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Termpaper, 2005, 13 Pages
Author: Tim Bendzko
Subject: Theology - Systematic Theology
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Evangelische Theologie)
Tags: Paul, Tillichs, Begriff, Symbols, Religion, Religionskritik
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45979-2
File size: 191 KB
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften
Institut für Evangelische Theologie
Proseminar: Religion und Religionskritik
Sommersemester 2005
Paul Tillichs Begriff des religiösen Symbols
von: Tim Bendzko
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 3
2 DAS ALLGEMEINE, REPRÄSENTATIVE SYMBOL 4
2.1 Die Wesensmerkmale des allgemeinen, repräsentativen Symbols 4
3 DAS RELIGIÖSE SYMBOL 5
3.1 Zum Wesen religiöser Symbole 5
3.2 Arten und Schichten religiöser Symbole 6
3.3 Zur Entstehung religiöser Symbole 9
3.4 Zur Wahrheit religiöser Symbole 10
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 11
5 LITERATURVERZEICHNIS 13
1 EINLEITUNG
In seinen Ausführungen zur Dimension der Tiefe führt Paul Tillich (1886-1965) an, dass mit dem „Verlust der Tiefendimension“1 auch die Symbole verloren gehen, die Ausdruck dieser Dimension sind. Mit ihrem Verlust verschwindet die einzige Möglichkeit das ‚Unbedingte’ in der endlichen Welt anschaulich zu machen. Selbst vielen Theologen ist die symbolische Bedeutung biblischer Überlieferung nicht hinreichend bekannt. Deren Versuche diese zu historischen Wahrheiten zu machen und sie damit vor ihrem Untergang zu bewahren schlugen fehl, machten sie dadurch angreifbarer und führten somit zu ihrem Untergang. Tillich drückt dies folgendermaßen aus:
„Wenn sie [die Symbole] in die horizontale Ebene übertragen werden und ihre Inhalte auf eine Ebene neben endlichen Gegenstände und Tatsachen gestellt werden, verlieren sie ihre Macht und Bedeutung und werden leichte Beute für die Angriffe der biologischen und historischen Wissenschaften.“2
Paul Tillichs Theologie wäre ohne seinen Symbolbegriff kaum vorstellbar. Das Symbol gibt ihm die Möglichkeit den Dingen Ausdruck zu verleihen, die in unserer Wirklichkeit nicht fassbar wären, aber trotzdem ‚tieftest Anliegen’ des Menschen sind. Auch vierzig Jahre nach seinem Tod ist das ‚Symbolproblem’ noch nicht gelöst. Weniger in der Theologie als in der Öffentlichkeit werden biblische Geschichten und Symbole fälschlicherweise für Absurditäten gehalten, weil die Menschen immer noch durch die gescheiterten Versuche, vor allem der katholischen Kirche, geprägt sind, diese zu Geschichtswahrheiten zu machen. Ohne eine symbolische Redeweise kann unsere Wirklichkeit nur an der Oberfläche beschrieben werden und läuft Gefahr ihr Fundament zu verlieren. Ich halte dies für eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Daher soll es Ziel dieser Arbeit sein, Paul Tillichs Verständnis des religiösen Symbols in dessen Grundzügen darzustellen, um zu zeigen, dass es durchaus Bestrebungen gibt die vorhandene ‚Sprachverwirrung’ zu beseitigen.
2 DAS ALLGEMEINE, REPRÄSENTATIVE SYMBOL
2.1 Die Wesensmerkmale des allgemeinen, repräsentativen Symbols
Bevor das Wesen des religiösen Symbols behandelt wird, sollte zuerst einmal eine Darstellung des allgemeinen, repräsentativen Symbols und dessen Trennung vom bloßen Zeichen erfolgen. Das erste Wesensmerkmal des allgemeinen Symbols ist dessen ‚Uneigentlichkeit’. Genau wie das Zeichen, besitzt das Symbol einen Hinweischarakter. Ein Symbol sagt also im eigentlichen Sinne nichts über sich Selbst aus, sondern über etwas, das außerhalb von ihm liegt, nämlich über das was es symbolisiert. Wobei auch das in ihm symbolisierte wieder ein Symbol für etwas anderes sein kann. Fälschlicherweise wird das Wort Symbol im heutigen Sprachgebrauch oft auf Dinge angewendet, die in ihrem eigentlichen Sinne keine Symbole sind. Da sich diese allgemeine ‚Sprachverirrung’ nicht mehr rückgängig machen lässt, spricht Tillich bei echten Symbolen von ‚repräsentativen’ und beim schlichten Zeichen von ‚diskursiven Symbolen’, was uns zum Hauptmerkmal des echten Symbols, der ‚Selbstmächtigkeit’ führt.
Ein Zeichen ist immer mit einer konkreten Vorstellung verknüpft. Zum Beispiel eine rote Verkehrsampel an einer Straßenkreuzung. Sie vermittelt jedem Verkehrsteilnehmer unmissverständlich, dass er die Kreuzung jetzt nicht zu überqueren hat. Eine rote Ampel und das Stoppen eines Fahrzeugs haben aber keine innere Beziehung zueinander.3 Anders verhält es sich bei Symbolen. Diese partizipieren an der Wirklichkeit dessen worauf sie hinweisen. Sie sind Repräsentant bzw. Vertreter dessen, was sie symbolisieren und sind somit ein Teil dessen. Es ist in sich selbst gegenwärtig.
[...]
1 P. Tillich, Die verlorene Dimension (1958), in Gesammelte Werke, Bd. 5, (Stuttgart 1978), 46 [abgekürzt: DvD].
2 DvD, 46.
3 Vgl. P. Tillich, Wesen und Wandel des Glaubens (Frankfurt, Berlin 1968), in Gesammelte Werke, Bd. 8, (Stuttgart 1978), 139 [abgekürzt: WW].
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