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Handlungsoptionen für Unternehmen im europäischen Emissionshandel

Termpaper, 2006, 41 Pages
Author: Christoph Hilke
Subject: Economics / Business: General

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 41
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 61  Entries
Language: German
Archive No.: V49843
ISBN (E-book): 978-3-638-46198-6

File size: 395 KB


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule für Ökonomie & Management zu Frankfurt am Main
Berufsbegleitender Studiengang zum Diplom-Kaufmann (FH)
6. Semester – Wintersemester 2005/2006

Hausarbeit im Schwerpunktfach Finanzwirtschaft

Handlungsoptionen für Unternehmen im
europäischen Emissionshandel

Christoph Hilke

 


Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ... I
Abkürzungsverzeichnis ...II

1 Einleitung ...  1

1.1 Problemstellung ... 1
1.2 Gang der Arbeit ... 1

2 Grundlagen ... 3

2.1 Der Weg bis zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls  ... 3
2.2 Emissionszertifikate als marktwirtschaftliches Instrument des Klimaschutzes  ... 5
2.3 Das europäische Emissionshandelssystem ... 7

3 Emissionshandel in der Praxis  ... 11

3.1 Notwendigkeit eines Emissionsmanagements  ... 11
3.2 Allgemeine rechtliche Anforderungen  ... 13
3.3 Bedeutung der CO2-Vermeidungskosten  ... 15
3.4 Bedeutung und Einflussfaktoren des Zertifikatspreises  ... 18

4 Handlungsoptionen im Emissionshandel  ... 22

4.1 Flexibilität als Grundgedanke  ... 22
4.2 Banking und Borrowing  ... 22
4.3 Trading  ... 23
4.4 Pooling  ... 26
4.5 Klimaschutzprojekte ... 27

5 Fazit und Ausblick  ... 31

Literaturverzeichnis ... III

 


Abkürzungsverzeichnis

AAU = Assigned Amount Unit
CCP = Central Counterpart
CDM = Clean Development Mechanism
CER = Certified Reduction Unit
DEHSt = Deutsche Emissionshandelsstelle
EBRD = European Bank for Reconstruction and Development
EHS = Europäisches Emissionshandelssystem
IETA = International Emissions Trading Association
ISDA = International Swaps and Derivatives Association
IPCC = Intergovernmental Panel on Climate Change
JI = Joint Implementation
KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau
KRK = Klimarahmenkonventionen
TEHG = Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz

[...]



 

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Wir befinden uns im Jahr 2005. Dieses Jahr gilt als ein Meilenstein in einem seit einigen Jahren andauernden Klimaschutzprozess. Für die energieintensiven Unternehmen in Europa hat mit Jahresbeginn eine neue Zeitrechnung begonnnen, die in der englischsprachigen Literatur mit „a carbon-constrained world“ – eine Welt der begrenzten CO2-Möglichkeiten – umschrieben wird.1 Ein für diese Unternehmen bisher freies kostenloses und in unbegrenztem Maße verfügbares Gut, der CO2-Ausstoß, ist seit Anfang dieses Jahres zu einem knappen geldwerten Produktionsfaktor geworden. Ausgehend von den Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll (KP) 2, das einen internationalen Emissionshandel zur Verminderung des weltweiten Treibhausgasausstoßes ab dem Jahr 2008 vorsieht, sind die energieintensiven Unternehmen in der Europäischen Union (EU) nach dem Inkrafttreten der Europäischen Handelsrichtlinie (EU-HR)3 schon jetzt rechtlich zur CO2-Minderung und zur Teilnahme am Emissionshandel verpflichtet worden. Diese Verpflichtungen sind zum einen ein Beitrag im globalen Klimaschutzprozess und eine Chance, die Erderwärmung zu stoppen oder zu verlangsamen. Zum anderen sind sie aber ein zusätzlich zu berücksichtigender mit Aufwand und Risiko verbundener Faktor auf unternehmerischer Ebene. Die betroffenen Unternehmen stehen vor der Frage, ob und in welchem Ausmaß dieser neue Produktionsfaktor direkte Einflüsse auf das Unternehmensgeschehen hat und wie sie diesen entsprechend der jeweils individuellen Situation begegnen können. Das Aufzeigen von flexiblen Handlungsoptionen für Unternehmen im europäischen Emissionshandel ist daher das Hauptziel dieser Hausarbeit.

