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Politischer Realismus - Vordenker, Entstehung, Theoretiker, unter besonderer Berücksichtigung von Hans Joachim Morgenthau

Autor: Anonym
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

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Details

Veranstaltung: Einführung in die Theorien der Internationalen Beziehungen
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Politikwissenschaft)
Tags: Politischer, Realismus, Vordenker, Entstehung, Theoretiker, Berücksichtigung, Hans, Joachim, Morgenthau, Einführung, Theorien, Internationalen, Beziehungen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 149 KB
Archivnummer: V50505
ISBN (E-Book): 978-3-638-46711-7
Anmerkungen :
Realismus - Vordenker und Theoretiker

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Politikwissenschaft
Proseminar: „Einführung in die Theorien der Internationalen Beziehungen“
Wintersemester 2004/05, 2. Fachsemester

Politischer Realismus - Vordenker, Entstehung, Theoretiker,
unter besonderer Berücksichtigung von
Hans Joachim Morgenthau

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S.1

2. Theoretische Vordenker

2.1 Thukydides (Macht und Recht)  S.1
2.2 Niccolo Machiavelli (Macht und Staatsraison)  S.2
2.3 Thomas Hobbes (Anarchie und Sicherheit )  S.3

3. Historisch-politischer Entstehungshintergrund S.4

4. Grundannahmen S.5

5. Hans Joachim Morgenthau S.6

5.1 Das Gleichgewicht der Mächte S.6
5.2 Internationale Moral und öffentliche Weltmeinung S.7
5.3 Das Völkerrecht S.8
5.4 Die Vereinten Nationen (UNO)  S.9
5.5 Die Weltgemeinschaft (UNESCO)  S.10
5.6 Die Diplomatie S.10

6. Edward Hallett Carr S.11

7. John H. Herz S.12

8. Henry Alfred Kissinger S.13

9. Fazit.S.14

Literaturverzeichnis S.16




 

1. Einleitung

„Internationale Politik ist, wie alle Politik, ein Kampf um die Macht (...) Politik im engeren Sinne sucht entweder Macht zu erhalten, Macht zu vermehren oder Macht zu demonstrieren.“1 Dieses Zitat von dem wohl wichtigsten Theoretiker des politischen Realismus, Hans Joachim Morgenthau, spiegelt die Grundeinstellung der Realisten wieder, von der ausgehend diese die internationale Politik, so wie diese wirklich beschaffen ist, analysieren.

Im folgenden werde ich die theoretischen Vordenker dieser Denkrichtung, angefangen mit Thukydides bis zu Thomas Hobbes, vorstellen, um die wesentlichen Ansatzpunkte, an die sich die modernen Theoretiker anlehnen, darzulegen. Darauf folgend werde ich den historisch-politischen Hintergrund, der die „Wiedergeburt“ des realistischen Denkens geprägt hat, erläutern, um dann die wesentlichen Grundannahmen, auf denen die Theorie aufbaut, vorzustellen. Da die moderneren Theoretiker sich in den Ansichten über die internationale Politik und das staatliche Handeln zwar ähnlich sind, aber in den Vorschlägen zur Friedensbewahrung unterscheiden, werde ich zunächst vertiefender auf Hans J. Morgenthaus Kritik bezüglich der bereits vorhandenen Instrumenten zur Friedenssicherung im internationalen Umfeld eingehen, daraufhin seinen Vorschlag zur Lösung des Problems mit den Vorschlägen anderer wichtiger Vertreter zu vergleichen, um im Fazit zu diskutieren, inwiefern der politische Realismus die heutige Struktur in den internationalen Beziehungen erklären kann und wo seine Grenzen liegen.

