Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Ariane Struck
Fach: Psychologie - Beratung, Therapie
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Psychologisches Institut)
Tags: Gestalttherapie, Gesprächstherapie
Jahr: 2000
Seiten: 64
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 283 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13097-4
Textauszug (computergeneriert)
Die Gestalttherapie
Ariane Struck
Inhaltsverzeichnis
1. DIE HUMANISTISCHE PSYCHOLOGIE UND IHRE THERAPIEFORMEN 3
2. DIE GESTALTPSYCHOLOGIE 5
3. DIE ENTWICKLUNG DER GESTALTTHERAPIE 6
4. DIE GRUNDLAGEN DER GESTALTTHERAPIE 8
4.1 Einführung 8
4.2 Das fakultative Strukturmodell 9
4.2.1 Das Selbst als Kontaktfunktion 10
4.2.2 Das Ich (als Akt der Absicht) 10
4.2.3 Persönlichkeit 11
4.3 Es-Selbst-Ich-Außenwelt-Verhältnis 11
4.4 Assimiliertes Über-Ich 11
4.5 Kontaktzyklus 12
4.6 Organismische Selbstregulation 13
4.7 Assimilation und Wachstum 15
4.8 Blockierung des Bewußtseins (Abwehrmechanismen) 15
4.8.1 Introjektion 16
4.8.2 Projektion 17
4.8.3 Retroflektion 18
4.8.4 Konfluenz 19
4.8.5 Deflektion 19
4.8.6 Desensitivierung 20
5. ZUR KRANKHEITSLEHRE DER GESTALTTHERAPIE 21
5.1 Die Gestaltgesetze 21
5.2 Die Auffassung von Ganzheit 22
5.3 Die Gestaltbildung 22
5.4 Der ,,gesunde" Mensch als Utopie 26
5.5 Der neurotische Mensch als Realität 27
5.5.1 Die Entstehung von Neurosen nach Petzold 30
5.5.2 Das 5-Phasen-Modell der Neurosenauflösung nach Perls 31
5.5.3 Das 4-Phasen-Modell der Problemlösungsprozesses nach Petzold 34
6. ZUR METHODIK UND TECHNIK DER GESTALTTHERAPEUTISCHEN BEHANDLUNG 35
6.1 Therapieziele 36
6.2 Das Vorgehen des Gestalttherapeuten 37
6.2.1 Fördern 38
6.2.2 Stützen 38
6.2.3 Frustrieren 38
6.2.4 Konfrontieren 39
6.2.5 Paradoxe Interventionen 40
6.2.6 Anregen und Verstärken 40
6.2.7 Vergegenwärtigen 40
6.3 Förderung von Selbstverantwortlichkeit und Bewußtheit 42
6.3.1 Interaktion 43
6.3.2 Keine Fragen 43
6.3.3 "Wie" statt "Warum" 43
6.3.4 Nichts erzwingen 43
6.3.5 Bewußtheit / Awareness 44
6.4 Therapeutische Techniken 47
6.4.1 Ich-Sprache 47
6.4.2 Der leere Stuhl 48
6.4.3 Umkehr 49
6.4.4 Beachtung nichtverbaler Signale 49
6.4.5 Die Verwendung von Metaphern 50
6.4.6 Bewußtheit lenken 50
6.4.7 Experimentieren 50
6.4.8 Rollenspiel 50
6.4.9 Rollentausch 50
6.4.10 Innerer Dialog 51
6.4.11 Traumarbeit 51
6.4.12 Kreative Medien 52
7.FORMEN DER GESTALTTHERAPIE 52
7.1 Einzel- und Gruppentherapie 53
7.2 Ost- und Westküstenstil 54
8. DIAGNOSTIK 56
9. KLIENTEL UND BEHANDLUNGSDAUER 56
10. FORSCHUNG 57
11. KRITIK 58
12. LITERATUR 60
1. Die humanistische Psychologie und ihre Therapieformen
Eine radikale Abkehr von der Psychoanalyse führte etwa ab 1950 in den USA zur Entwicklung neuer Theorien und Verfahren, die unter der Bezeichnung humanistische Psychologie bekannt sind (Kraiker /Burkhard 1983).
Die Humanistische Psychologie gründet sich auf ein humanistisches Wertsystem, das die Achtung vor dem menschlichen Wesen und vor seiner individuellen Entwicklung betont. In den Vordergrund tritt der Wunsch, im Hier und Jetzt offen, begegnungsfähig und verantwortlich für seine eigenen Entscheidungen zu sein. Die Humanistische Psychologie geht von einem aktiven, autonomen Selbst aus, das nach Selbstverwirklichung durch Entwicklung und Differenzierung der vorhandenen Anlagen strebt und sich dabei an kulturellen Werten ausrichtet,- der Mensch wird als organisches Ganzes, als Einheit kognitiver, seelischer und körperlicher Aspekte betrachtet. Sie orientiert sich an Vorstellungen vom "gesunden" Menschen, der sich durch Ganzheitlichkeit, Selbstverantwortlichkeit, Humanität und Entwicklungsfähigkeit auszeichnet (Dinslage 1990).
Nachfolgend sind einige grundlegende Aspekte des Menschenbildes der Humanistischen Psychologie aufgeführt:
· Autonomie und soziale Interdependenz:
,,Der Mensch strebt aus seiner postnatalen biologischen und emotionalen Abhängigkeit heraus nach Unabhängigkeit von äußerer Kontrolle. Er entwickelt ein aktives Selbst, das zunehmend in die eigene Entwicklung eingreifen und die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen kann" (Kritz 1994).
