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Die Rolle der Rating-Agenturen auf den internationalen Finanzmärkten

Scholary Paper (Seminar), 2006, 49 Pages
Author: Eva Stöckl
Subject: Politics - International Politics - Topic: International Organisations

Details

Event: SE Internationale Organisationen und Regime
Institution/College: University of Salzburg 'Paris Lodron'
Tags: Rolle, Rating-Agenturen, Finanzmärkten, Internationale, Organisationen, Regime
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 49
Grade: 1
Bibliography: ~ 42  Entries
Language: German
Archive No.: V50611
ISBN (E-book): 978-3-638-46802-2
ISBN (Book): 978-3-638-68024-0
File size: 549 KB

Abstract

Durch die Globalisierung veränderten sich auch die Finanzmärkte in den letzten Jahren. Vor allem das Volumen der internationalen Kapitalströme nahm in großem Ausmaß zu. Aufgrund der vergrößerten Nachfrage bezüglich der Kapitalmarktfinanzierung fingen auch privatwirtschaftliche Akteure, wie die Rating-Agenturen, an eine immer größere Rolle zu spielen. Manche Wissenschaftler räumen den Rating-Agenturen sogar eine „Schlüsselstellung im globalisierten Kapitalismus“ ein. Bis zur Asienkrise im Jahr 1997 /98 gab es kaum Untersuchungen zu Rating-Agenturen. Erst aufgrund dieser Finanzkrise entstand eine Diskussion um Fehlverhalten und Verantwortung der involvierten Akteure, unter anderem der Rating-Agenturen. Damit rückten die Rating- Agenturen verstärkt in das Zentrum der Öffentlichkeit und des wissenschaftlichen Interesses. Das Forschungsinteresse für diese Arbeit besteht vor allem darin, die sehr umstrittene Macht der Rating-Agenturen näher zu untersuchen und zu analysieren, gerade weil die Rating- Agenturen eine sehr wichtige Rolle auf den internationalen Finanzmärkten einnehmen. Vor dem Hintergrund der stärker gewordenen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Finanzmärkte in den letzten Jahren hat auch die Bedeutung der Rating-Agenturen zugenommen. Ratings stellen eine wesentliche Grundlage für die Investititionsentscheidungen der Kapitalmarktteilnehmer dar. Was genau versteht man unter einem Rating? Wie arbeiten Rating-Agenturen und welcher Kontrolle unterliegen die Rating- Agenturen? Welchen Einfluss besitzen Rating-Agenturen damit auf die Zins- und Preisgestaltung an den Kapitalmärkten? Wie nehmen sie damit Einfluss auf die Finanzierungskosten der Unternehmen und Länder? Welche Aufgaben kommen den Rating- Agenturen insgesamt am Kapitalmarkt zu? Wie agieren Rating-Agenturen in Krisensituationen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.


Excerpt (computer-generated)

Universität Salzburg, Institut für Politikwissenschaft
Seminar: Internationale Organisationen und Regime
Semester: WS 2005/06

Die Rolle der Rating-Agenturen auf den
internationalen Finanzmärkten

von: Eva Stöckl

 


Inhaltsverzeichnis

1 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS  4

2 EINLEITUNG 5

2.1 AUFBAU DER ARBEIT 6
2.2 QUELLEN 6
2.3 DEFINITIONEN 7

3 GRUNDLAGEN UND ENTWICKLUNG DES RATINGGES CHÄFTES  9

3.1 DIE GRUNDLAGE DES RATING-GESCHÄFTES: DIE GLOBALEN FINANZMÄRKTE 10
3.2 WAS IST EIN RATING?  10
3.3 ARTEN VON RATINGS 12

3.3.1 Solicited und Unsolicited Ratings 12
3.3.2 Unternehmens- und Länderrating 13
3.3.3 Externes Rating vs. Internes Rating  13

3.4 WIE ARBEITEN RATING-AGENTUREN?  13
3.5 QUANTITATIVE UND QUALITATIVE FAKTOREN IM RATING 14
3.6 DER RATINGPROZESS 15
3.7 HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES RATINGGESCHÄFTES 17

3.7.1 Qualitativ-strukturelle Veränderungen des Finanzmarktes 17
3.7.2 Disintermediation und Securitization 17
3.7.3 Kapitalmarktfinanzierung von Staaten 18
3.7.4 Diffusion amerikanischer Marktpraktiken und Standardisierung 18
3.7.5 Aufsichtsrechtliche Instrumentalisierung 18

