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Autor: Stephanie Briswalter
Fach: Gesundheitswissenschaften
Details
Tags: Bedeutung, Integrierten, Versorgung, Industrie, Berücksichtigung, Umsatzauswirkungen, Managements, Kundenbeziehung
Jahr: 2005
Seiten: 100
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 64 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 519 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45296-0
Textauszug (computergeneriert)
Hochschule Niederrhein
Gesundheitswissenschafen
Diplomarbeit
Die Bedeutung der Integrierten Versorgung
für die forschende pharmazeutische Industrie -
dargestellt unter besonderer Berücksichtigung der Umsatzauswirkungen
und des Managements der Kundenbeziehung
Stephanie Briswalter
2005
Kurzzusammenfassung
Das deutsche Gesundheitssystem ist geprägt von politischen und gesetzlichen Maßnahmen zur Senkung der Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Ziel dieser Diplomarbeit ist es der Frage nachzugehen, inwieweit die Integrierte Versorgung zu Auswirkungen auf die Umsätze und die Kundenbeziehungen der forschenden pharmazeutischen Industrie geführt hat. Als Grundlage dient eine Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, welches auch Regelungen zur Integrierten Versorgung beinhaltet.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine Studie zur Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung innerhalb der abgeschlossenen Verträge zur Integrierten Versorgung der Krankenkassen. Aufgrund dieser Möglichkeit zur Einschätzung der aktuellen Situation lassen sich Steuerungsinstrumente aufzeigen, die zur Vermeidung von Umsatz- und Qualitätseinbußen beitragen können. Weiterhin werden neue Versorgungsstrukturen durch die Integrierte Versorgung unterstützt, die veränderte Anforderungen an die forschende pharmazeutische Industrie bezüglich ihrer Kundenbeziehungen stellen.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... I
Abkürzungsverzeichnis ... II
1 Einleitung ... 1
1.1 Ausgangssituation ... 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise dieser Arbeit ... 2
1.3 Beschreibung der pharmazeutischen Industrie ... 3
2 Gesetzliche Regelungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ... 5
2.1 Ausgangslage vor dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ... 5
2.2 Gründe für das Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ... 6
2.3 Steigende Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ... 7
2.3.1 Steigende Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ... 9
2.4 Preis- und Mengensteuerung in der Arzneimittelversorgung ... 13
2.4.1 Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung ... 13
2.4.2 Preissteuerung ... 15
2.4.2.1 Festbeträge ... 17
2.4.3 Einführung einer Nutzenbewertung ... 19
2.4.4 Zuzahlungen für den Patienten ... 22
2.4.5 Struktur der Arzneimittelpreise in Deutschland verglichen mit Europa ... 23
2.5 Arzneimitteldistributionen ... 25
2.5.1 Versandhandel mit Arzneimitteln ... 25
2.5.2 Die Erlaubnis zum Mehrbesitz ... 26
2.5.3 Die Krankenhausapotheke als weiterer Absatzweg ... 27
3 Auswirkungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie von 2004 ... 29
4 Gesetzliche Regelungen zur Integrierten Versorgung ... 31
4.1 Definition der Integrierten Versorgung ... 31
4.2 Ziele der Integrierten Versorgung ... 32
4.3 Geänderte Rahmenbedingungen der Integrierten Versorgung ... 33
4.4 Mögliche Vertragspartner der Integrierten Versorgung ... 36
4.5 Vertragsmöglichkeiten der Integrierten Versorgung ... 38
4.6 Chancen für einzelne Akteure in der Integrierten Versorgung ... 43
4.6.1 Chancen für den stationären Sektor ... 43
4.6.2 Chancen für den ambulanten Sektor ... 44
4.6.3 Chancen für die Krankenversicherungsträger ... 45
4.6.4 Chancen für die Patienten ... 46
4.6.5 Chancen für die pharmazeutische Industrie ... 47
5 Auswirkungen der Integrierten Versorgungsverträge auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie ... 49
5.1 Aktuell bestehende Verträge zur Integrierten Versorgung ... 49
5.2 Studienbeschreibung ... 50
5.3 Methodik ... 51
5.3.1 Studiendesign ... 51
5.4 Studienauswertung ... 52
5.5 Ergebnisse der Studie ... 65
5.6 Beobachtungen der forschenden pharmazeutischen Industrie zu Umsatzentwicklungen im Rahmen der Integrierten Versorgung ... 68
6 Bewertungen der Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie ... 73
6.1 Veränderte Kundenstruktur für die forschende pharmazeutische Industrie ... 74
6.2 Anforderungen an die pharmazeutische Industrie ... 75
6.2.1 Pharmazeutische Hersteller als Vertragspartner der Krankenkassen ... 75
6.2.2 Pharmazeutische Hersteller als Partner der Leistungserbringer ... 77
7 Schlussbetrachtung ... 79
Literaturverzeichnis ... 81
Anhang ... 88
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
Die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens haben sich in den letzten Jahren für die forschende pharmazeutische Industrie mehrfach geändert. Verantwortlich dafür waren verschiedene Reformen, die alle darauf abzielten die Beitragssatzentwicklungen zu stoppen sowie die stetig steigenden Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren.
