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Die Kluft zwischen Arm und Reich: Wirtschafts- und Wohlstandsindikatoren - Befunde zur weltweiten Entwicklung in den letzten Jahrzehnten anhand von Bruttonationaleinkommen und Human Development Index

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 14 Pages
Author: Magistra Artium Denise Demnitz
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V46743
ISBN (E-book): 978-3-638-43878-0

File size: 441 KB
Notes :
In dieser Arbeit werden bruttonationaleinkommensbasierte Indikatoren und der Human Development Index (HDI) vorgestellt. Dazu werden zunächst ihre Berechnungsmethoden erläutert und anschließend die wissenschaftlichen Befunde zur weltweiten Entwicklung von Wirtschaft und Wohlstand in den letzten Jahrzehnten aufgezeigt. Es ergibt sich dabei ein heterogener Befund der Entwicklung der Kluft zwischen Arm und Reich.



Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
Institut für Soziologie, Sommersemester 2005
Fachsemester: 10

Die Kluft zwischen Arm und Reich: Wirtschafts- und
Wohlstandsindikatoren - Befunde zur weltweiten
Entwicklung in den letzten Jahrzehnten anhand von
Bruttonationaleinkommen und Human Development Index

von: Denise Demnitz

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Wohlstandsindikatoren 4

2. Das Bruttonationaleinkommen 4

2.1. Werte des Bruttonationaleinkommens 5

a) Das Bruttonationaleinkommen - absolut 5
b) Das Pro-Kopf-Einkommen 5
c) Das Pro-Kopf-Einkommen nach Kaufkraftparitäten 6

2.2. Die Entwicklung der Kluft zwischen Arm und Reich in den letzten Jahrzehnten 7

3. Der Human Development Index 10

4. Kritikpunkte an Bruttonationaleinkommensbasierten Indexen und dem Human Development Index 12

Zusammenfassung: Zu welchen Ergebnissen kommen die Indikatoren über die Entwicklung der letzten Jahrzehnte?  13

Literatur 14
 


 

Einleitung

Die Globalisierung als Prozess der fortschreitenden wirtschaftlichen Verflechtung der Weltmärkte basiert auf einem kapitalistischen Weltsystem mit streng hierarchisierter, vertikaler internationaler Arbeitsteilung. Welche Auswirkungen haben die bestehenden Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse zwischen Zentrum (westliche Industrieländer) und Peripherie (Schwellen- und Entwicklungsländer)? Wie entwickeln sich Wohlstand und Lebensbedingungen in den einzelnen Ländern der Welt?

Eine sich vergrößernde Kluft zwischen armen und reichen Staaten stellt die Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen 1999 im "Bericht der menschlichen Entwicklung" fest: Verfügten 1960 20 Prozent der reichsten Länder über ein Einkommen, das 30mal so hoch war wie in den ärmsten 20 Prozent, betrug die Relation 1990 1:60 und 1997 sogar 1:74 (United Nations Development Programme 1999, 3). Die Weltbank kommt im Weltentwicklungsbericht 2000 zu dem Schluss, dass "... income inequality has increased sharply over the past 40 years." (The International Bank for Reconstruction and Development/World Bank 1999, 16). Auf der Website der Organisation von Globalisierungsgegnern - ATTAC - kann man im Jahr 2005 lesen: "Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer." (ATTAC Deutschland 2005).