1.2 Gang der Arbeit

Diese Hausarbeit gliedert sich in drei Hauptteile. Der erste Teil Grundlagen vermittelt einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des globalen Klimaschutzprozesses bis hin zur Ratifizierung des KP in diesem Jahr. Nach einer Vorstellung von Emissionszertifikaten als klimapolitische Instrumente und der Erläuterung der Grundprinzipien eines Emissionshandels zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstoßes erfolgt die Darstellung des europäischen Emissionshandelssystems (EHS). Im zweiten Teil soll aufgezeigt werden, welche praktische Bedeutung der europäische Emissionshandel für die betroffenen Unternehmen hat. Die neuen rechtlichen Anforderungen und betriebswirtschaftlichen Risiken machen ein individuelles Emissionsmanagement dringend erforderlich. Es soll gezeigt werden, dass neben den rechtlichen Vorgaben in diesem Zusammenhang die CO2-Vermeidungskosten und der Preis für Emissionsrechte eine ganz besondere Stellung in Bezug auf die Strategiefindung und das Agieren von Unternehmen in diesem neuen System einnehmen.

Der dritte Teil dieser Hausarbeit soll im Anschluss die Frage beantworten, welche Möglichkeiten für die Lösung der neuen individuellen Probleme betroffener Unternehmen existieren. Es wird beschrieben, welche Handlungsoptionen genutzt werden können, um die Risiken, die sich aus dem neuen knappen Produktionsfaktor CO2-Ausstoß ergeben, zu bewältigen und wie die verordnete CO2-Minderung mit einem möglichst geringen Aufwand erreicht werden kann. Ein kritisches Fazit und ein Ausblick auf die Entwicklung des EHS beschließen diese Hausarbeit.

2 Grundlagen

2.1 Der Weg bis zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

Der globale Klimaschutzprozess fand seinen Anfang in den 1970er Jahren, als Wissenschaftler den Wandel des Klimas als ein ernsthaftes interdisziplinäres und internationales Problem identifizierten und dies auf der Genfer Klimaschutzkonferenz im Jahr 1979 mit den Worten „Unser gegenwärtiges Verständnis klimatischer Vorgänge lässt es durchaus als möglich erscheinen, dass die ... CO2- Zunahme bedeutende, eventuell auch gravierende langfristige Veränderungen des globalen Klimas verursacht.“ zum Ausdruck brachten.4

Die Annahme des menschlichen Einflusses auf das Klima ve ranlasste die Vereinten Nationen im Jahr 1988 im Anschluss an die Weltklimakonferenz in Toronto zur Einrichtung einer Sachverständigengruppe mit dem Ziel der Beobachtung der Veränderung des Weltklimas (IPCC = Intergovernme ntal Panel on Climate Change).5 Der erste Bericht des IPCC, der die Beziehung zwischen menschlichem Handeln und der Veränderung des Klimas mit hoher Sicherheit feststellte, war Grundlage für die Klimarahmenkonventionen (KRK), die 1992 auf dem Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro von damals 154 Staaten unterzeichnet wurden und 1994 in Kraft traten.6 Das Ziel der KRK ist es „ … die Stabilisierung der Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimas verhindert wird. … “.7 Das im Jahr 1997 auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz der KRK in Kyoto unterzeichnete Protokoll gilt als Durchbruch im globalen Klimaschutzprozess.8 Im Kyoto-Protokoll wurden erstmals völkerrechtlich verbindliche und überprüfbare Klimaschutzziele für einzelne Nationalstaaten festgelegt.9 Die im Anhang B des KP aufgeführten Industrienationen (Annex-B-Staaten) verpflichteten sich zu Minderungen des Treibhausgas-Ausstoßes um durchschnittlich 5,17% im Zeitraum 2008 bis 2012 bezogen auf das Jahr 1990.10

[...]


1 Vgl. Marci (2005), S.117.

2 Vgl. http://unfccc.int/resource/docs/convkp/kpger.pdf.

3 Vgl. http://europa.eu.int/eur-lex/pri/de/oj/dat/2003/l_275/l_27520031025de00320046.pdf.

4 Vgl. Lucht (2005), S.7.

5 Vgl. Levin (2005), S.33.

6 Vgl. Lucht (2005), S.8.

7 Vgl. KP Art. 2; http://unfccc.int/resource/docs/convkp/convger.pdf.

8 Vgl. Levin (2005), S.38.

9 Vgl. Lucht (2005), S.8.

10 Vgl. KP Art. 3; KP Anhang B; http://unfccc.int/resource/docs/convkp/kpger.pdf.


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