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Autor: Petra Thomas
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Tags: Antonovskys, Modell, Salutogenese, Stellenwert, Diskussion
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 184 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45465-0
ISBN (Buch): 978-3-638-66005-1
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Hausarbeit beschreibt den Grundgedanken des salutogeneti-schen Konzepts. Im Vordergrund steht dabei die Erklärung des Modells, sowie die Einordnung der salutogenetischen Aspekte in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion. Der amerikanisch - israelische Medizinsoziologe ARON ANTONOVSKY (1923 – 1994) kritisierte erstmals die bis zu diesem Zeitpunkt verbreitete Betrachtungsweise von Gesundheit und Krankheit und stellte dieser Sicht eine völlig neue Perspektive gegenüber (vgl. BENGEL u.a. 2001, 9). Bis zu diesem Zeitpunkt galt Gesundheit als der normale Zustand eines Menschen. Das Gegenteil zu Gesundheit war Krankheit mit ihren differenzierten Abstufungen. Die beiden Zustände wurden als dichotom betrachtet. In ANTONOVSKYS Vorstellung lassen sich Gesundheit und Krankheit nicht strikt von einander trennen. Er beschreibt sie als zwei imaginäre Pole, zwischen denen sich der Mensch ständig im Laufe seines Lebens bewegt. Es gibt zwischen diesen Polen keinen normativen Zustand, sondern es ist ein ständiges Wechselspiel. ANTONOVSKY sieht diese Bewegung als Kräftemessen zwischen krankmachenden Faktoren und gesundheitserzeugenden Faktoren. Neu an dieser Denkweise war ebenso, dass diese gesundheitserzeugende Kraft ausgebildet und bewusst gefördert werden kann. Für ANTONOVSKY sind z. B. gewisse „innerliche Einstellungen oder Lebenskonzepte“ verantwortlich, warum sich ein Mensch gerade eher in Richtung Gesundheitspol oder Krankeitspol bewegt. „Der salutogenetische Ansatz ist ein Erklärungsmodell für die Entstehung von Gesundheit. Gesundheit wird als Ergebnis des Gleichgewichts zwischen Risikofaktoren und Gesundheitsfaktoren betrachtet. An der Aktivierung der Gesundheitsfaktoren ist im Rahmen dieses Modells maßgeblich der Kohärenzsinn eines Menschen beteiligt, der zur Aktivierung und Aus-wahl der geeigneten Ressourcen beiträgt“ (LAUBER u.a. 2001, 18). Es stellte sich die Frage, ob das mögliche Potenzial des Modells Eingang in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion findet. Interessant ist es, herauszufinden, ob die Gedanken von ANTONOVSKY in die gesundheitliche Aufklärung durch das Bundesgesundheitsministerium einfließen.
Textauszug (computergeneriert)
Hamburger Fern-Hochschule, Studiengang Pflegemanagement
Studienzentrum München, Studienfach Gesundheitswissenschaft
Herbstsemester 2004
Antonovskys Modell der Salutogenese und sein Stellenwert
in der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion
von: Petra Thomas
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema 3
2 Definition von Gesundheit und Krankheit 4
2.1 Gesundheit 5
2.2 Krankheit 6
3 Das Modell der Salutogenese von A. ANTONOVSKY 6
3.1 Entstehungshintergrund des salutogenetischen Modells 7
3.2 Das salutogenetische Modell 8
3.2.1 Das Kohärenzgefühl 8
3.2.2 Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum 9
3.2.3 Gesundheitsfaktoren und Risikofaktoren 10
3.2.4 Stessoren, Spannungszustände und Hintergründe zum Kohärenzgefühl 11
3.2.5 Generalisierte Widerstandsressourcen 12
3.3 Das salutogenetische Modell im Überblick 13
4 Gesundheitspolitik 14
4.1 Gegenstandsbereich der Gesundheitspolitik 14
4.2 Die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland mit Zuständigkeit des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung 15
4.3 Ziele der Bundesrepublik Deutschland zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens 17
5 Bedeutsamkeit des salutogenetischen Modells für die aktuelle Gesundheitspolitik 19
6 Schlussbetrachtung 21
Glossar 23
Quellenverzeichnis 24
1 Einführung in das Thema
Die vorliegende Hausarbeit wird den Grundgedanken des salutogenetischen Konzepts beschreiben. Im Vordergrund steht dabei die Erklärung des Modells, sowie die Einordnung der salutogenetischen Aspekte in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion. Der amerikanisch - israelische Medizinsoziologe ARON ANTONOVSKY (1923 – 1994) kritisierte erstmals die bis zu diesem Zeitpunkt verbreitete Betrachtungsweise von Gesundheit und Krankheit und stellte dieser Sicht eine völlig neue Perspektive gegenüber (vgl. BENGEL u.a. 2001, 9). Bis zu diesem Zeitpunkt galt Gesundheit als der normale Zustand eines Menschen. Das Gegenteil zu Gesundheit war Krankheit mit ihren differenzierten Abstufungen. Die beiden Zustände wurden als dichotom betrachtet. In ANTONOVSKYS Vorstellung lassen sich Gesundheit und Krankheit nicht strikt von einander trennen. Er beschreibt sie als zwei imaginäre Pole, zwischen denen sich der Mensch ständig im Laufe seines Lebens bewegt. Es gibt zwischen diesen Polen keinen normativen Zustand, sondern es ist ein ständiges Wechselspiel.
