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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 27 Pages
Author: Katarzyna Angelika Bednarz
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Germanistik)
Tags: Deutsche, Syntax, Attribute, Hauptseminar, Syntax, Deutschen
Year: 2002
Pages: 27
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43932-9
ISBN (Book): 978-3-638-90247-2
File size: 294 KB
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Abstract
Der Begriff von lateinischem Wort ‚attributum’, welches ein Substantiv ist und wiederum von lateinischem Verb ‚attribuere’ stammt. ‚Attribuere’ heißt ‚ein Merkmal hinzufügen’, ,mit einem Attribut, einer Eigenschaft versehen’, demzufolge ist Attribut eine einem Substantiv, Adjektiv oder Adverb beigefügte nähere Bestimmung, es ist eine Beifügung1. Ähnlich wird das Attribut im Lexikon der Sprachwissenschaft definiert2. Es ist eine Beifügung, nicht selbständige nähere Bestimmung von nominalen Satzgliedern, daher wird es auch „Gliedteil“ genannt. Es ist die Bezeichnung für Beifügungen zu jeder syntaktischen Kategorie im Satz, mit Ausnahme des Verbs, und es charakterisiert Personen oder Sachverhalte hinsichtlich bestimmter Merkmale. Seine semantische Funktion ist in der Regel die der Prädikation. Ebenso im Handbuch der deutschen Grammatik wird der Attributsbegriff auf das lateinische ‚attribuere’ zurückgeführt, was ‚zuteilen’, ‚als Eigenschaft beilegen’ heißt3. Attribute, weil sie keine selbständigen Satzteile, sondern stets von anderen Teilen des Satzes- von Subjekt, Objekt, Prädikativum, Adverbialbestimmung oder einem anderen Attribut- abhängig sind, stellen normalerweise freie Zusätze dar, die zu einem anderen Teil des Satzes hinzugefügt werden, um ihn näher zu bestimmen. Nach der kurzen Einleitung in diesen Bereich der Syntax und der Begriffserklärung möchte ich gleich meine Hausarbeit mit einer Einführung in die Attributsproblematik beginnen. Zunächst werde ich über Attribute im allgemeinen schreiben, wodurch sie sich charakterisieren, bei welchen Wortklassen als Attributen man reden kann, welche die möglichen Beziehungswörter eines Attributs sind, worin sie sich von den Stellungsgliedern unterscheiden und wie man sie von ihnen abgrenzen kann. Andere wichtige Sache, über die man noch diskutieren muss, ist die Stellung der Attribute. Im nächsten Teil werde ich genauer auf die einzelnen substantivischen Attributsarten eingehen und im letzten Teil sehr knapp die Attribuierungsmöglichkeiten zu anderen Wortklassen ansprechen. Wie wir weiter sehen werden, wird der Begriff uneinheitlich gebraucht; ursprünglich wurde er nur auf attributive Adjektive bezogen, in den neueren Grammatiken ist es eine Bezeichnung für jegliche Beifügung zu jeder syntaktischen Kategorie im Satz außer dem Verb. Und auf Grund des uneinheitlichen Begriffsgebrauchs werden die Attribute in den einzelnen Grammatiken recht unterschiedlich definiert.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Lehrstuhl für Germanistische Linguistik und Sprachgeschichte
HS: Syntax des Deutschen
Deutsche Syntax: Attribute
von: Katarzyna Angelika Bednarz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und die Attribut- Definition. 2
