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Autor: Mario Neumann
Fach: Wirtschaft - Beschaffung, Produktion, Logistik
Details
Tags: Optimierung, Behälterkreislaufs, Theorieteil
Jahr: 2005
Seiten: 47
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 276 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45660-9
Theorieteil der Diplomarbeit
Textauszug (computergeneriert)
Fachhochschule Erfurt
Fachbereich Verkehrs- und Transportwesen
Theorieteil zur Diplomarbeit
Optimierung des Behälterkreislaufs im Rahmen der Planung eines
industriellen Fertigteillagers
eingereicht von
Mario Neumann
Oktober 2005
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... III
Tabellenverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
1 Grundlagen der Logistik ... 1
1.1 Der Logistikbegriff ... 1
1.2 Charakteristika der Logistikkonzeption ... 2
1.3 Aufgaben und Ziele der Logistik ... 4
1.3.1 Logistikleistungen ... 5
1.3.2 Logistikkosten ... 6
1.3.3 Optimierung des Logistikerfolgs ... 9
1.3.4 Zielkonflikte ... 10
1.4 Logistik als Unternehmensstrategie ... 12
1.5 Das Logistik-Kennzahlen-System ... 13
2 Lager- und Kommissioniersysteme ... 16
2.1 Lagersysteme ... 16
2.1.1 Lagerfunktionen und –arten ... 17
2.1.2 Lagertypen ... 19
2.1.3 Lagersystemplanung ... 22
2.1.4 Lagerverwaltung und -steuerung ... 23
2.2 Kommissioniersysteme ... 23
2.2.1 Kommissionierfunktionen ... 24
2.2.2 Elemente von Kommissioniersystemen ... 24
2.2.3 Behältereinsatz und -kennzeichnung ... 25
3 Beschaffungslogistik ... 27
3.1 Definition der Beschaffungslogistik ... 27
3.2 Abgrenzung der Beschaffungslogistik ... 27
3.3 Aufgaben und Ziele der Beschaffung ... 28
3.4 Material- und Informationsfluss im Wareneingang ... 28
4 Behälter und Behälterkreisläufe ... 30
4.1 Gestaltungsparameter von Behältern ... 30
4.2 Logistische Behälterfunktionen ... 32
4.3 Behälter- Ausstattungsmerkmale ... 33
4.4 Anforderungen an Behälter und Behälterkreisläufe ... 34
4.5 Behälterkreislaufsysteme ... 35
4.6 Bewertung von Behälterkreislaufsystemen ... 37
4.7 Kosten von Behälterkreislaufsystemen ... 38
Literaturverzeichnis ... 40
1 Grundlagen der Logistik
„Logistik ist das Management aller Güter- und zugehöriger Informationsflüsse in das Unternehmen (von Lieferanten), innerhalb des Unternehmens sowie aus dem Unternehmen (zu den Kunden).“1
Güterbewegungen jeglicher Art sind für Unternehmen auf der ganzen Welt etwas Alltägliches. Selbst Dienstleistungsunternehmen sehen eine immer größer werdende Flut an logistischen Prozessen auf sich zukommen. Dabei spielt es keine Rolle um welche Art Güter es sich handelt – alle müssen transportiert werden.2
1.1 Der Logistikbegriff
Der Ursprung des Logistikbegriffs stammt aus der Güterversorgung im militärischen Bereich, in dem die Notwendigkeit entstand, Güter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar zu haben. Erst lange nach dem zweiten Weltkrieg wurde auf zivil-wirtschaftlichem Gebiet der Begriff der Logistik in den USA übernommen.3 Der Zwang zur Überwachung und Koordination aller Material- und Güterströme erwuchs aus der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Jahrhunderts, welche ganz im Zeichen von Unternehmenswachstum und -expansion stand. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat sich der Begriff zu einem schillernden Modewort entwickelt. Eine einheitliche Definition lässt sich schwer finden, da bei diversen Autoren nur selten ein übereinstimmender Begriffshintergrund festzustellen ist.4 An dieser Stelle soll neben o.g. Definition eine andere explizit genannt werden. Sie stammt von der amerikanischen Logistikgesellschaft Council of Logistics Management und lautet wie folgt: „Logistik ist der Prozess der Planung, Realisierung und Kontrolle des effizienten, kosteneffektiven Fließens und Lagerns von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten und der damit zusammenhängenden Informationen vom Liefer- zum Empfangspunkt entsprechend den Anforderungen des Kunden.“5 Entsprechend dem materialflussbezogenen Kontext dieser Arbeit, kann man die Logistik vereinfacht durch die „6R`s“ beschreiben. Sie schildern „eines der Ziele der Logistik als die Lieferung der
- richtigen Ware, zum
- richtigen Zeitpunkt, in der
- richtigen Zusammensetzung, und der
- richtigen Qualität, am
- richtigen Ort zum
- richtigen Preis.“6
Trotz der Simplifizierung ist dieser Leitsatz weit verbreitet und genießt weltweite Anerkennung. Richtig wird dabei als Synonym für seitens des Kunden erwartete Eigenschaften im Sinne von bestellt, gefordert, erwartet und minimaler Kosten verwendet.7
In Anlehnung an diesen Leitsatz wird die Logistik in vorliegender Arbeit als „marktorientierte, integrierte Planung, Gestaltung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und dazugehörigen Informationsflusses zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten, innerhalb eines Unternehmens sowie zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden verstanden.“8 Die Optimierung des Logistikerfolgs wird dabei als Ziel jeder logistischen Aktivität gesetzt. Auf Grund der Marktorientierung stellen logistische Leistungen Marketinginstrumente dar und sind auch als solche zu beurteilen.9 Die Elemente der Logistikleistung werden im Kapitel 2.3.1, im Rahmen der Aufgaben und Ziele der Logistik, ausführlich erläutert.
