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Termpaper, 2004, 16 Pages
Author: Daniela Schmitt
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Details
Institution/College: University of Mannheim
Tags: Zusammenhang, Begriff, Guten, Glücks, Tüchtigkeit, Buch, Nikomachischen, Ethik, Proseminar, Aristoteles, Nikomachische, Ethik
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46648-6
File size: 160 KB
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Abstract
Die Nikomachische Ethik behandelt die Lehre von der Sittlichkeit oder Tugend. Durch die Tugend erfüllt der Mensch seine Bestimmung, die darin besteht, dass er seine natürliche Vollendung erlangt und dadurch glücklich wird. Wie alles Lebendige nach einem Gut, dem höchsten Ziel strebt, so strebt auch der Mensch nach diesem höchsten Gut, der Glückseligkeit. Aristoteles schenkt der jenseitigen Glückseligkeit kaum Beachtung und beschäftigt sich mit der diesseitigen und irdischen Glückseligkeit. Die folgende Hausarbeit soll sich mit der in dem ersten Buch der Nikomachischen Ethik eingeführten Begriffskonstellation agathon, eudaimonia, und areté beschäftigen. Hierbei werden zunächst die einzelnen Begriffe entsprechend ihrer Herleitung und Bedeutung definiert, und anschließend der Zusammenhang zwischen den Begriffen ausführlich herausgearbeitet und kurz diskutiert. Die Frage nach dem letzten Ziel des Handelns, dem höchsten Gut für den Menschen, bildet den Ausgangspunkt der Nikomachischen Ethik und die Basis der zu erläuternden Begriffskonstellation.
Excerpt (computer-generated)
Universität Mannheim
Proseminar: Aristoteles’ Nikomachische Ethik
WS 2003/2004
Der Zusammenhang zwischen dem Begriff des Guten
(agathon), des Glücks (eudaimonia) und der spezifisch
menschlichen Tüchtigkeit (areté) im 1. Buch der
Nikomachischen Ethik
von: Daniela Schmitt
Inhalt
1 Einleitung 1
2 Die Begriffskonstellation agathon - eudaimonia – areté 2
2.1 Der Begriff des Guten (agathon) 2
2.2 Der Begriff der Glückseligkeit (eudaimonia) 4
2.3 Der Begriff der Tüchtigkeit (areté) 9
3 Grundgedanken zu dem Verhältnis von areté und eudaimonia 10
4 Fazit 12
5 Literaturverzeichnis 14
5.1 Primärliteratur 14
5.2 Sekundärliteratur 14
1 Einleitung
Die Nikomachische Ethik zählt zu den Moralphilosophien des Altertums. Sie unterscheidet sich jedoch von den anderen aus der Antike überlieferten Abhandlungen dadurch, dass sie keine „Gebrauchsanweisung“ zum vollkommenen Leben gibt und nicht den perfekten Menschen fordert. Sie ist das erste Werk überhaupt, das sich mit dem Thema befasst, was auch die Philosophie der Gegenwart als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansieht: „die phänomenologische Bestandsaufnahme der gegebenen ethischen Tatsachen.“1
Die Nikomachische Ethik behandelt die Lehre von der Sittlichkeit oder Tugend. Durch die Tugend erfüllt der Mensch seine Bestimmung, die darin besteht, dass er seine natürliche Vollendung erlangt und dadurch glücklich wird. Wie alles Lebendige nach einem Gut, dem höchsten Ziel strebt, so strebt auch der Mensch nach diesem höchsten Gut, der Glückseligkeit. Aristoteles schenkt der jenseitigen Glückseligkeit kaum Beachtung und beschäftigt sich mit der diesseitigen und irdischen Glückseligkeit.
Die folgende Hausarbeit soll sich mit der in dem ersten Buch der Nikomachischen Ethik eingeführten Begriffskonstellation agathon, eudaimonia, und areté beschäftigen. Hierbei werden zunächst die einzelnen Begriffe entsprechend ihrer Herleitung und Bedeutung definiert, und anschließend der Zusammenhang zwischen den Begriffen ausführlich herausgearbeitet und kurz diskutiert. Die Frage nach dem letzten Ziel des Handelns, dem höchsten Gut für den Menschen, bildet den Ausgangspunkt der Nikomachischen Ethik und die Basis der zu erläuternden Begriffskonstellation.
2 Die Begriffskonstellation agathon - eudaimonia – areté
2.1 Der Begriff des Guten (agathon)
Aristoteles stellt zu Anfang seiner Nikomachische Ethik folgendes fest: „Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint irgendein Gut zu erstreben. Darum hat man mit Recht das Gute als dasjenige bezeichnet, wonach alles strebt.“ (NE 1094 a 1)
Nach Aristoteles strebt demnach jedes menschliche Handeln nach irgendeinem Gut, besser gesagt, alles strebt nach einem gewissen Ziel. Zunächst gilt es allerdings zu untersuchen, was dieses Gut, vielmehr dieses Ziel beinhaltet. Ein Streben benötigt einen Gegenstand, ein Ziel (telos) des Strebens. Das Ziel oder der Zweck kann ein Werk sein, so z.B. die Schusterei. Diese gehört zur Kunst oder Kunstfertigkeit (techné). Bei einer techné wie dem Schusterhandwerk ist folglich das telos das ergon (Werk, Ergebnis, Produkt). In jeder Hinsicht beinhaltet also jedes Ziel etwas Gutes, welches angestrebt wird. Somit ist das Gute das, wonach alles strebt. (NE 1091 a 2) Die Tätigkeit kann aber auch selbst das Ziel sein, wie das z.B. beim „Leben“ der Fall ist, welches Aristoteles als Selbsttätigkeit, Selbstbewegung bestimmt. Das telos ist also die energea (Tätigkeit, Aktivität) selbst.2
Somit geht Aristoteles von zwei verschiedene Arten von Zielen aus: entweder liegt das Ziel in der Tätigkeit selbst, oder eben außerhalb dieser Aktivität. Das Produkt einer Handlung kann also konkret oder abstrakt sein. Aristoteles stellt sich alle Tätigkeit als zielgerichtet vor, er geht immer vom Resultat, dem (erreichten) Ziel aus. Ein Gut stellt demnach das Ziel dar, wonach sich alles Streben und Handeln richtet. Der Begriff des höchsten Gutes darf hier jedoch nicht als ein bestimmtes, einziges Gut aufgefasst werden, nach dem alles strebt. Aristoteles betont daher die Vielfältigkeit der Ziele. (NE 1094 a 6) Um den Begriff des Guten im aristotelischen Sinne richtig zu verstehen und in Zusammenhang zu bringen, sollte man die Behauptung „Ein Gut ist das Ziel, wonach alles strebt“ wie folgt umformulieren: „Jedes strebt jeweils auf ein Gut hin, welches das Ziel der jeweiligen Handlung darstellt.“3 Das agathon ist also jeweils das Ziel einer einzelnen Handlung bzw. techné und stellt nicht, wie man annehmen könnte, ein allumfassendes Ziel allen Strebens dar.
[...]
1 Gigon, Olof: Aristoteles. Die Nikomachische Ethik, München. 2002. Vorwort
2 Vgl. Wolf, Ursula: Aristoteles` >Nikomachische Ethik<. Darmstadt. 2002, Seite 25.
3 ebd, Seite 26-27.
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