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Das Subsystem Wirtschaft mit Betrachtung der Interpenetrationsprozesse im sozialen System - Ist das Subsystem Wirtschaft das dominanteste oder sind die Interdependenzen gleichmäßig verteilt?

Termpaper, 2005, 16 Pages
Author: Martha Müller
Subject: Sociology - Economy and Industry

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V47169
ISBN (E-book): 978-3-638-44171-1

File size: 164 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Lüneburg
Wirtschafts- und Betriebssoziologie
SS 2005, 4. Fachsemester

Das Subsystem Wirtschaft mit Betrachtung der
Interpenetrationsprozesse im sozialen System - Ist das
Subsystem Wirtschaft das dominanteste oder sind die
Interdependenzen gleichmäßig verteilt?

von: Martha Müller

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Begriffliches 2

2.1. Soziologische Systemtheorie 2
2.2. System 2
2.3. Soziales System 2

3. Das AGIL-Schema nach Parsons 3

3.1. Die Wirtschaft und das AGIL-Schema 4

4. Die Ausdifferenzierung der Wirtschaft 6

5. Weitere Interaktionsmedien 10

6. Interpenetrationsprozesse im Sozialen System  11

7. Fazit 13

Literaturverzeichnis 14




 

1. Einleitung

Häufig findet man in der Literatur oder den Medien Beispiele dafür, dass die Wirtschaft andere Gesellschaftsbereiche beeinflusst und somit teilweise lenkt. Doch wie abhängig ist die Wirtschaft wiederum von den anderen Bereichen? Talcott Parsons hat mit dem „Vier-Funktionen-Schema“1 ein Begriffsystem aufgestellt, mit dem die wesentlichen Elemente einer Gesellschaft und deren Beziehungen zueinander untersucht und ansatzweise erklärt werden können. Diese Arbeit beschäftigt sich, auf diesem Schema beruhend, überwiegend mit der Ausdifferenzierung des wirtschaftlichen Subsystems, wobei die eingesetzten Interaktionsmedien und Austauschbeziehungen mit den anderen Subsystemen jeweils beleuchtet werden sollen.

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob das soziale System als Subsystem des Handlungssystems, aus Untersystemen besteht, deren Abhängigkeitsbeziehungen relativ ausgeglichen sind oder ob vielleicht die Wirtschaft sich bereits so stark autonomisiert hat, dass sie einen größeren Einfluss auf die drei anderen Bereiche ausübt. Zunächst werden die Definitionen einiger grundlegender Begriffe und eine Einführung in das „Vier-Funktionen-Schema“ den Ausgangspunkt der nachfolgenden Arbeit darstellen. Dieses wird insbesondere auf der Ebene des Sozialsystems erläutert, um den Bereich abzustecken, in dem sich die Untersuchung des wirtschaftlichen Subsystems bewegt. Anschließend wird die Rolle und Ausdifferenzierung des Wirtschaftssystems erläutert. Um die Interpenetration zwischen den Subsystemen zu untersuchen, muss dann noch kurz auf die verschiedenen Interaktionsmedien eingegangen werden.

2. Begriffliches

2.1. Soziologische Systemtheorie

Sie ist eine spezielle Form der Systemtheorie im Bereich der Soziologie, deren Hauptvertreter Talcott Parsons und Niklas Luhmann sind. Grundeinheiten der Systemtheorie Talcott Parsons sind Handlungen, die sich aufeinander beziehen und sich so, im Rahmen der Gesellschaft, funktional ausdifferenzierte Subsysteme bilden, wie zum Beispiel das Wirtschafts- oder auch das Kultursystem. Zwischen allen gesellschaftlichen Subsystemen besteht ein ständiges Austauschverhältnis, dass heißt, sie interpenetrieren.

2.2. System

Der Begriff System bezeichnet einen Zusammenschluss von Einzelelementen, zwischen denen Beziehungen, Wechselwirkungen oder sogar Abhängigkeiten (Interdependenzen) bestehen, sodass bei Veränderung von einer oder mehrerer Einheiten, die übrigen sich auch zwangsläufig anpassen. Obwohl sie selbstreferentielle2 Einheiten sind und somit scheinbar geschlossen, besteht für jedes System die Notwendigkeit, Kontakt zur Umwelt herzustellen, da ohne diesen Austausch die eigene Systemdynamik nicht aufrechterhalten werden könnte. Jedes System ist immer auch „Bestandteil einer Reihe von übergeordneten Systemen“.3

2.3.Soziales System

Das soziale System ist ein Teilsystem des Handlungssytems, das durch Prozesse der Interaktion erzeugt wird. Es stellt die Grenze zum psychischen und kulturellen System und zum Organismussystem dar und lässt sich wiederum in Teilsysteme aufgliedern. Nach der Beschreibung einiger grundlegender Begriffe beginne ich nun mit der eigentlichen Bearbeitung des Themas.

3. Das AGIL Schema nach Parsons

Man kann sich eine Gesellschaft als System und dieses als Verbund von ineinander verwobenen und dennoch relativ unabhängigen Subsystemen vorstellen. Die verschiedenen Subsysteme stehen permanent miteinander in Beziehung, haben jedoch klar voneinander unterscheidbare Aufgaben und Interessen. Das „Vier-Funktionen-Paradigma“ nach Parsons sieht vier Funktionen als grundlegend und existenziell für ein System an, die alle von jedem System erfüllt werden müssen. Die vier Funktionen sind Adaption (A), Zielerreichung (G), Integration (I) und die Aufrechterhaltung der Systemstruktur (L).

[...]


1 Runkel, Gunther, Allgemeine Soziologie: Gesellschaftstheorie, Sozialstruktur und Semantik, 1. Aufl., München, Wien 2002, S. 82

2 Selbstreferentialität bezeichnet die Fähigkeit jedes lebendigen Systems, einen Bezug zu sich selbst in Abgrenzung zur Umwelt herzustellen.

3 Hillmann, Karl-Heinz, Allgemeine Wirtschaftssoziologie, 1. Aufl., München 1988, S. 43


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