1.2 Charakteristika der Logistikkonzeption
Gemäß dem o.g. Leitsatz lassen sich fünf Arten von Nutzen unterscheiden, welche aus wirtschaftlichen Tätigkeiten resultieren: Gestaltnutzen, Informationsnutzen, Ortnutzen, Zeitnutzen und Nutzen aus Recht am Gut. Kurz gesagt werden wirtschaftliche Güter ver- oder gebraucht, um die Bedürfnisse von Menschen zu befriedigen. Im Kontext bedeutet dies, dass eine in Erfurt gefertigte Maschine (Gestaltnutzen) ein Bedürfnis in Stuttgart erst befriedigen kann, wenn dort die Information angekommen ist, dass die Maschine gefertigt wurde (Informationsnutzen) und wenn sie zum Zeitpunkt, zu dem sie benötigt wird (Zeitnutzen), nach Stuttgart geschickt wird (Ortsnutzen). Anschließend wird dem Nutzer das Recht am Gut - durch Eigentumsübergang, Leasing oder Miete - übertragen. Dem Unternehmenszweck unterliegen demnach wertschöpfende Tätigkeiten, indem Güter mit bedürfnisbefriedigenden Werteigenschaften erzeugt werden.10
Grundlage für die Logistikkonzeption bzw. das Logistikdenken sind dabei drei miteinander in Beziehung stehende Arten des Denkens: Das System-, das Flussund das Querschnittsfunktionsdenken. Das Systemdenken sagt aus, dass Teilbereiche des Logistiksystems nicht einzeln zu betrachten sind, da Veränderungen in einem Teilbereich immer Veränderungen in anderen Bereichen nach sich ziehen. Das Flussdenken beschreibt die Betrachtung des Güter- und Informationsflusses entlang der logistischen Kette zwischen Lieferanten und Kunden und wird in Abb. 2 dargestellt.11
Aus Darstellungsgründen sind Abbildungen nur in der Kaufversion enthalten.
Abb. 1: Logistische Kette
Quelle: eigene Darstellung, anlehnend an Schulte, Christof (1999): Logistik, München, S. 4.
Bestände stehen dabei stets für eine Unterbrechung des Materialflusses, welche der Durchlaufzeitverkürzung entgegenwirken. Da moderne Logistikkonzepte vom Flussdenken geprägt sind, werden Bestände in solchen Konzepten wertanalytisch auf deren Funktion hin betrachtet. Bestände haben unterschiedliche Funktionen. Sie sollen eine reibungslose Produktion ebenso ermöglichen, wie sofortige Lieferungen, Überbrückung von Störungen, wirtschaftliche Fertigung und konstante Auslastung. Demgegenüber verdecken Bestände störanfällige Prozesse, unabgestimmte Kapazitäten, mangelnde Flexibilität, Ausschuss und mangelnde Liefertreue. Durch die signifikant wichtige Transparenz im Materialfluss ist es die Aufgabe des Querschnittsfunktionsdenkens, trotz miteinander konkurrierender Ziele der Entwicklungs-, Absatz-, Beschaffungs- und Produktionsbereiche optimale unternehmens- und bereichsübergreifende Logistikentscheidungen zu treffen, welche zur Erfüllung von Umsatz- und Kostenzielen beitragen.
Zur Verwirklichung des Logistikkonzepts bedarf es einer klaren organisatorischen Gestaltung der Schnittstellenaufgaben zwischen der Logistik und den anderweitigen Funktionen.12 Sollten die eigenen Kräfte und Kenntnisse im Unternehmen hierfür nicht ausreichend sein, ist die Beauftragung einer Unternehmensberatung, mit fundierter Logistikkompetenz, ins Auge zu fassen. Wobei zu beachten ist, dass externe Dienstleister konkurrierende Interessen haben und zur Selbstoptimierung neigen.13
[...]
1 Mau, Markus (2002): Logistik, 1. Aufl., S. 5.
2 Vgl. Odrich, Peter (1998): Modernes Logistik-Management, 1. Aufl., Frankfurt/ M., S. 5.
3 Vgl. Ebenda, S. 5.
4 Vgl. Schulte, Christof (1999): Logistik, 3. Aufl., München, S. 1.
5 Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 12.
6 Hompel, Michael ten; Schmidt, Thorsten (2005): Warehouse Management - Automatisierung und Organisation von Lager- und Kommissioniersystemen, 2. Aufl., Berlin, Heidelberg, S. 16.
7 Vgl. Ebenda, S. 16.
8 Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 1.
9 Vgl. Mau, M., Logistik (FN 12), S. 5 ff.
10 Vgl. Pfohl, H.-Chr., Logistiksysteme (FN 4), S. 20 ff.
11 Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 3.
12 Vgl. Schulte, Chr., Logistik (FN 15), S. 3 ff.
13 Vgl. Gudehus, Timm (1999): Logistik - Grundlagen, Strategien, Anwendungen, Berlin, Heidelberg, New York, Barcelona, Hongkong, London, Mailand, Paris, Singapur, Tokio, S. 828.
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