ANTONOVSKY sieht diese Bewegung als Kräftemessen zwischen krankmachenden Faktoren und gesundheitserzeugenden Faktoren. Neu an dieser Denkweise war ebenso, dass diese gesundheitserzeugende Kraft ausgebildet und bewusst gefördert werden kann. Für ANTONOVSKY sind z. B. gewisse „innerliche Einstellungen oder Lebenskonzepte“ verantwortlich, warum sich ein Mensch gerade eher in Richtung Gesundheitspol oder Krankeitspol bewegt. „Der salutogenetische Ansatz ist ein Erklärungsmodell für die Entstehung von Gesundheit. Gesundheit wird als Ergebnis des Gleichgewichts zwischen Risikofaktoren und Gesundheitsfaktoren betrachtet. An der Aktivierung der Gesundheitsfaktoren ist im Rahmen dieses Modells maßgeblich der Kohärenzsinn eines Menschen beteiligt, der zur Aktivierung und Auswahl der geeigneten Ressourcen beiträgt“ (LAUBER u.a. 2001, 18). Der Grund für mich dieses Thema im Rahmen dieser Hausarbeit zu behandeln ist, dass das Thema Salutogenese mir trotz meiner langjährigen Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin und kontinuierlicher Weiterbildung im Gesundheitswesen, bisher noch nie begegnete. Es stellte sich mir die Frage, ob das mögliche Potenzial des Modells Eingang in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion findet. Interessant ist für mich herauszufinden, ob die Gedanken von ANTONOVSKY in die gesundheitliche Aufklärung durch das Bundesgesundheitsministerium einfließen.
2 Definition von Gesundheit und Krankheit
Um das Modell der Salutogenese von ARON ANTONOVSKY zu verstehen, ist es zunächst notwendig die beiden Begriffe Gesundheit und Krankheit näher zu betrachten. Auf den ersten Blick sind diese Begriffe eindeutig. Gesundheit steht für Wohlbefinden und die Abwesenheit von Beschwerden. Krankheit steht im allgemeinen für Beschwerden, Schmerzen und Leid. Dennoch gibt es für Gesundheit und Krankheit die unterschiedlichsten Definitionen. Das ist einmal auf ihre Komplexität und ebenso auf die jeweils subjektive Bedeutung für den Einzelnen zurückzuführen. Denkt man beispielweise an die unterschiedliche Schmerztoleranz zwischen chronisch kranken Menschen und dem Schmerzempfinden von Menschen mit akut auftretenden Schmerzen ist die Subjektivität vorstellbar. In der griechischen Antike begannen sich mit der Naturphilosophie erste Erklärungsversuche für die Entstehung von Gesundheit und Krankheit abzuzeichnen. Unter Gesundheit wurde in erster Linie das harmonische, ausgeglichene Leben im Einklang mit der Natur verstanden. Heute kann man im allgemeinen feststellen, „..was unter Gesundheit bzw. Krankheit verstanden wird, Unterliegt geschichtlichen, kulturellen, wissenschaftstheoretischen und auch individuellen Einflüssen“ (LAUBER u.a. 2001, 15).
2.1 Gesundheit
Gesundheit wird in unserem Kulturkreis auf der einen Seite als etwas verstanden, was durch die eigene gesunde Lebensführung erhalten bleibt und auf der anderen Seite ist Gesundheit, etwas, das durch die Behandlung von Krankheiten wieder hergestellt wird (vgl. HÖRMANN u.a. 2002, 87). Im PSCHYREMBEL wird Gesundheit in dreierlei Weise beschrieben. Zunächst im Sinne der WHO, die sich auf den Zustand völligen körperlichen, geistigen und seelischen und sozialen Wohlbefindens beschränkt. Im engeren Sinn gesehen weißt der PSCHYREMBEL auf das subjektive Empfinden, des Fehlens körperlicher, geistiger und seelischer Störungen oder Veränderungen in bzw. auf einen Zustand in dem Erkrankungen und pathologische Veränderungen nicht nachgewiesen werden können. Und zuletzt wird auf das Sozialversicherungsrecht verwiesen, das Gesundheit und als Zustand beschreibt, aus dem Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit resultiert (vgl. PSCHYREMBEL 1994, 538).
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