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Autor: Roman Gawellek
Fach: Musikwissenschaft
Details
Tags: Afrikanische, Musik, Unterrichtsgegenstand, Beispiel, Youssou, Dour
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 124 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46940-1
ISBN (Buch): 978-3-638-77681-3
Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit beschäftigt sich mit afrikanischer Musik und deren Verwendung im Unterricht. Es gibt nicht viele Musiker, die es geschafft haben einen musikalischen Grat zwischen traditioneller und europäischer Musik erfolgreich zu beschreiten. Für den Unterricht bedeutet dies jedoch eine Chance durch Bekanntes Unbekanntes kennen zu lernen. Ich möchte versuchen eine Verbindung von europäischem Pop zu den Wurzeln afrikanischer Musik herzustellen. Nach einer kurzen Einführung in die afrikanische Popmusikgeschichte werde ich am Beispiel des senegalesischen Popsängers Youssou N’Dour auch konkrete Unterrichtsvorschläge verfassen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität zu Köln
Seminar für Musik und ihre Didaktik
Hauptseminar: türkische und afrikanische Musik
SS/04
Afrikanische Musik als Unterrichtsgegenstand
am Beispiel von Youssou N’Dour
von: Roman Gawellek
0. Einleitung 3
1. ENTWICKLUNG DER POPMUSIK IN AFRIKA 4
1.1. Die Rolle der Popmusiker in Afrika 6
2. YOUSSOU N’DOUR 7
2.1. Le petit prince de Dakar 7
2.2. Mbalax 8
2.3. Die „goldene“ Stimme aus dem Senegal 9
2.4. Peter Gabriel 9
3. DER MUSIKALISCHE „CROSSOVER“ 10
3.1. World Music – Diskriminierung oder Chance? 10
3.2. Mbalax „light 11
4. ALLGEMEINE ASPEKTE DER AUßEREUROPÄISCHEN MUSIKDIDAKTIK 12
4.1. Wertung der Kulturen 12
4.2. Ziele des interkulturellen Unterrichts 13
5. AFRIKANISCHE POPMUSIK IM UNTERRICHT AM BEISPIEL VON YOUSSOU N’DOUR 14
5.1. Unterrichtsvorschlag 14
6. SCHLUSSBEMERKUNG 16
7. LITERATURANGABEN 17
0. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit afrikanischer Musik und deren Verwendung im Unterricht. Es gibt nicht viele Musiker, die es geschafft haben einen musikalischen Grat zwischen traditioneller und europäischer Musik erfolgreich zu beschreiten. Für den Unterricht bedeutet dies jedoch eine Chance durch Bekanntes Unbekanntes kennen zu lernen. Ich möchte versuchen eine Verbindung von europäischem Pop zu den Wurzeln afrikanischer Musik herzustellen. Nach einer kurzen Einführung in die afrikanische Popmusikgeschichte werde ich am Beispiel des senegalesischen Popsängers Youssou N’Dour auch konkrete Unterrichtsvorschläge verfassen.
1. Entwicklung der Popmusik in Afrika
Die Sammelbezeichnung für jazzinspirierte Formen der populären Musik auf dem afrikanischen Kontinent wird als so genannter Afrojazz bezeichnet. Unter Afrojazz werden diejenigen Genres und Gattungen afrikanischer Popmusik zusammengefasst, die im Jazz ihren musikalischen Ausgangspunkt besitzen. Es waren zugleich die ersten eigenständigen Formen von populärer Musik, die sich auf dem afrikanischen Kontinent entwickelten. Das Kolonialsystem hatte für kulturelle oder musikalische Aktivitäten kaum Raum gelassen. Seine Vertreter waren an der Bewahrung der kulturellen Identität der afrikanischen Völker in keiner Weise interessiert. Die Folklore blieb nur dort erhalten, wo das traditionelle Gemeinwesen noch überlebte. In den neu geschaffenen städtischen Ballungsräumen und Industriearbeitersiedlungen dominierte jedoch die Tanz- und Unterhaltungsmusik europäischen und amerikanischen Ursprungs der Kolonialmächte. Erst der politische Kampf um die Unabhängigkeit brachte auch hier die Rückbesinnung auf die eigene kulturelle Identität, gefolgt von einer allmählichen Reafrikanisierung der europäischen Musikformen. Der Jazz spielte, vor allem in seinen kommerziellen Varianten dabei eine Schlüsselrolle. Nach dem zweiten Weltkrieg erreichte die Swing- Welle der späten Dreißigerjahre den afrikanischen Kontinent. Parallel dazu gelangte Ende der Vierzigerjahre die damals gerade zur beherrschenden internationalen Musikmode gewordene afrokubanische Musik und afrobrasilianische Musik (Rumba, Samba, Cha- Cha-Cha, Beguine) durch Schallplattenimporte nach Afrika.
