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Hausarbeit, 2005, 27 Seiten
Autor: Christina Schulz
Fach: Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Details
Tags: Michel, Foucault, Disziplinargesellschaft
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-46232-7
Dateigröße: 685 KB
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Sommersemester 2005
Michel Foucault: Die Disziplinargesellschaft
von: Christina Schulz
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 2
1. Zur Architektur des Panoptikums von Jeremy Bentham 3
2. Der Lebenslauf Foucaults 6
3. Die Entwicklung der Bestrafungstechniken im Laufe der Jahrhunderte 8
3.1 Pest und Lepra: Zwei Grundmodelle der Macht 9
3.2 Die Machtmechanismen des Panoptikums 11
4. Die Disziplinargesellschaft 15
5. Zum Zusammenhang von „Wissen“ und „Macht“ innerhalb der Gesellschaft 18
6. Die methodische Vorgehensweise Foucaults 20
7. Schlusswort 23
8. Literaturverzeichnis 25
Vorwort
Michel Foucault, Philosoph und Historiker, griff in seinem Werk „Überwachen und Strafen“, welches 1975 erschien, die Idee des „Panoptikums“ auf und untersuchte darin die „Entwicklung der Gefängnis- und Bestrafungsstrukturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts“. „Marter, Bestrafung, Disziplin, Gefängnis – das sind die vier großen Themen (...)“ seines Buches (vgl. www.raffiniert.ch). Foucault kommt dabei zu dem Fazit, dass es sich bei den modernen westlichen Gesellschaften um „Disziplinargesellschaften“ handle, deren Entstehung er in der Entwicklung der Strafpraktiken sieht und deren Ursprung innerhalb der marxistischen Gesellschaftsordnung zu finden sei. Foucault kam dabei zu dem Schluss, dass die Faktoren „Subjektkonstitution, Disziplinierung“ und „Kapitalakkumulation“ voneinander abhängig seien (Marti, U.: Michel Foucault, S. 120). Zur Vorgehensweise des folgenden Beitrags:
Es erscheint sinnvoll zunächst einen kurzen Abriss des ursprünglich von Jeremy Bentham entworfenen „Panoptikums“ zu geben. Da sich der Beitrag mit einem Werk Michel Foucault auseinandersetzen wird, soll eine kurze Zusammenfassung seines Lebenslaufes daran anschließen. Erläuterungen über die herrschenden Machtsysteme während des Zeitalters der Pest und der Lepra werden ebenfalls ihren Platz in diesem Beitrag finden, da sich Aspekte ihrer innerhalb des von Foucault in „Überwachen und Strafen“ beschriebenen Machtmodells wieder- finden. Der Aufbau des Panoptikums, sowie seine von Foucault definierte Funktion, soll in Verbindung mit der Fragestellung „Wie funktioniert die soziale Kontrolle in der Gesellschaft?“ dargestellt werden und wird im Kapitel zur Charakterisierung der „Disziplinargesellschaft“ nach Foucault münden. Der Zusammenhang zwischen „Wissen“ und „Macht“, sowie eine kurze Darstellung der methodischen Vorgehensweise Foucaults werden den Abschluss der Arbeit bilden.
1. Zur Architektur des Panoptikums von Jeremy Bentham
Jeremy Bentham (1748-1832) der englische Philosoph und Begründer des ethischen Utilitarismus schuf eine architektonische Gefängniskonstruktion, welche der permanenten Überwachung von Insassen dienen sollte. Bentham nahm an, dass dieses permanente „unsichtbare Auge“ der Überwachung zu einem automatischen regelkonformen Verhalten der Insassen führen würde und sich darüber hinaus, durch Einsparung von Wachpersonal, ökonomisch vorteilhaft auswirken würde.
Abbildung 1: „J. Bentham. Plan für das Panopticon (...)“, in „Überwachen und Strafen“. [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Im Mittelpunkt dieses Bauprinzips befand sich der so genannte „Beobachtungsturm“ von dem aus das Geschehen um ihn herum kontrolliert werden konnte. Um den Beobachtungsturm herum war ringförmig ein Bau, welcher die Insassen beherbergen sollte, angelegt (vgl. Abb.1). Die Zellen des ringförmigen Baukonstruktes durchzogen die gesamte Tiefe des Baus, sodass sich dahinter keine Zelle mehr befand, welche nicht hätte eingesehen werden können. Zudem hatten die einzelnen Zellen jeweils zwei Fenster. Ein Fenster zeigte in die Richtung des Beobachtungsturmes (Abb.2) und gab auf der einen Seite dem Aufseher im Wachturm die Gelegenheit in alle Ze llen zugleich blicken zu können und auf der anderen Seite dem Insassen das Gefühl permanenter Beobachtung und Kontrolle ausgesetzt zu sein. Das andere Fenster, welches gegenüber lag, zeigte nach außen und ließ so Tageslicht in das Innere der Zelle strömen. Dies hatte den Vorteil, dass die Zelle Licht durchflutet war und der Wärter so die Insassen besser erkennen konnte. Hätte Bentham dieses zweite, nach außen liegende Fenster weggelassen, so wäre die Zelle im Dunkeln gelegen und die Möglichkeit der Beobachtung wäre erschwert oder sogar verhindert worden. Doch dies war nicht der Fall. Der Insasse war hier, zeitlich lückenlos, überwacht und ausgeliefert. Eine für ihn unsichtbare „Macht“ überwachte ihn. Maurice Blanchot bezeichnet sie als die „Macht totaler Sichtbarkeit“ (Blanchot, M.: Michel Foucault, S.35). Der Insasse war nicht mehr der typisch körperlichen Züchtigung und Unterwerfung ausgeliefert, sondern einer psychischen. „Eine derartige Sichtbarkeit (...) hat den tragischen Vorteil, die physische Gewalt, der ansonsten die Körper unterworfen wären, überflüssig zu machen (Blanchot, M.: Michel Foucault, S.35). „1811 wurde das erste Projekt zum Bau eines Gefängnisses nach dem Panopticon-Prinzip abgebrochen, (...). Doch viele Gefängnisse der viktorianischen Zeit entsprachen durchaus der Idee des Panopticons, indem Korridore so gebaut wurden, dass sie sternförmig auf einen zentralen Beobachtungsposten zulaufen“ (vgl. http://de.wikipedia.org).
Abbildung 2: „Inneres der Strafanstalt von Stateville (USA), 20. Jahrhundert“, in „Überwachen und Strafen“. [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
2. Der Lebenslauf Foucaults
[...]
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