Autor: Lena Gennat
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Jahr: 2004
Seiten: 22
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 642 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-44531-3
Zusammenfassung / Abstract
Für jeden Lehrer ist es erstrebenswert, mit einem guten Gefühl zu unterrichten und am Ende einer Unterrichtsstunde mit dem Lernergebnis der Schüler zufrieden zu sein. Doch wie muss der Unterricht sein, der dieses positive Gefühl auslöst? Welche Merkmale muss guter Unterricht aufweisen? Hilbert Meyer beschreibt zehn Merkmale guten Unterrichts (Meyer 2003: S. 37 ff.): - Der Unterricht ist klar strukturiert und ein roter Faden für Lehrer und Schüler jeder Zeit erkennbar. - Die Lernzeit der Schüler wird intensiv genutzt. - Die Ziel-, Inhalts-, und Methodenentscheidungen sind stimmig. - Der Unterricht zeichnet sich durch Methodenvielfalt aus. - Es wird intelligent geübt. - Es findet eine individuelle Förderung statt. - Das Unterrichtsklima ist lernförderlich. - Es werden Unterrichtsgespräche geführt, die für den Schüler Sinn machen, vorhan-denes mit neuem Wissen verknüpfen und es erlauben, bei der Bearbeitung des Themas eigene Interessen einzubringen. - Die Schüler geben regelmäßig ein Feedback zum Lernprozess. - Leistungserwartungen und -kontrollen werden klar definiert und für die Schüler transparent gemacht. Dies sind anspruchsvolle Kriterien an einen erfolgreichen, schülerorientierten Unterricht. Doch wie steigt ein Lehrer am besten in den Unterricht ein, um die Aufmerksamkeit und das Interesse seiner Schüler gleich mit Beginn des Unterrichts zu fesseln? Wie macht er die Schüler neugierig und wissbegierig auf den Inhalt der Unterrichtsstunde oder –einheit? Wie baut er eine Erwartungshaltung und Spannung auf? Wie kann er einen seiner Lerngruppe angemessenen, sachdienlichen und durchstrukturierten Einstieg in den Unterricht gestalten? Welche Unterrichtseinstiege eignen sich dafür? Diesen Fragen möchte ich nachgehen. In dieser Hausarbeit setze ich mich deshalb mit Möglichkeiten und Grenzen von Unterrichtseinstiegen auseinander. Ich definiere zunächst den Begriff „Unterrichtseinstieg“, setze mich mit didaktischen Funktionen von Unterrichtseinstiegen auseinander und stelle einige für mich gut durchführbare und relevante Unterrichtseinstiege vor. Ich werde zusätzlich die vorgestellten thematischen Unterrichtseinstiege auf ein bestimmtes Thema anwenden und danach auswerten, welcher Einstieg am Passendsten erscheint. Die Arbeit wird mit einer kurzen, kritischen Schlussbetrachtung abgeschlossen.
Textauszug (computergeneriert)
Unterrichtseinstiege - Möglichkeiten und Probleme
von: Lena Gennat
1. Einleitung Seite 01
2. Unterrichtseinstiege Seite 02
2.1 Bergriffsklärung Seite 02
2.2 Didaktische Funktionen von Einstiegsformen in den Unterricht Seite 03
3. Darstellung von Unterrichtseinstiegen Seite 05
3.1 Stundeneröffnungsrituale Seite 05
3.2 Übungen zum stofflichen Aufwärmen Seite 06
3.3 Thematische Unterrichtseinstiege Seite 07
3.3.1 Thematische Unterrichtseinstiege mit höherem Grad an Lehrerlenkung Seite 08
3.3.2 Thematische Unterrichtseinstiege mit höherem Grad an Schülerselbsttätigkeit Seite 10
4. Ausgewählte thematische Unterrichtseinstiege zum Thema „Meine Stadt“ Seite 12
4.1 Thematische Unterrichtseinstiege in die Unterrichtseinheit „Meine Stadt“ Seite 12
4.2 „Meine Stadt“: Welcher thematische Unterrichtseinstieg ist der Passendste? Seite 14
5. Grenzen bei der praktischen Unterrichtsdurchführung Seite 15
6. Schlussbetrachtung Seite 16
A. Literaturverzeichnis Seite 18
B. Anhang: Die „Didaktische Landkarte“ zum Thema „Unterrichtseinstiege“ Seite 19
1. Einleitung
Für jeden Lehrer ist es erstrebenswert, mit einem guten Gefühl zu unterrichten und am Ende einer Unterrichtsstunde mit dem Lernergebnis der Schüler zufrieden zu sein. Doch wie muss der Unterricht sein, der dieses positive Gefühl auslöst? Welche Merkmale muss guter Unterricht aufweisen? Hilbert Meyer beschreibt zehn Merkmale guten Unterrichts (Meyer 2003: S. 37 ff.):
- Der Unterricht ist klar strukturiert und ein roter Faden für Lehrer und Schüler jeder Zeit erkennbar.