2. Allgemeines über Attribute. 3
2.1. Die Wortkassen als Attribut. 3
2.2. Die Abgrenzung der Attribute von den Satzgliedern. 3
2.3. Beziehungswörter des Attributs. 5
2.4. Stellung des Attributs 5
3. Einzelne Attributsarten. 9
3.1. Das adjektivische Attribut 9
3.2. Das partizipiale Attribut 13
3.3. Adverbialattribut. 15
3.4. Genitivattribut. 16
3.5. Präpositionalattribut. 18
3.6. Infinitivgruppe. 19
3.7. Relativsätze. 20
3.8. Apposition. 22
3.9. Prädikatives Attribut. 23
4. Attribut bei anderen Wortklassen. 24
5. Schlusswort. 25
6. Literaturangaben. 26
1. Einleitung und die Attribut- Definition.
Der Begriff von lateinischem Wort ‚attributum’, welches ein Substantiv ist und wiederum von lateinischem Verb ‚attribuere’ stammt. ‚Attribuere’ heißt ‚ein Merkmal hinzufügen’, ,mit einem Attribut, einer Eigenschaft versehen’, demzufolge ist Attribut eine einem Substantiv, Adjektiv oder Adverb beigefügte nähere Bestimmung, es ist eine Beifügung1. Ähnlich wird das Attribut im Lexikon der Sprachwissenschaft definiert2. Es ist eine Beifügung, nicht selbständige nähere Bestimmung von nominalen Satzgliedern, daher wird es auch „Gliedteil“ genannt. Es ist die Bezeichnung für Beifügungen zu jeder syntaktischen Kategorie im Satz, mit Ausnahme des Verbs, und es charakterisiert Personen oder Sachverhalte hinsichtlich bestimmter Merkmale. Seine semantische Funktion ist in der Regel die der Prädikation. Ebenso im Handbuch der deutschen Grammatik wird der Attributsbegriff auf das lateinische ‚attribuere’ zurückgeführt, was ‚zuteilen’, ‚als Eigenschaft beilegen’ heißt3. Attribute, weil sie keine selbständigen Satzteile, sondern stets von anderen Teilen des Satzes- von Subjekt, Objekt, Prädikativum, Adverbialbestimmung oder einem anderen Attribut- abhängig sind, stellen normalerweise freie Zusätze dar, die zu einem anderen Teil des Satzes hinzugefügt werden, um ihn näher zu bestimmen.
Nach der kurzen Einleitung in diesen Bereich der Syntax und der Begriffserklärung möchte ich gleich meine Hausarbeit mit einer Einführung in die Attributsproblematik beginnen. Zunächst werde ich über Attribute im allgemeinen schreiben, wodurch sie sich charakterisieren, bei welchen Wortklassen als Attributen man reden kann, welche die möglichen Beziehungswörter eines Attributs sind, worin sie sich von den Stellungsgliedern unterscheiden und wie man sie von ihnen abgrenzen kann. Andere wichtige Sache, über die man noch diskutieren muss, ist die Stellung der Attribute. Im nächsten Teil werde ich genauer auf die einzelnen substantivischen Attributsarten eingehen und im letzten Teil sehr knapp die Attribuierungsmöglichkeiten zu anderen Wortklassen ansprechen. Wie wir weiter sehen werden, wird der Begriff uneinheitlich gebraucht; ursprünglich wurde er nur auf attributive Adjektive bezogen, in den neueren Grammatiken ist es eine Bezeichnung für jegliche Beifügung zu jeder syntaktischen Kategorie im Satz außer dem Verb. Und auf Grund des uneinheitlichen Begriffsgebrauchs werden die Attribute in den einzelnen Grammatiken recht unterschiedlich definiert.
2. Allgemeines über Attribute.
2.1. Die Wortkassen als Attribut.
Attribute können durch Einzelwörter wie folgende repräsentiert werden4:
- Adjektive oder adjektivisch gebrauchte Partizipien
der billige Stoff, die goldene Uhr, das rechte Gebäude
der schreibende Arbeiter, der zu wollende Bau, der eingefahrene Zug
- Adverbien und Adverbien mit Satzteilkonjunktionen
das Buch hier, das Wetter gestern, ein Spiel wie gestern
- Substantive
das Glück des Dozenten, der Glückwunsch zum Geburtstag, die Flasche Sekt, der Besuch am Sonntag
- Numerale
die zwei Kinder, der zehnte Jahrestag
- Präpositionalgefüge
Die Museen in München sind sehr interessant.
Die Stelle eines Attributs können auch Wortgruppen, ganze Nebensätze sowie Infinitivkonstruktionen ausfüllen, wie die folgenden Beispiele zeigen: Die Frage, ob die Erscheinung vom Mondwechsel abhängt, ist noch nicht geklärt. Ihr Wunsch, den Preis zu gewinnen, ließ sie jede Vorsicht vergessen. Umstritten ist, ob Wortklassen wie Artikelwörter und Partikeln zu den Attributen gehören. Die Entscheidung darüber, ob da ein Attribut vorliegt oder nicht, hängt von der Definition des Attributs ab.
