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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 27 Pages
Author: Inga Bartels
Subject: German Studies - Comparative Literature
Details
Tags: Luhrmanns, William, Shakespeare, Romeo, Juliet, Erzählweise, Klassikers, Zeit
Year: 2005
Pages: 27
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 24 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46172-6
File size: 484 KB
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Excerpt (computer-generated)
Baz Luhrmanns: William Shakespeare′s Romeo and Juliet.
Zur modernen filmischen Erzählweise eines traditionellen
Klassikers in der heutigen multimedialen Zeit
von: Inga Schreier
Inhalt
Einleitung 3
I Filmanalyse 4
1. Intermedialität 4
2. Literaturverfilmungen 6
3. Die filmische Inszenierung von Luhrmanns Romeo + Juliet 7
3.1. Strukturvergleich von Film und Bühnenvorlage 10
3.2. Videoclip-Ästhetik 10
3.3. Intermediale Zeichenhaftigkeit und Symbolik 12
3.4. Genrewechsel 15
3.5. Figurdarstellung Romeo 16
4. Rezeption des Films 17
II Fachdidaktik 18
5. Filmauswahl 18
6. Sequenz- und Aspektauswahl 20
7. Unterrichtsentwurf 21
Schlussbetrachtung 24
Literatur 26
Einleitung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Baz Luhrmanns Film William Shakespeare`s Romeo + Juliet (1996). Dabei ist in erster Linie die Eröffnungssequenz Untersuchungsgegenstand der Ausarbeitung, an der exemplarisch einige Aspekte erläutert werden sollen, die sich im gesamten Film wiederfinden lassen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Betrachtung der filmischen Erzählweise des modern inszenierten Klassikers und die intermediale Umsetzung des traditionellen Shakespeare- „Stoffes“ in die heutige multimediale Zeit.
Dazu gehören als Kriterien u.a. die Kameraeinstellungen, Mise en Scène, Farben und Musik, aber vor allem auch die Schnittgeschwindigkeit, die sich den durch neue Medien und Videoclips veränderten Sehgewohnheiten der vorwiegend jugendlichen Zielgruppe anpasst. Im Gegensatz zu der Zeit in der Shakespeares Werk entstand, muss man Luhrmanns filmische Übertragung in unsere Zeit vor dem Hintergrund der veränderten gesellschaftlichen und technischen Gegebenheiten sehen. Er übersetzte den Klassiker von damals in eine zeitgemäße Form für das Publikum von heute, behielt dabei aber größtenteils den ursprünglichen Text bei. Neu ist bei der Transformation des ursprünglichen Bühnenstückes in einen „Hollywood- Streifen“ vor allem die Rolle der Medien und die damit verbundene Selbstreflexion der Thematik im Film und in der heutigen Gesellschaft. Sie ist gekennzeichnet von Schnelllebigkeit, Reizüberflutung und den mächtigen Einfluss der Medien und der Werbung auf die Menschen.
Die folgenden Gliederungspunkte wurden ausgewählt im Hinblick auf die spezifisch moderne und multimediale Umsetzung im Kontrast zu den traditionellen Verfilmungen von Shakespeares Werk. Und im Hinblick auf mögliche interessante und lohnenswerte Themen für eine Filmanalyse in der Oberstufe. D.h., dass die hier behandelten Aspekte zunächst immer einen besonderen Fokus auf die filmanalytischen Gesichtspunkten haben, aber dennoch bereits einige didaktische Erläuterungen einfließen, auch wenn die Fachdidaktik erst im zweiten Teil der Ausarbeitung explizit zum Untersuchungsgegenstand wird.
