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Autor: Felix Wabra
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Institut für Geschichte)
Tags: Attisch-Delische, Seebund, Ausschließlich, Machinstrument, Athens, Proseminar, Alte, Geschichte
Jahr: 2005
Seiten: 12
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 223 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45898-6
Die Abreit beschriebt das Wesen des ersten Attischen Seebundes und diskutiert die Frage, ob dieser ausschließlich ein Machtinstrument Athens gewesen ist.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Regensburg, Philosophische Fakultät III
Proseminar Alte Geschichte : Griechenland im Zeitalter der Pentekontaetie .
SS 2005, 2. Semester
Der Attisch-Delische Seebund: Ausschließlich
ein Machinstrument Athens?
von: Felix Wabra
Inhalt
1. Einleitung:
1.1 Die Vorgeschichte Seite 3
1.2 Die Quellenlage Seite 3
1.3 Die Vertragsbestimmungen Seite 4
2. Die Ziele und Interessen der Bündner:
2.1 Die Ziele des Seebundes in der Geschichtsschreibung Seite 5
2.2 Die Ziele im Spiegel der historischen Entwicklung Seite 5
2.3 Die Interessenlage Athens Seite 7
2.4 Die Interessenslage der Bündner Seite 8
3. Der Seebund: Ausschließlich ein Machtinstrument?
3.1 Der Attisch-Delische Seebund: Ausschließlich ein Machtinstrument Athens? Seite 8
3.2 Ausblick: weitere machtpolitische Entwicklung Athens Seite 10
1. Einleitung:
Auf diese Weise bekamen die Athener die Führung, mit Zustimmung der Verbündeten, […], und setzten fest, welche Städte Geld gegen den Barbaren besteuern sollten und welche Schiffe - denn das Vorgeben war: Vergeltung erlittener Unbill durch Verwüstung des königlichen Landes.“1 So beschreibt Thukydides die Situation nach dem Sieg des Hellenbundes über den persischen Großkönig. Die Perser hatten sich vollständig aus Griechenland zurückgezogen, die Athener „entrissen den Lakedaimoniern den Oberbefehl“2 und führten mit anderen griechischen Poleis den Krieg gegen Persien fort. Mit diesen bildet Athen ein Bündnis und erweiterte so, nach Vorbild des peloponnesischen Bundes, sein Einflussgebiet erheblich, so dass die früher zweitstärkste Polis zur Hegemonialmacht in Griechenland des ausgehenden fünften Jahrhunderts avancierte. Nach Beendigung der Kämpfe mit den Persern, band Athen die Waffenbrüder noch fester an sich und duldete keine Alleingänge und kein Ausscheren dieser aus dem weiterhin bestehenden Bündnis. Doch war dieser Attisch-Delische Seebund, wie er heute bezeichnet wird, von Beginn nur ein Mittel zum Zweck, dass Athen die Hegemonie erlangt und sichert? Oder war es gleichsam eine evolutionäre Entwicklung; verfolgte Athen vielleicht doch zuerst die Absicht auch die Griechen in Kleinasien dauerhaft aus persischem Hoheitsgebiet herauszulösen und erkannte erst nach und nach die Möglichkeit, das Bündnis zu seinen Gunsten zu instrumentalisieren? Diesen Frage n möchte der Autor in dieser Arbeit mit Hilfe von antiken Quellen, den Verlauf der Ereignisse und moderner Forschungsliteratur nachgehen.
1.1 Die Vorgeschichte:
„Denn anfangs […] hatte man davon gesprochen, dass die Athener die Führung der Flotte übernehmen müsste. Da sich aber die Bundesgenossen widersetzen, gaben die Athener nach. Hellas zu retten war ihre ganze Sorge […]“3, so beschreibt Herodot die Ausgangslange vor den Kriegen gegen Persien. Athen habe aufgrund des höheren Ziels seine Ambitionen über die Befehlsgewalt der Flotte des Hellenbundes aufgegeben. Doch nachdem die Perser vernichtend geschlagen und nach Asien flohen waren, aber auch als der Spartaner Pausanias bei den anderen griechischen Staaten in Ungnade4 gefallen war, da war die Stunde der Athener gekommen. Sie versammelten die griechischen Staaten, die den Krieg gegen die Perser fortsetzten wollten, um sich und forderten von diesen einen Anteil an den Kriegskosten, die vor allem von der Seemacht Athen getragen wurden5.6
1.2 Die Quellenlage:
Als wichtigste Quelle dieser Epoche der Griechischen Geschichte, der Pentekontaetie, liegt auch dieser Arbeit der athenische Historiker Thukydides mit seinem Werk „Geschichte des Peloponnesischen Krieg“ maßgeblich zugrunde. Der Autor hat aber auch andere Schriftsteller wie Plutarch mit den Biographien von Kimon und Aristeides sowie Herodot mit seinen „Historien“, sowie Aristoteles` „Staat der Athener“ als Quellen herangezogen. Dabei muss hier berücksichtigt werden, dass sowohl Thukydides als auch Herodot Athener waren und wir so davon ausgehen dürfen, dass die Ereignisse nicht unbedingt objektiv wiedergegeben wurden, zumal auch gerade Geschichtsschreibung dieser Zeit durch Legendenbildung in den jeweiligen Staaten, in diesem Fall Athen, geprägt wurde. Eine nicht athenische Quelle, z.B. eine aus Sparta, ist leider nicht überliefert und so eine Gegenüberstellung nicht möglich. Doch aufgrund der zeitlichen Nähe der Lebensdaten von Thukydides (*460-450, + ca. 400) zu den beschriebenen Geschehnissen dürfen wir doch relative hohe Authentizität annehmen.
1.3 Die Vertragsbestimmungen des Attisch-Delischen Seebundes:
Der maßgeblich für die Gründung des Seebundes verantwortliche Athener Aristeides leistete „den Ioniern den Eid, den gleichen Feind und Freund zu haben“7, worauf die Bündnerstaaten zur Besiegelung dieses Schwurs Eisenklumpen im Meer versenkten8. Zudem verpflichteten sich die Bundesstaaten zur Zahlung9 von Beiträgen an die Schutzmacht Athen: „Der erste Beitrag, der umgelegt wurde, betrug vierhundertsechzig Talente […]“10.
[...]
1 Thuk. I.96.1
2 Hdt. VIII.3.2
3 Hdt. VIII.3.1
4 vgl. Hdt. VIII.3.2
5 Thuk. I.96.1ff: „Auf diese Weise bekamen die Athener die Führung […] und setzten nun fest, welche Städte Geld gegen den Barbaren beisteuern sollten und welche Schiffe-denn das Vorgehen war: Vergeltung erlittener Unbill durch Verwüstung des königlichen Landes. […] als Schatzhaus wählten sie Delos, und dort im Heiligtum waren ihre Versammlungen.
6 Zur Vorgeschichte vgl. Petzold, Delisch-Attischer Seebund I, S. 418-432. sowie Meyer, Vorgeschichte und Gründung, S. 405-446.
7 Kiechle, Athens Politik, S.270. sowie Arist. Pol. P. 23,5: „dieselben Feinde und Freunde zu haben“
8 ebd.: „Der Bund sollte bestehen, bis diese [sc. Die Eisenklumpen] wieder auftauchen würden.“
9 Zu den Beiträgen siehe: Meritt, Wade-Grey, Mc Gregor, The Athenian Tribute Lists, Princeton 1939-53.
10 Thuk. I.96.2 11 Kiechle, Athens Politik, S.275.
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