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Thesis (M.A.), 2005, 74 Pages
Author: Lena Langensiepen
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Tags: Ausgewählte, Termini, Freud, Theorie, Praxis, Rezeption, Eine, Untersuchung
Year: 2005
Pages: 74
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 44 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45165-9
ISBN (Book): 978-3-638-71790-8
File size: 335 KB
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Abstract
Die Freud’sche Terminologie gehört zu jenen Fachwortschätzen, die sich relativ genau bis zu ihren Anfängen zurückverfolgen lassen – in dem umfangreichen Werk Sigmund Freuds findet sich die Dokumentation der Entstehung und Ausarbeitung der psychoanalytischen Termini. Freud gelangt infolge seiner praktischen Forschungen zu Erkenntnissen, welche die Grundlage für seine Theorien und damit für einen neuen wissenschaftlichen Ansatz bilden; diese erfordern eine sprachliche und inhaltliche Fixierung, die Freud in der Bildung seiner fachsprachlichen Termini realisiert. Dabei bedient er sich sowohl der Allgemeinsprache, z.B. Metaphern, Vergleichen und anthropomorphisierenden Begriffen, als auch der (natur-)wissenschaftlichen Fachsprache. Die Arbeit befasst sich mit einer Auswahl an Termini, die Freud für die Darstellung seiner Traumlehre entwickelt und deren semantischer Gehalt aus einem Kontext heraus erfasst und deren Bedeutungsbeziehungen zueinander untersucht werden sollen. Der Freud’sche Aufsatz „Über den Traum“, der einen Einblick in das Werk „Die Traumdeutung“ gibt, bildet den Ausgangspunkt der semantischen Untersuchung. Zum einen wird anhand der gewonnenen Ergebnisse analysiert, ob und inwiefern die psychoanalytischen Termini sowie ihre Gebrauchsweise den Anforderungen an eine wissenschaftliche Fachsprache entsprechen; zum anderen stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise sich die Bedeutungen der Fachbegriffe Freuds in der modernen psychoanalytischen Rezeption verändern. Als Beispiel für die aktuelle psychoanalytische Fachsprache wird das Fachkompendium „Psychoanalytische Grundbegriffe“ von Wolfgang Mertens herangezogen. Der erste Teil gibt einen Überblick über die Varietät ‚Fachsprache’ – unter besonderer Berücksichtigung ihrer Entstehung, der Ebenen ihres Gebrauchs sowie der sprachlichen Eigenschaften von Fachwörtern – und spezieller über deren Erscheinungsform ‚Psychoanalytische Fachsprache’. An diesen schließen die Kapitel, die sich mit der semantischen Analyse der Freud’schen Termini befassen. Hier werden die Bedeutungen der Begriffe unter Berücksichtigung der Wortbildungsarten sowie der Herkunft der Termini erfasst. Außerdem werden die Fachbegriffe des Kompendiums hinsichtlich des Gebrauches der Freud’schen Termini sowie im Hinblick auf mögliche Neubildungen untersucht. Die abschließende Betrachtung stellt die Ergebnisse der Analysen im Hinblick auf die allgemeinen Merkmale der dargestellten Varietät ‚Fachsprache’ zusammenfassend dar.
Excerpt (computer-generated)
ABSCHLUSSARBEIT
zur Erlangung der Magistra Artiumim Fachbereich 10 Neuere Philologien der Johann Wolfgang Goethe-Universität Institut für Deutsche Sprache und Literatur II
Thema: Ausgewählte Termini der Freud’schen Theorie und Praxis und ihre aktuelle Rezeption.Eine semantisch-kritische Untersuchung
von Lena Langensiepen
2005
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG ... 3
1. FACHSPRACHEN ... 6
1.1 Begrifflichkeit und Definition ... 6
1.2 Entstehung von Fachsprachen ... 9
1.3 Ebenen des Fachsprachengebrauchs ... 10
1.4 Sprachliche Eigenschaften von Fachsprachen ... 12
1.4.1 Semantik der Fachbegriffe ... 13
1.4.2 Wortbildung im fachsprachlichen Bereich ... 14
1.4.2.1 Herkunft des Wortmaterials ... 17
1.4.3 Syntaktische Merkmale ... 18
1.5 Die Fachsprache der Psychoanalyse ... 20
2. DIE FREUD’SCHEN FACHTERMINI ... 26
2.1 „Über den Traum“ – Ein inhaltlicher Überblick ... 26
2.2 Semantische Untersuchung ausgewählter Termini ... 29
2.2.1 Der Terminus ‚Traum’ ... 29
2.2.2 Begriffsbildungen mit ‚Traum’ ... 37
2.2.2.1 Synonyme und Antonyme ... 38
2.2.2.2 Variation der Termini ... 43
2.2.2.3 Kombination der Fachbegriffe ... 47
2.3 Zusammenfassung ... 47
3. DIE FREUD’SCHEN ‚TRAUM’-BEGRIFFE IN DER AKTUELLEN REZEPTION DES FACHKOMPENDIUMS ... 49
3.1 Freud’sche Termini im aktuellen Gebrauch ... 49
3.2 Neue psychoanalytische Begriffsbildungen ... 56
4. SCHLUSSBETRACHTUNG ... 61
Literaturverzeichnis ... 65
Anhang ... 70
Einleitung