Beides besitzt seine Wurzeln hier und löste durch die innere Verwandtschaft mit der traditionellen afrikanischen Musik eine Kettenreaktion aus. So erwiesen sich afrikanische Musiker als überlegene Interpreten sowohl des kommerziellen Swing-Stils als insbesondere auch der lateinamerikanischen Musik. Damit eröffneten sich ihnen erstmals massenhaft Auftrittsmöglichkeiten in den weißen Tanzbars und Nachtklubs der Großstädte, sodass sich binnen kurzer Zeit ein hoch professioneller Musikerstamm herausbildete. Zudem boten sich die Musikimporte, die man pauschal als Jazz bezeichnete, zu einer Synthese mit der traditionellen Musik Afrikas geradezu an, zumal das Entstehen erster Plattenlabels und die Ende der Vierzigerjahre einsetzende Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen für die afrikanische Bevölkerung diesen Prozess sehr förderten.
Ende der Vierzigerjahre entstand in Südafrika der Kwela-Jazz. Das waren kleine Jazzensembles, die an die Kwela genannte Straßenmusik in den schwarzen Siedlungen anknüpften (Mbaqanga). Es folgt eine rasante neue Entwicklung der Musik. Die kongolesische Rumba, die aus dem Kongo-Jazz hervorging, hat dann von Soukous1 aus Zaire und Chimurenga2 aus Zimbabwe über Jùjú3 und Highlife aus Ghana bzw. Nigeria, Mbalax Aus dem Senegal bis hin zu Mbaqanga4 aus Südafrika und Makossa5 aus dem Kamerun eine ganze Reihe von Formen der populären Musik Afrikas geprägt. Bembeya Jazz löste in den Sechzigerjahren in Guinea eine Entwicklung aus, die zur Verbindung der traditionellen, hauptsächlich an die Kora (harfenähnliches afrikanisches Saiteninstrument) gebundenen Musik mit Funk-, Rock- und Soul-Einflüssen führte. Der Sänger und Kora-Spieler Mory Kante (* 1950) konnte ab Ende der Siebzigerjahre damit auch außerhalb Afrikas große Erfolge verbuchen und landete 1988 mit »Yé Ké Yé Ké« schließlich einen Welthit, der maßgeblich zu dem wachsenden Interesse an der populären Musik Afrikas beitrug. Insgesamt sind die Ableger und Seitenzweige des Afrojazz lokale, regionale und überregionale Formen der afrikanischen Popmusik von einer kaum überschaubaren Vielfalt. Im Verlauf der Entwicklung ist die ursprüngliche Jazzverwandtschaft insbesondere durch Einflüsse aus der angloamerikanischen Rock- und der afroamerikanischen Soulmusik dann allerdings so weit verdrängt worden, dass auch der Terminus Afrojazz dafür etwas außer Gebrauch gekommen ist.
1.1. Die Rolle der Popmusiker in Afrika
[...]
1 rumbaähnliche (Rumba) Form der populären Musik aus Zaire, die schon in den Siebzigerjahren durch in Paris lebende Emigrantengruppen in Europa bekannt wurde.
2 Form des Protestliedes aus Zimbabwe, die zur Grundlage der landeseigenen Popmusik geworden ist, im gesamten südlichen Afrika Verbreitung fand und seit Mitte der Achtzigerjahre unter dem Sammeletikett Ethnopop bzw. Worldmusic auch international bekannt wurde.
3 eine der Hauptformen der populären Musik Westafrikas. Sie entstand in den Zwanzigerjahren hauptsächlich in Nigeria als Straßen- und Tanzmusik aus Elementen der traditionellen Gesänge, der Trommelsprache und der Kultur der Yorubas, des größten Stammes innerhalb der Bevölkerung Nigerias. Der Begriff geht auf die Bezeichnung der Rhythmus-Sektion in der Highlife-Musik zurück, die ebenfalls Jùjú genannt wird und wohl eine lautmalerische Umschreibung des Klangs der afrikanischen Trommeln darstellt.
4 Form der populären Musik Südafrikas, die in den Sechzigerjahren durch Miriam Makeba (* 1932) weltweit bekannt wurde. Der Prozess der Herausbildung und Entwicklung dieser Musik ist, wie alle Formen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Südafrika, durch das weiße Minderheitenregime mit seiner bis 1991 herrschenden Apartheitpolitik zutiefst geprägt worden.
5 Form der populären Musik aus Kamerun, die seit den Siebzigerjahren in der Kategorie Worldmusic auch international vermarktet wird. Ihre Wurzeln reichen bis in die Dreißigerjahre auf die Marschkapellen der Missionsschulen zurück, die die Briten nach Übernahme eines Teils dieser ehemaligen deutschen Kolonie als Mandatsgebiet eröffnet hatten.
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