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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Dennis Wortmann
Subject: Sociology - Communication
Details
Tags: Komische, Sprachgebrauch, Ironie, Scherzkommunikation
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-44425-5
ISBN (Book): 978-3-638-65945-1
File size: 146 KB
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Abstract
Unser Alltag ist durchsetzt von Begegnungen mit dem Komischen. Denken wir beispielsweise an Witze, die uns oder von uns erzählt werden, Situationen, in denen wir lachen müssen, weil wir etwas als komisch empfinden oder einfach ironische Bemerkungen, die uns zumindest ein Lächeln abringen. All diese Phänomene unserer tagtäglichen Interaktion bereichern unsere verbale Kommunikation. Man kann die Komik schon fast als eine Art Kulturgut ansehen und muss sich auch dessen bewusst sein, dass es durchaus interkulturelle Unterschiede auf diesem Gebiet gibt. In dieser Arbeit soll das Thema des Komischen, auch wenn es uns nahezu in allen Lebensbereichen begegnet, auf den alltäglichen Sprachgebrauch begrenzt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Ironie in privater Scherzkommunikation. Es soll die Ironie, als eines unter vielen Stilmitteln der Scherzkommunikation, beleuchtet werden und eine Eingrenzung des Privaten innerhalb der gesamten alltäglichen Scherzkommunikation stattfinden. Als Einstimmung wird kurz auf die Begrifflichkeit der Ironie eingegangen, um einen Einblick in die Geschichte des Phänomens zu gewinnen. Anschließend soll Ironie seiner Struktur und Funktion nach analysiert werden, wodurch das Stilmittel leichter zu greifen ist. Es folgt eine Charakteristik der privaten Scherzkommunikation, die das Besondere des als privat zu bezeichnenden Bereiches verdeutlichen soll. Anhand eines konkreten Beispieles wird der Frage nachgegangen, wie Ironie in privater Scherzkommunikation eigentlich erzeugt wird. Anknüpfend daran, wird untersucht, was die Soziologie an dem Thema Ironie interessant finden sollte. Als ein in höchstem Maße soziales Phänomen, verdient der Humor es, dass man sich ihm auch wissenschaftlich annähert. Nicht mehr und nicht weniger versucht diese Arbeit zu leisten.
Excerpt (computer-generated)
Das Komische im alltäglichen Sprachgebrauch:
Ironie in privater Scherzkommunikation
von: Dennis Wortmann
Inhalt
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Ironie
3. Ironie als Stilmittel der Scherzkommunikation
3.1. Vier strukturelle Eigenschaften von Ironie
3.1.1.Indirektheit
3.1.2.Negative Bewertung
3.1.3.Poetik
3.1.4.Humor
3.2. Funktionen von Scherzkommunikation
3.2.1.Gruppensolidarität
3.2.2.Konfliktaustragung
3.2.3.Unterhaltung
4. Private Scherzkommunikation
4.1. Veränderte Dialogkonstitution
4.2. Besonderheiten in der Art der Beziehung
4.2.1.Dauer
4.2.2.Intensität
4.2.3.Zweck
4.2.4.Aktualisierung
5. Wie entsteht Ironie in privater Scherzkommunikation?
5.1. Beispielanalyse nach Hartung
5.2. Typische Elemente der Ironie in privater Scherzkommunikation
6. Was ist aus soziologischer Sichtweise an dem Phänomen Ironie interessant?
7. Abschließende Zusammenfassung
8. Literatur
1. Einleitung
Unser Alltag ist durchsetzt von Begegnungen mit dem Komischen. Denken wir beispielsweise an Witze, die uns oder von uns erzählt werden, Situationen, in denen wir lachen müssen, weil wir etwas als komisch empfinden oder einfach ironische Bemerkungen, die uns zumindest ein Lächeln abringen. All diese Phänomene unserer tagtäglichen Interaktion bereichern unsere verbale Kommunikation. „Und die Erfahrung des Komischen ist universell. Zwar weichen die Ausdrucksformen voneinander stark ab, aber es gibt keine menschliche Kultur ohne Komik.“ (Berger, S. XV/Prolog) Man kann die Komik schon fast als eine Art Kulturgut ansehen und muss sich auch dessen bewusst sein, dass es durchaus interkulturelle Unterschiede auf diesem Gebiet gibt. (vgl. Pfleiderer)
In dieser Arbeit soll das Thema des Komischen, auch wenn es uns nahezu in allen Lebensbereichen begegnet, auf den alltäglichen Sprachgebrauch begrenzt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Ironie in privater Scherzkommunikation. Es soll die Ironie, als eines unter vielen Stilmitteln der Scherzkommunikation, beleuchtet werden und eine Eingrenzung des Privaten innerhalb der gesamten alltäglichen Scherzkommunikation stattfinden. Als Einstimmung wird kurz auf die Begrifflichkeit der Ironie eingegangen um einen Einblick in die Geschichte des Phänomens zu gewinnen. Anschließend soll Ironie seiner Struktur und Funktion nach analysiert werden, was das Stilmittel leichter greifbar machen dürfte. Es folgt dann eine Charakteristik der privaten Scherzkommunikation, die das Besondere des als privat zu bezeichnenden Bereiches verdeutlichen soll. Danach wird anhand eines konkreten Beispieles der Frage nachgegangen, wie Ironie in privater Scherzkommunikation eigentlich erzeugt wird. Anknüpfend daran, wird untersucht, was die Soziologie an dem Thema Ironie interessant finden sollte. Zum Schluss sollen dann noch mal die wichtigsten Gedanken zusammengefasst werden.
