Richard Löwenherz auf dem dritten Kreuzzug close

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Details

Veranstaltung: Reisen im Mittelalter
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München
Tags: Richard, Löwenherz, Kreuzzug, Reisen, Mittelalter
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1,9
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 258 KB
Archivnummer: V49656
ISBN (E-Book): 978-3-638-46042-2
ISBN (Buch): 978-3-638-77305-8

Zusammenfassung / Abstract

Der dritte Kreuzzug dauerte von 1187 - 1192 und war einer der größten seiner Art . Einer der Teilnehmer zählt zu den berühmtesten Kreuzfahrern: der englische König Richard Löwenherz. Die hindernisreiche Rückreise des englischen Königs aus dem Heiligen Land dauerte 18 Monate - ein Jahr und sechs Wochen davon saß er im Gefängnis. Auf die Umstände der Rückreise sowie die Hintergründe der Gefangennahme wird in der Arbeit näher eingegangen. Am Anfang wird vor allem Augenmerk auf den Vorfall in der Stadt Akkon gelegt, da dieser die Heimreise des Königs maßgeblich beeinflussen sollte. Themenschwerpunkt ist die Reise des Königs selbst, weniger die politischen Rahmenbedingungen, auf die jedoch zum Zweck des Verständnisses nicht verzichtet werden konnte. Von seinen Untertanen wurde Richard Löwenherz leidenschaftlich als Held verehrt, von seinen Gegner aber ebenso leidenschaftlich verfolgt. In dieselben Parteien scheiden sich seine Chronisten, die ihm einerseits wie Ambroise und Howden als Held verehrten. Andererseits bezeichnen ihn Historiker aber auch als "a bad son, a bad husband, a selfish ruler, and a vicious man", wie es William Stubbs im Itinerarium Regis Ricardi tut . So ist die Faktentreue und Ausführlichkeit der Quellen unterschiedlich. Wo sich die Quellen widersprechen oder andere Unklarheiten bestehen, wird in der Arbeit darauf hingewiesen. Zu Richard Löwenherz liegt eine Vielzahl von deutschen und fremdsprachigen Bearbeitungen vor. Die umfassendsten Darstellungen, die in dieser Arbeit verwendet wurden, stammen von Régine Pernoud und John Gillingham. Bei dieser sowie der anderen Literatur wurde darauf geachtet, dass die Darstellungen den Mythos Löwenherz kritisch hinterfragen.

Textauszug (computergeneriert)

Richard Löwenherz auf dem dritten Kreuzzug

von: Stefan Meingast

4. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung  2

II. Vorgeschichte: Der Vorfall in Akkon 3

III. Die Heimreise aus dem Heiligen Land 4

1. Der Entschluss zur vorzeitigen Rückkehr 4
2. Die Seereise 5

Die Reiseroute  6
An Bord eines Seeräuberschiffes  7
Auf dem Festland  7

3. Die Flucht und Gefangennahme Richards 8
4. Der königliche Gefangene  11
5. Das Lösegeld  12
6. Die Aufbringung des Lösegeldes 13
7. Die Freilassung Richards  13

IV. Zusammenfassung 15

V. Literaturverzeichnis 16




 

