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Historischer Rahmen - Ägypten in römischer Zeit

Autor: Laury Sarti
Fach: Ägyptologie

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Details

Veranstaltung: Ägypten in griechisch-römischer Zeit
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2003
Seiten: 22
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 302 KB
Archivnummer: V50717
ISBN (E-Book): 978-3-638-46884-8

Textauszug (computergeneriert)

Historischer Rahmen - Ägypten in römischer Zeit

von: Laury Sarti

 


Inhaltsverzeichnis

I. Ägyptische Geschichte  3

A. Die Beziehung zwischen Ptolemäer und Römern  4

1. Ägypten vor der Eroberung Griechenlands durch die römische Armee  4
2. Die Zeit zwischen 168 v. Chr. und der Besetzung Ägyptens durch Rom  5
3. Cleopatra VII, Julius Caesar und Marcus Antonius  6

B. Ägypten inmitten der römischen Expansion  6

1. Die Machtergreifung Roms des ptolemäischen Ägypten  6
2. Ägypten zu Beginn der römischen Kaiserzeit  7

C. Ägypten, eine Provinz des römischen Imperiums  9

1. Politischer und sozialer Aufbau Ägyptens unter römischer Herrschaft  9
2. Die römischen Kaiser in Ägypten  10

D. Das Leben in Ägypten unter römischer Herrschaft  11

1. Ägypten als Handelszentrum  11
2. Das alltägliche Leben  12
3. Die ägyptische Religion  12

E. Politische und soziale Probleme im römischen Ägypten  13

1. Der wirtschaftliche Nutzen Ägyptens  13
2. Konflikte zwischen Ägyptern und Römern  14
3. Die Aufstände der Juden  15

F. Ägypten unter byzantinischer Herrschaft  15

1. Der Wandel des 4. Jahrhunderts  15
2. Von der Christenverfolgung zum christlichen Ägypten  16
3. Das Ende des römischen Ägypten  19

G. Schlussfolgerung  20

II. Bibliographie  21

 


 

Der unabhängige Staat Ägypten existiert 332 v. Chr., als Alexander der Grosse das Reich erobert und in die Funktion eines Pharaonen eintritt, nicht mehr; er befindet sich unter persischer Herrschaft. Bereits vor diesem Datum besetzen immer wieder fremde Herrscher, hauptsächlich aus dem vorderen Asien (wie z.B. die Hyksos1), den ägyptischen Thron, welche wie die Ptolemäer als neue Dynastie der Pharaonen Ägypten nach dem Modell ihrer Vorgänger regieren.

Nach der römischen Besetzung Ägyptens wird diese Vorgehensweise nicht mehr beibehalten. Die Attitüde Roms gegenüber dem früheren Großreich ist die eines ehrfürchtigen und ängstlichen Gegners, und auch wenn das römische Reich nie direkt von Ägypten bedroht worden ist, so scheint Rom doch das starke Bedürfnis zu haben das neue Territorium in großem Masse zu kontrollieren2. So weigert sich das römische Reich, Ägypten in seiner bisher erhaltenen Größe zu übernehmen und degradiert es in Form einer römischen Provinz, um höhere Ambitionen von Seiten des Besiegten, aber auch von Seiten der neuen lokalen Herrscher, zu verhindern.

I. Ägyptische Geschichte (30 v. Chr. bis 415 n. Chr.)

Die erste Frage, die sich bei der geschichtlichen Betrachtung einer vorgegebenen Epoche immer zuerst stellt ist die der zeitlichen Begrenzung dieser Epoche: Bei der Suche nach dem Beginn eines sogenannten römischen Zeitalters innerhalb der ägyptischen Geschichtsschreibung müssen wir feststellen, dass bereits um 168 v. Chr., als Rom das antike Griechenland erobert und schließlich besetzt, ein römischer Einfluss auf Ägypten leicht spürbar ist, 137 Jahre vor dem eigentlichen römischen Seesieg über die letzte ptolemäische Königin Cleopatra VII3 bei Actium. Es wäre allerdings falsch mit diesem Datum von einem Ende eines unter griechischer Herrschaft mehr oder weniger unabhängig bestehenden Ägyptens zu sprechen, denn das Reich wird auch nach diesem Ereignis von einer eigenen Dynastie regiert, welche aus sich selbst heraus es fertig bringt, weiter zu bestehen. Von einem tatsächlichen Untergang der Ptolemäerreiches kann erst konkret ab 30 v. Chr., aller frühestens ab 48 v. Chr., gesprochen werden.

