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Autor: Inga Bartels
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Tags: Fremdwort, Jugendsprache
Jahr: 2004
Seiten: 27
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 221 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46181-8
Die Arbeit befasst sich sowohl mit der Thematik "Jugendsprache" als auch mit der Thematik "Fremdwort". Zu den Kapitels gehören u.a.: Forschungsperspektiven in der Jugendsprache, Begriffsbestimmung, Funktionen von (Jugend-)Sprache, sprachliche Muster und Merkmale in der Jugendsprache, die Fremdwortthematik, Entlehnungsmotive, fremdsprachliche Einflüsse auf die Jugendsprache, die Rolle der Medien und Anglizismen...
Textauszug (computergeneriert)
Das Fremdwort in der Jugendsprache
von: Inga Schreier
Inhalt
Einleitung 3
1. Forschungsperspektiven in der Jugendsprache 4
2. Zur Begriffsbestimmung von Jugendsprache 6
3. Funktionen von (Jugend-) Sprache 8
4. Sprachliche Muster und Merkmale in der Jugendsprache 12
5. Die Fremdwortthematik 17
5.1. Entlehnungsmotive 19
5.2. Fremdsprachliche Einflüsse auf die Jugendsprache 20
5.2.1. Zur Rolle der Medien 23
5.2.2. Anglizismen 24
Schlussbetrachtung 26
Literatur 27
Einleitung
Die Fremdwortproblematik wird von Sprachpuristen immer wieder kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei die zunehmende Besorgnis um die Reinheit der deutschen Sprache, die durch den ansteigenden und häufigen Fremdwörtergebrauch gefährdet zu sein scheint. Im Zusammenhang mit dem Streben nach Sprachreinheit und dem Kampf gegen Fremdwörter steht die Thematik der Jugendsprache. Denn insbesondere die Jugendsprache wird als eine Bedrohung für die Standardsprache gesehen. Sie wird häufig für den Sprachverfall maßgeblich mitverantwortlich gemacht. So erschien Mitte der 60er Jahre das Thema Jugendsprache in den Medien, um auf die von Sprachpuristen wachsende Sorge der nachlassenden Sprachleistungen Jugendlicher aufmerksam zu machen.
Schwerpunktthema dieser Ausarbeitung soll das Fremdwort in der Jugendsprache sein; doch bevor die Rolle des Fremdwortes in der Jugendsprache untersucht werden kann, müssen einige grundlegende Betrachtungen gemacht werden. Dazu gehören u.a. ein kurzer Überblick über Richtungen in der Forschung, Überlegungen zur Definition von Jugend und eine Einordnung ihrer Sprache durch Abgrenzung zu anderen Sprachbegriffen. Des Weiteren wird eine Vergegenwärtigung der Funktion von Sprache und die der spezifischen Funktionen von Jugendsprache notwendig sein, sowie eine Betrachtung im Hinblick auf sprachliche Merkmale und Muster. Dabei soll auch die Frage bedacht werden, ob Jugendliche ein gruppenspezifisches Vokabular mit eigenen Sprechstilen verwenden und ob sie dabei gleichbleibende und bekannte linguistische Strukturen verwenden.
Mit diesem Hintergrund wird es dann um die Einordnung des Fremdwortaspektes in den Themenkomplex gehen. Bearbeitet werden sollen in diesem Zusammenhang vor allem die Rolle, das Vorkommen und der Zweck der Verwendung von Fremdwörtern in der Jugendsprache. Aber auch Aspekte wie z.B. die Integration der fremdsprachlichen Einflüsse in die Sprache, sowie die gesellschaftlichen Faktoren als Erklärung für ihren Gebrauch. Das Hauptaugenmerk wird in diesem Bereich auf der Präsenz von Anglizismen und deren Stellenwert in der Jugendsprache liegen. Im Hinblick darauf soll auch der Einfluss der Medien auf Jugendliche und ihren Sprachgebrauch nicht ganz außer Acht gelassen werden.
Zum Schluss möchte ich dann noch einmal auf den Umgang Jugendlicher mit Fremdwörtern eingehen, unter Berücksichtigung des einleitenden Gedankens des Sprachverfalls. Die strukturellen linguistischen Betrachtungen dieser Ausarbeitung werden stark eingebettet in den soziolinguistischen Kontext, d.h., dass das Sprachverhalten der gesellschaftlichen Gruppe der Jugendlichen und ihre Sprachstruktur mit der Sozialstruktur in Beziehung gesetzt wird. In Anlehnung an J. Androutsopoulos ist dies meiner Ansicht nach notwendig, da das Thema nur durch die Betrachtung und Einbeziehung struktureller, sozialer, kultureller und situativer Faktoren sinnvoll erörtert werden kann. Aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der Möglichkeit, den Themenkomplex in einer Ausarbeitung mit dem Umfang für einen qualifizierten Studiennachweis zu bearbeiten, bin ich mir bewusst, dass einige Aspekte der Betrachtungen leider oft nur angedeutet werden können oder zusammenfassend dargestellt werden. Daher erhebt diese Erörterung keinesfalls den Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit des so weiten Themenfeldes, sondern möchte vielmehr einen Überblick geben und Zusammenhänge aufzeigen, damit die Rolle des Fremdwortes in der Jugendsprache untersucht werden kann.
1. Forschungsperspektiven in der Jugendsprache
Um die folgenden Ausführungen zu verschiedenen Richtungen in der Jugendsprachforschung besser zuordnen zu können und sich ein grobes Bild über Perspektiven und das Spektrum verschiedener beteiligter Bereiche machen zu können, möchte ich zu Beginn kurz einen kleinen Einblick in verschiedene Forschungsinteressen geben. Die Jugendsprache tritt als Forschungsgegenstand in der Sprachwissenschaft um 1980 erstmals verstärkt auf und ist damit ein vergleichsweise relativ junges Thema, auch wenn sich bereits erste Dokumentationen aus dem 17. Jahrhundert finden (Neuland, S. 1).
Der Themenkomplex „Jugend“ steht im Interesse mehrerer unterschiedlicher Forschungsbereiche und erweist sich somit als interdisziplinäres Forschungsfeld. Da die Jugendsprache nicht losgelöst betrachtet werden kann vom sozialen Kontext und den Denk- und Weltanschauungen Jugendlicher, finden sich Überschneidungen und Verbindungen mit Themen aus der Soziologie, Psychologie oder Pädagogik. Was speziell die sprachwissenschaftliche Betrachtung angeht, so betrifft dies insbesondere die Bereiche Soziolinguistik, Varietätenlinguistik, Kommunikationsforschung, Stilistik und die Gruppen- und Sondersprachforschung. Die Jugendsprachforschung selbst lässt sich beispielsweise gliedern in die Gebiete der Pragmatik, Lexikographie, Ethnographie, Sprechstilanalyse, sowie in die kulturanalytische und komparatistische Forschung (Neuland, S3f).
Letztere scheint insbesondere im Hinblick auf die Fremdwortdiskus sion interessant zu sein, da die Jugendsprache international gesehen ähnliche Merkmale aufweist und sich hier ein sicherlich lohnender Vergleich des Fremdwortgebrauches anbietet, vor allem was die fremdsprachige Herkunft eines Wortes in den einzelnen Ländern betrifft. In der Sprachforschung findet man zwei größere Hauptrichtungen, die jeweils eine unterschiedliche Zielsetzung haben: eine wissenschaftlich- linguistische und eine eher medienorientiert-populärwissenschaftliche Richtung.
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Kommentare
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07.11.2008 11:40:35
ich finde diesen Bericht sehr gut geschrieben!!! sehr interessant! mfg