Autor: Tatjana Lewtschenko
Fach: Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
Details
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum
Jahr: 2005
Seiten: 31
Note: 1,6
Literaturverzeichnis: ~ 20 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 244 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45010-2
Die Arbeit enthält auch 2 Anlagen mit Werbungslisten aus TV und Zeitschriften.
Textauszug (computergeneriert)
Morphologische Integration der Anglizismen
im heutigen Deutsch
von: Tatjana Lewtschenko
Inhalt
1 Einleitung 2
2 Anglizismen als Begriff 3
3 Morphologische Integration der Anglizismen (allgemein) 6
3.1 Substantive 7
3.2 Adjektive 9
3.3 Verben 10
4 Morphologische Integration der Anglizismen in der Werbung 13
5 Morphologische Integration der Anglizismen in der deutschen Jugendsprache 17
6 Zusammenfassung/Schlussfolgerung. Entwicklungstendenzen 22
Literaturverzeichnis 24
Anlage 1. Liste der Werbeslogans 26
Anlage 2. Auszüge aus Jugendzeitschriften 29
1 Einleitung
Die deutsche Sprache, die als offen für Aufnahmen von Wörtern aus allen Teilen der Welt gilt, unterliegt Einflüssen anderer Sprachen und ist einem ständigen Wandel unterzogen. Auch die Weltsprache Englisch mischt sich ganz selbstverständlich in das Sprachgeschehen ein, woraus zahlreiche englische Entlehnungen entstehen. Da sich die beiden Sprachen – Deutsch und Englisch – in ihren morphologischen Strukturen unterscheiden, können Anglizismen und Amerikanismen nicht ohne Veränderung im Deutschen bleiben. Wie Ausländer, die in ein fremdes Land kommen, sollten sie sich neuen Bedingungen anpassen und sich unter „Einheimischen“ etablieren. In meiner Arbeit untersuche ich die morphologische Integration der Anglizismen, weil sie meiner Meinung nach einen der wichtigsten Aspekte der Anreicherung der deutschen Sprache darstellt: wenn sich Anglizismen (und andere Neologismen) dem deutschen morphologischen System anpassen und sich integrieren, droht dem Deutschen kein Abstieg, denn eingedeutschte Fremdwörter sind keine echten „fremden“ Wörter mehr, die die deutschen verdrängen, sondern ein Lehngut für den Wortschatz, das eine Chance zur Bedeutungsdifferenzierung und Bereicherung bietet. Solange Anglizismen ins Deutsche integriert werden, ist die Nehmersprache, das Deutsche, nur im Vorteil. Der Gegenstandsbereich der Arbeit über die Integration der Anglizismen im Deutschen kann aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden. In dieser Arbeit werde ich folgende Aspekte klären: zuerst betrachte ich Anglizismen allgemein als Begriff, weil „Anglizismus“ nicht eindeutig zu definieren ist. Danach schildere ich Allgemeines zu der Integration der Anglizismen in die deutsche Sprache: es wird untersucht, wie sich englische Substantive, Adjektive, Verben und andere Wortarten im Deutschen verhalten und wie sie in morphologischer Hinsicht ins Deutsche integriert werden. In den darauf folgenden Kapiteln beschäftige ich mich mit der Integration der Anglizismen konkret in die Werbe- und Jugendsprache. Im letzten Kapitel fasse ich die wichtigsten Punkte der Arbeit zusammen und gehe auf Entwicklungstendenzen und Prognosen ein. Das Ziel der Arbeit ist also, den Stand der morphologischen Integration der Anglizismen im Deutschen zu analysieren und zu bewerten.
