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Hausarbeit, 2005, 27 Seiten
Autor: André Bloemen
Fach: Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Details
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Tags: Klassenbegriff, Karl, Marx, Weber, Einführung, Sozialstruktur, Deutschlands
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-45227-4
Dateigröße: 384 KB
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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung: Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands
Sommersemester 2005
2. Fachsemester
Der Klassenbegriff bei Karl Marx und Max Weber
von: André Bloemen
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. DIE INDUSTRIELLE REVOLUTION IN ENGLAND UND DEUTSCHLAND 3
2.1 DIE INDUSTRIALISIERUNG IN ENGLAND 4
2.2 DIE INDUSTRIALISIERUNG IN DEUTSCHLAND 6
2.3 WANDEL DER ARBEITS- UND LEBENSVERHÄLTNISSE 6
3. KARL MARX: BIOGRAFIE 8
4. DER KLASSENBEGRIFF BEI KARL MARX 10
4.1 DIE ROLLE DES MEHRPRODUKTS 11
4.2 BOURGEOISIE UND PROLETARIAT 13
5. MAX WEBER: BIOGRAFIE 17
6. KLASSEN, STÄNDE UND PARTEIEN BEI MAX WEBER 20
6.1 KLASSEN 20
6.1.1 BESITZKLASSEN 21
6.1.2 ERWERBSKLASSEN 22
6.1.3 SOZIALE KLASSEN 22
6.2 STÄNDE 23
6.3 PARTEIEN 24
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 25
LITERATURVERZEICHNIS 27
1. Einleitung
Stellt man sich in einer wissenschaftlichen Analyse die Frage, wie Gesellschaften gegliedert sind, so wird man bei der Literaturrecherche mit den Werken zweier bedeutender Soziologen konfrontiert. Es handelt sich dabei um Karl Marx und Max Weber, die die Basis für viele soziologische und ökonomische Auseinandersetzungen geschaffen haben. In der vorliegenden Arbeit werden die Schichtungstheorien dieser Autoren erarbeitet. Dass die Werke teilweise schon fast 160 Jahre alt sind, lässt nicht an Ihrer Aktualität zweifeln. Eine Regeneration links-politischer Kräfte in der deutschen Parteienlandschaft mit dem Einzug der „Linkspartei“ in den deutschen Bundestag lässt zumindest auf eine gewisse Popularität marxistischen Gedankenguts in der Bundesrepublik Deutschland schließen. Zudem findet man für eine Beschreibung der aktuellen sozialen Ungleichheit bei beiden Autoren fundamentale Analysen der Gesellschaft. Im Folgenden soll zunächst das gesellschafts-ökonomische Umfeld des 19. Jahrhundert mit dem Übergang von den Feudalgesellschaften zur Industriegesellschaft dargestellt werden. In einer überblicksartigen Darstellung wird auf die grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen im Rahmen der „Industriellen Revolution“ hingewiesen. England, als Ursprungsland der Industrialisierung, und Deutschland sollen in diesem Zusammenhang beleuchtet werden. Anschließend gehe ich jeweils auf die Biografien von Marx und Weber ein, um hinterher die beiden unterschiedlichen Klassen- oder Schichtungstheorien der Autoren im Einzelnen zu analysieren. Im letzten Kapitel nehme ich kritisch Stellung zu den dargestellten Ergebnissen.
