er in ‚natürliche‘ und ‚künstliche‘ bzw. ‚dokumentarische‘ und ‚inszenierte‘ Darstellungsweisen (Abbildung 1, Seite 5). Er integriert damit Unterscheidungen von Gewaltdarstellungen auf unterschiedlichen Ebenen, wie sie z.B. von Kepplinger/Dahlem (1990) zusammengefasst werden. Kepplinger/ Dahlem unterscheiden einerseits reale und fiktionale Gewalt, andererseits natürliche und künstliche Darstellungen von Gewalt. Die Darstellung realer Gewalt präsentiert Verhaltensweisen, die psychische oder physische Schädigungen zum Ziel haben. Die Darstellung fiktionaler Gewalt zeigt hingegen Verhaltensweisen, welche die Schädigung nur vorgeben. Die natürliche Gewaltdarstellung strebt die lebensechte Präsentation an, wie sie in realen Filmen vollzogen wird. Die künstliche Darstellung von Gewalt bedeutet eine artifizielle Repräsentation, z.B. im Zeichentrickfilm oder als Computeranimationen. (Kepplinger/Dahlem 1990, 384)
- Aus Darstellungsgründen sind die Abbildungen nur in der Kaufversion enthalten.
Abbildung 1 Die Gewaltdarstellungen im Fernsehen nach Kepplinger/Dahlem (1990, 384) und Krüger (1994, 73); vgl. auch Lukesch 2002, 641)
Lukesch betont, dass bei der Dokumentation realer Gewalt (z.B. in Nachrichtensendungen) auch gestalterische Elemente eingehen. Es kommt einerseits zur optischen Kommentierung durch die Ereignisauswahl oder die Wahl von Kameraperspektive, -einstellung und der Montage. Andererseits erfolgt eine verbale Kommentierung mit der Folge der positiv oder negativ besetzten Qualifizierung der Ereignisse. Fiktionale Medienprodukte hingegen erzeugen künstliche, virtuelle Wirklichkeiten, die beliebig von der Realität abweichen können. Es handelt sich dabei um Bild- und Printmedien, auditive und audiovisuelle Medien bis hin zu Video- und Computerspielen. Problembereiche bezüglich der Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion sieht Lukesch in Hybridprodukten. Als Beispiel führt er eine Serie mit dem Titel „Gesichter des Todes” an, in der reale Tötungen und misslunge Stunts mit Kommentaren auf Filmlänge verarbeitet werden. Ebenso wissen nur wenige Rezipienten, dass es sich beim Wrestling nicht um reale Wettkämpfe sondern um eher fiktionale Gewalt handelt. (Lukesch 2002, 641 f.; vgl. auch Krüger 1994, 72 f.)
[...]
1 Auf die Definition des Begriffes Gewalt und die Rechtfertigung von Gewalt soll hier aus Übersichtsgründen verzichtet werden. Zu diesen Themen s. auch Kepplinger/Dahlem 1990, 383; Lukesch 2002, 639 f.; Krüger 1994, 72; Kunczik 1994, 10 f., Schorb 1995, 116 f.; Schwind 1994, 8 f.
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