2 Anglizismen als Begriff
In diesem Kapitel erläutere ich den Begriff „Anglizismus“ und stelle seine Unterarten vor. Es ist notwendig, die Terminologie zu beschreiben, um Klarheit in der späteren Untersuchung zu schaffen, weil Anglizismen nicht eindeutig zu bestimmen sind und in verschiedenen Quellen immer wieder kritisiert und verbessert werden. „An׀gli׀zis׀mus -------------> An׀g׀li׀zis׀mus: der; ~ ; Anglizismen <Sprachwiss.> etw., was aus der englischen Sprache stammt, für diese eigentümlich ist u. in eine andere Sprache übernommen worden ist“1 Das ist eine allgemeine Definition, die mir zu abstrakt erscheint. Präziser definiert den Begriff „Anglizismus“ die „Wikipedia“, eine freie Web-Enzyklopädie: „Mit dem Begriff Anglizismus werden Wörter, Formulierungen oder Satzkonstruktionen bezeichnet, die aus dem Englischen ins Deutsche übernommen wurden“2 Als Formen der Anglizismen werden in „Wikipedia“ folgende aufgezählt:
- Wort- und Wortstammentlehnung (gedownloadet)
- Sprachschöpfungen innerhalb des Deutschen mit englischem Klang, Scheinanglizismen (Handy, Service Point)
- Benutzung der englischen statt deutschen Transkription aus nichtlateinischen Schriften
- Englische statt deutsche ausgangssprachliche Aussprache mancher (nichtenglischer) Vornamen in Deutschland (David, Simon)
- Aus dem Englischen ins Deutsche übernommene inhaltliche Sprachänderungen. (statt Bitte um Entschuldigung: „wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen“)
Neben direkten Entlehnungen und Scheinentlehnungen existieren auch lexikalische Entlehnungen aus dem Englischen: Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnbedeutung, Lehnschöpfung, Rückentlehnung. 3 Lehnübersetzung – eine „Glied-für-Glied-Wiedergabe einer englischen Lexemverbindung“, „nächste lexikalische Entsprechung“: Flutlicht (nach englisch floodlight), Gipfelkonferenz (nach englisch summit conference), Kabelfernsehen (cable television). Lehnübertragung stellt eine „Teillehnübersetzung“ dar, wobei ein mehrgliedriger englischer Begriff teilweise „wörtlich“, teilweise „frei“ ins Deutsche übersetzt wird: Anknöpfkragen Button-down-Kragen button-down collar. Lehnbedeutung - die Übertragung der Bedeutung eines englischen auf ein im Deutschen bereits vorhandenes Wort oder eine Kombination von Lexemen: realisieren ~ realize, Pille ~ the pill.
Lehnschöpfung - „Lehnwortersatz“, eine freie, formal vom Vorbild unabhängige Wiedergabe des fremdsprachlichen Vorbildes, die auch keine semantischen Parallelen aufweist, der Fall einer Entlehnung, wenn eine Lehnübersetzung aus verschiedenen Gründen nicht stattfindet und der englische Begriff im Deutschen durch eine „Nicht-übersetzung“ wiedergegeben wird: z.B. Wasserglätte nach aquaplaning. Da das Ziel meiner Arbeit ist, morphologische Besonderheiten der Anglizismen im Deutschen zu untersuchen, beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem „evidenten“, leicht erkennbaren Lehngut aus dem Englischen, direkten Anglizismen und Scheinanglizismen, mit Fremd- und Lehnwörtern. Englischen Fremdwörtern ist ihr Ursprung anzumerken (z.B. easy, rhythm). Lehnwörter verbleiben dagegen in dem Zustand, wenn sie kaum mehr als fremd wahrgenommen werden, weil sie sich in Schreibung, Lautung und Betonung an den deutschen Sprachgebrauch anpassen (z.B. Fenster).
3 Morphologische Integration der Anglizismen (allgemein)
[...]
1 Bünting, Karl-Dieter. Deutsches Wörterbuch. Mit der neuen Rechtschreibung.1996, S.69
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismen
3 Vgl. Carstensen, Broder/Busse, Ulrich. Anglizismen-Wörterbuch. 3 Bände. 1993, S.53-58
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