Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Evelyn Zschächner
Fach: Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Dresden (Institut für Kunst- und Musikwissenschaft - FB Kunstgeschichte)
Tags: Verhältnis, Entwicklung, Gestaltung, Stadt, Frühen, Neuzeit, Hauptseminar, Festung, Panorama, Entwicklung, Dresdner, Silhouette
Jahr: 2004
Seiten: 33
Note: 1,3 - sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 314 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46428-4
ISBN (Buch): 978-3-638-78237-1
Zusammenfassung / Abstract
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Zusammenhangs von politischer Entwicklung der Stadt und ihrer architektonischen Gestalt in der Frühen Neuzeit. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Residenzstädten. Ausgehend von der Annahme, dass die politische Funktion und Bedeutung einer Stadt ihr Erscheinungsbild entscheidend beeinflusst, ist es das Ziel dieser Untersuchung, die Einschätzung des Aufschwungs der frühneuzeitlichen Residenzstädte zu relativieren. Auf der Grundlage der Darstellung des Wechselverhältnisses zwischen politischer Entwicklung und architektonischer Gestaltung steht folgende Fragestellung im Mittelpunkt: Inwiefern kann die politische Entwicklung der Residenzstädte in der Frühen Neuzeit tatsächlich als eine Zeit der Blüte charakterisiert werden? Ausgangspunkt der Argumentation dieser Untersuchung ist die politische Lage der frühneuzeitlichen Stadt. Der Typus der Reichsstadt und der Nicht-Reichsstadt sind dabei Kategorien zur Unterscheidung des politischen Status’ der Kommunen. Ferner lassen sich weitere Typen finden, so z. B. Festungsstädte und Residenzstädte. Diese Bezeichnungen beschreiben den konkreten Charakter und die politische Funktion einer Stadt. Nach der allgemeinen Darstellung des Verhältnisses zwischen Territorialfürst und Stadt, soll im zweiten Teil der Arbeit der Zusammenhang zwischen Stadtbild und politischer Entwicklung von Residenzstädten dargestellt werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stadt Dresden. Dabei soll auch untersucht werden, wie die politische Situation das Stadtbild geprägt hat. Welches Verständnis von Herrschaft und Staat kommt in der Architektur einer frühneuzeitlichen Residenzstadt zum Ausdruck?
Textauszug (computergeneriert)
Technische Universität Dresden, Philosophische Fakultät
Institut für Kunst- und Musikwissenschaft – FB Kunstgeschichte
HS: Von der Festung zum Panorama: Die Entwicklung der Dresdner Silhouette
Sommersemester 2004, 8. Fachsemester
Das Verhältnis von politischer Entwicklung und
architektonischer Gestaltung der Stadt in der Frühen Neuzeit
von: Evelyn Zschächner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Politische Entwicklung der Städte im „Alten Reich“
2.1. Politische Stellung frühneuzeitlicher Städte: Eine Typologie 7
2.2. Zwischen Autonomie und Fremdbestimmung: Die Beziehung zwischen Stadt und Territorialstaat 10
3. Zusammenhang zwischen politischer Entwicklung und architektonischer Gestaltung frühneuzeitlicher Städte: Das Beispiel der Residenzstädte
3.1. Architektur als Politikum: Besonderheiten der architektonischen Gestaltung von Residenzstädten 16
3.2. Das Beispiel der Residenzstadt Dresden 18
4. Schlussbetrachtung 31
5. Literaturverzeichnis 32
1. Einleitung
Die Stadt ist für zahlreiche Wissenschaften ein ergiebiges Forschungsobjekt. Vor allem die historische Forschung schenkt der Geschichte der Stadt besondere Beachtung. Dabei stehen ganz unterschiedliche Aspekte im Mittelpunkt des Interesses: Sowohl die demographische, als auch die wirtschaftliche und die politische Entwicklung der Stadt sind klassische Untersuchungsgegenstände. Nicht zuletzt bietet die Kunstgeschichte interessante Ansätze, das Bild der Stadt zu ergänzen.
