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James George Frazer: Der Goldene Zweig - Auseinandersetzung und Rezeption seiner Thesen zur Magie

Hausarbeit, 2004, 28 Seiten
Autor: Kim Brandt
Fach: Theologie - Systematische Theologie

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 28
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V47180
ISBN (E-Book): 978-3-638-44180-3

Dateigröße: 253 KB
Anmerkungen :
Eine Hauptstudiumsarbeit über den wichtigen Religionswissenschaftler J.G. Frazer: Kurzer Lebenslauf, Theorien, kritische Auseinandersetzung mit seinem Schaffen, Vergleich mit anderen Wissenschaftlern und Forschungen.



Textauszug (computergeneriert)

James George Frazer:

Der Goldene Zweig
Auseinandersetzung und Rezeption seiner Thesen zur Magie
 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kurzbiographie von Sir James George Frazer 2

2. Anfänge seiner Forschung und Einstellung zur Religion 3

3. Der goldene Zweig 6
3.1 Vegetationskult: Der Magier als Ausgangs- und Zielpunkt 6
3.2 Die Grundlagen der Magie 10
3.3 Die Entwicklung der Kulturen: Vom magischen zu religiösem Denken und Handeln 15

4. Totemismus, Exogamie und Tabu: Weitere Themenkomplexe bei James George Frazer 19

6. Rezeption und Schlussbetrachtung 21

Bibliographie 26
 

 

I Einleitung
1. Kurzbiographie von Sir James George Frazer

Als Einführung in das Thema über die Theorien und Thesen James George Frazers soll eine Kurzbiographie des Religionswissenschaftlers als Einordnung in den sozialhistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext dienen.

James George Frazer wurde am 1. Januar 1854 in Glasgow als ältestes von vier Kindern geboren. Sein Vater Daniel Frazier war Besitzer einer Apotheke in der schottischen Hauptstadt und er und seine Frau Katherine waren fromme Mitglieder der Free Church of Scotland, einer Denomination der Church of Scotland.1 Ihr Glauben und ihre Frömmigkeit äußerten sich besonders in eigenen Gottesdienstfeiern, die zu Hause abgehalten wurden, sowie der strikten Befolgung der Sonntagsruhe. Jedoch hat Frazer selbst, nach seinem Bruch mit dem Christentum, betont, dass er diese strenge Form von kirchlicher Frömmigkeit nicht als bedrückend empfunden hat.

1869 wurde Frazer an der University of Glasgow immatrikuliert und nahm das Studium der Philologie auf. Hier entdeckte er sein besonderes Interesse an der klassischen Antike und entwickelte auch seinen ausgeprägten Rationalismus mit der Erkenntnis, dass die Welt unveränderlichen Naturgesetzen gehorche. Als Konsequenz dessen löste er sich von der Religion seiner Kindheit.

1874 schloss er die erste Stufe seines Master ab und ging zur Vervollständigung seiner Studien nach Cambridge. Dort schrieb er sich am Trinity College2 ein. Das Abschlussexamen bestand er 1878 mit Auszeichnung und ein Jahr später erhielt er ein Stipendium für seine Dissertation über die Platonische Ideenlehre, welches ihm nach drei Verlängerungen 1885, 1890 und 1895 letztendlich lebenslang gewährt wurde. Frazer blieb über 60 Jahre Fellow des Trinity College: Denn trotz seines Renommees konnte er keine Professur oder ein bezahltes Stipendium erlangen, was sicherlich auf den Aspekt der Religionsabkehr zurückzuführen ist, denn mit seiner Einstellung war er im 19. Jahrhundert als antikirchlich und somit als fast rebellisch einzustufen.3

Nach dem ersten Wendepunkt in seinem Leben mit der Abkehr von der Religion, kann man im Jahre 1886 einen zweiten ausmachen: Er wandte sich hin zur Ethnologie und führte eine Freundschaft zu William Robertson Smith, einem Theologen und Semitisten. 4 Frazers finanzielle Situation war eher erdrückend. Seine einzigen Einnahmen flossen ihm aus seinem Stipendium des Trinity College und ein geringer Teil aus Buchveröffentlichungen zu. Die Situation änderte sich auch nicht 1907, als er den Ruf auf den Lehrstuhl für Social Anthropology in Liverpool annahm, da diese Position ohne Bezahlung war. Vielleicht ist auch deshalb seine Zurückhaltung bei Feldstudien zu erklären, da diese sehr viel Geld erforderten. Nach dem Erscheinen der dritten Fassung des ‚Goldenen Zweiges’ wurde er allerdings aufgrund des großen Verkaufserfolg der finanziellen Sorgen entledigt. 1933, nach immer wieder auftretenden Augenbeschwerden, erblindete er völlig und war seitdem auf die Hilfe von Sekretären angewiesen. Unter ihnen auch Robert Angus Downie, der eine erste Biographie über Frazer verfasste.5 Am 7. Mai 1941 verstarb James George Frazer in Cambridge.

II Hauptteil
2. Anfänge seiner Forschung und Einstellung zur Religion

James George Frazers Abkehr von seiner ursprünglichen Religion, dem Christentum, welches er als „superstition“ am Werk, als Aberglauben bezeichnete,6 ist bezeichnend für seine Arbeit und hängt stark mit seiner Überzeugung von den Theorien Charles Darwin zusammen. Trotz seiner Ansicht, dass das Christentum nicht als wahr betrachtet werden könne, sah er es dennoch als „reinere Religion“ im Unterschied zu den „geographisch anderen Christentümern“ der kleinasiatischen Antike.7 Nach Frazer war der Glaube an transzendentale Wesen überholt, da die Welt durch die Wissenschaft immanent zu erklären sei. Vor allem seine Erkenntnis des Rationalismus, nach dem die Welt unveränderbaren Naturgesetzen unterliegt, ist darauf begründet.

[...]


1 H. Wißmann, James George Frazer (1854-1941), in: Axel Michaels, Klassiker der Religionswissenschaft, München 1997, 77.

2 „Für den Forscher war das damals noch eine Burg der Wissenschaft, so wie für den Engländer sein Heim...“ (Sir James George Frazer: Eine biographische Würdigung, in: B. Malinowski, Eine wissenschaftliche Theorie der Kultur und andere Aufsätze, Zürich 1949, 171-208).

3 Außerdem begann Frazer 1878 das Studium der Rechte, um ab 1882 die Zulassung zum Rechtsanwalt zu erhalten. Jedoch hinterließ diese Ausbildung keinerlei Spuren in seinem späteren Leben.Vermutlich schloss er das Studium nur ab, um seinem Vater einen Gefallen zu tun. (Vgl. Wißmann, 79).

4 Außerdem heiratete er seine Frau Elizabeth Grove. Sie war fest davon überzeugt, dass ihrem Mann, der als weltfremd, scheu und vor allem bescheiden galt, nicht genügend Anerkennung zuteil wurde. Sie übersetzte seine Werke ins Französische und bemühte sich um die ihm gebührende Anerkennung. Es ist zu fragen, ob die späteren Ehrungen auch ohne ihren Einsatz erfolgt währen. (Ebd.).

5 R. A. Downie, J. G. Frazer and the golden bough, London 1970.

6 Wißmann, 77.

7 Frazer behandelte das Christentum nicht ausdrücklich; in seinen Ausführungen zum Schema von Tod und Auferstehung in den antiken Religionen wird allerdings deutlich, dass er das Christentum zu dieser Gruppe von Religionen zählt. (Robert Ackerman, Frazer, James George, in: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG), Bd. 3, 4. Auflage, Tübingen 2000).


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