Das Ende der römischen Herrschaft ist schwieriger festzulegen. Wir könnten bereits im Untergang des west-römischen Reichs 476 n. Chr. ein Ende des römischen Einflusses sehen, doch bezüglich der darauffolgende byzantinischen Herrschaft über Ägypten stellt sich die Definitionsfrage ob diese Zeit noch zu der Römerzeit dazugezählt werden muss. Aber wäre es denn nicht besser das Ende des römischen Zeitalters in Ägypten in der ägyptischen Geschichte selbst zu suchen um so zu verhindern dass politische Ereignisse Roms auf die Ägyptens projektiert werden? So finden wir z. B. das Datum 415 n. Chr., das Jahr wo die heidnische Philosophin Hypatia von Alexandria durch fanatische Mönche ermordet wurde, ein Ereignis was das Ende der heidnischen Philosophenschule und mit ihr das Ende des antiken (hellenistischen) Rationalität4 hervorgerufen hat, welche, von den Griechen übernommen, ein wichtiger Bestandteil der römischen (antiken) Kultur war. Wenn wir bedenken dass das oströmische Reich bis 1453 bestand, Ägypten aber bereits 642 n. Chr. (unter Kaiser Constans II.) von den Arabern erobert wurde5, könnten wir auch dieses Datum als das Ende der Römerzeit bezeichnen, da mit diesem Datum der politische Einfluss des oströmischen Reiches auf Ägypten ein Ende findet. In Bezug auf den anfangs sehr fließenden Übergang von römischen zu byzantinischem Reich hin bis zum Kaiser Justinianus I haben wir uns dazu entschieden die Zeit zwischen 476 und 642 n. Chr. noch in unseren historischen Überblick einzubeziehen.

A. Die Beziehung zwischen Ptolemäer und Römern

Um zu verstehen wie Ägypten in die Hände der Römer gefallen ist werden wir, damit wir nicht mit der Seeschlacht von Actium beginnen müssen, einen kurzen Blick auf die letzten ptolemäischen Könige Ägyptens werfen:

1. Ägypten vor der Eroberung Griechenlands durch die römische Armee

Der Kontakt zwischen Rom und Ägypten hat bereits vor der römischen Eroberung Ägyptens stadtgefunden. Bereits 211/210 v. Chr., unter Ptolemaios IV. Philopator, treffen wir auf ein Ägypten welches als Vermittler im ersten makedonischen Krieg zwischen Rom und Makedonien6 auftritt. Wir wissen auch dass in dieser Zeit Rom sich die Freiheit nimmt Ägypten um eine Lieferung Weizen zu bitten7. Dies lässt darauf schließen dass die Ptolemäer bereits zu dieser Zeit Rom wenn nicht als Gefahr, so doch als einen nützlichen Verbündeten betrachtet haben mochten. Diese Einschätzung soll sich als richtig herausstellen: im Verlauf des fünften syrischen Krieges8 entsendet Rom dann tatsächlich auf Intervention von Pergamon und Rhodos 201 v. Chr. eine Gesandtschaft zur Bildung einer anti-makedonischen Koalition; die Makedonier haben zuvor den ptolemäische Flottenstützpunkt Samos erobert9. So steht Ägypten vom 2. und hauptsächlich 1. Jh. v. Chr. mehr oder weniger unter römischem Einfluss10.

2. Die Zeit zwischen 168 v. Chr. und der Besetzung Ägyptens durch Rom

[...]


1 Siehe P. Labib: „Die Herrscher der Hyksos in Ägypten“, 1936

2 Dies ist nicht das einzige Mal wo wir mit der oft irrationalen Angst der Römer konfrontiert werden.

3 Wir haben uns dazu entschlossen alle römischen und griechischen Namen in ihrer römischen Schreibweise wiederzugeben, da diese, im Gegensatz zu übersetzten Formen, meist unverändert bleiben und so einfacher wiederzufinden und zu identifizieren sind; wir werden allerdings die in klassisch-römischer Zeit mit einem Konsonantischen „i“ geschriebenen Namen mit einem „j“ ersetzen.

4 Schulz, Regine; Seidl, Matthias (Hrsg.): „Ägypten. Die Welt der Pharaonen“, Köln, 1997, S. 290-298

5 Arnold, Dieter: „Lexikon der ägyptischen Baukunst“, Düsseldorf, 2000, S. 297

6 Andresen, Carl; Erbse, Hartmut; Gigon, Olof; Schefold, Karl; Stroheker, Karl Friedrich; Zinn, Ernst (Hrsg.): „Lexikon der Alten Welt“, Düsseldorf, 2001, S. 213

7 Es ist dem Autor allerdings nicht bekannt ob diese Lieferung auch tatsächlich ausgeführt wurde. A. K. Bowman: „Egypt after the Pharaohs“, London, 1986, S. 32

8 Er fand von 202 bis 195 v. Chr. statt.

9 Andresen, Carl; Erbse, Hartmut; Gigon, Olof; Schefold, Karl; Stroheker, Karl Friedrich; Zinn, Ernst (Hrsg.): „Lexikon der Alten Welt“, Düsseldorf, 2001, S. 214

10 Schulz, Regine; Seidl, Matthias (Hrsg.): „Ägypten. Die Welt der Pharaonen“, Köln, 1997 , SS. 290-295

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