In Verbindung mit der filmischen Erzählweise Luhrmanns, die den modernen Gegebenheiten, Anforderungen und medialen Gewohnheiten entgegenkommt, werden die Videoclip-Ästhetik und auch die Zeichenhaftigkeit und Symbolik Thema der Arbeit sein. Denn sie sind Teil der Popkultur des 20. Jahrhunderts und tragen so zur Attraktion und Aktualität des Films für die Zielgruppe mit bei. Neben dem Einsatz filmischer Mittel ist allerdings ebenso die Wahl der Schauspieler und der Musik maßgeblich mit für den großen Kinoerfolg verantwortlich. Hier deutet sich der Reiz dieses Filmes für Jugendliche an, welcher ein wichtiger Ansatzpunkt für die Verwendung im Unterricht ist. In Anlehnung an diesen Gedanken und im Rahmen der im Lehrplan für die Stufe 12 vorgesehenen Filmanalyse, wird der letzte Teil der Hausarbeit sich gesondert noch einmal der Auswahl, der Verwendung und einer möglichen didaktischen Umsetzung des Stoffes im Unterricht widmen.
I FILMANALYSE
1. Intermedialität
Die Intermedialität ist einer der Aspekte, durch die Luhrmanns Version von Romeo + Juliet sich von all den anderen Verfilmungen abhebt. Dem modernen Zeitgeist angepasst entschied er sich für eine gewagte Kombination aus aktualisierter Form des Klassikers im multimedialen Zeitalter mit bewusst beibehaltenen traditionellen Elementen. Die Intermedialität ist ein zentrales Thema in diesem Zusammenhang, zum einen durch die Rolle der Medien in Luhrmanns Film, aber auch durch die Darstellungsformen von Text, Bühnenform und Film. Der Begriff soll an dieser Stelle kurz näher beleuchtet werden. Die komplexe Forschungsliteratur macht deutlich, dass unterschiedliche Konzeptansätze existieren, die sich nicht in eine „verbindliche“ Theorie vereinigen lassen. Wolf (1998: 238) differenziert Intermedialität nach den beteiligten Medien wie etwa Literatur, bildende Kunst, Film oder Musik; nach der Dominanzbildung, nach der Quantität der intermedialen Bezugnahme, nach der Qualität des intermedialen Bezugs und nach der Genese. Dabei spricht er (1996) von der „primären Intermedialität“, die von Anfang an Teil des Werkkonzepts ist, gegenüber „sekundärer Intermedialität“, die erst im Nachhinein entsteht (wie oft bei Romanverfilmungen). Dabei umfasst das breite funktionale Spektrum von Intermedialität in der Literatur „das experimentelle Ausloten und Erweitern der Grenzen des eignen Mediums, das Schaffen metafiktionaler/ästhetischer Reflektionsräume [...] oder die Stärkung, aber auch Unterminierung ästhetischer Illusion“ (Wolf: 239).
Aber gerade die Beschreibung der intermedialen Wechselbeziehungen stellt ein zu lösendes Problem dar. In diesem schwer fassbaren und definierbaren „Zwischenbereich“ gehört das (Ent-)Gleiten der Begriffe für Mecke und Roloff „paradoxerweise zum Prinzip der Intermedialität selbst“. Und dies wird von den Autoren gerade als „Überlegenheit gegenüber traditionellen Abgrenzungen und Systematisierungen der Fachsprachen einzelner Medien, die die aktuellen Hybridisierungen der Medienszene gar nicht mehr erfassen können“ (1999: 8) betrachtet. Doch diese Überlegenheit verdeutlicht gleichzeitig auch die Schwierigkeit für den Umgang mit dem Begriff. Es beginnt mit den unterschiedlichen Dimensionen des Begriffs des „Mediums“ und endet noch nicht mit dem polarisierend gesehenen Verhältnis von Intertextualität und Intermedialität.
Müller (1996: 84) führt aus, dass Intermedialität interdisziplinäre Forschungsgebiete notwendig macht, er legt dar, dass sie Relevanz in den Bereichen der Pragmatik, Kognitionstheorie, Semiotik und Semiologie und Ästhetik bis hin zur Medienhistoriographie besitzt. Die Forderung nach einer Erweiterung der Literaturwissenschaft um die Dimension der Medien und ihrer Beziehungen befindet sich schon länger im Prozess der Umsetzung.
[...]
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