All diese Reformen konnten die Gesundheitsausgaben jedoch nicht nachhaltig stoppen, so dass es am 01.01.2004 zur Einführung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) kam.1 Im Hinblick auf die Auswirkungen für die forschende pharmazeutische Industrie ist dieses Gesetz eine der bedeutendsten Reformen. Verschiedene gesetzliche Reglementierungen im Bereich der Arzneimittelversorgung haben zur Folge, dass viele mittelständische und standorttreue Unternehmen der pharmazeutischen Industrie existenzbedrohende Zustände erfahren haben, die mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung in Form von Umsatzrückgängen, einem Abbau von Arbeitsplätzen und einer Reduktion des Forschungsbudgets einhergegangen sind.
Zu den Zielen des GMG gehört auch die Förderung der Integrierten Versorgung, die bereits im Jahr 2000 eingeführt, aber bis dahin kaum umgesetzt wurde. Das Hauptaugenmerk dieser neuen Versorgungsform liegt auf der Verbesserung der Effektivität und Qualität der medizinischen Versorgung. Die Aufhebung von Defiziten in den sektoralen Strukturen führt zu einem effizienteren Einsatz der vorhandenen Mittel im Gesundheitswesen, einschließlich der Arzneimittel. Erstmalig ist es der forschenden pharmazeutischen Industrie in der Integrierten Versorgung möglich, Einfluss auf die neue Vertragssituation zu nehmen - in Form von direkten Verträgen mit den Krankenkassen.
Der anhaltende Trend zur Wettbewerbsstärkung eröffnet der pharmazeutischen Industrie nicht nur Chancen auf neue Absatzgebiete und Umsatzwachstum, sondern stellt sie im Gegenzug vor enorme Herausforderungen auf die unbeständigen gesetzlichen Reglementierungen und die daraus resultierenden Marktveränderungen zu reagieren.
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise dieser Arbeit
Im thematischen Fokus dieser Diplomarbeit stehen die Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsatzentwicklungen und die Kundenbeziehungen der forschenden pharmazeutischen Industrie - dargestellt anhand einer Evaluation zur Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung in den abgeschlossenen Verträgen zur Integrierten Versorgung der Krankenkassen. Ziel war es hierbei, Interventionsmöglichkeiten der forschenden pharmazeutischen Industrie aufzuzeigen und zu analysieren.
Als Grundlage für die Bearbeitung des Themas erfolgt im Kapitel 2 eine Einführung in die gesetzlichen Regelungen des GMG, welches auch neue Bestimmungen zur Integrierten Versorgung beinhaltet. Diese ausführliche Analyse dient der Erläuterung des Gesamtzusammenhangs zwischen der Integrierten Versorgung und deren Auswirkungen auf die forschende pharmazeutische Industrie.
In Kapitel 3 sollen dem Leser die Auswirkungen dieses Gesetzes vermittelt werden. Die Grundlagen der Integrierten Versorgung werden in Kapitel 4 behandelt. Neben einer Begriffsdefinition und einer Erläuterung der Ziele werden die geänderten Rahmenbedingungen der neuen Versorgungsform aufgezeigt. Die Vorstellung wichtiger Vertragspartner und Vertragsmöglichkeiten wird um die Darstellung der Chancen der Teilnehmer an der Integrierten Versorgung ergänzt.
Das Kapitel 5 stellt den praktischen Teil dieser Arbeit dar und dient als wesentliche Voraussetzung für die Einschätzung der aktuellen Situation. Vorgestellt und untersucht wird die Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung innerhalb der Krankenkassenverträge zur Integrierten Versorgung. Nach der Vorstellung der aktuellen Vertragssituation und des Studienaufbaus folgt eine ausführliche Auswertung der Vertragsinhalte zur Arzneimittelversorgung. Anschließend werden in Kapitel 5.5 die Ergebnisse der Evaluation dargestellt, die wiederum mit den Beobachtungen der forschenden pharmazeutischen Industrie anhand verschiedener Marktanalysen verglichen werden. Speziell untersucht wurden hierbei umsatzsteuernde Instrumente und Interventionsmöglichkeiten der forschenden pharmazeutischen Industrie.