2.2. Die Abgrenzung der Attribute von den Satzgliedern.
Helbig/ Buscha beispielweise bestimmen Attribute als Satzteile, die „grundsätzlich (auf) eine potentielle Prädikation (...), d.h. auf eine prädikative Grundstruktur“5 zurückgeführt werden können, wobei es sich jedoch nicht um eine Prädikation zum Verb handeln darf. Dies erläutern sie an dem Beispielsatz: Das kleine Kind schläft fest.¬ Das Kind schläft. ¬ Das Kind ist klein. (Attribut) ¬ Sein Schlaf ist fest. (Adverbialbestimmung) Bei dem oben aufgeführten Satz wird das Attribut (kleine) auf die Prädikation Das Kind ist klein und das Adverb fest hingegen auf die Prädikation Sein Schlaf ist fest zurückgeführt. Außer diesem tieferen Unterschied gibt es ein zweites, stellungsmäßiges Merkmal, wodurch sich ein Attribut von den Satzgliedern unterscheidet. Durch die Verschiebeprobe stellt man fest, dass die Satzglieder im Satz allein verschiebbar sind und dass das Attribut in der Regel nur gemeinsam mit einem Satzglied verschoben werden darf. Die Verschiebeprobe weist darauf hin, dass Attribut kein selbständiges Stellungsglied ist, sondern immer nur Gliedteil. Helbig/ Buscha zeigen es an folgendem Beispiel: Er beantwortet den Brief des Freundes heute.
¬ *Des Freundes beantwortet er den Brief heute.
¬ Den Brief des Freundes beantwortet er heute. (Attribut)
Durch die Attributsdefinition von Helbig/ Buscha werden Wortklassen wie Artikel und Partikeln als Attribute ausgeschlossen. Nach dem Stellungsmerkmal sind alle Wörter Attribut, die vor oder nach einem Satzglied stehen und mit diesem verschoben werden. Jedoch auf Grund des Prädikationsmerkmals sind es alle außer den Artikelwörtern und Partikeln. Dagegen meint Engel „Satelliten des Verbs sind Verbglieder oder Satzglieder. Satteliten anderer Wörter sind Attribute“6. In von ihm aufgeführtem Beispiel, der Nominalphrase der Büttel von Böblingen, sind der und von Böblingen Attribute des nominale Kerns und in der Präpositonalphrase von Böblingen ist das Nomen Böblingen Attribut der Präposition von. Demzufolge schließt Engel keine Wortklassen als Attribute aus- auch die Artikelwörter und die Partikeln sind es. Eisenberg ist der Überzeugung, dass Attribut syntaktisch dem Kern der Attributkonstruktion- meist ist es ein Substantiv- nebengeordnet ist und die gesamte Konstruktion der Kategorie Nominalgruppe zugeordnet wird7. So schließt Eisenberg die Einheiten in der Position des Artikels von den Attributen aus. In der Duden Grammatik geht man von einfachen und komplexen Satzgliedern aus8.
[...]
1 Duden, Deutsches Universalwörterbuch A- Z; S. 149.
2 Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.,1990. S. 108.
3 Hentschel, Elke/ Weydt, Harald: Handbuch der deutsche Grammatik. Berlin, New York: de Gruyter, 1994. S. 350f.
4 Duden, Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Hrsg. von der Dudenredaktion, bearb. von Peter Eisenberg u.a.. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag, 1995. S. 636. Helbig, Gerhard/ Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik. Leipzig 1994. S. 597.
5 Helbig, Gerhard/ Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik. Leipzig 1994. S. 585.
6 Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik. Heidelberg: Julius Groos Verlag, 1988. S. 23.
7 Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik. Stuttgart, Weimar: Verlag J.B. Metzler, 1994. S. 226.
8 Duden, Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Hrsg. von der Dudenredaktion, bearb. von Peter Eisenberg u.a.. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag, 1995. S. 635-638.
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