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Die Darstellungsweisen des Herakles in der Antike - Exemplarische Auswahl aus verschiedenen Gattungen und Epochen

Termpaper, 2000, 20 Pages
Author: Katharina Krings
Subject: Archaeology

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 20
Grade: 2
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V47539
ISBN (E-book): 978-3-638-44464-4
ISBN (Book): 978-3-638-76416-2
File size: 150 KB

Abstract

In dieser Arbeit sollen die zwölf Taten des Herakles anhand exemplarisch ausgewählter Denkmäler dargestellt werden. Zudem werden einige weitere Stationen seines Lebens - die Bekanntschaft mit Iole, der Kampf mit dem Kentauren Nessos und Herakles´ Einführung in den Olymp - kurz aufgezeigt. Ziel ist es, die ikonographischen Schemata herauszuarbeiten, die in den verschiedenen Darstellungen enthalten sind. Dadurch lässt sich schließlich der Wandel der Denkmäler zwischen der geometrischen und der hellenistischen Zeit veranschaulichen. Dieser Prozess wird vorzugsweise durch entsprechende Vasendarstellungen und einiger Metopen des Zeus-Tempels in Olympia dargestellt.


Excerpt (computer-generated)

Die Darstellungsweisen des Herakles in der Antike -
Exemplarische Auswahl aus verschiedenen
Gattungen und Epochen

von: Katharina Krings

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Die zwölf Taten des Herakles 4

2.1. Der nemeische Löwe 4
2.2. Die Hydra 5
2.3. Die Hirschkuh Kerynitis 7
2.4. Der erymanthische Eber 8
2.5. Der Viehof des Augias 9
2.6. Die Stymphaliden 10
2.7. Der Stier 11
2.8. Die Stuten des Diomedes 12
2.9. Das Wehrgehenk der Königin Hippolytia / Der Amazonenkampf 13
2.10. Die Rinder des Riesen Geryon 14
2.11. Die goldenen Äpfel 14
2.12. Der Höllenhund 15

3. Herakles´ Bekanntschaft mit Iole 16

4. Der Kampf mit dem Kentauren Nessos 17

5. Herakles´ Einführung in den Olymp 18

6. Schlussteil 19

7. Literaturverzeichnis 20



 

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit sollen die zwölf Taten des Herakles anhand exemplarisch ausgewählter Denkmäler dargestellt werden. Zudem werden einige weitere Stationen seines Lebens - die Bekanntschaft mit Iole, der Kampf mit dem Kentauren Nessos und Herakles´ Einführung in den Olymp - kurz aufgezeigt. Ziel ist es, die ikonographischen Schemata herauszuarbeiten, die in den verschiedenen Darstellungen enthalten sind. Dadurch lässt sich schließlich der Wandel der Denkmäler zwischen der geometrischen und der hellenistischen Zeit veranschaulichen. Dieser Prozess wird vorzugsweise durch entsprechende Vasendarstellungen und einiger Metopen des Zeus- Tempels in Olympia dargestellt. Diese sind gemäß der Architektur angeordnet und die Abbildungen sind im Vergleich zum großen Architrav und Giebel relativ klein gehalten. Dass die zwölf Taten auf dem Zeus-Tempel abgebildet sind, spricht den lokalen Mythos von Olympia an, da Herakles diesen Platz ausgemessen und abgesteckt haben soll.

Wie es überliefert ist1, war Herakles ein Sohn des Zeus und der Alkmene. Da Hera eifersüchtig auf den Sohn ihrer Nebenbuhlerin war, dem Zeus ein ruhmreiches und heldenhaftes Leben voraussagte, setzte Alkmene aus Angst um den Sohn das Kind auf das später sogenannte Heraklesfeld aus. Durch Zufall fanden ihn dort Hera und Athena. Hera wurde von Athena dazu bewogen, Herakles aus Mitleid die Brust zu geben. Dieser sog jedoch so stark, dass ihn die Göttermutter fallen ließ. Athena sorgte dafür, dass er anderweitig versorgt werden konnte und betraute Alkmene mit dieser Aufgabe. Diese war nicht nur glücklich, ihren Sohn wiederbekommen zu haben, sondern hoffte auch auf dessen Unsterblichkeit, da er Göttermilch zu sich genommen hatte. Hera erfuhr indes, wem sie die Brust gegeben hatte. Während Athena Herakles´ Beschützerin war, blieb Hera seine Widersacherin und trachtete bereits in seinem Kindesalter nach seinem Leben. Aufgrund seiner enormen Kräfte, bewältigte Herakles aber diese Gefahren. Der Mann seiner Mutter Alkmene, König Amphitrion, ließ ihn in allem ehrwürdig unterrichten und Herakles entschied sich schließlich, seine Kraft, sein Geschick und sein Wissen zum Guten zu nutzen. Um seinen Willen zu zeigen, tötete er den auf dem Berg Kithäron lebenden Löwen, der eine Gefahr für Griechenland darstellte. Als Dank für seine Tat, erhielt er nicht nur Kreons Tochter Megara zur Frau, sondern auch einige Geschenke von Göttern: ein Schwert von Hermes, Pfeile von Apoll, einen goldenen Köcher von Hephästos und einen Harnisch von Athena. Das abgezogene Löwenfell, die Presente der Götter, die Keule und sein Bart zählen zu seinen Attributen.

