Platons Gorgisa - Naturrecht contra sittlicher Selbstreflexion close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 272 KB
Archivnummer: V50025
ISBN (E-Book): 978-3-638-46333-1
ISBN (Buch): 978-3-638-78674-4

Zusammenfassung / Abstract

Im Dialog „Gorgias“ entfaltet Platon seine Gedanken über ein selbstreflektiertes philosophisches Leben in Abgrenzung zum von einzelnen Sophisten vertretenen Naturrecht. Die dort dargestellte Gesprächsrunde rückt, wie fast alle Schriften Platons, Sokrates als offensichtlichen Gesprächsleiter in den Mittelpunkt. Er versucht zunächst, seine Diskussionspartner durch gezielte Fragen und Aufdecken von Widersprüchen von seiner Meinung zu überzeugen. Dabei kommt es ihm gerade nicht auf das bloße Überzeugen an, sondern auf das gemeinsame Finden der Wahrheit. Es ist charakteristisch für den von Platon dargestellten Sokrates, daß dieser von seiner Überzeugung gerne abrücken würde, wenn sie nicht der Wahrheit entspräche. Durch den Anspruch der Wahrheitsfindung setzt sich Sokrates schon in seiner Haltung und nicht allein argumentativ von seinen Gesprächspartnern ab. Er hat es hier mit den heute als Sophisten bezeichneten Personen „Gorgias“, „Polos“ und „Kallikles“ zu tun. Deren Anliegen ist es, ganz allgemein gesagt, als professionelle Redner (Rhetoriker) die Zuhörer durch geschickte Überredungskunst zu überzeugen. Ganz nach dem Motto: Wer den anderen überzeugt, hat recht. Wahr oder wahrhaftig ist demnach der, der die besseren Argumente vortragen kann, nicht aber derjenige, der wirklich besser Bescheid weiß. Obwohl es am Beginn des Gesprächs noch vordergründig um die Redekunst und deren Ausübung geht, konzentriert sich der Text von Platon eigentlich auf die Frage der richtigen und selbstreflektierten Lebensführung im Gegensatz zur hedonistisch-egoistischen Grundhaltung. Das wird am Ende des Dialogs offen diskutiert. Es finden sich im Gorgias-Dialog also zwei schier unversöhnliche Parteien ein, zum einen die Sophisten, die die Wahrheit der besseren Rede zuschreiben, zum anderen Sokrates, der der Frage nach einer objektiven Wahrheit nachgeht. So wird am Ende des Dialogs auch keine Einigung erzielt und keine Partei vermag die andere zu überzeugen.

Textauszug (computergeneriert)

Platons Gorgisa - Naturrecht contra sittlicher Selbstreflexion

von: Robert Ludwig

 


Inhalt

1 Einleitung  2

2 Die Personen im Platondialog „Gorgias“  3

2.1 Gorgias  3
2.2 Polos 3
2.3 Kallikles  3
2.4 Chairephon 4

3 Textanalyse und –interpretation  4

3.1 Vorspiel 4
3.2 Gespräch mit Gorgias  4

3.2.1 Was ist die Redekunst?  4
3.2.2 Die Redekunst ist bloße Überzeugung 5
3.2.3 Gorgias widerspricht sich 6

3.3 Gespräch mit Polos 6

3.3.1 Die Redekunst ist bloße Schmeichelei 7
3.3.2 Der Tyrann hat keine Macht  7
3.3.3 Unrechttun ist schlimmer als Unrechtleiden 8
3.3.4 Heilung der Schlechtigkeit der Seele durch gerechte Strafe  9

3.4 Gespräch mit Kallikles 11

3.4.1 Richtig zu leben erfordert Übereinstimmung mit sich selbst  11
3.4.2 Naturrecht contra Rechtspflege  11
3.4.3 Über die Schädlichkeit des Philosophierens  12
3.4.4 Die höchste Lust als Lebensprinzip  13
3.4.5 Das Angenehme soll nur um des Guten willen getan werden 15

4 Zusammenfassung und Schluß  15

5 Literatur  17




 

1 Einleitung

Im Dialog „Gorgias“ entfaltet Platon seine Gedanken über ein selbstreflektiertes philosophisches Leben in Abgrenzung zum von einzelnen Sophisten vertretenen Naturrecht. Die dort dargestellte Gesprächsrunde rückt, wie fast alle Schriften Platons, Sokrates als offensichtlichen Gesprächsleiter in den Mittelpunkt. Er versucht zunächst, seine Diskussionspartner durch gezielte Fragen und Aufdecken von Widersprüchen von seiner Meinung zu überzeugen. Dabei kommt es ihm gerade nicht auf das bloße Überzeugen an, sondern auf das gemeinsame Finden der Wahrheit. Es ist charakteristisch für den von Platon dargestellten Sokrates, daß dieser von seiner Überzeugung gerne abrücken würde, wenn sie nicht der Wahrheit entspräche. Durch den Anspruch der Wahrheitsfindung setzt sich Sokrates schon in seiner Haltung und nicht allein argumentativ von seinen Gesprächspartnern ab. Er hat es hier mit den heute als Sophisten bezeichneten Personen „Gorgias“, „Polos“ und „Kallikles“ zu tun. Deren Anliegen ist es, ganz allgemein gesagt, als professionelle Redner (Rhetoriker) die Zuhörer durch geschickte Überredungskunst zu überzeugen. Ganz nach dem Motto: Wer den anderen überzeugt, hat recht. Wahr oder wahrhaftig ist demnach der, der die besseren Argumente vortragen kann, nicht aber derjenige, der wirklich besser Bescheid weiß. Obwohl es am Beginn des Gesprächs noch vordergründig um die Redekunst und deren Ausübung geht, konzentriert sich der Text von Platon eigentlich auf die Frage der richtigen und selbstreflektierten Lebensführung im Gegensatz zur hedonistisch-egoistischen Grundhaltung. Das wird am Ende des Dialogs offen diskutiert.