· Selbstverwirklichung
,,Wenn die grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind, ist der Organismus aktiv und strebt u.a. danach, seine schöpferischen Fähigkeiten zu entfalten" (Kritz 1994). Das spontane Ausleben der eigenen Antriebe führt im allgemeinen zu einer befriedigenden Lebensform. Libido und Aggression werden als sozial wünschenswert erachtet; da sie Annäherung und Abgrenzung der Individuen voneinander steuern (Kraiker /Burkhard 1983).
· Ziel- und Sinnorientierung
,,Neben den materiellen Grundlagen seiner Existenz prägen humanistische Wertvorstellungen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde Leben und Handeln eines Menschen" (Kritz 1994).
· Ganzheit
"Die Humanistische Psychologie sieht den "menschlichen Organismus als Gestalt, als organisches, bedeutungsvolles Ganzes und betont die Ganzheitlichkeit von Gefühl und Vernunft, von Leib und Seele" (Kritz 1994).
,,In den humanistischen Therapien geht es um diese Ziele: nicht allein um die Behebung von Defiziten, sondern darüber hinaus um das Wachstum des Individuums zur Entfaltung seiner Möglichkeiten. Diese Therapieformen wenden sich daher nicht nur an den leidenden Neurotiker und Psychotiker, sondern ebenso an den Angepaßten, der seine Möglichkeiten erweitern will" (Kraiker /Burkhard 1983).
,,Vertreter der humanistischen Psychologie haben daher keine Alternative zum Krankheitskonzept entwickelt; sie haben es vielmehr ignoriert. Zwischen verschiedenen Störungen werden, weder in ihrem grundsätzlichen Verständnis, noch hinsichtlich der Entstehungsbedingungen, noch im Hinblick auf die Therapie, Unterschiede gemacht" (Baumann 1998).
Neben der Psychoanalyse und dem Behaviorismus wird die "Humanistische Psychologie" oft als "Dritte Richtung" oder "Dritte Kraft" in der Psychologie bezeichnet.
Alle drei psychologischen Strömungen haben jeweils eine Reihe unterschiedlicher Psychotherapieansätze hervorgebracht:
Während die tiefenpsychologischen und die verhaltenstherapeutischen Therapiekonzepte sich zumindest anfänglich jeweils aus einem relativ homogenen Theoriegebäude entwickelten, kennzeichnet der Begriff "Humanistische Therapien" einen lockeren Verbund unterschiedlichster Ansätze, die eher durch ein hinreichend gleichartiges Menschenbild und einige grundsätzliche Übereinstimmungen in den Prinzipien therapeutischer Arbeit als durch eine gemeinsame Theorie zusammengehalten werden (Kritz 1994).
Diese theoretische Heterogenität ist historisch allein schon daraus zu erklären, daß sich die Humanistische Psychologie als Sammelbewegung für ziemlich unabhängig voneinander entwickelte und ausdifferenzierte Ansätze entstanden ist (Kritz 1994).
Zu den Hauptpräsentanten der Verfahren der Humanistischen Psychologie gehören die Gestalttherapie von Fritz Perls, die Gesprächspsychotherapie (bzw. die klientenzentrierte Psychotherapie) von Carl Rogers, das Psychodrama von lacov Moreno und die Logotherapie von Viktor Frankl. Häufig wird auch noch die Bioenergetik (Lowen) und die Transaktionsanalyse (Berne) mit zu den humanistischen Ansätzen gerechnet (Kritz 1994).
Die Grundeinstellung des Therapeuten bezüglich selektiver Authentizität, Förderung von echter Begegnung, Gegenwartsbezogenheit und Akzeptanz der Realität sind bei diesen Verfahren ähnlich. Bei der Gestalttherapie kommen jedoch für gezielte Konfliktbearbeitung besondere strukturelle Angebote hinzu.
2. Die Gestaltpsychologie
Die Gestalttherapie erhielt ihren Namen von der Schule der Gestaltpsychologie, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland entwickelte. Ihre Vertreter waren der Auffassung, daß der Mensch psychologisch nur von seiner Ganzheit her verstanden werden kann. Die Gestaltpsychologie vertritt das Prinzip, daß die Gesamtheit des menschlichen Verhaltens mehr sei als die Summe von Verhaltenselementen (Kiermann 1976). Beim Wahrnehmen, beim Denken, bei Willenshandlungen und bei Bewegungsabläufen findet eine ganzheitliche Organisation nach übergreifenden Gestaltgesetzlichkeiten und dynamischen Gerichtetheiten statt (Kritz 1994). Die Gestalttherapie übernahm diese Prinzipien.
Dennoch kann keineswegs gesagt werden, daß die Gestalttherapie etwa die praktische Anwendung der Gestaltpsychologie wäre. Vielmehr wurden die Formulierungen gestaltpsychologischer Gesetze (vorwiegend im kognitiven und wahrnehmungs-psychologischen Bereich) weitgehend in sehr verallgemeinerter Form und oft nur in metaphorischer Analogie verwendet (Kritz 1994).
Die Gestalttherapie war daher weniger ein unmittelbares Nebenprodukt der Gestaltpsychologie als eine Gegenbewegung gegen die Freudsche Analyse (siehe weiter unten) und eine Konsequenz der späteren existentialistischen Bewegung.
Die gestaltpsychologischen Grundlagen der Humanistischen Psychologie sind am stärksten und detailliertesten in den Konzepten der Gestalttherapie zum Ausdruck gekommen.
3. Die Entwicklung der Gestalttherapie
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: