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Autor: Annette Wälde
Fach: Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Details
Institution/Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Tags: Giovanni, Lorenzo, Bernini, Daniel, Habakuk, Seminar
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1-2
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 93 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47236-4
Textauszug (computergeneriert)
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Lehrstuhl für Kunstgeschichte
Seminar: Italienische Plastik von Michelangelo bis Bernini
WS 2002/2003, 3. Fachsemester
Giovanni Lorenzo Bernini: Daniel und Habakuk
von: Annette Wälde
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Verwendete Literatur 4
Auftraggeber, Themenfindung, Daten 5
Biblische Erzählungen „Daniel in der Löwengrube“ und „Habakuk“ 6
Aufstellungsort Chigi-Kapelle zu Santa Maria del Popolo 6
Beschreibung der Skulpturen 7
Daniel 7
Habak10
Räumliche Eingliederung der Skulpturen in die Chigi-Kapelle 12
Vorbilder, Entwürfe 13
Vergleich mit Michelangelos Rahel 16
Ikonographische Tradition 17
Kunsthistorische Stellung 18
Literaturverzeichnis 20
Einleitung
Fünfzehn Jahre vor seinem Tod im November 1680 prophezeite der Architekt und Bildhauer Gianlorenzo Bernini: „(…) Mein Ruhm steht und fällt mit meinem Stern, der mir auf Lebenszeit eine gewisse Achtung sichert. Sobald ich tot bin, hört diese Aszendenz auf. Dann wird mein Ansehen sinken oder gar plötzlich ins Gegenteil umschlagen.“1 Er sprach von dem Stern, der seit seiner Kindheit am Firmament der römischen und bald auch der gesamten europäischen Kunstepoche des Barock hell aufgestiegen war. Nicht zuletzt ein Grund für diesen Erfolg dürfte wohl Berninis „revolutionäre Gesinnung“2 gewesen sein, die ihm im Jahr 1932 Wolfgang Stechow bescheinigte.
Wie schon im Verlauf unseres Seminars zur Renaissance- und Barockplastik des öfteren herausgestellt wurde, verblüfft Bernini mit der unmittelbaren „Vergegenwärtigung in der Skulptur“3, sei es die der Emotionen oder die der Bewegungen. Bei unseren Diskussionen wurde aber auch bald klar, daß Bernini dafür nicht nur Lob erntete. „(...) Bernini, perhaps, may be subject to censure. This sculptor (…) has given a very mean expression to his statue of David (…); and in order to give it the expression of energy, he has made him biting his under-lip. This expression is far from being general, and still farther from being dignified.“4 Diesem Urteil Sir Joshua Reynolds entspricht in etwa die Aussage, zu der August Wilhelm Schlegel sich in Anbetracht der Gruppe Apoll und Daphne hinreißen ließ: „Warum dies scheußlich!“5
Hier stellt sich nun die Frage, warum Berninis Schaffen derartig neu und revolutionär war, warum seine Werke beinahe anstößig wirkten auf so manchen Betrachter. Hatten die zahlreichen Kritiker recht, wenn sie seine Werke auf dem Hintergrund bereits bestehender Werke anderer Künstler zu den gleichen Themen herabwürdigten? Eine mögliche Antwort auf diese Fragen kann beispielhaft die Untersuchung der Skulpturen Daniel und Habakuk mit dem Engel, beides späte Werke Berninis, geben. In dieser Arbeit soll dabei der Schwerpunkt der Untersuchung auf Daniel liegen. Nach einem knappen Literaturbericht soll Auskunft gegeben werden über den Auftraggeber dieser Werke, die Themenfindung und die Daten der Skulpturen. Um sie später in ihrem Gesamtkontext erfassen zu können, werden dann die Themenquellen und der Aufstellungsort vorgestellt. Es folgen eine ausführliche Analyse und eine räumliche Eingliederung beider Werke in ihren Aufstellungsort. An die Betrachtung von Vorbildern und Entwürfen zu Daniel und Habakuk schließt sich ein Vergleich mit Michelangelos Rahelfigur an. Zum Abschluß werden die in der Einleitung aufgeworfenen Fragen noch einmal aufgegriffen.
Verwendete Literatur
In dieser Hausarbeit fanden zwei Quellen Verwendung: Zum einen Baldinuccis Vita Berninis in einer deutschsprachigen Ausgabe von 1912, zum anderen das Tagebuch Paul Chantelous, ebenfalls in deutscher Übersetzung, aus dem Jahr 1919. Baldinucci schreibt ausführlich über das gesamte Leben Berninis, Chantelou gibt lediglich einen Bericht über einen bestimmten Lebensabschnitt Berninis ab: seine Reise nach Frankreich. Zu diesem Werk sei angemerkt, daß wohl aufgrund großer Sympathien gegenüber Bernini Chantelous Äußerungen subjektiv beeinflußt sind und daher nicht unbesehen akzeptiert werden sollten. Wie den Angaben zur Literatur zu entnehmen ist, gibt es reichlich Werke zu Bernini und seinem Oeuvre. An dieser Stelle sei nur kurz auf die für vorliegende Arbeit besonders nützliche Sekundärliteratur eingegangen.
So gibt Kauffmann (1970) eine ausführliche Beschreibung und Interpretation Daniels und Habakuks ab; Wittkower bringt 1981 den ersten Katalog der Werke Berninis heraus, der sich durch ausführliche und hintergründige Daten und Fakten rund um die beiden Plastiken und ihre Entstehung auszeichnet. 1989 erscheint ein umfassender Aufsatz zur Entstehung Daniels aus seinem Vorbild Laokoon heraus, der auch interessante und genaue vergleichende Untersuchungen der verschiedenen Entwurfsskizzen Berninis zu Daniel bietet. Im Jahr 1997 folgt eine Beschreibung der beiden Skulpturen durch Schmitt, der gleichzeitig versucht, den theologischen Hintergrund der beiden Plastiken zu erklären. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Untersuchungen liegt auf der Darstellung der räumlichen Eingliederung der Skulpturen in die Kapelle und ihrer räumlichen Beziehung zueinander. Bernardini veröffentlicht 1999 einen weiteren Katalog mit einer weitestgehend vollständigen Zusammenstellung der Skizzen, Bozzetti und Vorbilder zu Daniel und Habakuk. Auffallend sind die vielen weiterführenden und daher nützlichen Literaturangaben. Wesentlich für das Kapitel über die ikonographischen Tradition der Darstellung Daniels und Habakuks waren die beiden Artikel über diese Propheten im Lexikon der christlichen Ikonographie, herausgegeben von Kirschbaum (1970). Für die Untersuchungen zum Aufstellungsort der Skulpturen wurde das Handbuch der Kirchen Roms von Buchowiecki (1974) herangezogen, für die Untersuchungen zur Rahelfigur Michelangelos die Studien zum Juliusgrabmal von Laux (1943) und Echinger-Maurach (1991).
Auftraggeber, Themenfindung, Daten 6
[...]
1 Chantelou, 1919. S. 62
2 Zitiert aus Stechow, 1932. S. 45
3 Zitiert aus Stechow, 1932. S. 45
4 Entnommen aus Reynolds, 1997. S. 61
5 Zitiert aus Dombrowski, 1998. Spalte 3
6 Soweit nicht anders vermerkt, stützt sich dieses Kapitel auf Kauffmann, 1970. S. 222
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