Jedoch gibt es auch Befunde, dass eine generelle Aussage der sich vergrößernden weltweiten Ungleichheit nicht zutreffend ist. Viele arme Länder, nicht nur in Afrika, verzeichneten ein geringes oder sogar sinkendes Wachstum in den letzten Jahrzehnten. Die Kluft zwischen diesen Ländern und dem Rest der Welt hat sich vergrößert. Aber es gibt auch einen großen Teil von armen oder früher armen Ländern, darunter mit China und Indien die bevölkerungsreichsten Länder der Welt, die wirtschaftlich stärker gewachsen sind als die reichsten Länder der Welt. (vgl. Melchior 2001, 104) Doch wie kommen die beiden Seiten zu Ihren Aussagen? Wirtschafts- und Wohlstandsindikatoren zeigen, wie es um die Kluft zwischen den Armen und den Reichen bestellt ist. In dieser Arbeit sollen bruttonationaleinkommensbasierte Indikatoren und der Human Development Index (HDI) vorgestellt werden. Dazu werden zunächst ihre Berechnungsmethoden erläutert und anschließend die wissenschaftlichen Befunde zur weltweiten Entwicklung von Wirtschaft und Wohlstand in den letzten Jahrzehnten aufgezeigt.

1. Wohlstandsindikatoren

Mit Hilfe von Wohlstandsindikatoren versuchen internationale Institutionen wie die Weltbank, die Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme - UNDP) oder der Internationale Währungsfond (International Monetary Fund - IMF) Armut und Reichtum und die Wohlstandskluft zwischen den Ländern der Erde zu messen. Die verbreitetsten Indikatoren basieren auf dem Bruttonationaleinkommen (BNE). Das Bruttonationaleinkommen (früher auch Bruttosozialprodukt oder -inlandsprodukt) kann national berechnet werden. Man kann das Pro-Kopf-Einkommen bestimmen und Kaufkraftparitäten hinzuziehen. Weiterhin werden auf Basis des BNE Verteilungswerte, z.B. der Gini-Index zur Beschreibung von Ungleichheit berechnet.

Neben ökonomischen Merkmalen wie dem BNE werden auch soziale Indikatoren zur Bestimmung des Wohlstandes berücksichtigt. Der Human Development Index (HDI) zum Beispiel beinhaltet Faktoren der Lebensqualität wie Bildung und Lebenserwartung. (vgl. auch Andersen 2005, 22) Auf die Deckung eines weltweit vergleichbaren täglichen Grundbedarfs zielen die Armutsdefinitionen der Weltbank. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Einkommensgrenzen von einem bzw. zwei US-Dollar pro Tag. Diese Kategorien, die nach Kaufkraftparitäten berechnet werden, zeigen die Anteile von armen und sehr armen Menschen an der Weltbevölkerung. Ebenfalls auf die Deckung von Grundbedürfnissen bezieht sich die Definition der Living Conditions der Vereinten Nationen. Hier geht es um die Erreichung eines bestimmten Kalorienbedarfs pro Tag. Das Vorhandensein von Unterkunft, angemessener Kleidung sowie lebenswichtigen öffentlichen Dienstleistungen wie der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen, Gesundheitsdiensten oder Bildungseinrichtungen werden ebenso betrachtet. (vgl. auch Hauser 1990, 306) In den folgenden Kapiteln sollen Indikatoren, die auf dem Bruttonationaleinkommen basieren, und der Human Development Index vorgestellt werden. Die Entwicklung ihrer Werte in den letzten Jahrzehnten zeigt, wie sich die Globalisierung auf die weltweite Ungleichheit ausgewirkt hat.

2. Das Bruttonationaleinkommen

Das Bruttonationaleinkommen (Englisch: Gross National Product - GNP) ist der Wert aller im Laufe eines Jahres produzierten Waren und Dienstleistungen eines Landes. Hinzu kommen die aus dem Ausland empfangenen Einkommen (aus Erwerb und Vermögen). Abgezogen werden die von Ausländern im Inland erzielten Einkommen. Da die internationale Bewertung zu Marktpreisen erfolgt, werden die Angaben der einzelnen Länder in US-Dollar umgerechnet. (vgl. Achcar/Bauer 2003, 46) Die BNE-Werte werden von der Weltbank gesammelt und aufbereitet. Sie nutzt viele Datenquellen: die von der Weltbank selbst erhobenen Primärdaten, statistische Publikationen der Mitgliedsländer, von Forschungsinstitutionen und internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und ihren Sonderorganisationen und vom Internationalen Währungsfond.

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