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Attributionsstile von Lehrpersonen und ihre Konsequenzen

Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Afua Agyin
Subject: Pedagogy - The Teacher

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 10
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V48453
ISBN (E-book): 978-3-638-45162-8

File size: 388 KB


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT DES SAARLANDES
Seminar: Begleitseminar Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung
2. Fachsemester, SS 2005

Attributionsstile von Lehrpersonen und ihre Konsequenzen

von: Afua Agyin

 


0. Einleitung 2′

1. Attributionstheorie 2

1.1 Der allgemeine attributionstheoretische Ansatz 2
1.2 Heiders „naive“ Handlungstheorie 3
1.3 Antezedenzien von Kausalattributionen 4
1.4 Attributionsperspektive 6

2. Reattributionstrainings 7

2.1 Modellierungstechniken 7
2.2 Kommentierungstechniken 8

3. Attributionsstile von Lehrpersonen 9

3.1 Attribution der Lehrer-/Klassensituation 9
3.2 Lehrerattribution von Erfolgen, bzw. Mißerfolgen der Schüler

4. Zusammenfassung



 

0. Einleitung

Eine Attribution ist die Schlußfolgerung, die ein Beobachter über die internalen Zustände eines Akteurs über sich selbst zieht auf der Basis beobachtbaren Verhaltens. Die Grundgedanken der Attributionstheorie gehen zurück auf Fritz Heiders (1944, 1958) Überlegung zur phänomenalen Kausalität und zur intuitiven Psychologie des Mannes auf der Straße. Heider unterstellt allen Menschen zwei starke Grundmotive: das Bedürfnis, ein zusammenhängendes, sinnvolles Verständnis unserer Welt zu gewinnen und das Bedürfnis nach Kontrolle der Umwelt. Das Individuum ist dann in der Lage, Vorhersagen über die stabilen und relativ unveränderlichen Attribute von Personen in bestimmten Kontexten zu wagen. Wenn wir über Personen oder Ereignisse keine Vorhersagen machen können, dann erscheint unsere wahrgenommene Welt chaotisch und zufällig. Somit ist die intuitive Psychologie eine allgemeine Theorie menschlichen Verhaltens, die jeder Mensch anwendet, um Ursachen für Veränderungen in seiner Umwelt zu identifizieren und sie zu stabilen Beziehungen zusammenzufügen und somit Sinn und Bedeutung für Lebenszusammenhänge zu erschließen (vgl. Weiner, 1994). „Die“ Attributionstheorie als solche, die alle Aspekte in sich vereint, gibt es nicht. Viel mehr existieren zahlreiche theoretische Ansätze von unterschiedlichen Forschern auf diesem Gebiet (z.B. Heider, 1958; Jones, Weiner, 1972; Kelley, 1967). In meiner Seminararbeit möchte darauf eingehen, inwieweit Attributionsstile im Alltag eines Lehrers, bzw. eines Schülers eine Rolle spielen. Dazu werde ich die für mich wichtigsten Aspekte der Attributionstheorie näher erläutern und ihre Relevanz für eine erfolgreiche Lehrer-/Schülerbeziehung herausarbeiten.

1. Attributionstheorie

1.1 Der allgemeine attributionstheoretische Ansatz

Wie schon vorher erwähnt existiert keine Attributionstheorie, die alles Wissen in diesem Gebiet vereinheitlicht. Attributionstheoretiker wie Heider, Jones, Davis und Kelley beschäftigen sich mit dem Bestreben des Menschen, Ursachen und Begründungen für bestimmte Ereignisse unterschiedlichster Art zu suchen. Diesem Bestreben liegt die Motivation zugrunde, die eigene Umwelt zu kontrollieren, um sich darin zurecht zu finden. Nehmen wir an jemand tritt mir in der U-Bahn auf die Zehen. Attributionstheoretiker würden sich folgende Fragen stellen: (a) Welches sind die wahrgenommenen Ursachen dieses Ereignisses? (z.B. geht es beispielsweise um ein Versehen, um ein aggressives Verhalten oder einfach um die Tatsache, dass ich zu nahe an der Tür stehe?) (b) Welche Information beeinflußt die jeweils getroffene Kausalattribution? (z.B. geballte Faust des Aggressors, die Beobachtung, daß auch anderen auf den Fuß getreten wird) (c) Welche Konsequenzen könnten die jeweiligen Kausalattributionen bestehen? (z.B. den Aggressor schlagen, eine abwertende Bemerkung über öffentliche Verkehrsmittel machen, sich von der Tür entfernen?). Hierbei muss festgehalten werden, dass die oben genannten möglichen Ursachen nicht direkt beobachtbar sind, der Beobachter kann nur an Hand des Ereignisses auf eine plausible Ursache spekulieren. Ob der Aggressor mir wegen seines hohen Aggressionspotenzials oder aus Versehen auf den Fuß getreten ist, kann ich nur schlußfolgern (vgl. Weiner, 1994).

1.2 Heiders „naive“ Handlungstheorie

Fritz Heiders Schriften gaben den Anstoß zum attributionstheoretischen Ansatz in der Psychologie. In Heiders Theorie wird Verhalten, bzw. Handlungsausgänge von Person- (internale Faktoren) und Umweltfaktoren (externale Faktoren) abhängig gemacht. Nehmen wir an, dass Fritz in einem Mathematiktest durchgefallen ist. Die Ursache liegt nun entweder in Fritz selbst, z.B. in seiner Begabung im Bereich der Mathematik oder an dem Test, der einfach so schwer war, dass selbst Fritz als Mathematikgenie die Aufgaben nicht lösen konnte. Ein von Heider selbst stammendes Beispiel für internale und externale Faktoren für die Ursache eines Ereignisses ist das einer Person, die an einem windigen Tag über einen See rudert.

[...]


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