2. Die zwölf Taten des Herakles

Zeus hatte den ersten Enkel des Perseus dazu bestimmt, Herrscher über Mycene zu werden. Dieses Amt galt eigentlich Herakles, jedoch veranlasste Hera, dass Eurystheus zuerst geboren und somit König wurde. Aufgrund seiner Eifersucht bezüglich des ruhmreichen Herakles, trug er ihm zehn Taten auf, von denen er sich erhoffte, Herakles würde diese nicht überleben. Aus diesen zehn Taten wurden schließlich zwölf, da der König zwei von ihnen nicht gelten ließ. Welche er beanstand, geht aus der vorhandenen Literatur jedoch nicht genau hervor. Es ist lediglich überliefert, dass Eurystheus die fünfte Arbeit des Herakles nicht gelten ließ.

2.1. Der nemeische Löwe

Als erstes verlangte Eurystheus von Herakles, ihm das Fell des nemeischen Löwen zu bringen. Herakles versuchte, das Tier mit Pfeil und Bogen und mit seiner Keule zu überwältigen, jedoch konnte der nemeische Löwe nicht mit menschlichen Waffen bezwungen werden. Somit erstickte ihn Herakles mit seiner von Zeus gegebenen Kraft. Als er dem Löwen schließlich das Fell mit dessen Krallen abgezogen hatte, brachte er es zurück nach Tiryns. Der König war nicht nur überrascht, dass Herakles diese gewaltige Arbeit ausführen konnte, sondern er fürchtete sich dermaßen vor dessen Kraft, dass er in ein Fass kroch und Herakles von da an nicht mehr vor Eurystheus´ Augen treten durfte. In der Frühzeit ist dieses Thema des Mythos selten dargestellt worden, da das Würgen des Löwen noch nicht illustriert werden konnte2. Als Alternative sind die Maler dazu übergegangen, ein blutiges Verletzen des Löwen zu zeigen. Erst in der Spätarchaik wird das Würgen und das Ringen mit dem Löwen verbildlicht3. Es entsprach zudem der damaligen Vorliebe für gespannte und organische Formen4. Wie man auf dem Schildbandrelief von 5605 erkennen kann, ist auch das Erstechen des Löwen eine weitere Variante der Darstellungsmöglichkeiten. Im Laufe der Zeit richtet sich Herakles immer mehr auf und der immer kleiner dargestellte Löwe wird zu Boden gezwungen6. Somit wird im „entscheidenden Ringkampf“7 die Kraft des Herakles betont.

[...]


1 Bei der Wiedergabe des Herakles-Mythos bezieht sich der Text dieser Hausarbeit auf: Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums. Bindlach 1997, S. 99-129.

2 zum Beispiel: Der Löwenkampf des Herakles? spätgeometrischer tönerner Vierfuß: um 700. Athen, Kerameikosmuseum 407. - Höhe 17,8 cm.

3 zum Beispiel: Herakles würgt den Löwen. Schildbandrelief: vor 600. Olympia B 969.

4 Karl Schefold: Götter- und Heldensagen der Griechen in der früh- und hocharchaischen Kunst. München 1993, S. 99.

5 Herakles ersticht den Löwen: Olympia B 9749.

6 Zu erkennen auf: Herakles und der Löwe. Schale des Töpfers Ergotimos: um 560. Berlin - Charlottenburg 3151. Innenbild von: Der gefangene Silen.

7 Karl Schefold: Götter- und Heldensagen der Griechen in der spätarchaischen Kunst. München 1978, S. 90.


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