Die Freud’sche Terminologie gehört zu jenen Fachwortschätzen, die sich relativ genau bis zu ihren Anfängen zurückverfolgen lassen – in dem umfangreichen Werk Sigmund Freuds findet sich die Dokumentation der Entstehung und Ausarbeitung der psychoanalytischen Termini. Freud gelangt infolge seiner praktischen Forschungen zu Erkenntnissen, welche die Grundlage für seine Theorien und damit für einen neuen wissenschaftlichen Ansatz bilden; diese erfordern eine sprachliche und inhaltliche Fixierung, die Freud in der Bildung seiner fachsprachlichen Termini realisiert. Hierbei weist er einem sprachlichen Ausdruck einen bestimmten semantischen Gehalt zu, welcher dem Inhalt des zu bezeichnenden psychoanalytischen Gegenstandes bzw. Sachverhaltes entspricht. Verändert sich dieser jedoch aufgrund neuer Einsichten, besteht die Notwendigkeit, den anfangs festgelegten Terminus neu zu definieren, d.h. bewusst zu aktualisieren. Der maßgebliche Unterschied zum Bedeutungswandel von Wörtern der natürlichen Sprache zeigt sich darin, dass dieser innerhalb der Fachsprachen bewusst und zielgerichtet vollzogen wird, um Verständnisschwierigkeiten zu vermeiden; dieses Ziel wird jedoch nicht in allen Fachsprachen – die psychoanalytische eingeschlossen – in gleichem Maße erreicht, so dass semantische Überschneidungen von Fachbegriffen keine Seltenheit darstellen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer Auswahl an Freud’schen Fachtermini, deren semantischer Gehalt aus einem Kontext heraus erfasst und deren Bedeutungsbeziehungen zueinander untersucht werden sollen. Zum einen wird anhand der gewonnenen Ergebnisse analysiert, ob und inwiefern die psychoanalytischen Termini sowie ihre Gebrauchsweise den Anforderungen an eine wissenschaftliche Fachsprache entsprechen; zum anderen soll der Frage nachgegangen werden, ob und in welcher Weise sich die Bedeutungen der Fachbegriffe Freuds in der modernen psycho-analytischen Rezeption verändern.
a. Aufbau und Struktur der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Hauptkapitel, wobei das erste den theoretischen Teil bildet, im Sinne der aus einer Literaturauswahl herausgearbeiteten Darstellung der Varietät ‚Fachsprache’ – unter besonderer Berücksichtigung der sprachlichen Eigenschaften von Fachwörtern – und spezieller deren Erscheinungsform ‚Psychoanalytische Fachsprache’. An dieses schließen die beiden Kapitel, die weiterführend den Teil der Untersuchung darstellen. Im Wesentlichen befasst sich dieser Abschnitt mit der semantischen Analyse der Freud’schen Termini; außerdem werden die Fachbegriffe der aktuellen Rezeption durch ein psychoanalytisches Fachkompendium untersucht. Die abschließende Betrachtung stellt die Ergebnisse der Analysen im Hinblick auf die dargestellte Varietät ‚Fachsprache’ zusammenfassend dar.
b. Ausgangsmaterial und Vorgehensweise
Da im Rahmen einer Magisterarbeit lediglich ein Ausschnitt des Freud’schen Fachwortschatzes näher besprochen werden kann, beschränkt sich die vorliegende Arbeit auf einige ausgewählte Fachbegriffe, die Freud für die Darstellung seiner Traumlehre entwickelt – ein Anspruch auf Vollständigkeit ist daher nicht gegeben. Die Auswahl des psychoanalytischen Teilgebietes der Traumtheorie wird getroffen, da es die Grundlage für das Fach der Psychoanalyse darstellt und dementsprechend anzunehmen ist, dass sich hier die grundlegenden Termini der psychoanalytischen Fachsprache finden lassen. Aus diesem Grund bildet der Freud’sche Aufsatz „Über den Traum“1 den Ausgangspunkt der semantischen Untersuchung dieser Arbeit; er gibt einen Einblick in das Werk „Die Traumdeutung“. Da die Fachsprache der Psychoanalyse ursprünglich eine Varietät des Deutschen – der Muttersprache Freuds – darstellt, ist das Einbeziehen einer ebenfalls deutschen Rezeption am zuverlässigsten. Als Beispiel für die aktuelle psychoanalytische Fachsprache wird somit das Fachkompendium „Psychoanalytische Grundbegriffe“2 von Wolfgang Mertens herangezogen.
Bei der semantischen Analyse kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung, die im Folgenden dargestellt werden. Zunächst erfolgt die Herausarbeitung der von Freud verwendeten Fachbegriffe aus dem Text; im Weiteren wird eine Auswahl an Termini getroffen, die der Analyse unterzogen werden soll. Die Bedeutungen der ausgewählten Begriffe werden unter Berücksichtigung der Wortbildungsarten sowie der Herkunft der Termini aus dem Kontext heraus erfasst. Im Anschluss erfolgt die Untersuchung der aktuellen Rezeption hinsichtlich der Verwendungsweise der Freud’schen Termini sowie im Hinblick auf mögliche Neubildungen von Begriffen. Schlussendlich sollen die Ergebnisse den allgemeinen Merkmalen einer Fachsprache kontrastiv gegenübergestellt werden. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt dabei auf der Erfassung des semantischen Gehalts der Freud’schen Termini.
[...]
1 Vgl. Sigmund Freud: Über den Traum. In: Ders.: Gesammelte Werke. Chronologisch geordnet. Hrsg. von Anna Freud u.a. 7. Aufl. Frankfurt am Main: S. Fischer, 1987, Bd. 2/3: Die Traumdeutung/Über den Traum, S. 643-700.
2 Vgl. Wolfgang Mertens: Psychoanalytische Grundbegriffe. Ein Kompendium. 2., überarb. Aufl. Weinheim: Psychologie Verlags Union, 1998.
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