4 CHARAKTERISTIKA DER RATINGINDUSTRIE 19

4.1 OLIGOPOL ODER DUOPOL?  19
4.2 MARKTAUFSICHT UND KONTROLLE 19
4.3 DIE MARKTFÜHRER DER RATINGINDUSTRIE 21
4.4 FUNKTIONEN VON RATINGS 21
4.5 DIE MARKTFUNKTION DER RATING-AGENTUREN 22

5 WORAUF BERUHT DIE „MACHT“ DER RATING-AGENTUREN? 23

5.1 AGENTUR – EMITTENT 23
5.2 MARKTMACHT 23
5.3 SOVEREIGN RATINGS (LÄNDERRATING)  24
5.4 STANDARDISIERUNG UND STAATLICHE REGELUNGSDURCHSETZUNG 24
5.5 RATING-AGENTUREN ALS DE-FACTO-REGULIERER 24

6 DAS AGIEREN DER RATING-AGENTUREN IN KRISENSITUATIONEN 25

6.1 RATING-AGENTUREN IN DER ASIENKRISE 25

6.1.1 Die Asienkrise – ein Hintergrund 25
6.1.2 Die Rolle der Rating-Agenturen 27

6.2 RATING-AGENTUREN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ENRON-SKANDAL 31

6.2.1 Der Enron-Fall – Ein Hintergrund 31
6.2.2 Die Rating-Agenturen 32

7 KRITIKPUNKTE AN DER GEGENWÄRTIGEN RATING-PRAXIS UND DIESBEZÜGLICHE REFORMVORSCHLÄGE 36

7.1 FEHLENDER WETTBEWERB 36
7.2 INTERESSENSKONFLIKTE 36
7.3 ANPASSUNGSVERSUCHE DER RATING-AGENTUREN INFOLGE DER ASIENKRISE DURCH VERBESSERUNG DER QUALITÄT  37
7.4 BERATENDE TÄTIGKEITEN DER RATING-AGENTUREN 37
7.5 FEHLENDE KONTROLLE DES RATING-MARKTES 38
7.6 AMERIKANISIERUNG? AUF DEM WEG ZU EINER EUROPÄISCHEN RATING-AGENTUR?  39
7.7 VERHALTENSKODEX FÜR DIE RATING-AGENTUREN 2004 41

8 RESÜMEE 43

9 LITERATUR 46

 


1 Abkürzungsverzeichnis

IOSCO - Internationale Vereinigung der Wertpapieraufseher; International Organization of Securities Commissions
IMF - International Monetary Fund
NRSRO - Nationally Recognized Statistical Rating Organization
SEC - Securities and Exchange Commission
S&P - Standard & Poor’s
[...]


 

2 Einleitung

Durch die Globalisierung veränderten sich auch die Finanzmärkte in den letzten Jahren. Vor allem das Volumen der internationalen Kapitalströme nahm in großem Ausmaß zu. Aufgrund der vergrößerten Nachfrage bezüglich der Kapitalmarktfinanzierung fingen auch privatwirtschaftliche Akteure, wie die Rating-Agenturen, an eine immer größere Rolle zu spielen. Manche Wissenschaftler räumen den Rating-Agenturen sogar eine „Schlüsselstellung im globalisierten Kapitalismus“ ein.

Bis zur Asienkrise im Jahr 1997 /98 gab es kaum Untersuchungen zu Rating-Agenturen. Erst aufgrund dieser Finanzkrise entstand eine Diskussion um Fehlverhalten und Verantwortung der involvierten Akteure, unter anderem der Rating-Agenturen. Damit rückten die Rating- Agenturen verstärkt in das Zentrum der Öffentlichkeit und des wissenschaftlichen Interesses. Das Forschungsinteresse für diese Arbeit besteht vor allem darin, die sehr umstrittene Macht der Rating-Agenturen näher zu untersuchen und zu analysieren, gerade weil die Rating- Agenturen eine sehr wichtige Rolle auf den internationalen Finanzmärkten einnehmen. Vor dem Hintergrund der stärker gewordenen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Finanzmärkte in den letzten Jahren hat auch die Bedeutung der Rating-Agenturen zugenommen. Ratings stellen eine wesentliche Grundlage für die Investititionsentscheidungen der Kapitalmarktteilnehmer dar. Was genau versteht man unter einem Rating? Wie arbeiten Rating-Agenturen und welcher Kontrolle unterliegen die Rating- Agenturen? Welchen Einfluss besitzen Rating-Agenturen damit auf die Zins- und Preisgestaltung an den Kapitalmärkten? Wie nehmen sie damit Einfluss auf die Finanzierungskosten der Unternehmen und Länder? Welche Aufgaben kommen den Rating- Agenturen insgesamt am Kapitalmarkt zu? Wie agieren Rating-Agenturen in Krisensituationen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Dabei werden folgende Thesen aufgestellt, die am Ende der Arbeit verifiziert und falsifiziert werden sollen:

These 1 „Die Rating-Agenturen nahmen die mögliche Rolle der Aufsichtsfunktion über den Markt im Falle der Asienkrise und Enron nicht wahr.“
These 2 „Die Ereignisse der Asienkrise und des Enron-Bankrotts verstärkten die Kontrolle über die Rating-Branche und führten zu einer Marktöffnung und größeren Konkurrenz unter den Rating-Agenturen.“

2.1 Aufbau der Arbeit

In einem Anfangskapitel wird auf die wichtigsten Grundlagen des Rating-Geschäftes eingegangen, unter anderem was unter einem Rating verstanden wird, welche Arten von Ratings sich unterscheiden lassen, wie die Rating-Agenturen arbeiten und welche historische Entwicklung die Rating-Agenturen verzeichnen können. Im nächsten Kapitel wird eine Charakterisierung der Rating-Branche vorgenommen. Dabei wird die Marktstruktur dieser Branche aufgezeigt, die Funktionen von Ratings und die Marktführer der Branche vorgestellt. In einem weiteren Kapitel wird analysiert, auf welchen Faktoren die oft kritisierte Macht der Rating-Agenturen aufbaut. Nach diesen grundlegenden Kapiteln wird das Verhalten der Rating-Agenturen anhand zweier Krisenfälle, nämlich der Asienkrise und des Enron-Falles, näher analysiert. Dabei wird jeweils der Hintergrund der Krise und deren Entwicklung aufgezeigt um anschließend die Rolle der Rating-Agenturen zu untersuchen. In einem abschließenden Kapitel werden die Kritikpunkte an den Rating-Agenturen noch einmal aufgezeigt und auf Reformvorschläge näher eingegangen. Im Resümee erfolgt dann eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Arbeit und die Beantwortung der zuvor aufgestellten Hypothesen.

2.2 Quellen

Für die Abfassung dieser Seminararbeit wurde hauptsächlich auf wissenschaftliche Studien von Wirtschaftsexperten und auf Zeitungsartikeln namhafter Zeitungen wie Economist oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung zurückgegriffen. Daneben wurde auch Sekundärliteratur zu diesem Thema analysiert, jedoch aufgrund der kaum aktuellen Literatur in wesentlich geringerem Ausmaß.

2.3 Definitionen

Weiters ist es notwendig einige wichtige Begriffe, die in der Arbeit öfters vorkommen, zu definieren. Die Definitionen orientieren sich am Wirtschaftslexikon Online auf www.dialogmedien.de.1 (vgl. auch: Büschgen (1991)

Allokation
Allokation ist nur eine andere Bezeichnung für die bewusste und gezielte Verteilung von Vermögenswerten auf unterschiedliche Anlagemöglichkeiten.

Bonität
Unter Bonität versteht man die Fähigkeit eines Schuldners, seinen Verpflichtungen in der Zukunft nachzukommen. Von der Bonität einer Institution (Staat, Unternehmen) werden in der Regel die Konditionen eines Kredites oder einer Anleihe beeinflusst.

Emission
Emission bedeutet die Ausgabe von Wertpapieren durch ein Unternehmen oder die öffentliche Hand. Zweck einer Emission ist die Beschaffung von Kapital.

Emittent
Juristische Person oder öffentlich-rechtliche Körperschaft, die Wertpapiere ausgibt. Emittent ist der Antragsteller der Wertpapiere.

Emerging Markets
In der Wirtschaftswelt werden die Schwellenländer Südostasiens, Mittel- und Lateinamerikas sowie Osteuropas üblicherweise als „Emerging Markets“ bezeichnet. Die Volkswirtschaften dieser Länder verfügen über ein beträchtliches Wachstumspotential und bieten den internationalen Kapitalströmen attraktive Anlagemöglichkeiten. Bis zum Ausbruch der Asienkrise im Jahr 997 entwickelten sich die Emerging Markets sogar besser als die etablierten Kapitalmärkte.

Oligopol
Von einem Oligopol spricht man, wenn es für ein Produkt nur wenige Anbieter gibt. So unterscheidet es sich von einem Monopol (nur ein Anbieter). Entscheidend ist aber nicht die genaue Zahl der Anbieter, sondern ein Oligopol ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass der einzelne Anbieter bei seinen Marktaktivitäten stets mit Reaktionen seiner unmittelbaren Konkurrenten rechnen muss.

3 Grundlagen und Entwicklung des Ratinggeschäftes

[...]


1 Siehe Literaturverzeichnis


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