Es finden sich im Gorgias-Dialog also zwei schier unversöhnliche Parteien ein, zum einen die Sophisten, die die Wahrheit der besseren Rede zuschreiben, zum anderen Sokrates, der der Frage nach einer objektiven Wahrheit nachgeht. So wird am Ende des Dialogs auch keine Einigung erzielt und keine Partei vermag die andere zu überzeugen. Die hier angerissenen Gedanken über den von Platon verfaßten Dialog „Gorgias“ sollen in der sich anschließenden Arbeit anhand des Te xtes vertieft und erklärt werden. Es wird, wie auch schon im Seminar, vor allem Wert auf das selbständige Interpretieren des Textes und Herausarbeiten der Kerngedanken Wert gelegt.

2 Die Personen im Platondialog „Gorgias“

Die Personen, die Platon im Dialog zur Sprache kommen läßt, sind nicht fiktive Gestalten, sondern historische Persönlichkeiten. Es sind die exemplarischen Hauptverfechter der Gegenposition zu Sokrates, wenigstens aus Platons Sicht. Im Dialog kommen neben Sokrates selbst „Gorgias“, „Polos“, „Kallikles“ und „Chairephon“ zu Wort.

2.1 Gorgias

Nach Gorgias ist der gesamte Dialog benannt.Er befindet sich damit in einer herausragenden Stellung. Es ist Gorgias von Leontinai, der von 480 bis 380 v. Chr. lebte. 427 v. Chr. kam er als Gesandter aus Sizilien nach Athen, erlangte als Redner große Bekanntheit und Einfluß als Politiker. In Athen gewann er zudem Schüler, welche er neben der Rhetorik auch Astronomie und Physik lehrte.1 Es ist sehr wahrscheinlich, daß zu der Zeit, als Platon den Dialog verfaßte, Gorgias in hohem Alter stand und auf Thessalien lebte.2 Gorgias zählt neben Protagoras, Hippias und Prodikos zu den Hauptvertretern der Sophistik, eine Bezeichnung, die im ursprünglichen Sinn „Denker“ oder „Weiser“ im Allgemeinen bedeutete, später „die Lehre der gewandten Rede- und Unterredungskunst“ meinte. 3 Gorgias lehrte einen Skeptizismus, der besagt: „Nichts ist. Wenn aber etwas wäre, wäre es doch für einen Menschen nicht erkennbar. Und wäre es erkennbar, dann wäre es jedenfalls nicht mitteilbar“. 4

2.2 Polos

Polos wird in den Quellen als Schüler des Empedokles und auch des Gorgias erwähnt, ist somit dem Kreise der Sophisten zuzuordnen. 5

2.3 Kallikles

Kallikles ist im Gegensatz zu den anderen Diskusionspartner keine historisch nachweisbare Person, in keiner anderen Quelle sonst erwähnt.6 Er kann, wie in Platons Gorgias selbst bezeugt7, nicht unbedingt den Sophisten zugerechnet werden, vertritt allerdings im Dialog am konsequentesten die Theorie eines Naturrechtes.

2.4 Chairephon

Chairephon wird im Dialog als Sprachrohr des Sokrates dargestellt, in Wirklichkeit war er wohl sein glühendster Anhänger. Als solcher wird er in der antiken Literatur, in den „Wolken“, den „Wespen“ und den „Vögeln“ des Aristophanes verulkt.8

3 Textanalyse und –interpretation

3.1 Vorspiel

Der Dialog wird durch ein Vorspiel eingeleitet, in dem sich alle Gesprächspartner im Hause des Kallikles einfinden und eine Befragung des Gorgias durch den Chairephon stattfinden soll. Chairephon wird von Sokrates vorgeschoben, was zur Folge hat, daß nicht Gorgias, sondern Polos anstatt seiner antwortet. Da dieses Gespräch zwischen Chairephon und Polos nicht sehr fruchtbar verläuft, übernimmt nun Sokrates die Gesprächsführung und beginnt seinen Diskurs mit Gorgias selbst.

3.2 Gespräch mit Gorgias

3.2.1 Was ist die Redekunst?

[...]


1 Metzler Philosophen Lexikon, Stuttgart, 1989, S. 292 f.

2 Hildebrand, Kurt (Hg.): Platon. Gorgias, Stuttgart, 2003, S. 139.

3 Schischkoff, Georgi (Hg.): Philosophisches Wörterbuch, Stuttgart, 1991, S. 674.

4 Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Frankfurt, 2001, S. 55.

5 Cancik, Hubert (Hg): Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 6, Stuttgart, Weimar, 1999, S. 181.

6 Platon, Gorgias 520a

7 H. Cancik, Bd. 10, 2001, S. 38.

8 H. Cancik, Bd. 2, 1997, 1082 f.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/50025/