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Der Beginn des Neolithikums in Nordeuropa

Termpaper, 2002, 22 Pages
Author: Stefan Feuser
Subject: Archaeology

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V48807
ISBN (E-book): 978-3-638-45399-8

File size: 397 KB


Excerpt (computer-generated)

Der Beginn des Neolithikums in Nordeuropa

von: Stefan Feuser

 


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung 3

II.) Hauptteil

a) Der Ursprung und der Weg nach Mitteleuropa 4
b) Die ersten Kulturen in Mitteleuropa 6
c) Die Ertebölle-Kultur 8
d) Die Neolithisierung des Nordens – Die Trichterbecherkultur 13
e) Wohin gingen die Jäger? 16

III.) Literaturverzeichnis 21

IV.) Abbildungsverzeichnis 22



 

I.) Einleitung

„Der Ursprung Europas – Die Wiege des Westens vor 6000 Jahren“, so der Titel eines populärwissenschaftlichen Buches von Carl-Heinz Boettcher1, in dem er das „erste Reich der Frühzeit“2 in die Zeit der Neolithisierung des Nordens legt. Seine Thesen sind abenteuerlich und archäologisch schwer zu überprüfen, das Buch wurde aber gerne gekauft und zeigt das Interesse, das der Jungsteinzeit und den Thesen über den Übergang von einer Jäger-und-Sammler- zu einer bäuerlichen Gesellschaft entgegengebracht wird. In der Forschung gibt es in dieser Frage des Übergangs vom Mesolithikum zum Neolithikum in Nordeuropa fast ebenso viele Forscher wie Forschungsmeinungen, was die Aktualität aber auch die Problematik dieses Themas verdeutlicht.

In meiner Arbeit werde ich zunächst kurz auf den Ursprung und die Ausbreitung des Neolithikums eingehen, um dann – ebenfalls nur kurz – die bäuerlichen Kulturen Mitteleuropas vorzustellen, soweit sie durch ihre räumliche Nähe in Kontakt mit der Ertebölle-Kultur des Nordens getreten sein könnten. Bei der Besprechung der Ertebölle-Kultur werde ich Fundplätze vorstellen, die als Belege einiger Neolithisierungsmodelle dienten. Nach einer kurzen Darstellung der Trichterbecherkultur werde ich Modelle zur Neolithisierung verschiedener Forscher vorstellen, ohne aber eine Vollständigkeit erlangen zu können. Ein Problem bei der Beschäftigung mit dem Thema stellt die zum Teil schlechte Publikationslage verschiedener Fundplätze da. So können manche Neolithisierungstheorien kaum überprüft werden, da die als Beleg vorgebrachten Grabungen nur in Vorberichten publiziert sind.

II.) Hauptteil

a) Der Ursprung und der Weg nach Mitteleuropa3

Die Ursprünge des altweltlichen Neolithikums liegen im Vorderen Orient, soweit es Europa, Westasien und Nordafrika betrifft. Die ersten Anfänge sind ab 8800 v. Chr. in der Form zu greifen, dass zunächst der reiche Wildgrasbestand intensiv geerntet wurde. Entscheidend war aber der Gedanke des absichtlichen Säens und Erntens. Diesen Vorgang kann man seit 8000 v. Chr. fassen, da ab dieser Zeit die Kulturpflanzen Emmer, Einkorn, Gerste, Erbe, Linse und Hühnerhirse im domestizierten Zustand auftreten. Die Notwendigkeit, Grasfrüchte, die nur kurze Zeit im Jahr zu ernten waren, als Vorrat zu lagern, führten zur einer Vorratswirtschaft und damit zur Sesshaftigkeit mit allen historischen Folgen, wie der Tierdomestikation, einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur und einem Bevölkerungswachstum. So lässt sich dann mit zeitlicher Abstufung die Domestikation von Schaf, Ziege, Schwein und Rind nachweisen. Woher allerdings die Anstöße für den Anbau und die Domestikation kamen, ist weitgehend unklar.

Diese im Vorderen Orient beginnende Entwicklung von aneignender Wirtschaftsweise der Jäger und Sammler zur Lebensform der neolithischen Bauern hat zu recht die Bezeichnung „neolithic revolution“4 erhalten. Der extensive Charakter der Landwirtschaft führte zu einer schrittweisen Ausdehnung der für Ackerbau und Viehzucht genutzten Flächen. Aus dem Ursprungsgebiet breitete sich die neolithische Siedlungs- und Wirtschaftsweise auf zwei Wegen nach Europa aus (Abb. 1). Ein Zweig führte über die heutigen Länder Türkei und Griechenland und weiter über den Balkan bis nach Mitteleuropa. Der zweite Weg führte über die Inseln Zypern, Kreta, Sizilien und Sardinien nach Südfrankreich. Von dort ging die Neolithisierungswelle nach Norden landeinwärts und traf ungefähr zur Mitte des 6. Jahrtausends auf die von Osten kommende Neolithisierungswelle. Eine autochthone Entwicklung in Europa ist auszuschließen, da fast alle neolithischen Haustiere und Kulturpflanzen, wie Einkorn und Schwein, nicht in Europa beheimatet waren. Der konkrete historische Ablauf der „Neolithisierung“ Europas ist aber trotz der vergleichsweise günstigen

Abb. 1 Das Entstehungsgebiet der bäuerlichen Wirtschaftsformen und deren Ausbreitung bis 5000 v. Chr. [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

So konnte die Frage nach der Beteiligung der einheimischen Jäger- und Sammlergesellschaften nicht eindeutig beantwortet werden. Einzelne Indizien, wie das unmittelbare Auftreten der Keramik und die Übernahme einer entwickelten Agrartechnik, sprechen für eine Bevölkerungseinwanderung. Die Frage nach der Beteiligung und dem Verbleib der einheimischen Bevölkerung wird sich später bei der Besprechung der Neolithisierung des Nordens wieder stellen. Forschungen im Zürichseegebiet scheinen das Bild von der Neolithisierung Europas zu modifizieren. So gibt es deutliche Hinweise auf Getreideanbau, der 1100 – 700 Jahre älter ist als die ältesten bisher in Europa bekannten Anbaugebiete der Bandkeramischen Kultur.

b) Die ersten Kulturen in Mitteleuropa

[...]


1 Boettcher, C.-H., Der Ursprung Europas. Die Wiege des Westens vor 6000 Jahren (St. Ingbert 1999).

2 a.o.O. 9.

3 nach Lüning, J., Steinzeitliche Bauern in Deutschland. Die Landwirtschaft im Neolithikum (Bonn 2000) 9-15.

4 Childe, G., New Light on Most Ancient East. The Oriental Prelude to European Society (London 1934) 35, nach: Hoika, J., Grenzfragen oder: James Watt und die Neolithisierung, Arch. Inform. 16, 1 (1993) 6-19.


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