2. Die Industrielle Revolution in England und Deutschland
Will man die gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen unserer Gesellschaft begreifen, sind vor allem zwei Ausgangspunkte zu nennen, die die moderne Gesellschaftsentwicklung seit dem späten 18. Jahrhundert entscheidend geprägt haben. Dies ist zum einen die Französische Revolution, die das ancien régime und den Absolutismus in Frankreich stürzte und einen Demokratisierungsprozess in ganz Europa in Gang setzte. Zum anderen war es der ca. ab 1800 stattfindende Industrialisierungsprozess, der zunächst in England und später in ganz Europa und Nordamerika Einzug hielt. Für diesen Prozess wird in der Literatur der Begriff „Industrielle Revolution“ meist synonym verwendet. Diese Umbrüche, die auf der ganzen Welt im 19. Jahrhundert stattfanden, haben sämtliche Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft bis zum heutigen Zeitpunkt entscheidend geprägt. Ursachen, Ausprägungen und Folgen der Industriellen Revolution sollen im Folgenden überblicksartig dargestellt werden. Dabei beziehe ich mich zunächst auf die Entwicklungen in England, dem „Mutterland“ der Industrialisierung, um anschließend auf die Situation Deutschlands im 19. Jahrhundert einzugehen.
Um die Umwälzungen im Zeitalter der Industrialisierung zu verstehen, stellt sich vorab die Frage, wie die vorindustrielle Gesellschaft eigentlich aussah. Hier sollen kurz zwei wesentliche Aspekte genannt werden: Die vorindustrielle Gesellschaft war erstens eine Agrargesellschaft. Denn in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren in Deutschland ca. 80% direkt landwirtschaftlich tätig, nur 10% der Bevölkerung lebte in Städten oder stadtartigen Siedlungen. Man muss zwar davon ausgehen, dass diese Daten von Land zu Land variieren, jedoch unterstreichen sie den agrarischen Charakter der vorindustriellen Gesellschaft. Ein zweiter wesentlicher Aspekt ist die Tatsache, dass quasi bis zur Französischen Revolution die Gesellschaft von einer Ständeordnung gekennzeichnet war, in der der geistliche und weltliche Adel an der Spitze einer gesellschaftlichen Rangordnung standen.1
2.1 Die Industrialisierung in England
Wie bereits erwähnt gilt England als Ausgangspunkt der Industrialisierung. Dafür waren verschiedene Faktoren und Ereignisse verantwortlich, die teilweise in Interdependenz zueinander standen. Die ständische Ordnung lockerte sich in England weitaus früher als in anderen Ländern. Die wachsende Bedeutung der Schifffahrt ließ den Adel früher als in anderen Ländern am Welthandel teilnehmen. In England kam es zudem aufgrund der Erweiterung des Kolonialbesitzes in Nordamerika zur Kapitalbildung. 2 Die Landwirtschaft wurde vor allem durch die Einführung des so genannten Fruchtwechsels produktiver. Im 18. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Englands von ca. 5 Millionen auf etwa 9,2 Millionen. Das sorgte für einen großen Nachfrageschub, vor allem nach Textilien. Die Textilindustrie, insbesondere die Baumwollindustrie, wurde zum ersten Leitsektor der Industrialisierung in England. England war schon seit dem 16. Jahrhundert führend im europäischen Tuchgewerbe. Durch neue Web- und Spinnmaschinen3 wurde die Textilindustrie immer produktiver. Vor allem die US-amerikanischen Südstaaten fungierten nun als Baumwolllieferant. Der Aufschwung der Textilindustrie ging mit einem Aufschwung der Maschinenbau- und Metallindustrie einher. Technische Neuerungen, wie z.B. das Puddelverfahren (1783), ermöglichten die Massenproduktion von Schmiedeeisen. Weil die Zahl der Maschinen immer mehr zunahm, wollte man sich mehr und mehr von der Wasserkraft als Antriebsenergie lösen und setzte auf die Dampfmaschine4, was wiederum eine Erhöhung der Nachfrage nach Kohle verursachte.5
[...]
1 Informationen zur politischen Bildung (Heft 164), S. 1 f.
2 Informationen zur politischen Bildung (Heft 164), S. 7
3 z.B. 1733: fliegendes Weberschiffchen (J. Kay) und 1764: Spinnmaschine „Spinning Jenny“ (J. Hargreaves)
4 1705: Erfindung der Dampfmaschine durch T. Newcomen; 1762-1775: Verbesserungen der Dampfmaschine durch James Watt
5 Henke -Bockschatz, S.31 f
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