Insbesondere für die Frühneuzeitforschung hat die Stadtgeschichte Relevanz. Die Epoche zwischen 1500 und 1800 war eine Zeit des Übergangs vom „finsteren“ Mittelalter zur Moderne, in der sich auch das Leben der Menschen in einer Umbruchphase befand. Lange Zeit blieb die Geschichte der Stadt in der Frühen Neuzeit ein Stiefkind der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert stand vielmehr die mittelalterliche Stadt im Blickpunkt der Historiker, die vielen als Vorbild hinsichtlich der Entwicklung einer modernen Bürgerkultur galt.1 Der frühneuzeitlichen Stadt schenkte man kaum Aufmerksamkeit. Mehrheitlich zeichnete die von der Rechts- und Verfassungsgeschichte dominierte Forschung „ein düsteres Bild des Niedergangs“2 des deutschen Städtewesens. Die Ursache für den Verfall der frühneuzeitlichen Stadt wurde in der Herausbildung des frühmodernen Staates im Zuge des Territorialisierungsprozesses gesehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg boten die Erkenntnisse der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, aber auch die Untersuchung der Kultur- und Demografiegeschichte eine wichtige Ergänzung der bis dahin dominierenden politischen Perspektive. Daraus ergaben sich auch Ansätze, die den Zusammenhang zwischen politischer Entwicklung der Stadt und ihrer architektonischen Gestalt beleuchteten. Besonders deutlich wird diese Beziehung, wenn man die frühneuzeitlichen Residenzstädte betrachtet. Im Gegensatz zu der Mehrzahl der deutschen Städte erlebten diese Stadttypen einen imposanten Aufschwung, der nicht zuletzt auf das Wirken der Landsfürsten zurückzuführen war. Dies scheint paradox, wurde doch der Verfall der frühneuzeitlichen Stadt auf die Veränderungen des Verhältnisses zwischen Kommune und Territorialstaat zurückgeführt.
Ausgehend von der Annahme, dass die politische Funktion und Bedeutung einer Stadt ihr Erscheinungsbild entscheidend beeinflusst, ist es das Ziel dieser Untersuchung, die Einschätzung des Aufschwungs der frühneuzeitlichen Residenzstädte zu relativieren. Auf der Grundlage der Darstellung des Wechselverhältnisses zwischen politischer Entwicklung und architektonischer Gestaltung steht folgende Fragestellung im Mittelpunkt: Inwiefern kann die politische Entwicklung der Residenzstädte in der Frühen Neuzeit tatsächlich als eine Zeit der Blüte charakterisiert werden? Die Städtelandschaft war in der Frühen Neuzeit durch eine große Vielfalt gekennzeichnet. Die Strukturierung kann dabei nach verschiedenen Kriterien erfolgen. So stellt die Unterscheidung in Bergstädte oder Messestädte beispielsweise die wirtschaftliche Funktion in den Vordergrund. Ausgangspunkt der Argumentation dieser Untersuchung ist die politische Lage der frühneuzeitlichen Stadt. Der Typus der Reichsstadt und der Nicht-Reichsstadt sind dabei Kategorien zur Unterscheidung des politischen Status’ der Kommunen. Ferner lassen sich weitere Typen finden, so z. B. Festungsstädte und Residenzstädte. Diese Bezeichnungen beschreiben den konkreten Charakter und die politische Funktion einer Stadt. Nach der allgemeinen Darstellung des Verhältnisses zwischen Territorialfürst und Stadt, soll im zweiten Teil der Arbeit der Zusammenhang zwischen Stadtbild und politischer Entwicklung von Residenzstädten dargestellt werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stadt Dresden. Dabei soll auch untersucht werden, wie die politische Situation das Stadtbild geprägt hat. Welches Verständnis von Herrschaft und Staat kommt in der Architektur einer frühneuzeitlichen Residenzstadt zum Ausdruck? Eine Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen politischer Entwicklung und architektonischer Gestaltung der frühneuzeitlichen Stadt steht vor mehreren Problemen: Sowohl eine Definition des geografischen, als auch des zeitlichen Betrachtungsrahmens ist notwendig. Für die Epoche der Frühen Neuzeit ist die Bezeichnung „Deutschland“ als Charakterisierung eines Staatsgebiets untauglich. