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Kommunikative Zugangswege zu Menschen mit Demenz

Hausarbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Astrid Zwanzig
Fach: Pflegewissenschaften

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V49280
ISBN (E-Book): 978-3-638-45768-2
ISBN (Buch): 978-3-638-79146-5
Dateigröße: 117 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die adäquate, professionelle und menschenwürdige Begleitung von älteren Menschen, die an einer Demenz, z. B. der Alzheimer- oder Multi-Infarkt-Demenz leiden, gilt zu Recht zu den schwierigsten und anspruchvollsten Herausforderungen in der Altenpflege. Um eine größtmögliche Lebensqualität bei den Betroffenen zu erreichen, kommt einer professionellen Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und den dementiell Erkrankten eine immense Bedeutung zu. In unserem Verständnis von Sprache und Kommunikation können Menschen mit Demenz oft nicht mehr Worte oder logische Sätze formulieren. Dennoch können sie sehr intensiv mit uns in Verständigung treten: durch Schreie, durch Geräusche, oder wenn auch das nicht mehr geht, durch Gestik und Mimik. Oder auch indem sie gar nichts tun. Die Aufgabe ist herauszufinden, auf welchen Ebenen der Kommunikation wir sie erreichen. Die Kernfrage ist: Wie schaffen wir Zugangswege zu Menschen mit Demenz? Wie reagieren wir, wenn wir mit Bewohnerinnen und Bewohnern konfrontiert werden, die offensichtlich nicht mehr behalten können, was gerade eben gesagt wurde? Was sind die spontanen Gefühle und inneren Bewertungen, die wir entwickeln, wenn an Demenz erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb kurzer Zeit mehrere Male dasselbe fragen? Oder wenn unser Gesprächspartner massive Wortfindungsstörungen hat und scheinbar unsinnige Wörter und Satzkonstellationen von sich gibt? Die Liste unterschiedlichster Auffälligkeiten ist lang und lässt sich beliebig fortsetzen. Was aber im Umgang mit diesen Menschen stets gleich bleibt, ist die Schwierigkeit, hinter solchen Auffälligkeiten eine Person wahrzunehmen, die trotz der angedeuteten kognitiven Verfallserscheinungen mit seinen Vorlieben und Gefühlen gegenwärtig ist, die auch intellektuell durchaus noch ansprechbar und belastbar bleibt. Es geht mir in dieser Hausarbeit darum mich mit unterschiedlichen Methoden der Gerontopsychiatrie mit dem Fokus, Interaktion zwischen Pflegenden und Personen mit Demenz, auseinander zu setzen, um eine größere Verhaltenssicherheit im Umgang mit Bewohnerrinnen und Bewohnern mit Demenz zu erzielen und um einen besseren Zugang zu ihnen zu finden um ihre Bedürfnisse zu verstehen.


Textauszug (computergeneriert)

Kommunikative Zugangswege zu Menschen mit Demenz

von: Astrid Zwanzig

 


Gliederung

1. Einleitung 1-2

2. Kommunikationsprobleme mit Menschen mit Demenz 2-4

3. Die Bedürfnisse von Personen mit Demenz 4-5

4. Ziele in der Interaktion mit Demenzerkrankten 5-6

5. Pflegekonzeptionen in der Pflege von dementen Menschen 6

5.1 Die Bezugspflege 6-7
5.2 Die Biografiearbeit 7-8
5.3 Das Konzept der Validation 8-10
5.4 Das Realitätsorientierungstraining (ROT) 10-11
5.5 Die Basale Stimulation 12-13
5.6 Die Musiktherapie 13-14
5.7 Snoezelen 14-15

6. Grundlegende Voraussetzungen für eine optimale stationäre Betreuung von Menschen mit Demenz 15-16

7. Fazit 16-17




 

1. Einleitung

Die adäquate, professionelle und menschenwürdige Begleitung von älteren Menschen, die an einer Demenz, z. B. der Alzheimer- oder Multi-Infarkt-Demenz leiden, gilt zu Recht zu den schwierigsten und anspruchvollsten Herausforderungen in der Altenpflege. Um eine größtmögliche Lebensqualität bei den Betroffenen zu erreichen, kommt einer professionellen Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und den dementiell Erkrankten eine immense Bedeutung zu. In unserem Verständnis von Sprache und Kommunikation können Menschen mit Demenz oft nicht mehr Worte oder logische Sätze formulieren. Dennoch können sie sehr intensiv mit uns in Verständigung treten: durch Schreie, durch Geräusche, oder wenn auch das nicht mehr geht, durch Gestik und Mimik. Oder auch indem sie gar nichts tun. Die Aufgabe ist herauszufinden, auf welchen Ebenen der Kommunikation wir sie erreichen. Die Kernfrage ist: Wie schaffen wir Zugangswege zu Menschen mit Demenz?