Aus dem Kapitel 5 resultiert in Kapitel 6 die Bewertung der Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie. Dazu erfolgt eine intensive Betrachtung der veränderten Kundenstruktur mit ihren Chancen und Mitgestaltungsmöglichkeiten sowie den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Industrie. Das Kapitel 7 fasst die Ergebnisse der Arbeit in einer Schlussbetrachtung zusammen.
1.3 Beschreibung der pharmazeutischen Industrie
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwas mehr als 500 Hersteller von Arzneimitteln. Darunter fallen 39 weltweit führende forschende Arzneimittelhersteller, die sich im Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) zusammengeschlossen haben.2
Die Mitglieder des VFA repräsentieren mehr als zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 85.000 Mitarbeiter. Sie gewährleisten den therapeutischen Fortschritt bei Arzneimitteln und sichern das hohe Niveau der Arzneimitteltherapie. Rund 14.500 ihrer Mitarbeiter sind in Deutschland für die Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln tätig. Allein in Deutschland investieren die forschenden Arzneimittelhersteller jährlich rund 3,6 Milliarden Euro in die Arzneimittelforschung für innovative Medikamente.3 Zusätzlich zum VFA gibt es den Deutschen Generikaverband e.V., dessen Mitglieder ausschließlich aus pharmazeutischen Unternehmen mit generischen Arzneimitteln bestehen4, die Nachahmerpräparate nach dem Ablauf des Patentschutzes für das Originalmedikament auf dem Markt anbieten.5 Allerdings gibt es auch Arzneimittelhersteller, die sowohl patentgeschützte als auch patentfreie Arzneimittel in ihrem Produktportfolio führen.
Die pharmazeutischen Unternehmen verfügen über einflussreiche Interessenverbände mit einer großen Nähe zu politischen Entscheidungsträgern. Die wichtigsten dieser Verbände sind der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) und der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA). Der BPI fungierte bis zur ersten Hälfte der neunziger Jahre als Dachverband der pharmazeutischen Unternehmen. Auf Grund interner Interessenkonflikte verließen vor allem die großen und forschungsintensiven, als multiinternationale Konzerne auftretenden Arzneimittelhersteller den BPI und bildeten den VFA. Der BPI organisiert seit der Spaltung überwiegend mittelständische Unternehmen, unter denen sich zahlreiche Generika- Hersteller befinden. Daneben ist noch der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) von einer gewissen Bedeutung, da dieser vor allem die auf den Selbstmedikationsmarkt orientierten Unternehmen vertritt.
Die Arzneimittelindustrie zeichnet sich durch eine hohe Produktivität und ein dynamisches Wachstum aus. Auch wenn die nationalstaatlich unterschiedlichen Regelungen für den Marktzutritt den internationalen Handel mit Pharmazeutika immer noch erschweren, ist der Arzneimittelmarkt durch einen hohen Internationalisierungsgrad gekennzeichnet. So belief sich das Exportvolumen für pharmazeutische Erzeugnisse im Jahr 2003 auf 21,16 Mrd. Euro, das Importvolumen auf 18,42 Mrd. Euro.6
Insbesondere in der Europäischen Union (EU) hat die Harmonisierung der Zulassungsanforderungen im Zuge der Schaffung eines europäischen Binnenmarktes große Fortschritte gemacht.
[...]
1 Vgl. Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz –GMG), vom 14. November 2003, in: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 55
2 Vgl. Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.: Pharma Daten 2004 Kompakt, http://www.bpi.de/internet/download/pharmadaten_2004_kompakt.pdf, Zugriff am 13.07.2005
3 Vgl. Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.: Statistics 2004 - Die Arzneimittelindustrie in Deutschland, Berlin: 2004, S. 4 - S. 13
4 Vgl. Deutscher Generikaverband e.V.: Fragen zum Markt, http://www.generika.de/generika.de- Dateien/generika.de/FAQ/Fragen_Markt.html, Zugriff am 24.08.2005
5 Vgl. Schwabe, U./ Paffrath, D.: Arzneimittelverordnungsreport 2004, Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, 2004, S. 13 - S. 16
6 Vgl. Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V.: Eine Stimme für fast alle, http://www.bahbonn. de/bah/index.html, Zugriff am 13.07.2005
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