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Gender Mainstreaming

Untertitel: Eine junge Methode zur Gleichstellungsförderung beider Geschlechter
Autor: M.A. Nicole Nieraad
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

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Details

Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg
Tags: Gender, Mainstreaming
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 24
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 185 KB
Archivnummer: V50623
ISBN (E-Book): 978-3-638-46810-7
ISBN (Buch): 978-3-638-59813-2

Zusammenfassung / Abstract

Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts existiert in der Bundesrepublik eine Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Mehr als jeder zweite Bundesbürger ist weiblich, doch eine gerechte Verteilung von Arbeit, Macht, Geld, Einfluss, Ressourcen, sozialer Arbeit oder Familienarbeit findet man selten. Dennoch scheinen Frauen in der BRD besser ausgebildet zu sein als ihre männlichen Mitbürger. An Hauptschulen sind Mädchen deutlich unterrepräsentiert (2000 43,8 %) [Vgl.: Anlage zum Fünften Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW). S. 12.], während von den AbiturientInnen 2000 53,6 % junge Frauen waren. Hinzu kommt die Tatsache, dass Gleichberechtigung noch immer Frauensache zu sein scheint, bei der der männliche Teil der Bevölkerung bestenfalls zusieht. [Vgl.: Gender Mainstreaming. S. 4.] Wichtig bei der Betrachtung dieser geschlechtsabhängigen Benachteiligungen ist jedoch die Auffassung, dass das jeweilige Geschlecht nicht nur eine (oder z.B. nach Judith Butler überhaupt keine) [Vgl.: U.a. J. Butler: Zwischen den Geschlechtern.] schlichte biologische Tatsache ist, sondern speziell durch die gesellschaftlich unterschiedliche Sozialisation geprägt wird. An dieser Stelle setzt eine relativ junge Gleichstellungsförderung namens Gender Mainstreaming an. Grundlegender Gedanke dieser Methode ist, dass allein die Tatsache, ein Mann oder eine Frau zu sein, weder qualifizieren noch disqualifizieren soll bzw. darf.

Textauszug (computergeneriert)

Philipps-Universität Marburg
Soziologisches Institut
Hauptseminar: Frauen im Management
WS 2003/04

Gender Mainstreaming

von

Nicole Nieraad

5. Semester

Europäische Ethnologie, Soziologie, 
Neuere deutsche Literaturwissenschaft

 

 

Inhaltsangabe

Einleitung S. 1

1. Politische Rahmenbedingungen
1.1 EU-weit S. 2
1.2 Auf Ebene der Bundesrepublik Deutschland S. 4

2. Konzept des Gender Mainstreaming-Ansatzes
2.1 Definition S. 6
2.2 Ziele S. 7
2.3 Konzept S. 8

3. Unterschied zur institutionalisierten Frauenpolitik S. 9

4. Methode von Gender Mainstreaming S. 11

5. Beispiele für Gender Checks
5.1 Die „3-R-Methode“ in Schweden S. 13
5.2 Überprüfung in Belgien, den Niederlanden und der EU S. 13
5.3 Sechs Schritte in der Bundesrepublik S. 14

6. Derzeitiger Entwicklungsstand in der BRD
6.1 Auf Bundesebene S. 15
6.2 Auf Landesebene S. 16
6.2 Auf kommunaler Ebene S. 17
6.4 Privatwirtschaft S. 17

7. Ausblick S. 19

Literatur S. 21

 

 