Wie reagieren wir, wenn wir mit Bewohnerinnen und Bewohnern konfrontiert werden, die offensichtlich nicht mehr behalten können, was gerade eben gesagt wurde? Was sind die spontanen Gefühle und inneren Bewertungen, die wir entwickeln, wenn an Demenz erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb kurzer Zeit mehrere Male dasselbe fragen? Oder wenn unser Gesprächspartner massive Wortfindungsstörungen hat und scheinbar unsinnige Wörter und Satzkonstellationen von sich gibt? Die Liste unterschiedlichster Auffälligkeiten ist lang und lässt sich beliebig fortsetzen. Was aber im Umgang mit diesen Menschen stets gleich bleibt, ist die Schwierigkeit, hinter solchen Auffälligkeiten eine Person wahrzunehmen, die trotz der angedeuteten kognitiven Verfallserscheinungen mit seinen Vorlieben und Gefühlen gegenwärtig ist, die auch intellektuell durchaus noch ansprechbar und belastbar bleibt. Als Beispiel für den problematischen Umgang mit demenzerkrankten Menschen möchte ich ein Erlebnis aus meiner Arbeit anführen, was mich unter anderem dazu bewogen hat mich mit dem Thema, Kommunikation mit Dementen näher auseinander zu setzen.

Ich arbeite in einem Wohnbereich mit vierzig Bewohnerrinnen und Bewohner, die teils dement und teils nicht dement sind. Ein Konzept zum Umgang mit dementen Bewohnerrinnen und Bewohner existiert derzeit noch nicht. Eine demente Bewohnerin, Fr. M. sitzt an einem Tisch im Foyer des Wohnbereichs und ruft, falls sie nicht gerade damit beschäftig ist mit ihrem Essen herum zu spielen, jeder vorbeilaufenden Person und Personen, die sich ebenfalls im Foyer aufhalten lautstark und teilweise im Minutentakt zu:“ Mama komm mal her!“. Die Nerven des Personals sowie der anwesenden Mitbewohner und Angehörigen liegen blank. Es kommt zu aggressiven Wortgefechten zwischen Frau M. und einigen Mitbewohnerinnen, wie z. B:“ Frau M. soll doch endlich die Klappe halten!“ Aber Fr. M. zeigt sich wenig beeindruckt und ruft weiterhin mit kräftiger Stimme. Auch der Versuch einer Mitarbeiterin Fr. M. mit Zeitschriften, Kuscheltieren und Strickzeug abzulenken scheiterte. Ignoranz und Resignation breitete sich unter den Mitarbeitern aus, denn die anderen Bewohnerinnen und Bewohnern mussten ja auch versorgt werden. Doch die genervten Mitbewohnerinnen forderten, dass Frau M. endlich ruhiggestellt wird. Intuitiv setzte ich mich nun neben Frau. M., nahm ihre Hand und sagte: „Hallo Frau M.“ Frau M. reagierte mit einem strahlenden Lächeln, umarmte mich und äußerte: “Da biste ja endlich! Du hast wohl viel zu tun. Ich bin so froh, dass de da bist.“ Ich muss zugeben, dass ich von dieser Reaktion sehr gerührt war und entgegnete ihr, dass ich auch froh bin, dass sie hier sei. Frau M. und ich unterhielten uns dann noch etwa fünf Minuten und erstaunlicherweise hatte Frau M. danach, zumindest für diesen Tag, aufgehört zu rufen. Es geht mir in dieser Hausarbeit darum mich mit unterschiedlichen Methoden der Gerontopsychiatrie mit dem Fokus, Interaktion zwischen Pflegenden und Personen mit Demenz, auseinander zu setzen, um eine größere Verhaltenssicherheit im Umgang mit Bewohnerrinnen und Bewohnern mit Demenz zu erzielen und um einen besseren Zugang zu ihnen zu finden um ihre Bedürfnisse zu verstehen.

2. Kommunikationsprobleme mit Menschen mit Demenz

Menschen, die von den fortschreitenden Symptomen der Demenz betroffen sind, zeichnen sich vor allem durch Gedächtnisprobleme, Probleme bei der Beurteilung von Situationen sowie durch Beeinträchtigungen des logischen Denkvermögens aus.

Durch die Beschädigung der Sprachareale im Gehirn kommt es zur Aphasie, wobei der Betroffene Probleme damit hat, die richtigen Wörter für seine Gedanken zu finden, und zur Agnosie, wenn der Betroffene Gegenstände nicht mehr erkennen kann. Die verbale Kommunikation bei einem Menschen mit fortgeschrittener Demenz ist insbesondere dadurch negativ beeinflusst, dass diese Person große Schwierigkeiten hat, eigene geistige Vorstellungen von Wörtern, die sich aus Erinnerungen an Dinge und Ereignisse im Leben zusammensetzen, im Gehirn auszubilden.

[...]


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