2. Theoretische Vordenker

2.1 Thukydides (Macht und Recht)

Thukydides hat von 471 bis 400 vor Christus gelebt und war der Sohn einer angesehenen athenischen Familie. Im Zuge des Peloponnesischen Krieges, in dem der spartanische Bund gegen Athen gekämpft hat und der in drei großen Etappen verlaufen ist, wurde Thukydides, als ein führender athenischer General nach einer verlorenen Schlacht, für zwanzig Jahre ins Exil geschickt, von wo er dann auch den weiteren Kriegsverlauf protokollierte. Mit seinem Schrifttum über den Kriegsverlauf ging Thukydides als einer der ersten realistischen Schreiber und Analytiker der internationalen Politik in die Geschichte ein.

Seine Überlegungen zu den wahren Gründen für den Kriegsausbruch, nämlich, dass der Machtzuwachs Athens in der Hellenischen Welt Sparta um seine Stellung in dem Mächtegleichgewicht Angst gemacht hat, begründeten erste Prämissen im modernen theoretischen Denken. Angst vor dem Machtzuwachs anderer und die daraus folgende Angst, den eigenen Machteinfluss zu verlieren, ist ein Grundzustand in den internationalen Beziehungen, der daraus gefolgert wird, dass es keine autoritäre und schlichtende Instanz, die zwischen den Staaten agiert, gibt und dass dieser Zustand kriegerische Auseinandersetzungen fördert.2 Ein weiterer wichtiger Schlüsseltext ist der Melier-Dialog, ein Gespräch zwischen dem athenischen Heer und dem Ältestenrat der unabhängigen, von Sparta gegründeten Insel Melos. In diesem Text wird die Bedeutung von Macht und Eigeninteressen gegenüber dem, was Recht oder Unrecht ist, dargestellt. Im Umgang der Athener mit den schwächeren Melieren und im beiderseitigen Argumentieren wird deutlich gemacht, dass der mächtigere das Sagen hat, selbst entscheidet, was Recht oder Unrecht ist und nur im Sinne seiner eigenen Interessen , nicht aber im Sinne der Moral oder Ethik handelt.3

2.2 Niccolo Machiavelli (Macht und Staatsraison)

Niccolo Machiavelli (1469-1527) war ein italienischer Diplomat und politischer Philosoph. Er erlebte den Zerfall der florentinischen Republik, die in mehrere eigenständige Staaten aufgeteilt wurde, die sich dann untereinander bekriegten, mit und verlor mit diesem seine Diplomatenstelle, wonach er sich auf sein Landgut zurückzog und das politische Geschehen von außen beobachtet und dokumentiert hat. In dieser Zeit entstanden seine wichtigsten Werke wie „Der Fürst“ und „Discorsi“ in denen er, geprägt von den politischen Erschütterungen in der alten Republik, Überlegungen zur Staatsgründung, Staatsform und Staatssicherheit anstellte.4 Die für den Realismus prägende Überlegung war die aus der Menschlichen Natur abgeleitete Instabilität in den zwischenstaatlichen Beziehungen. Da ein Mensch nie genug hat und nie mit dem, was er hat, zufrieden ist, strebt er immer nach mehr, indem er den anderen etwas wegnimmt, wodurch Feindseligkeiten und Krieg permanente Zustände des menschlichen Daseins sind. „Die menschlichen Wünsche (sind) unersättlich, da die menschliche Natur alles begehrt und alles will, das Schicksal uns aber nur wenig gewähren kann.“5

[...]


1 Morgenthau, Hans J., Macht und Frieden. Grundlegung einer Theorie der internationalen Politik, Gütersloh 1963, S. 69, 81.

2 Vgl. Viotti, Paul R./Kauppi, Mark V., International relations theory. Realism, pluralism, globalism, New York, S. 37-39.

3 Vgl. Donnelly, Jack, Realism and international Relations, Cambridge 2000, S. 24-25.

4 Vgl. Viotti, Paul R./Kauppi, Mark V., International relations theory. Realism, pluralism, globalism, New York, S. 39-41.

5 Machiavelli, Niccolo, Discorsi 2, Vorrede, S. 163.

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