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Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter

Seminararbeit, 2002, 17 Seiten
Autor: Michèle Werner
Fach: Psychologie - Entwicklungspsychologie

Details

Veranstaltung: Entwicklungspsychologie des Jugendalters
Institution/Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Psychologie)
Tags: Drogenkonsum, Kindes-, Jugendalter, Entwicklungspsychologie, Jugendalters
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V50461
ISBN (E-Book): 978-3-638-46676-9

Dateigröße: 145 KB
Anmerkungen :
Der Text befasst sich mit der Problematik des Drogenkonsums bei Kindern u. Jugendlichen an den Bsp Nikotin u. Alkohol. Neben Aussagen zu mgl. Bedingungsvariablen für die Herausbildung des Konsums, geht diese Arbeit v.a. auf die Funktionen des Substanzgebrauchs ein, aus denen sich Maßnahmen für die Prävention ergeben. Die Arten der Prävention werden genannt, ihre Ziele u. Aufgaben werden erläutert. Am Beispiel des Rauchens wird der Weg der Suchtentstehung nachgezeichnet.



Textauszug (computergeneriert)

Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter

von: Michèle Werner

SS 2002

 


Inhaltsverzeichnis

Einführung 3

1. Herausbildung des Konsumverhaltens bei Jugendlichen am Beispiel des Rauchens

1.1 Entwicklungsaufgaben und Funktionen des Substanzkonsums 5
1.2 Vier-Phasen-Modell des Entwicklungsverlaufs des Rauchens 9

1.2.1 Eingangsphase ( preparation and imitation) 9
1.2.2 Experimentierphase ( learning and discovery) 9
1.2.3 Gewöhnungsphase ( habituation) 10
1.2.4 Aufrechterhaltungsphase 11

1.2.4.1 Biopsychologischer Ansatz (Nikotinregulationstheorie) 12
1.2.4.2 Multiples Regulationsmodell 12

2. Der Ausblick ins Erwachsenenalter 14

3. Perspektiven für die Prävention 15

Literatur 17




 

Einführung

In unserem Kulturkreis entspricht das Jugendalter der Übergangsphase vom Kindes – in den Erwachsenenstatus. Erwachsene sind solche Menschen, die beruflich, rechtlich, politisch, kulturell, religiös, familial, partnerschaftlich und sexuell selbstbestimmt zu agieren in der Lage sind (vgl. Engel/Hurrelmann: 2). Diese Fülle an erwarteten Fertigkeiten und Fähigkeiten, durch die sich eine mündige und verantwortungsvoll handelnde Person auszeichnet, lässt bereits die Schwierigkeiten erahnen, denen sich Jugendliche ausgesetzt sehen. Die Bewältigung elementarer Entwicklungsaufgaben, beispielsweise die Verarbeitung der veränderten Körpererfahrung, der Aufbau von Kontakten zu Gleichaltrigen, der Erwerb intellektueller Leistungskompetenzen sowie die Entwicklung eines eigenen Wert – und Normsystems zur Herausbildung der eigenen unverwechselbaren Identität, besitzen in diesem Lebensabschnitt herausragende Bedeutung (vgl. Engel/Hurrelmann: 2). Zu „starken [...] Identitätserlebnissen und Sinneserfahrungen im körperlichen, psychischen und sozialen Bereich“ (Engel/Hurrelmann: 13), gepaart mit hohen Erwartungen von Glück und Lebenserfüllung seitens des Jugendlichen, gesellen sich soziale Außenanforderungen, die ihm überdurchschnittlich hohe individuelle Handlungskompetenzen abverlangen. Studien bestätigen, dass die Belastungen durch die soziale Umwelt für die Heranwachsenden zunehmen, und sich in einer steigenden Gesundheitsbeeinträchtigung kanalisieren. Eine typische Beeinträchtigung ist der Drogenkonsum, insbesondere der legale Gebrauch von Tabak und Alkohol. „Der Konsum von Drogen und Rauschmitteln ist eine höchst kulturelle Angelegenheit“ (Engel/Hurrelmann: 204). Der Bedarf gehört in unserer Gesellschaft zum Hineinwachsen in einen angepassten Lebensstil fast selbstverständlich dazu und stellt für die Jugendlichen einen Zentralbereich in der Entwicklung zum Erwachsenen dar. So sollte es eigentlich nicht überraschen, dass in der Kindes – und Jugendphase der Verbrauch entsprechend drastisch mit dem Lebensalter steigt (vgl. Engel/Hurrelmann: 197). Andererseits, und dies ist auch ein Hauptgrund für präventive Bemühungen, stellt der Genuss bzw. Missbrauch eine Risikoverhaltensweise dar, aus der sich Gesundheitsgefährdungen, aber auch delinquentes Verhalten, ergeben können.

Meine Arbeit wird sich mit den bereits angesprochenen Aufgaben und Funktionen des Substanzkonsums für Kinder und Jugendliche am Beispiel des Rauchens befassen. Es geht mir um ein besseres Verständnis der Heranwachsenden in ihrer Entwicklung, was gleichzeitig Voraussetzung sinnvoller präventiver Maßnahmen ist, die ebenso thematisiert werden.

1. Herausbildung des Konsumverhaltens bei Jugendlichen am Beispiel des Rauchens

1.1 Entwicklungsaufgaben und Funktionen des Substanzkonsums

Zur umfassenden Erklärung des Rauchverhaltens bei Kindern und Jugendlichen ist stets die Berücksichtigung mehrerer Faktoren von Nöten. Ein anerkanntes Modell zur Erfassung solcher Bedingungsvariablen ist das sogenannte Ursachendreieck für Konsum und Suchtentstehung, das die Bereiche Persönlichkeit, Suchtmittel sowie sozio-kulturelles Umfeld des Betroffenen einbezieht (vgl. Priebe, B.). Bedeutend im Bereich der Persönlichkeit sind vorab genetische Dispositionen wie eine erhöhte Sensibilität für die Wirkung und Abhängigkeit bestimmter Drogen. Derartige differentielle Unterschiede treten beim Gebrauch der jeweiligen Droge auf. Nachgewiesen werden konnte dies für Alkohol und Nikotin. So weisen manche Menschen eine Unempfindlichkeit gegenüber Nikotin auf. Sie können so eine große Anzahl von Zigaretten geraucht haben, ohne eine Abhängigkeit zu zeigen, „während andere aus der gleichen Ausgangssituation heraus eine hochgradige Nikotinabhängigkeit entwickeln“ (Fuchs/Schwarzer: 213). Oft tritt eine solche Sensibilität dann auf, wenn die Eltern der Person selbst risikogefährdet oder abhängig sind. Der zweite Punkt im Kontext der genetischen Prädisposition sind die angeborenen Persönlichkeitsunterscheide. Solche Verhaltensweisen sind meist „ein schwieriges Temperament, Aggressivität sowie Hyperaktivität in Verbindung mit gestörtem Sozialverhalten“ (Raithel: 141). Wesentlich im Bereich der Persönlichkeit ist aber auch das Alter der Person. Gerade im Jugendalter mit Einsetzen der Pubertät ist die Bewältigung von spezifischen Entwicklungsaufgaben zentral. Den Begriff der Entwicklungsaufgabe prägte in den 30er und 40er Jahren des 20. Jh. der Psychologe Robert J. Havighurst. (Oerter/Montada: 268ff.) Er verstand darunter Aufgaben, die jedes Individuum über die gesamte Lebensspanne verteilt zu bewältigen hat, deren Inhalt spezifisch ist sowie mit dem Lebensabschnitt variiert, in dem sich die Person gerade befindet.

[...]


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