Autor: Anonym
Fach: Romanistik - Französisch - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Jahr: 2005
Seiten: 17
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-43888-9
Die Arbeit beginnt mit einem kurzen Abriss der Geschichte Québecs und geht dann auf alle sprachlichen Besonderheiten ein und nennt Beispiele. Am Ende wird anhand von Statistiken ein Ausblick auf die Zukunft der französischen Sprache in Québec gegeben.
Textauszug (computergeneriert)
Westfälische Wilhelms-Universität – Romanisches Seminar
Proseminar: Französisch außerhalb Frankreichs
Semester: Sommersemester 2005
Die Frankophonie in Québec
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung/Ursprung der Flagge
0. Einleitung 1
1. Geschichtlicher Abriss 1
2. Phonologie 3
3. Lexik 4
3.1. Archaismen 4
3.2. Dialektalismen 5
3.3. Amerindianisches-Adstrat 5
3.4. Anglo-Amerikanisches-Adstrat 5
3.5. Innovationen 6
4. Morphologie und Syntax 6
5. Schlussbemerkung 8
6. Anhang 10
7. Bibliographie
Bedeutung/Ursprung der Flagge:
Die Flagge von Québec wurde offiziell erstmals am 21.01.1948 gehisst. Sie zeigt eine Gestaltung ähnlich der französischen Handelsflagge von vor 1789, ein weißes Kreuz auf blauem Grund. Damit werden die Verbindungen zum Mutterland Frankreich und auch der Wunsch nach kultureller, z.T. auch politischer Unabhängigkeit zum Ausdruck gebracht. In den vier blauen Feldern sind weiße Lilien zu sehen, ein typisch französisches Symbol, und die Heraldik des französischen Königsgeschlechts der Bourbonen welches 1589–1792 und 1814–1830 in Frankreich herrschte. Vor 1948 war eine britische Dienstflagge mit dem Wappenschild im wehenden Teil in Gebrauch.1
0. Einleitung
Im Osten Kanadas liegt die größte Provinz des Landes mit ca. 1,5 Millionen km² Fläche und rund 7,5 Millionen Einwohnern: Québec. Um sich das besser vorstellen zu können, kann man sagen, dass die Fläche von Québec ca. vier mal so groß ist wie Deutschland, aber in etwa nur so stark besiedelt ist, wie das Ruhrgebiet (ca. 6 Mio. Einwohner). Obwohl in Kanada sowohl Englisch als auch Französisch Amtssprache sind, gilt in Québec ausschließlich Französisch als Amtssprache. Für die Mehrheit der Québécois ist Französisch die Muttersprache, was dazu führt, dass Québec die einzige Region Nordamerikas ist, in der die frankophonen Sprecher überwiegen. Doch wer einmal vor Ort war oder einen Québécois hat sprechen hören, der merkt schnell, dass sich große Abgründe zwischen dem hexagonalen und dem, in Québec gesprochenen, Französisch auftun. Man hört ungewohnte, teilweise völlig neue, Worte, und darüber hinaus macht die Aussprache es sehr schwer, zu verstehen, was gemeint ist.
Das Französisch Québecs, völlig isoliert von Frankreich und umgeben von anglophonen Sprechern, hat es nicht immer leicht gehabt, sich gegenüber seiner Umwelt zu behaupten und schließlich sogar durchzusetzen. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass in Québec Französisch gesprochen wird und worin genau unterscheidet sich das français québécois vom hexagonalen Frankreich? Die geschichtliche Entwicklung und die sprachwissenschaftlichen Besonderheiten des français québécois sollen im Folgenden erläutert werden. Dabei stütze ich mich vor allem auf die Werke von B. Pöll, L. Wolf und den Artikel „Kanada“ aus dem LRL.
1. Geschichtlicher Abriss
Das ursprünglich von Algonquin-Indianern und Irokesen bewohnte Gebiet Québecs, wurde 1535 von dem französischen Entdecker Jacques Cartier für Frankreich in Besitz genommen. 1608 gründete Samuel de Champlain die Kolonie „Neufrankreich“ und die Stadt Québec, die als administratives Zentrum fungierte. Von dieser Zeit an kann erst von einer dauerhaften Besiedlung des Gebietes die Rede sein. 1663 wurde Neufrankreich unter Louis XIV zur königlichen Kolonie und somit die Verwaltung vom Mutterland übernommen. Während des Siebenjährigen Krieges zwischen England und Frankreich und deren Verbündeten, besiegten die Engländer 1759 die Franzosen bei der Schlacht auf der Abraham-Ebene, so dass schließlich 1763 Frankreich alle nordamerikanischen Besitze, so also auch Québec, abtreten musste. So wurde Québec also britische Kolonie. Die Franzosen berührte der Verlust jedoch nur wenig. Die Engländer gingen zunächst äußerst rücksichtslos gegen die Siedler vor und ließen sie auf die unwirtlichen Inseln vor der Küste deportieren. Das änderte sich erst mit dem „Quebec Act“ von 1774, der das Recht auf eigene Sprach- und Religionsausübung wie auch den Fortbestand des französischen Rechtssystems zugesicherte. Zu diesem Akt kam es, da die Franzosen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg den Engländern willkommene Bundesgenossen waren. 1 Der Forderung nach Reformen seitens der frankophonen Bevölkerung Québecs, da die große Zahl anglophoner Einwanderer sie in ihrer sprachlichen und kulturellen Identität bedrohte, wurde 1791 mit der Teilung Québecs in das englischsprachige Ober- (heute Ontario) und das französischsprachige Unterkanada (heute Québec) nachgekommen. Diese Maßnahme brachte jedoch nicht unbedingt Entspannung, so dass die beiden Gebiete wiedervereint wurden zu einem Kolonialgebiet, in dem die Frankophonen eindeutig in der Minderheit waren. Erst mit der Gründung des „Dominion of Canada“ 1867 bekam Québec abermals den Status einer eigenen Provinz und somit das Recht, die französische Sprache und Kultur zu bewahren. Trotzdem blieb die englische Sprache in der Realität bedeutender. In den folgenden neun Jahrzehnten isolierte sich Québec stark von dem Rest Kanadas und erst mit der Regierungsübernahme der Liberalen Partei kam es in den 60er-Jahren zu einer Wende, der „Stillen Revolution“. Es kam zu einem großen Wirtschaftsaufschwung, stärkerem kulturellen Selbstbewusstsein und zur Umgestaltung öffentlicher Institutionen. So wurde z.B. der Kirche die Kontrolle über Erziehung und soziale Einrichtungen entzogen. Auch die Sprachgesetzgebung änderte sich mit der Loi 63 von 1969, die das Erlernen der französischen Sprache als Erstsprache obligatorisch machte. Propagiert wurde die Zweisprachigkeit, Gleichberechtigung beider Sprachen. In der Realität blieb Englisch jedoch die Verkehrssprache. 1976 mit dem Sieg der separatistischen frankokanadischen „Parti Québecois“ kam es wieder verstärkt zu Forderungen nach einem souveränen Nationalstaat Québec. In den Volksabstimmungen zu dieser Frage der Unabhängigkeit kam es jedoch sowohl 1980 als auch 1995 zu einer Ablehnung. Eine knappe Mehrheit (1985: 50,6 zu 49,4%) war jeweils für einen Verbleib bei Kanada.
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1 http://www.flaggenlexikon.de/fkaquebe.htm
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Qu%C3%A9bec_%28Provinz%29
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