I. Einleitung

Der dritte Kreuzzug dauerte von 1187 - 1192 und war einer der größten seiner Art1. Einer der Teilnehmer zählt zu den berühmtesten Kreuzfahrern: der englische König Richard Löwenherz. Die hindernisreiche Rückreise des englischen Königs aus dem Heiligen Land dauerte 18 Monate - ein Jahr und sechs Wochen davon saß er im Gefängnis. Auf die Umstände der Rückreise sowie die Hintergründe der Gefangennahme wird in der Arbeit näher eingegangen. Am Anfang wird vor allem Augenmerk auf den Vorfall in der Stadt Akkon gelegt, da dieser die Heimreise des Königs maßgeblich beeinflussen sollte. Themenschwerpunkt ist die Reise des Königs selbst, weniger die politischen Rahmenbedingungen, auf die jedoch zum Zweck des Verständnisses nicht verzichtet werden konnte. Von seinen Untertanen wurde Richard Löwenherz leidenschaftlich als Held verehrt, von seinen Gegner aber ebenso leidenschaftlich verfolgt. In dieselben Parteien scheiden sich seine Chronisten, die ihm einerseits wie Ambroise und Howden als Held verehrten. Andererseits bezeichnen ihn Historiker aber auch als "a bad son, a bad husband, a selfish ruler, and a vicious man", wie es William Stubbs im Itinerarium Regis Ricardi tut2. So ist die Faktentreue und Ausführlichkeit der Quellen unterschiedlich. Wo sich die Quellen widersprechen oder andere Unklarheiten bestehen, wird in der Arbeit darauf hingewiesen. Zu Richard Löwenherz liegt eine Vielzahl von deutschen und fremdsprachigen Bearbeitungen vor. Die umfassendsten Darstellungen, die in dieser Arbeit verwendet wurden, stammen von Régine Pernoud und John Gillingham. Bei dieser sowie der anderen Literatur wurde darauf geachtet, dass die Darstellungen den Mythos Löwenherz kritisch hinterfragen.

II. Vorgeschichte: Der Vorfall in Akkon

In Galiläa wurde die Stadt Akkon seit dem 28. August 1189 von den Kreuzfahrern belagert. Die Belagerung bis ins Jahr 1191 hatte wenig Erfolg. Das Blatt wendete sich erst mit dem Eintreffen der lang erwarteten Militärhilfe am 20. April 1191: König Philipp II. August von Frankreich landete vor Akkon. Nur sieben Wochen später traf Richard Löwenherz ein. Nach Richards Ankunft wurde die Belagerung energischer als vorher betrieben, vor allem mit Hilfe großer französischer Belagerungsmaschinen. Sultan Saladins Angriffe auf das Lager der Kreuzfahrer nützten nichts. Am 12. Juli 1191 kapitulierte Akkon gegen den Willen des Sultans 3. Am 9. August erwartete man die Übergabe des Heiligen Kreuzes und die Aufteilung der in Akkon gemachten Gefangenen. Als die christliche Armee einmarschierte, ereignete sich ein verhängnisvoller Zwischenfall. Das Ereignis wird nur von wenigen Chronisten erwähnt, es sollte aber für die weitere Geschichte Richards von großer Bedeutung sein. Philipp und Richard hatten bereits vor ihrer Ankunft einen Beuteteilungsvertrag geschlossen, den sie nun so auslegten, dass nur sie und ihr Anhang an der Beute zu beteiligen waren, nicht aber die anderen, die bis zu zwei Jahren vor Akkon gelegen hatten. Leopold von Österreich, der zu den ältesten Belagerern Akkons gehörte, durchbrach dieses Beutekartell, indem er Anspruch auf einen Teil der Gefangenen erhob und in der Stadt das babenbergische Banner aufpflanzte. Dies missfiel dem Gefolge Richards4. Einige von Richards Soldaten rissen das Banner herunter und warfen es in einen Graben. Lyppoldus dux d´Osterico, wie Leopold in den Quellen heißt, war tief verletzt. Er machte Richard für die Kränkung verantwortlich - vermutlich zu Recht. Die Soldaten mussten zumindest mit der stillschweigenden Billigung ihres Herrn gehandelt haben5. Der Herzog von Österreich kehrte bald nach diesem Vorfall nach Hause zurück. Erst viel später sollte er Rache für die erlittene Schmach üben. Über die Rückfahrt Leopolds und darüber, wie er die Reise bezahlte, weiß man nicht viel6.

[...]


1 MAYER, Geschichte, S. 129.

2 MARKOWSKI, Richard Lionheart, S. 352.

3 MAYER, Geschichte der Kreuzzüge, S. 134.

4 Vgl. PERNOUD, Abenteurer, S. 158-159.

5 GILLINGHAM, Richard Löwenherz, S. 189.

6 Vgl. FICHTENAU, Akkon, S. 21.

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