Einleitung

Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts existiert in der Bundesrepublik eine Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Mehr als jeder zweite Bundesbürger ist weiblich, doch eine gerechte Verteilung von Arbeit, Macht, Geld, Einfluss, Ressourcen, sozialer Arbeit oder Familienarbeit findet man selten. Beispielsweise betrug 2003 der Bruttostundenverdienst eines Arbeiters im produzierenden Gewerbe 15,43 Euro, während eine Arbeiterin auf der gleichen Ebene nur 11,65 Euro verdiente. Da Frauen kaum weniger bezahlte Stunden in der Woche arbeiteten (38,0 zu 37,3 Stunden), erhielt somit eine weibliche Arbeiterin gegen Ende des Monats fast 1.200 Euro weniger, um einen existenzsichernden Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Einzelhandel betrug diese Differenz 600 Euro, im Großhandel mehr als 800 Euro.1 Schlecht bezahlte, soziale Berufe werden zwischen 81,8 und 88,4 % von Frauen übernommen,2 ebenso wie die Erwerbstätigkeit als mithelfende Familienangehörige (77,5 %).3 Auch die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und damit einhergehend die Übernahme der hauptsächlichen Familien- und Hausarbeit wird nahezu ausschließlich von Frauen wahrgenommen.4

Dennoch scheinen Frauen in der BRD besser ausgebildet zu sein als ihre männlichen Mitbürger. An Hauptschulen sind Mädchen deutlich unterrepräsentiert (2000 43,8 %)5, während von den AbiturientInnen 2000 53,6 % junge Frauen waren. In der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 23. März 2004 ist zu lesen: „Obwohl es in Deutschland nie zuvor eine so gut ausgebildete Frauengeneration gegeben hat, sind die Vorstände der größten Unternehmen Deutschlands fast ausschließlich mit Männern besetzt.“ 2002 gab es tatsächlich keine einzige Frau im Vorstand der zehn größten Unternehmen Deutschlands, ebenso wenig wie in den Dachverbänden der Wirtschaft oder den Industrieverbänden. 6 Auch in der universitären Hierarchie findet sich diese Differenz.

Vergleic ht man die Zahl der mehr als 50%igen „Frauenquote“ bei den AbiturientInnen mit dem geringen 7,1 %-Frauenanteil an C4-Professuren, 7 dann entwickelt sich das Gefühl, dass in Deutschland gewisse geschlechtsspezifische, vertikale und horizontale Segregationen wirksam sind, die es Frauen weniger als Männern ermöglichen, gewisse Stufen in der Hierarchie zu erklimmen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Gleichberechtigung noch immer Frauensache zu sein scheint, bei der der männliche Teil der Bevölkerung bestenfalls zusieht. 8 Wichtig bei der Betrachtung dieser geschlechtsabhängigen Benachteiligungen ist jedoch die Auffassung, dass das jeweilige Geschlecht nicht nur eine (oder z.B. nach Judith Butler überhaupt keine)9 schlichte biologische Tatsache ist, sondern speziell durch die gesellschaftlich unterschiedliche Sozialisation geprägt wird. An dieser Stelle setzt eine relativ junge Gleichstellungsförderung namens Gender Mainstreaming an. Grundlegender Gedanke dieser Methode ist, dass allein die Tatsache, ein Mann oder eine Frau zu sein, weder qualifizieren noch disqualifizieren soll bzw. darf.

1. Politische Rahmenbedingungen

1.1 EU- weit

Auf europäischer Ebene begann die Entwicklung der Politik der Chancengleichheit mit EU-weiten Regelungen zur Gleichbehandlung in Form von gesetzlichen Bestimmungen. In diesem Kontext wurde z.B. über gleichwertige Bezahlung der Geschlechter, über Einstellungspraxis, Sozialleistungen, Schutz für Schwangere, Elternurlaub oder Beweisführung im Fall von Diskriminierung entschieden. Ergänzend zu diesen eher passiven und nachträglichen Maßnahmen begann Anfang der 80er Jahre eine aktive Politik der Chancengleichheit in der EU Fuß zu fassen.

[....]


1 www.destatis.de.

2 Vgl.: Anlage zum Fünften Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW). S. 6.

3 www.destatis.de.

4 Vgl.: Fünfter Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW). S. 43.

5 Vgl.: Anlage zum Fünften Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW). S. 12.

6 Vgl.: www.db-decision.de.

7 Vgl.: Anlage zum Fünften Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW). S. 22.

8 Vgl.: Gender Mainstreaming. S. 4.

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