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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 15
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 312 KB
Archivnummer: V49124
ISBN (E-Book): 978-3-638-45651-7

Textauszug (computergeneriert)

Grundzüge der Gesellschaftstheorie von Jürgen Habermas

von: Joachim Horvath

 


1. Einleitung  3

2. Grundzüge der Habermasischen Gesellschaftstheorie  4

2.1 Handlungstheoretische Grundlagen  4

2.1.1 Zweckrationales Handeln 
2.1.2 Kommunikatives Handeln 

2.2 Habermas‘ Anleihen bei der Systemtheorie  8

2.2.1 Argumente für den Einbau systemtheoretischer Elemente 
2.2.2 Der Erklärungswert der systemtheoretischen Elemente  10
2.2.3 Abgrenzung gegenüber der reinen Systemtheorie  11

2.3 Habermas‘ kritische Gesellschaftstheorie  12

3. Schluß  14

4. Literaturverzeichnis  15



 

1. Einleitung

Habermas‘ Gesellschaftstheorie ist das Resultat einer langwierigen und sehr umfassenden Auseinandersetzung mit den Werken der soziologischen Klassiker. Als Vertreter der kritischen Theorie der Frankfurter Schule war natürlich zunächst Karl Marx ein wichtiger Anknüpfungspunkt für ihn, sehr bald aber auch Max Weber und dessen Rationalisierungstheorie (die Habermas in ihrer Fixierung auf instrumentelle Rationlisierung allerdings in einem wesentlichen Punkt für zu eng und ergänzungsbedürftig hält). Eine besondere Aufwertung durch Habermas – vor allem innerhalb des deutschen Sprachraums – erhält das Werk von George Herbert Mead, dessen Theorie der sozialen, sprachlichen Genese von Subjektivität und Selbstbewußtsein seiner eigenen Betonung der Eigenständigkeit des lebensweltlich-kommunikativen Handelns gegenüber allen Reduktions- und Naturalisierungsversuchen sehr entgegenkommt. Einen besonderen Stellenwert für Habermas hat seine Auseinandersetzung mit funktional-systemischen Theorieentwürfen, zunächst in ihrer klassischen Ausprägung durch Talcott Parsons, dann in den 70er Jahren in einer intensiven Debatte mit Luhmann und dessen subtiler Weiterentwicklung. Habermas sieht sich aus verschiedenen Gründen (siehe unten) sogar dazu genötigt, seinem von Hause aus eher verstehend-hermeneutischen, handlungstheoretischen Ansatz eine systemtheoretische Komponente gleichwertig an die Seite zu stellen – womit seine dualistische Gesellschaftstheorie ihre im wesentlichen endgültige Form erhalten hat (in Gestalt des monumentalen Werkes der „Theorie des kommunikativen Handelns“; siehe auch Literaturverzeichnis).

2. Grundzüge der Habermasischen Gesellschaftstheorie

2.1 Handlungstheoretische Grundlagen1

Der methodische Ausgangspunkt dieses Theorieteils ist die subjektivindividuelle Perspektive auf die soziale Wirklichkeit, wie sie beispielsweise auch Max Weber als Gegenstand „deutenden Verstehens“ ins Zentrum der soziologischen Theoriebildung stellt. Habermas unterscheidet nun zwei verschiedene Grundformen des Handelns, nämlich Arbeit und Interaktion (in einem frühen Entwurf Ende der 60er Jahre2), die er schließlich in die geläufigeren Begriffe zweckrationales und kommunikatives Handeln überführt.

2.1.1 Zweckrationales Handeln

Zweckrationales Handeln ist seiner Struktur nach die Ausübung von Kontrolle. Deshalb ist die »Rationalisierung« von Lebensverhältnissen nach Maßgabe dieser Rationalität gleichbedeutend mit der Institutionalisierung einer Herrschaft, die als politische unkenntlich wird.3 Diese Form des Handelns, weitgehend identisch mit Max Webers gleichlautendem Begriff (auch die Stoßrichtung von Habermas‘ Weber-Kritik wird aus obigem Zitat sehr schön deutlich), unterscheidet Habermas nun weiter in instrumentales Handeln, das den technisch-empirischen Umgang mit der physikalischen Welt bezeichnet, rationale Wahl, womit präferenzgeleitetes Handeln unter dem Gesichtspunkt der Nutzenmaximierung gemeint ist (das Grundmodell der Wirtschaftswissenschaften), und strategisches Handeln, bei dem unter Wettbewerbsbedingungen das Verhalten von Gegenspielern kalkulierend berücksichtigt wird (solche Situationen analysiert vor allem die mathematische Spieltheorie). Ein besonderes Charakteristikum dieser zweckrationalen Handlungformen ist zum einen die monologischegozentrische Einstellung auf seiten der Handelnden, welche die Gegenstände ihres Handelns (einschließlich Personen) vorwiegend als Mittel zu eigenen Zwecken betrachtet, und zum anderen ihre weitgehende Ausrichtung auf die Natur und Fragen der materiellen Reproduktion einer Gesellschaft. Fortschritt wird in dieser Dimension des Handelns folglich vor allem an der Ausdehnung der Naturbeherrschung und an den technischen Verbesserungen der Produktionsabläufe gemessen .

2.1.2 Kommunikatives Handeln

[...]


1 Meine Darstellung von Habermas‘ Gesellschaftstheorie orientiert sich, soweit nicht anders angegeben, an der Einführung von Preglau.

2 Siehe Habermas 1968.

3 Habermas 1968, S. 49. Hervorhebung im Fettdruck von mir.

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