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, auch „Altes Reich“ genannt, war um ein vielfaches größer als die Bundesrepublik Deutschland und zudem durch eine territoriale Zersplitterung gekennzeichnet. Zahllose Klein- und Kleinststaaten waren nur lose durch die übergeordnete Institution des Kaisers verbunden. Angesichts der Heterogenität der frühneuzeitlichen Städtelandschaft im „Alten Reich“ und der dezentralisierten Staatsstruktur erscheint es kaum verwunderlich, dass es keine dominante Hauptstadt gab, welche ihre Wirkung über den gesamten deutschen Raum entfalten konnte. Die Kaiserresidenz in Wien war zwar de jure das politische Zentrum, aber neben ihr gab es zahlreiche weitere Städte von politischer Bedeutung, so z. B. Regensburg als Sitz des ständigen Reichstages. Die Grenzen dieses staatlichen Gebildes sind aus der heutigen Sicht nicht eindeutig zu bestimmen. In einer Zeit, die durch kriegerische Auseinandersetzungen bestimmt wurde, kam es zu häufigen Gebietsveränderungen. Als Kern des „Alten Reiches“ blieb der deutschsprachige Raum erhalten, der deshalb im Rahmen dieser Arbeit im Mittelpunkt steht.
Die willkürliche Periodisierung eines historischen Zeitraumes bietet immer Diskussionsansätze bezüglich der Rechtfertigung einer solchen Einteilung. Geschichte kennt keine starren Grenzen, sondern verläuft ohne klar markierbare Übergänge. Die Festsetzung der Epochengrenzen ist deshalb niemals statisch und für alle Bereiche geeignet, sondern sollten begriffen werden als anpassungsfähige Trennlinien. Insofern scheint mir die auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft verbreitete Klassifizierung der Frühen Neuzeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert dann sinnvoll, wenn überwiegend Aspekte der Historiographie untersucht werden. Die Entdeckung des bis dahin unbekannten amerikanischen Kontinents durch Kolumbus im Jahr 1492 ist für den Verlauf der weiteren Geschichte des Menschen zweifellos ein Ereignis von folgenreicher Bedeutung. Ebenso einschneidend war die Unabhängigkeitserklärung der amerikanischen Kolonien 1776 und vor allem die Französische Revolution 1789, welche für ganz Europa entscheidende Veränderungen brachte. Weil sich der Blick der Kunsthistoriker oder auch der Sprachwissenschaftler demgegenüber verstärkt auf Kunst und Architektur bzw. die literarischen Erzeugnisse in einem bestimmten Zeitraum richten, ist es evident, hierfür eine gesonderte Kategorisierung zu wählen. Angesichts dessen, dass sowohl historische, als auch kunstgeschichtliche Aspekte Teil der Darstellung sind, ist die zeitliche Eingrenzung des Themas problematisch. Aufgrund der Dominanz der politisch- historischen Sichtweise in der Argumentation, scheint es sinnvoll, für das sich mit diesem Gegenstand befassende erste Kapitel die in der Geschichtsforschung verbreiteten Epochengrenzen zu übernehmen. Für den zweiten Teil der Untersuchung, der im Wesentlichen den Zusammenhang zwischen Architektur und Politik in der Residenzstadt Dresden thematisiert, bietet es sich hingegen an, einen abweichenden Betrachtungszeitraum zu wählen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Phase des „Augusteischen Zeitalters“, also vor allem dem 18. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde die Residenzstadt Dresden nach den Plänen Augusts des Starken und seines Sohnes umgestaltet.
[...]
1 Vgl. Schilling, Heinz: Die Stadt in der Frühen Neuzeit. München 1993.Schilling (1993). S. 51.
2 Schilling (1993), S. 51.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: