Autor: Sascha Waltemathe
Fach: Wirtschaft - Personal und Organisation
Details
Institut: BA Osnabrück (Fachbereich Wirtschaft)
Tags: Commitment, Personalbindung an Unternehmen
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 167 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13044-8
Textauszug (computergeneriert)
Commitment
von Sascha Waltemathe
Inhaltsverzeichnis
1 Begriffserklärung 1
2 Bedingungen der Entstehung von Commitment 2
2.1 Konsistentes Verhalten als Bestandteil des Commitments 2
2.2 Konsistentes Verhalten als Erklärung von Commitment 4
2.3 Commitment als Ergebnis eines Wartekonflikts 7
3 Commitment in utopischen Gesellschaften 13
4 Die negative Seite von Commitment 16
5 Schlußbetrachtung 18
Literatur- und Quellenangaben 19
1 Begriffserklärung
In der Organisationspsychologie ist der Begriff "Commitment" von zentraler Bedeutung. Aus dem englischen übersetzt heißt Commitment "Selbstverpflichtung" oder "freiwillige Bindung". Der Begriff skizziert das Ausmaß mit dem sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Unternehmen verpflichtet fühlen oder in der Arbeit aufgehen. Commitment ist als "psychologisches Band" zwischen Individuum und Organisation zu verstehen und beinhaltet:
- die Identifikation mit Zielen und Werten des Unternehmens;
- die Loyalität zur Organisation;
- die Bereitschaft, hohe Anstrengungen zu erbringen;
- fehlende Bereitschaft, selbst gegen bessere Bezahlung, höheren Status oder professionelle Freiheiten, die Organisation zu verlassen (Moser, 1992, S. 95)
Allgemein bezeichnet Commitment das Ausmaß, in dem sich eine Person mit einer bestimmten Organisation identifiziert.
2 Bedingungen der Entstehung von Commitment
2.1 Konsistentes Verhalten als Bestandteil des Commitments
Es gibt Menschen, die sich durch eine extreme Bindung an bzw. hohes Commitment gegenüber einer Organisation auszeichnen. Das Commitment von Anhängern einer bestimmten Partei wird meist dazu verwendet, um konsistentes Verhalten zu erklären. Konsistent meint hier, dass ein Anhänger einer Partei beispielsweise lebenslang treu bleibt. Selbst wenn sich die politische Richtung der Partei sich stark verändert, bleibt die Person Mitglied der Partei.
Menschen weisen Commitment gegenüber einem Ziel auf, sie tun dies über längere Zeit und durch konsistentes Verhalten, das auf eben dieses (von Fall zu Fall veränderliche) Ziel hin ausgerichtet ist. Das Ziel in dem angeführten Beispiel repräsentierte die Partei. Die dritte Komponente von Commitment, nämlich die Ablehnung bzw. Zurückweisung von Alternativen durch den Akteur existiert neben der zeitlichen Dauer und Konsistenz. Commitment setzt sich also aus drei Facetten zusammen: zeitliches Andauern des Verhaltens, Verfolgen eines gleichbleibenden Ziels und Zurückweisung von Alternativen.
Durch die Frage, ob das so umschriebene Commitment das konsistente Verhalten des Parteianhängers erklären könne, kam Becker (1960) zu dem Schluss, dass es sich um eine Tautologie handle: Konsistentes Verhalten kann nicht durch Commitment beschrieben werden, da Commitment durch konsistentes Verhalten definiert sei. Beckers Reaktion auf diese Tautologie lautete, dass konsistentes Verhalten nicht durch Commitment erklärt werden solle, sondern vielmehr nach den Bedingungen der Entstehung von Commitment (bzw. Konsistenz) zu fragen sei.
Hierzu verwendete Becker eine Untersuchung von Schelling (1956), in der das Konzept einer "side bet" (Seitenwette) verwendet wird, um konsistentes Verhalten zu erklären. Die Seitenwette basiert auf einer hypothetischen Verhandlungssituation, in der ein potentieller Käufer 16 Tsd. Dollar für ein Haus bietet, der Verkäufer aber 20 Tsd. Dollar fordert. Der potentielle Käufer führt nun eine Seitenwette an: Er hat mit einer anderen Person um 5 Tsd. Dollar gewettet, dass er nicht mehr als 16 Tsd. Dollar bezahlen wird. Beckers Schlußfolgerung lautet:
"Ihr Verhandlungspartner muss seine Niederlage eingestehen, da sie Geld verlieren würden, wenn sie Ihr Angebot erhöhen; Sie haben sich selbst gebunden, nicht mehr zu bezahlen als sie ursprünglich geboten haben"(S.35).
Ein zentrales Merkmal einer Seitenwette besteht also darin, dass durch eine Einbeziehung von an sich irrelevanten Interessen ein Abweichen vom Gebot so teuer würde, dass sich nicht mehr möglich ist. Seitenwetten können auch im organisationalen Zusammenhang auftreten und dazu führen, dass Commitment entsteht. Beispiele:
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