2. Zum Begriff der Ironie
Seit 400 v. Chr. ist in der griechischen Sprache die Wortfamilie „eiron, eironeia“ belegt. Beide Begriffe werden aber von den antiken Autoren sehr unbestimmt verwendet, was sich daran zeigt, dass Platon den Begriff nicht überall im gleichen Sinne gebraucht, während Aristoteles das Wort „eiron“ oder „alazon“ verwendet, wenn er von jemandem spricht, der sich nicht so gibt, wie er ist. Dabei ist derjenige, der sich besser macht als er ist, also prahlt, mit „alazon“ bezeichnet und der als „eiron“ betitelte eher ein „Kleintuer“. (vgl. Engeler, S. 23) Die Ironie wird in fast allen antiken Quellen als eine Art des Scherzens und Spottens beschrieben. Cicero beispielsweise bezeichnet die mögliche Wirkung von Ironie als witzig und für Quintilian ist sie von Scherz und Spott untrennbar. (vgl. Hartung, S. 114)
In der Linguistik wird die Ironie heute dem Bereich der Rhetorik zugeschrieben und als Stilmittel gesehen, mit dem man den gegnerischen Standpunkt angreift. Macht man in jüngerer Zeit einen Querschnitt durch verschiedene Wörterbücher, so erhält man folgende Definitionen für den Begriff „Ironie“: Spott, versteckter Spott, Verstellung, die wahre Meinung bleibt transparent, Unwissenheit wird vorgespielt, Äußerung des Gegenteils oder auch dialektische Kunst. Alle Definitionen haben eines gemeinsam und zwar, dass eine spöttische Absicht zugrunde liegt, wenn es um Ironie geht. Im Gegensatz zu den früheren Begriffsbestimmungen, die allesamt sehr vage sind, ist für die jüngeren von besonderer Bedeutung, dass das Gegenteil des Gemeinten gesagt wird. Es scheint, als ob dem Phänomen der Ironie im Laufe der Zeit immer mehr Beachtung beigemessen worden wäre und sich das Spektrum der Erklärungsversuche ausgeweitet hätte. (vgl. Engeler, S. 27-29) Eine exakte Begriffsbestimmung lässt sich aber für ein so vielschichtig ausgeprägtes Stilmittel der Kommunikation, wie es die Ironie nun mal ist, nicht vornehmen.
3. Ironie als Stilmittel der Scherzkommunikation
Wie eingangs schon gesagt wurde, zeigt sich uns das Komische in unserem Alltag, vor allem in unserer tagtäglichen Interaktion, auf verschiedene Weisen. So darf der Begriff der Scherzkommunikation also nicht auf das bloße Witze erzählen reduziert werden, sondern muss verstanden werden, als eine Art Sammelbegriff für verschiedene humoristische Stilmittel in unserer Alltagskommunikation. Die Palette der Stilmittel reicht dabei eben von Witzen, über spaßige Geschichten, das „Sich Mokieren“, bzw. „Frotzeln“, bis hin zu dem hier untersuchten Phänomen der Ironie. Dass sich Ironie nicht ganz leicht von Humor abgrenzen lässt, was sich daran zeigt, dass in der Literatur immer wieder ironische und witzige Äußerungen zusammengefasst behandelt werden, liegt wohl an der ähnlich doppeldeutigen Grundstruktur und der Tatsache, dass in beiden Fällen mit Lachen reagiert wird. (vgl. Hartung, S. 114)
3.1. Vier strukturelle Eigenschaften von Ironie
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