- Die Lernzeit der Schüler wird intensiv genutzt.
- Die Ziel-, Inhalts-, und Methodenentscheidungen sind stimmig.
- Der Unterricht zeichnet sich durch Methodenvielfalt aus.
- Es wird intelligent geübt.
- Es findet eine individuelle Förderung statt.
- Das Unterrichtsklima ist lernförderlich.
- Es werden Unterrichtsgespräche geführt, die für den Schüler Sinn machen, vorhandenes mit neuem Wissen verknüpfen und es erlauben, bei der Bearbeitung des Themas eigene Interessen einzubringen.
- Die Schüler geben regelmäßig ein Feedback zum Lernprozess.
- Leistungserwartungen und -kontrollen werden klar definiert und für die Schüler transparent gemacht.
Dies sind anspruchsvolle Kriterien an einen erfolgreichen, schülerorientierten Unterricht. Doch wie steigt ein Lehrer am besten in den Unterricht ein, um die Aufmerksamkeit und das Interesse seiner Schüler gleich mit Beginn des Unterrichts zu fesseln? Wie macht er die Schüler neugierig und wissbegierig auf den Inhalt der Unterrichtsstunde oder –einheit? Wie baut er eine Erwartungshaltung und Spannung auf? Wie kann er einen seiner Lerngruppe angemessenen, sachdienlichen und durchstrukturierten Einstieg in den Unterricht gestalten? Welche Unterrichtseinstiege eignen sich dafür? Diesen Fragen möchte ich nachgehen. In dieser Hausarbeit setze ich mich deshalb mit Möglichkeiten und Grenzen von Unterrichtseinstiegen auseinander. Ich definiere zunächst den Begriff „Unterrichtseinstieg“, setze mich mit didaktischen Funktionen von Unterrichtseinstiegen auseinander und stelle einige für mich gut durchführbare und relevante Unterrichtseinstiege vor. Ich werde zusätzlich die vorgestellten thematischen Unterrichtseinstiege auf ein bestimmtes Thema anwenden und danach auswerten, welcher Einstieg am Passendsten erscheint. Die Arbeit wird mit einer kurzen, kritischen Schlussbetrachtung abgeschlossen.
2. Unterrichtseinstiege
In den letzen Jahren hat sich die pädagogische Fachliteratur immer wieder mit der Frage des Unterrichtseinstiegs beschäftigt. Was ist unter diesem Begriff zu verstehen und welche didaktischen Funktionen stecken dahinter?
2.1 Begriffsklärung
Die Bedeutung des Begriffs „Einstieg“ im eigentlichen Sinne soll hier anfänglich aufgezeigt und auf die Schule übertragen werden. Dadurch soll verdeutlicht werden, welche besondere Bedeutung eine Einstiegsphase in den Unterricht hat. Wird in etwas eingestiegen, zum Beispiel in ein Auto, liegt eine Aktivität des Einsteigenden vor. Schnell wird klar: Ein Einstieg, übertragen auf jegliche Gelegenheit, beinhaltet immer Aktivität. Der Einsteigende übernimmt außerdem eine Verantwortung für das, was geschieht: Er handelt vielleicht sofort oder lässt Neues auf sich wirken; ganz so, wie es am Passendsten erscheint. Deutlich wird: Im Begriff „Einstieg“ steckt die Selbstständigkeit einer Phase. Übertragen auf die Schule bedeutet dies, dass eine Einstiegsphase eine eigenständige Phase des Unterrichts ist, die Aktivität auf Schüler- und Lehrerseite erfordert. Eine Einstiegsphase darf und kann folglich nicht reduziert werden auf ein „Anhängsel des Unterrichtsinhalts“ (Greving/Paradies 1996:17), sondern ist eine eigenständige Phase mit bestimmten didaktischen Funktionen. Hilbert Meyer hat fünf zentrale Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg aufgestellt (Meyer 1987: 129):
1. Der Einstieg soll den Schülern einen Orientierungsrahmen vermitteln.
2. Der Einstieg soll in zentrale Aspekte des Themas einführen.
3. Der Einstieg soll an das Vorverständnis der Schüler anknüpfen.
4. Der Einstieg soll die Schüler disziplinieren.
5. Der Einstieg soll den Schülern möglichst oft einen handelnden Umgang mit dem Thema erlauben.
Sowohl begrifflich als auch inhaltlich kann man folgende Einstiegsformen in den Unterricht unterscheiden: den thematischen Unterrichtseinstieg, bei dem es vornehmlich um die methodischen Möglichkeiten zur Eröffnung einer neuen thematischen Einheit und deren didaktischen Konsequenzen geht, die Stundeneröffnungsrituale und die Übungen zum stofflichen Aufwärmen.
2.2 Didaktische Funktionen von Einstiegsformen in den Unterricht
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