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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 282 KB
Archivnummer: V49028
ISBN (E-Book): 978-3-638-45576-3

Textauszug (computergeneriert)

Was ist Erlebnispädagogik?

von: Monika Blazek

 


Gliederung

1. Einleitung 2

2. Geschichte der Erlebnispädagogik  2

2.1. Wegbereiter der heutigen Erlebnispädagogik 2
2.2. Kurt Hahns Konzept 3
2.3. Aktualität der Erlebnispädagogik 5

3. Grundlagen der modernen Erlebnispädagogik 6

3.1. Das Erlebnis 6
3.2. Versuch einer Begriffsbestimmung 8
3.3. Grundbedingungen der erlebnispädagogischen Arbeit 9

4. Reflexion in der Erlebnispädagogik 10

4.1. Begriffsbestimmung 10
4.2. Reflexionsmodelle 10

5. Transfer in der Erlebnispädagogik 12

5.1. Begriffsbestimmung  12
5.2. Transfermodelle 12

6. An wen richtet sich die Erlebnispädagogik? (Beispiele) 13

6.1. Erlebnispädagogik mit Straffälligen 13
6.2. Erlebnispädagogik mit behinderten Menschen 14

7. Theoriedefizit, Grenzen, Missverständnisse der Erlebnispädagogik 15

7.1. Theoriedefizit 15
7.2. Männer- und Frauenrollen in erlebnispädagogischen Aktivitäten 16
7.3. Leiterverhalten und Leiterstil 17
7.4. Erlebnispädagogik als systemerhaltendes oder systemkritische Disziplin?  17
7.5. Transferproblematik der Erlebnispädagogik 18

8. Stellungnahme 18

9. Literatur 19




 

1. Einleitung

Heutzutage ist es relativ schwer, die Jugendlichen von pädagogischen Programmen zu überzeugen. Diese Art der Erziehung ist einfach nicht „cool“ genug. Lieber schließt man sich mit ein paar anderen Jugendlichen zusammen und zieht um die Häuser. Nicht selten endet dieses „Abhängen“ mit Mutproben, die nicht immer legal ausfallen. Ergebnis hieraus ist, dass immer mehr Jugendliche in den Straffanstalten sitzen, oder mit Sozialarbeit ihre Tat wieder gut machen. Woher kommt diese „Ruhelosigkeit“ der heutigen Jugend? Ganz einfach, die legalen Abenteuermöglichkeiten der Kinder schwinden in unserer immer mehr und mehr kontrollierenden Umwelt. Immer häufiger werden sie von den erbosten Erwachsenen ermahnt und man nimmt ihnen immer mehr Freiheiten. Den Jugendlichen fehlen einfach die Abenteuer und ihre Lust darauf steigert sich mit jedem Tag. Schließlich holen sie sich ihre Befriedigung auf eigene Faust, wenn auch nicht immer legal. Die Erlebnispädagogik setzt genau an diesem Punkt an und versucht den Jugendlichen mit Aktivitäten zu einem sozialen Wesen zu erziehen. Was aber genau ist Erlebnispädagogik? Lernt man dort zu erleben? Tut man dies nicht bei jedem Atemzug? An wen ist sie gerichtet und was ist nicht so positiv an ihr? Diese und andere Fragen sollen in der folgenden Abhandlung erläutert werden.

2. Geschichte der Erlebnispädagogik

2.1. Wegbereiter der heutigen Erlebnispädagogik

Schon Platon (427-347 v. Chr.) erkannte die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Förderung des Individuums. So nehmen, neben der Vernunft und dem Wissen, auch die Malerei, die Musik und der Sport ihren Platz bei der Bildung eines Menschen ein. Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) ist ebenfalls ein Wegbereiter der heutigen Erlebnispädagogik. Er richtet sich mit seinem Erziehungsroman „Emil oder über die Erziehung“ gegen die restriktiven Erziehungsbestimmungen seiner Zeit. Er setzte sich dafür ein, dass Kinder nicht zu kleinen Erwachsenen erzogen werden, sondern Kinder bleiben. Somit müsste die Erziehung sich nach der natürlichen Entwicklung richten und nicht nach einem von außen gesetzten Ziel. Laut Rousseau gibt es drei Faktoren, die die Erziehung eines Menschen beeinflussen: die Natur, der Mensch und die Dinge. Der Mensch gilt hierbei als ´ Ermöglicher` von Erziehung, um den Einfluss der anderen beiden Faktoren zu gewährleisten. Der Erzieher soll sich so weit wie möglich zurückhalten und nicht in die natürlichen Lernprozesse des Kindes eingreifen. Rousseau beschreibt diese Form der Erziehung als eine ´negative Erziehung`. Der Erziehende hat lediglich die Aufgabe das pädagogische Umfeld des zu Erziehenden in der Form zu planen und zu gestalten, dass den anderen unmittelbaren Erziehungsfaktoren eine größtmögliche Wirkung zukommt und somit altersgemäße Tätigkeit und Entwicklung ermöglicht wird. Das Kind soll dabei seinem natürlichem Bedürfnis nach Bewegung nachgehen und die Welt als handelndes Wesen selbst entdecken. Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) war ein weiterer Gründer der Erlebnispädagogik. Nach seiner Auffassung nach musste ein Kind, um sinnvolle Bildung und Erziehung zu erhalten, authentische und vitale Erfahrungen machen und daraus seine Erkenntnisse ziehen. So wird Sozialverhalten durch die Begegnung ausgeprägt und nicht durch die Belehrungen der Pädagogen. Man kann sagen, Pestalozzi verfolgte das Ziel eine Erziehungsform zu entwickeln, die auf dem Prinzip „Kopf, Herz und Hand“ beruht. (vgl. Witte, 2002, S. 23f)

2.2. Kurt Hahns Konzept

„Gebt den Kindern Gelegenheit sich selbst zu entdecken… Lasst sie Triumph und Niederlage erleben… Weist ihnen verantwortliche Aufgaben zu, bei denen zu versagen, den kleinen Staat gefährden heißt… Übt die Phantasie.“ (vgl. Hahn, 1986, S. 12) Dies sind die Gesetze der Salem-Schulen, die von Kurt Hahn ins Leben gerufen wurden. Er gilt als der Vater und der Initiator der Erlebnispädagogik. Hahn kritisierte an den Jugendlichen seiner Zeit:

- den Verfall der körperlichen Tauglichkeit, welche durch die modernen Fortbewegungsmöglichkeiten verursacht wird
- die fehlende Selbstinitiative, bedingt durch die modernen Kommunikationsmittel, durch die der Mensch in die Zuschauermentalität verfällt
- die verringerte Geschicklichkeit und Sorgfalt, aufgrund des zunehmenden Verschwindens des Handwerkertums, wodurch die Bereitschaft zum exakten und mühevollen Arbeiten abnimmt
- und vor allem die mangelnde Fähigkeit, Empathie für andere zu entwickeln, verursacht durch ständiges Eilen und Hetzen, was typisch für das moderne Leben ist. (vgl. Schwarz, 1968, S.40f)

Kurt Hahn suchte bei den Jugendlichen die Begeisterung für die Welt, die sie als Kinder hatten, durch ihre Sehnsucht an Abenteuern, der Forscherfreude, die Liebe zur Malerei, Musik und zum Schreiben. Diese kindlichen Eigenschaften bezeichnet er als die „unverdorbenen Leidenschaften“, die er durch seine Erziehung wieder hervorbringen wollte. (vgl. Schwarz, 1968, S. 40) Hahns Antwort auf den Verfall der Jugendlichen war, den Jugendlichen besondere Erlebnisse zu ermöglichen, durch die sie verborgene Kräfte entdecken und so ihren Horizont erweitern können. Hiermit machte er die Erlebnispädagogik zu dem zentralen Punkt seiner Arbeit und setzte an den Stärken und Fähigkeiten der Schüler an. (vgl. Reiners, 1993, S. 2) Bei diesen Erlebnissen ist für Hahn nicht wichtig, wie lange sie andauern, sondern wie intensiv sie von dem Jugendlichen erlebt werden. Wie sehr er sich engagiert. Nur so bleibt die Erfahrung im Gedächtnis des Erlebenden und kann ihm in späteren Situationen möglicherweise helfen. Nachahmung und Übung spielen für Hahn ebenfalls eine große Rolle in seiner Erziehungsarbeit. Er wollte, dass die Jugendlichen sich zwei Sachen zur Gewohnheit machen: zum einen das Umsetzen von Gefühlen in echte Tathandlungen und zum anderen die Gewohnheit der Selbstüberwindung. Er war der Meinung, dass der, der durch das Handeln lernt, sich eher an das Gelernte erinnern kann, als jemand, der diese passiv versucht.

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